Gesamtwertung87%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßAusreichend SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Sein Name ist Cortez, Sergeant Cortez, Marinesoldat der Extraklasse, der Beste, den die Zukunft im Jahr 2402 zu bieten hat. Wenn er nicht gerade damit beschäftigt ist, die Menschheit vor ihrer Vernichtung zu bewahren, wartet er immer noch auf seinen lang ersehnten Urlaub. Doch der wird ihm nicht gegönnt, stattdessen darf er sich direkt ins inzwischen dritte Abenteuer stürzen. Ob der neueste Teil der TimeSplitters-Serie aus dem Hause Free Radical nahtlos an die erfolgreichen Vorgänger anknüpfen kann, erfahrt ihr in naher Zukunft...
Glücklicherweise dümpelt direkt neben euch ein kleines Holzboot im Wasser, das von keinem geringeren als Captain Ash manövriert wird. Der etwas in die Jahre gekommene Marinesoldat feierte sein erstes Debüt im zweiten Teil und befindet sich zum Zeitpunkt eurer Ankunft auf einer Rettungsaktion, bei der ihr ihm unter die Arme greifen dürft. Diese NPCs stellen eine Neuerung in TimeSplitters - Future Perfect dar, die gleichzeitig neue Möglichkeiten im Gameplay bietet. So müsst ihr euren Mitstreitern mal per Scharfschützengewehr die Gegner vom Hals halten oder mit ihrer Hilfe Türen öffnen, was die sonst etwas schwerfällige Ballerorgie gekonnt auflockert. Wenn sie dann noch äußert witzige Sprüche vom Stapel lassen und für lustige Spielmomente sorgen, dann ist nicht nur eure Fingerfertigkeit gefragt, sondern es werden auch eure Lachmuskeln beansprucht.
Leider bleibt nicht viel Zeit zum Lachen, denn eure Gegner warten nicht einfach so darauf, dass ihr sie ins Jenseits befördert. Sie suchen hinter Kisten Deckung oder ziehen sich aus strategischen Gründen zurück, um Verstärkung zu holen. Nichts desto trotz wird ihnen das Versteckspiel nicht mehr viel nützen, wenn eure Kontrahenten erst einmal Bekanntschaft mit eurem Waffenrepertoire machen.
TimeSplitters - Future Perfect (10 Bilder)
Von der leicht veralteten Luger Pistole über ein 9mm MG bis hin zum futuristischen Plasmagewehr ist wirklich alles dabei, was das Waffenfetischistenherz höher schlagen lässt. Zusätzlich könnt ihr in manchen Missionen mit den unterschiedlichsten Vehikeln durch die Gegend brettern - ohne jede Verkehrsregeln, versteht sich. Angefangen von normalen Jeeps aus den 60er Jahren, dürft ihr in der Zukunft sogar in Cockpits von riesigen Robotern steigen und eure Feinde dem Erdboden gleich machen. Aber was nützen all diese wundervollen Dinge, wenn ihr am Ende vor einer verschlossenen Tür steht und nicht weiterkommt?
Genau, man muss sich selbst zu helfen wissen und das ist sogar wortwörtlich gemeint. Nicht immer, aber immer öfters kommt es vor, dass ihr auf euer zukünftiges oder vergangnes Ich trefft, um euch selber Hilfestellung zu geben. Nein, hier leidet niemand unter Schizophrenie, sondern es handelt sich dabei um ein interessantes Feature, dass die Jungs von Free Redical im Spiel implementiert haben.
Die ganze Geschichte ist an sich zwar sehr spannend, leider ist die Freude an den vielen Gimmicks nur von sehr kurzer Dauer. Nach nur durchschnittlich sieben bis acht Stunden Spielzeit ist die Welt gerettet und ihr seid der neue Held vom Erdbeerfeld. Hier beweist das Team von Free Redical abermals, dass der Singleplayer-Part seit dem ersten TimeSplitters-Teil nur als kleine Beilage gilt und der Mehrspielermodus ganz klar den Hauptgang darstellen soll. Dieser gleicht einem Variete, welches nur so vor Abwechslung strotzt, und lässt den Storymodus schnell in Vergessenheit geraten. Auf alle Modi einzeln einzugehen, würde den Rahmen diesen Tests schlichtweg sprengen.
Neben Multiplayerstandards wie Deathmatch oder Capture the Flag (hier: Capture the Bag), gibt es noch allerlei witzige Modifikationen wie zum Beispiel Schrumpfen, wo die Größe eines Gegners vom Rang abhängt oder Affen-Assistenz, wo der schwächste Spieler tierische Unterstützung erhält. Das Schöne hierbei ist, dass ihr euch aussuchen könnt, ob ihr euch zusammen mit insgesamt vier Spielern ins Getümmel stürzen wollt oder lieber auf Bots zurückgreifen möchtet. Eine weitere Premiere feiert TimeSplitters mit dem Schritt in die große, weite Onlinewelt, die den Würfelbesitzern, wie so oft, vorenthalten bleibt. So müsst ihr euch auf dem Cube mit euren eigenen Kartenkreationen zufrieden geben, die ihr mit Hilfe des Map Makers auf den heimischen Bildschirm zaubern könnt. Im Vergleich zu der vorherigen Version fällt der Map Maker noch umfangreicher aus, wodurch er weiterhin der Platzhirsch auf dem Konsolenterrain bleibt.
Als extra Schmankerl unterstützt TimeSplitters auf allen drei Konsolen 16:9 Darstellung und den 60Hz Modus, was das ein oder andere Spielerauge wohlwollend zur Kenntnis nehmen dürfte.
Im soundtechnischen Bereich sieht es ähnlich rosig aus, was nicht nur dem Dolby Pro Logic II-Support zu verdanken ist. Denn hier greift man auf die exzellente Arbeit aus dem Hause Toneworx zurück, die dem Titel eine hollywoodreife Synchronisation beschert. So lohnt es sich auch, die Zwischensequenzen nicht gleich weg zu drücken, sondern die mit Humor gespickten Dialoge zu verfolgen. Auch die Hintergrundmusik ist sehr gut gelungen, in heiklen Situationen wird sie laut und kühlt dann in ruhigeren Phasen wieder merklich ab. Futuristische Waffen- und authentische Umgebungsgeräusche runden das durchweg positive Gesamtbild zusätzlich ab.