Gesamtwertung60%/10 |
GrafikMangelhaft SoundGut |
LanzeitspaßMangelhaft SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Man mag es zwar kaum glauben, aber schon in den 70er sorgten heimische TV-Sendungen für die Erziehung unserer Nation und wo heute Dragonball Z und Yu-Gi-Oh! Kinder vor der Mattscheibe staunen, saßen die Kids der Schlaghosen-Generation gebannt vor der Krimi-Serie Starsky & Hutch. Die Bettnässer von damals sind nun jedoch erwachsenen geworden, verdienen ihr Geld und investieren den einen oder anderen Euro in diverse Videospiele. Diese Zielgruppe muss wohl auch Empire im Blick gehabt haben, als Sie mit der Entwicklung des Videospiels zu Starsky & Hutch begonnen haben. Ob der Titel dabei der Klasse der einstigen Kult-TV-Serie gerecht wird, verrät unser umfangreicher Testbericht. Lizenzspiele sind normalerweise eine sicherer Garant für hohe Verkaufszahlen, selbst wenn die Qualität des Produktes einmal nicht stimmen sollte. Zumindest sofern die Lizenz, auf welche das Spiel basiert, bekannt ist. Im Falle von Starsky & Hutch kann dies jedoch bezweifelt werden. Wie in der zwar erfolgreichen, nun jedoch größtenteils unbeachteten Fernseherserie der 70er machen sich die beiden titelgebenden Polizisten Dave Starsky und Ken Hutchison auf, um das fiktive Bay City vom Verbrechen zu befreien.
Da der Titel zwar auf einer bekannten TV-Lizenz basiert, diese jedoch kaum ausnutzt, muss man während des recht kurzen Storymodus auf gedrehtes Filmmaterial verzichten. Die belanglose Hintergrundgeschichte der drei TV-Episoden des Spiels wird vielmehr in extra gezeichneten Filmschnipseln präsentiert, die jedoch größtenteils aus unanimierten Standbildern bestehen und mit Sprachausgabe unterlegt wurden. Im Titel selbst geht es ebenfalls recht simpel zu. Spielt ihr alleine, steuert ihr den Wagen des Polizistenduos, den Gran Turino, durch insgesamt 160 Kilometer Bay City und versucht je nach Levelabschnitt durch Rammmanöver und Schusswaffengebrauch einen anderen Wagen zu schrotten. Abwechslung sucht ihr leider vergebens. Einzig die in den Levels verteilte Stuntmöglichkeiten, wie beispielsweise Rampen oder Röhren, sowie Power Ups, mit welchen ihr euch kurzzeitig unverwundbar machen könnt oder den doppelten Schaden ausrichtet, sorgen für etwas Abwechslung im stark arcade-lastigen Gameplay.
So einfach das Gameplay, so einfach auch die Steuerung. Während ihr mittels Schultertasten beschleunigt oder bremst, braucht ihr sonst eigentlich nur noch die A-Taste zum Abfeuern der Schusswaffe. Gezielt wird mehr oder minder automatisch, wobei das Spiel selbstständig entscheidet, ob gerade der Gegner oder ein Power Up das lukrativere Ziel ist. Habt ihr einen Gegner im Visier, gilt es diesen erst kurzzeitig in der Bildschirmmitte zu halten, um so den maximalen Schaden beim Schießen zu verbuchen. Interessanter wird es jedoch im Kooperationsmodus zumindest theoretisch. Geht ihr zu zweit auf Verbrecherjagd, übernimmt einer der Spieler das Steuer des Wagens, während sich der Zweite ganz im Stile bekannter Lightgun-Shooter wie Time Crisis 3 oder House of the Dead auf das Schießen konzentriert. Mittels eingeblendetem Fadenkreuz kann jetzt gezielt die Umgebung unter Beschuss genommen werden. Wie jedoch schon bei klassischen Lightgun-Shootern gilt, solche Spielsequenzen machen nur mit entsprechender Pistole Spaß.
Via Gamepad entsteht nur ein Bruchteil des Spielspaßes und gerade hieran krankt die GameCube-Version von Starsky & Hutch: Mangels passender Hardware für Nintendos Würfel, muss man wohl oder übel auf das an sich sinnige Feature verzichten. Um trotz Simpel-Gameplays zumindest einen Hauch Dauermotivation zu erzeugen, haben sich die Entwickler kurzerhand bei der Project Gotham Racing-Reihe bedient und ein Bewertungssystem für stillvolles Fahren ins Spiel eingebaut. Je nachdem wie gewagt ihr durch die Strassen von Bay City düst, wie schnell ihr eure Widersacher zur Strecke bringt und wie häufig es euch gelingt, spezielle Ereignisse auszulösen, steigen oder sinken eure Einschaltquoten am Ende einer Episode. Gute Spieler werden hier mit goldenen Polizeimarken belohnt, während die Chief Wiggums unter den Streifenpolizisten mit einem Donut abgespeist werden.
Habt ihr eine gewisse Anzahl an Auszeichnungen für euch verbucht, schaltet das Spiel nach und nach weitere Episoden und Extras frei. So werdet ihr mit Interviews der alten Serienstars belohnt, schaltet zusätzliche Bereiche der Stadt im Freie Streife-Modus frei, wo ihr mehr oder minder ungestört das riesige Stadtareal des Spiels erkunden könnt, oder freut euch über neue Aufträge für die TV-Specials. In diesem Modus konzentriert ihr euch gar auf nur einen Part des Gameplays, seien es nun die Fahreinlagen oder die Schusssequenzen.
Bleibt schließlich noch die Technik des Spiels und die ist endgültig ein Tiefschlag in die Magengrube eines jeden Serienfans. Konnte schon die PlayStation2-Version kaum überzeugen, wirkt die stark polygonarme und mit extrem verwaschenen Texturen zugeklebte Optik auf der deutlich überlegenen GameCube-Hardware schlichtweg veraltet aus. Zwar bietet der Titel eine weitläufige Stadt zum Erkunden, dieser fehlt es jedoch mangels Passanten an Leben. Zudem gesellt sich noch ein stetiges Ruckeln, was bei der Sparoptik nun wirklich nicht hätte sein müssen.
Zumindest der akustische Bereich kann etwas überzeugen. Die deutsche Sprachausgabe des Multilingual-Titels wirkt zwar stark aufgesetzt, dennoch freuen sich Nicht-Anglisten über die komplette Lokalisierung, während englischkundige Spieler auf die deutlich hochwertigere, englische Fassung zurückgreifen können. Der hippe 70er-Soundtrack sorgt abschließend dafür, dass zumindest akustisch die Atmosphäre der damaligen Zeit ansprechend eingefangen wird.
Starsky & Hutch im Test.
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