Asheron's Call II Betareview
Mit Sicherheit werdet Ihr der Abkürzung MMORPG schon einmal über den Weg gelaufen sein. Dies ist ein Begriff, den viele Spieler beim vorübergehen nicht nur kurz mit Hallo begrüßen, sondern sich tiefer mit ihm beschäftigen, ja fast gefangen von ihm sind. Die Rede dreht sich natürlich um die Massivle Multiplayer Online Role Playing Games, die sich über die Jahre eine gigantische Fangemeinde verschafft haben. Hierfür kann man viele Beispiele geben: Ultima Online, Anarchy Online, Everquest, Star Wars Galaxies und eben auch Asherons Call.
Um ein kleines Fundament zu schaffen, sei hier noch einmal der Verlauf der Geschichte geschildert: Unsere Väter, unsere Großväter, ja vielleicht sogar unsere Urgroßväter traten einst in die ewige Dunkelheit ein. Getrieben von mächtigen Dämonen, die es vermochten Feuer zu speien, flohen sie aus ihrer wunderbaren Welt in gigantische Höhlensysteme, um mit dem Leben davon zu kommen. Nun stehe ich hier. Ein starker, trainierter Mann, der Zeit seines Lebens nur zu einem Zweck ausgebildet wurde: Die verlorene Welt zurück zur Hand des Königs zu geleiten. Bald werde ich hinaus gehen, dem Feind ins Auge sehen und vielleicht auch sterben, aber das macht nichts, denn dann wird mir ein Bruder zur Seite stehen und weiterkämpfen bis das traute Land wieder unser ist.
Die neue, alte Welt
Um den Spieler regelkonform in ein komplexes Rollenspiel einzuführen, gibt es auch bei Asherons Call II ein kleines Tutorial. Aber zuerst beginnt ihr damit, euch einen Charakter aus 3 unterschiedlichen Rassen und verschiedensten Klassen zusammenzustellen. Ihr könnt dann in einem kleinen Menü Hautfarbe, Haarfarbe, Kleidung, Geschlecht und andere probportionierende Attribute Eures Charakters einstellen und bekommt das neuste Ergebnis sofort in einer schicken 3D-Animation präsentiert. Zum Schluss wird noch ein Name mit Tinte und Feder in die Geburtsurkunde gekritzelt und dann kann es auch schon losgehen.Das Tutorial führt Euch in die wichtigsten Optionsmenüs, wie zum Beispiel das Chat Fenster oder den Kampf, ein. Dies geschieht durch sogenannte Lernsteine, die fast an jeder Ecke stehen und immer einen nützlichen Spruch auf den steinigen Lippen haben. Weiterhin müsst ihr einen kleinen Quest erfüllen, um in den äußeren Bereich des Tutorials zu gelangen. Dort werdet Ihr das erste mal mit Schwert, Schild und einem wütenden Gegner vertraut gemacht. Nachdem der Kampf mit den ersten Kontrahenten gewonnen ist, kann man auch gleich in die eigentliche Welt des Rollenspiels eintauchen.
Das Portalsystem, das Ihr Euch gleich zu Nutze machen solltet, ist den Entwicklern gut gelungen. Durch diese Portale muss der Spieler nicht elendlange Wege zurücklegen und wird, wie von Zauberhand, zu einem anderen Ort transportiert. Damit der Spieler weiß, wohin die Reise führt, sind alle Portale mit ihren Zielorten beschriftet. Leider muss der Spieler stellenweise lange Wege auf sich nehmen, um ein solches Portal zu erreichen. Weiterhin ist in der Karte nicht eingezeichnet, wohin die verschiedenen Portale führen. Meistens jedoch erreicht der Spieler durch ein Portal einen Dungeon. Um den entsprechenden Dungeon zu betreten, wird eine sogenannte Glyphe, die wie eine Art Schlüssel den Weg zu den gegnerischen Gefilden ebnet, benötigt. Die Dungeons zeichnen sich durch gute Ausstattung und tolle Atmosphäre aus. Am Ende eines Dungeons wartet meist ein wirklich schwerer Gegner, den Ihr oft nur in einer Gruppe erledigen könnt oder solltet. Übermut tut in diesem Falle nicht gut.
Die Kämpfe gestaltet sich relativ abwechslungslos. Ihr müsst, ähnlich wie in Dungeon Siege, nur ein paar Mausklicks ausführen um eurem Charakter beim kämpfen zusehen zu dürfen. Die Kämpfe laufen, nachdem ihr einen Gegner attackiert habt, völlig automatisch ab und können von euch nur in der Hinsicht beeinflusst werden, dass eine Flucht jederzeit zur Wahl steht. Euer Charakter bekommt mit jedem getöteten Gegner natürlich Erfahrungspunkte. Wenn Ihr genug Erfahrungspunkte zusammen habt und im Level aufsteigt, bekommt Ihr automatisch Lebenspunkte und Kraft dazu.
