WWE Day of Reckoning

Review
Plattform
Vertrieb
THQ
Entwickler
JAKKS Pacific Inc.
Erscheinungsdatum
-
Genre
Kampf
USK
16
WWE Day of Reckoning [NGC , Justgamers]

Gesamtwertung

84%/10

Grafik

Gut

Sound

Befriedigend

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Befriedigend

WWE Day of Reckoning

Wir haben mittlerweile Herbst, die Jahreszeit in welcher Wrestling-Spiele traditionell den Weg auf die Konsolen finden. Den Anfang macht dieses Jahr „WWE Day of Reckoning“, welches den Nachfolger zu „Wrestlemania XIX“ darstellt. Die eher durchwachsene Vorstellung des Vorgängers soll nun wieder wettgemacht werden und das anscheinend mit Erfolg. So stieg der exklusiv für den GameCube erscheinende Titel von 0 auf 1 in den GameCube Charts ein. Wir haben uns für euch in den Ring gestellt um Ursachenforschung zu betreiben...

Die Seifenoper

Herzstück des Spieles ist ganz klar der Storymodus. Bevor es für den Akteur überhaupt los geht muss ein eigener Charakter her, schließlich sollt ihr euren Wrestler vom Nobody zum King of the Ring hieven. Die Erstellung der Figur ist jedoch keine Sache von fünf Minuten. Wer sich nämlich Mühe gibt, verbringt gut und gerne vier Stunden allein im Editor.

Löblicherweise kann man dort nicht nur unzählige Optionen zum Aussehen des eigenen Charakters wählen, auch die Quantität der Moves besticht. Neben dem typischen Punkteverteilen und Namengeben ist es neuerdings auch möglich sein eigenes Entrancemovie zu erstellen. Vorbei sind die Zeiten wo nur Video, Musik und Walk In zur Auswahl standen. Der kreative Regisseur kann hier Szene für Szene durcharbeiten, mit Effekten versehen und sogar Kameraeinstellungen wählen.

Während andere Spiele nach dieser Spielzeit schon zuende sind, geht es bei „WWE Day of Reckoning“ erst so richtig los. Der Storymodus kann beginnen und wie so typisch im Leben fängt jeder einmal klein an. Bevor es also auf die große Wrestlingbühne geht, gilt es erst einmal den Coach so richtig zu beeindrucken. Im Kampf gegen die Trainees wird dabei jedoch einiges vorgeschrieben: „Mache zwei Arealmoves“, „kontere den Gegner dreimal aus“ oder „gewinne ohne Einsatz von Finishmoves“, das sind die typischen Vorgaben eures Vorgesetzten.

Klar möchte der Coach sehen, dass der Newcomer alles beherrscht und auch später auf der Bühne passen die Vorgaben zum Showkampf, aber muss so was in einem Videospiel auftauchen? Kann ich nicht die Kämpfe gewinnen wie ich möchte? Sicherlich eine strittige Frage zwischen Realismus und Spielspaß.

Nachdem der Coach überzeugt ist, warten ein paar sogenannte Dark Matches auf unseren Neuling, sprich Kämpfe ohne Fernsehübertragung, denn im TV dürfen nur die echten Stars auftreten. Sind auch diese überstanden hat man die Wahl zwischen den Brandings Smackdown! und Raw. Dies stellt dann auch schon die komplette freie Auswahl des gesamten Storymodus dar - Freunde, Gruppierungen, Tag-Team Partner, einfach alles wird ansonsten vorgegeben.

Dadurch lässt sich zwar die Geschichte wunderbar erzählen und rüberbringen, jedoch auf Kosten der Individualität. Dies hat außerdem zur Folge, dass jeder Kampf inklusive der Aufgaben gewonnen werden muss. Abseits des Rings gibt es wie auch im richtigen Wrestlerleben jede Menge Trara und Intrigen. In mit Untertiteln besetzten Zwischensequenzen seht ihr wie es eurem Wrestler ergeht oder was eure nächste Aufgabe ist. Mal wird er verprügelt, mal gibt es eine Diskussion über einen neuen Tag-Team Partner.

Wer denkt wenigstens hier eingreifen zu können, wird wiederum enttäuscht. Keine Gegenwehr und auch keine Aussagen können getroffen werden. Positiv zu erwähnen sind jedoch freispielbare Wrestler vergangener Tage, das Aufleveln des eigenen Charakters, sowie Geld das in der Shopzone in neue Moves, Arenen, Kleidungsstücke und Waffen umgetauscht werden kann.

Ausziehen! Ausziehen!

Wer sich nicht gerade im Trainingsmodus die verschiedenen Würfe und Steuerungskniffe aneignet, hat außerdem die Möglichkeit sich im Exhibitionmode auszutoben.

Dabei steht neben der Standardkost an verschiedenen Matchtypen wie Hell in a Cell, TLC, Ladder & Tablematches sowie Showevents ála Royal Rumble auch das Bra & Panties Match zur Verfügung. Hierbei hat diejenige Diva verloren, welche als erste nur noch in Unterwäsche im Ring steht.

Da allerdings nur vier Divas zur Auswahl stehen, verliert der Verkloppen- und Ausziehmodus schnell seinen Reiz. Mit letztendlich knapp 40 Athleten ist das Feld dennoch passabel besetzt, die Auswahl der Wrestler ist jedoch nicht jedermanns Geschmack. Die kultigen Dudleyboys sind nicht vorhanden, dafür aber ein Lance Storm.

