Adrenalin - Extreme Show

Preview
Plattform
PC
Vertrieb
Frogster Interactive
Entwickler
1C
Erscheinungsdatum
N/A
Genre
Andere
Adrenalin - Extreme Show [PC , looki.de]

Adrenalin - Extreme Show

Was haben Kampffliegerspiele aus dem zweiten Weltkrieg und Tunig-Rennspiele gemeinsam? Wenn man es genau nimmt, eigentlich nichts, nicht aber so im Fall von Adrenalin. Für dessen Entwicklung sind nämlich die Mannen von 1C verantwortlich, dem Entwicklerstudio hinter der populären und erfolgreichen IL-2 Sturmovik Spielereihe. Ob die russische Spieleschmiede auch ein goldenes Händchen für rasante Asphalt-Raser hat, erfahrt ihr in unserer Preview.

Ladies only

Anders als in ähnlichen Tuning-Rennspielen geht es in Adrenalin nicht nur um aufgemotzte Karren und glühenden Asphalt. Wer hier erfolgreich sein will, muss auch Marketing-Sinn zeigen. Wieso? Dazu kommen wir in Kürze. Erst einmal muss aber eine sexy Rennfahrerin ausgewählt werden. Ja, richtig gelesen, Rennfahrerin. Denn wer in Adrenalin als männlicher Raser an den Start gehen will, hat schlechte Karten. Insgesamt stehen zwölf knapp bekleidete Renn-Schönheiten zur Auswahl, für welche von ihnen man sich entscheidet ist Geschmackssache, auf den Spielverlauf hat die Wahl keinen Einfluss. Nun kommen wir zum Marketing, Adrenalin ist immerhin knapp zur Hälfte Wirtschaftssimulation. Gleich nach der Auswahl des Charakters sollte man sich als tüchtiger Boss darum kümmern, erste Sponsoren an Land zu ziehen. Die sind auch dringend nötig, immerhin bezahlt sich das erste Tuning-Vehikel nicht von selbst. Echte fahrbare Untersätze gibt es in Adrenalin übrigens nicht, jedes der acht verfügbaren Autos ist ein extra für das Spiel erstelltes Concept Car.

Ich bin ein Star! Ich will Geld!

Um den Geldgebern ein Lächeln ins Gesicht und insbesondere viele Scheine aus der Brieftasche zu zaubern, müssen die ersten Siege eingefahren werden. Je besser die Endplatzierung, desto zufriedener sind die Sponsoren. Aber damit die Zusammenarbeit auch in Zukunft so fröhlich weitergeht, bedarf es mehr als einfacher Podiumsplätze. Nicht umsonst haben wir ein knackiges Weibsbild hinterm Steuer platziert. Die würde sich doch sicher gut auf dem Cover einer großen Sportillustrierten machen, oder? Aber auch ein Auftritt in einer TV-Show würde die nötige Publicity bringen. Je bekannter und beliebter das eigene Tuning-Girl ist, desto besser läuft das Geschäft. Das dadurch eingenommene Geld kann man dann entweder in ein schnelleres Auto stecken, oder sein bestehendes Fahrzeug kräftig frisieren. Damit es Tuning-Freaks auch beim wiederholten Anspielen nicht langweilig wird, haben die Entwickler ein riesiges Arsenal an verschiedensten Aufmotz-Einzelteilen ins Spiel eingebaut.

Aber aufgepasst, die Wahl sollte mit Bedacht getroffen werden – immerhin hinterlässt eine einfache Neon-Leuchte unter dem Heck eines Flitzers beim Publikum nicht annähernd so viel Eindruck wie ein riesiger Spoiler oder ein voluminöser Kühlergrill.

Überhaupt spielt das Publikum in Adrenalin eine sehr große Rolle. Nur mit genügend Unterstützung und Bewunderung von außen kann man mit der Zeit auf lukrativere Sponsoren-Angebote hoffen. Und da das Publikum stets unterhalten werden will, kann man es nicht bis in die Ewigkeit mit schnöden Normalo-Rennen beeindrucken. Nach und nach werden neue Rennmodi freigeschaltet. Muss man sich Anfangs noch mit den bereits erwähnten Platzierungs-Events zufrieden geben, später kommen auch ausgefallenere und gleichzeitig forderndere Renntypen wie beispielsweise der nicht zuletzt aus Need for Speed: Most Wanted bekannte Knockout-Modus oder das Deathmatch hinzu. In letzterem gilt es, in bester Crashday-Manier, so viele Pistengegner wie möglich zu Altmetall zu verarbeiten. Wem diese actionlastigen Einlagen nicht zusagen, der darf seinen Bekanntheitsgrad auch durch etwas ruhigere Rundkurs- oder Driftrennen steigern.

Grafische Schotterpiste

Die KI-Kontrahenten weichen einem in Adrenalin so gut wie nie von der Seite, man hat stetig damit zutun, die waghalsigen Manöver der aggressiven Renngegner zu kontern. Denn schon der kleinste Bedienungsfehler reicht aus, um seinen mühevoll zusammengeschraubten Tuning-Racer gekonnt in der nächstbesten Straßenlaterne zu parken. Was die Grafik angeht, machen die Entwickler aus Russland keine Quantensprünge. Trotz der schön anzusehenden Umgebungen der insgesamt 15 vorhandenen Strecken versprüht Adrenalin viel Autobahnraser-Flair, dass enttäuschte Rennspielfans sicherlich nur zu gut aus der minderwertigen Rennspielreihe der niederländischen Spieleschmiede Davilex kennen. Auch den acht fahrbaren Untersätzen hätte eine Prise mehr Detailreichtum sicherlich nicht geschadet. Immerhin: um echtes Rennflair aufkommen zu lassen, wird, wie die meisten aktuellen Rennspiele, auch die fertige Version von Adrenalin vollen Lenkradsupport und Force Feedback-Unterstützung bieten.

Ersteindruck

Bei Adrenalin darf der Spieler hin und her gerissen sein – nette Ideen, gute Ansätze, in der Preview eine leider nicht besonders gut gelungene Umsetzung. Da benötigt es vor allem noch in Sachen Präsentation und Steuerung einer Generalüberholung, wenn der Raser mit den nett anzusehenden Mädels in der oberen Liga der Rennspiele mitmischen will. Viele kleine bis größere Patzer trüben ein wenig das Gesamtbild und laden nach ein paar Strecken nicht sonderlich zum Weiterspielen ein. Auch vom Umfang her, kann Adrenalin einfach nicht mit den derzeitigen Standards mithalten - zu wenig Strecken, langweilige Autos, kaum Abwechslung - der doch recht gelungene Tuningpart sorgt allerdings für ein gutes Maß an Motivation.

Generell kann man sagen: Wenn die russischen Entwickler bis zum Release noch einmal richtig Gas geben, kann aus dem quietschbunten Wirtschaftssimulations-Streckengedränge durchaus noch ein gescheites Spiel werden. Fans von ausgefallenen Rennspielen mit nicht allzu hohen Grafikansprüchen dürfen sich auf den Release freuen, allen anderen empfehle ich, auf eine spielbare Demo zu warten, um sich selbst ein Urteil bilden zu können.

Adrenalin - Extreme Show [PC , looki.de]

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