Desto mehr Kraft ein Charakter hat, desto öfter kann er Spezialattacken ausführen. Die Spezialattacken werden in einem Skillbaum, ähnlich wie in Diablo II, ausgewählt und können von Euch in ein kleines Quickstartmenü gezogen werden. Ihr könnt zum Beispiel eure Schlagfertigkeiten mit der Axt verbesseren oder eine neue Kombination erlernen. Dies klingt zwar sehr aufregend, macht letztendlich in den Kämpfen aber wirklich nicht viel her, denn diese laufen trotzdem fast automatisch ab.
Nachdem Ihr ein Monster besiegt habt, bleibt dessen Leiche natürlich liegen, die Ihr sofort ausrauben könnt. Hier findet Ihr nützliches Gepäck oder auch Rüstungen und Schwerter, die Euch bei Eurer weiteren Reise von nutzen sein könnten. Auch Ringe und Amulette kann Euer Charakter anlegen. Diese sind meist durch magische Fähigkeiten geprägt und entsprechend nützlich. Wenn Euch ein Gegenstand mal keinen persönlichen Nutzen einbringt, könnt Ihr ihn prompt im Inventarmenü verkaufen und müsst dazu nicht erst einen NPC aufsuchen. Diese wahren übrigens in der Beta Version noch nicht vorhanden, werden dann aber in der Vollversion ihr Unwesen treiben.
Um in der gigantischen Welt nicht völlig die Orientierung zu verlieren stehen Euch sowohl eine Karte als auch ein Kompass zur Verfügung. Auf der Karte sind alle wichtigen Anlaufpunkte eingezeichnet, die durch einen kleinen Mausklick ein paar Informationen herausgeben. So gibt ein Dungeon zum einen seinen Namen wieder und weiterhin seine Levelanforderungen. Der Kompass zeigt Euch umliegende Gegner und menschliche Freunde an. Er kann darüber hinaus euren aktuellen Standpunkt ermitteln, der in 2 Breitengraden angezeigt wird.
Eine wunderschön mannigfaltige Grafik
Da staunt das Ultima Online geprägte Rollenspielerauge! Die Grafik von Asherons Call II entpuppt sich als wahres Meisterwerk der heutigen Technik. Wenn ich durch die mit Gräsern erfüllten Ebenen schreite und mir die Sonne entgegenscheint oder sich blutrot über dem Horizont eines Berges aufbaut, stellt sich bei mir ein Gefühl der Art Jetzt noch ein keines Häuschen bauen und eine Familie gründen ein. Kurz gesagt: Die Grafik ist zum verlieben schön und man möchte sich am liebsten den ganzen Tag an dieser Pracht ergötzen.Die Weltkarte ist weiterhin unglaublich gut aufgebaut. Es sieht fantastisch auf, wenn sich vor mir im morgendlichen Nebel eine Stadt auf einem Hügel aufbaut, der von einem kleinen See umschlossen ist. Weiterhin können auch die Modelle der Gegner vollends überzeugen. Die Animationen sind ebenfalls sehr gut gelungen und machen beim zusehen Spaß. Wenn ich kurz vor einem Teich oder See mit meinem Charakter kräftig abspringe, bereitet sich dieser automatisch auf einen Köpper vor und vollzieht ihn auch. Weiterhin sind natürlich die Gegnerbewegungen passend zu ihrer Anatomie. Man kann die Grafik (für ein Onlinespiel) fast nicht höher loben, denn auch die Spezialeffekte bei Zaubern oder ähnlichem sehen super aus.
Der Sound
Der Sound des Microsoft Produkts kann ebenfalls überzeugen. So höre ich leichtes Vogelgezwitscher, wenn ich mich einem Teich oder Wald nähere. Die Drachen röhren sehr tief und das klingen der Schwerteinschläge ist ansprechend. Es klingt je nach Härte der gegnerischen Rüstung ein bisschen anders. Die musikalische Untermalung des Titels ist nicht gerade spektakulär, passt aber zu einem langen, kalten Winterabend. Die Musik ist eher zeitlos als aktuell orientiert und wird daher auch noch in 2 Jahren die Ohren der Spieler ansprechen können. Ansonsten gibt es fast nur noch den Todesschrei, denn jegliche Unterhaltungen laufen in Textform ab. Der Todesschrei ist natürlich von Rasse zu Rasse unterschiedlich und ist weitgehend akustisch passend umgesetzt worden.
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