Deshalb muss jedoch niemand gleich in Panik verfallen. Die bekanntesten Superstars wie The Rock, Triple H, The Untertaker, Kane und auch Goldmedaillengewinner Kurt Angle sind mit von der Partie. Wie es in einem Wrestlingspiel typisch ist, können alle Exhibitionmodi mit bis zu vier Spielern bestritten werden.

Und seien wir mal ehrlich, ist es nicht durchaus amüsant sich mit den Kumpels im Ring zu kloppen oder gemeinsam Superstar Triple H zu zerlegen? Wir finden schon.

Wehe jedoch einer der Gäste hat die grausame Idee seinen eigenen Wrestler anzulegen. Ist bei uns im Multiplayer-Spiel passiert, stundenlanges Starren auf den Editormodus und Warten für die anderen Recken waren das Ergebnis.

Did you smell what The Rock is cookin?

Nein? Wir auch nicht! Dafür hinterließ die Grafik einen hervorragenden Eindruck, was einen großen Fortschritt im Gegensatz zum Vorgänger bedeutet. Alle Wrestler wurden klasse modelliert und sehen beinahe fotorealistisch aus. Außerdem wurden die Entrances und Moves aller Teilnehmer wunderbar animiert, was neben dem Aussehen den Wiedererkennungswert stark steigert.

Insgesamt kann man beim Charakterdesign bis dato vom Genreprimus sprechen. Die TV-ähnlichen Kamerafahrten sorgen zwar für Liveshowflair, sind aber nicht immer besonders übersichtlich. Stellenweise verdeckt der Schiedsrichter dem Joypadakrobaten die Sicht. Sollte ein Finishmove gelingen, wird dieser in mehreren Kameraperspektiven und mit speziellen Effekten gezeigt. Da der Move automatisch abläuft, kann man sich kurz zurücklehnen und genießen.

Die Arenen sind passabel gestaltet, die Zuschauer jedoch leider nicht. Ohne genau nachzuzählen beläuft sich die Zahl der verschiedenen Fans auf ganze drei. Soll heißen, dass das ganze Publikum aus drei verschieden aussehenden und animierten Leuten besteht. Schade, denn das nagt an der Atmosphäre. Verwunderlicherweise sind die Arenen auch nicht prall gefüllt wie viele es aus dem Fernsehen kennen.

Ein weiser Mann aus dem Abseits-Sport Fußball meinte jedoch mal: „Wichtig ist, was auf dem Platz passiert“, ein Motto welches auch hier seine Gültigkeit hat.

Soundtechnisch präsentiert sich „WWE Day of Reckoning“ zwiespältig. Während die rockige Musikuntermalung zum Spiel passt wie der Deckel zum Topf, vermisst man schmerzlichst die Sprachausgabe. Außer dem „1-2-3“ Auszählen sowie dem „“ gibt es nichts Sprachliches zu hören. Im Storymodus ist also eifriges Lesen der Untertitel angesagt. Die Größe der GameCube MiniDVD spielt dabei zwar eine Rolle, ein wenig mehr Stimmenbegleitung sollte aber dennoch möglich sein. Positiv fallen außerdem die Originalmusiken bei den Entrances auf.

Daumencatchen

Zwar werden gemeinhin noch alle Spiele größtenteils mit den Daumen gespielt, die Beanspruchung dieser liegt hier aber extrem hoch. Über die Schultertasten werden Würfe und Schläge geblockt, die man mit der A- bzw. der B-Taste ausführt und auch Befehle wie aus dem Ring klettern, sowie Gegenstände aufnehmen über die Y- und X-Taste gehen gut von der Hand.

Liegt der eigene Wrestler jedoch am Boden oder will er aus einem Käfig klettern, ist rapides A-Drücken angesagt. Dies erweist sich auf Dauer eher als stressig. Nicht selten ging während des Spiels die Motivation auf Grund des dauerhaften Drückens der A-Taste flöten.

Fazit

Keine Frage, „WWE Day of Reckoning“ stellt seinen Vorgänger in den Schatten und kann ohne Zweifel als bestes Wrestlingspiel für den Nintendo GameCube genannt werden. Einige Schwächen besitzt das Spiel dennoch. Das Gameplay ist nicht ganz perfekt, die Sprachausgabe fehlt komplett und der Storymodus ist etwas zu linear. Dafür weiß allerdings die Grafik zu überzeugen. Wen die Mängel nicht stören, kann mit diesem Spiel jedoch kaum einen Fehlgriff landen. Im Endeffekt ist Wrestling-Fans die ‚nur’ einen Nintendo GameCube ihr eigen nennen können zum Kauf geraten. Wer allerdings zusätzlich eine PlayStation 2 besitzt sollte lieber abwarten wie sich „WWE SmackDown! vs. Raw“ schlägt, welches sogar einen Onlinemodus besitzen soll. Leuten denen 20 Euro für eine PayPerView Übertragung eines Wrestling-Events nicht zu teuer sind können auch mit einem Kauf beider Spiele liebäugeln.

WWE Day of Reckoning [NGC , Justgamers]

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