Batman: Arkham Asylum

Preview
Plattform
PC
Vertrieb
Eidos
Entwickler
Rocksteady Studios
Erscheinungsdatum
-
Genre
Action
Batman: Arkham Asylum

Batman: Arkham Asylum

Das Blaulicht der Polizeiwagen erleuchtet die Stadt pulsierend wie die Blitze eines Gewitters. Sirenen heulen, der Polizeifunk meldet, dass der Joker gefasst wurde. Das Batmobil rast im Mordstempo durch die Straßen einer ansonsten düsteren Millionenstadt. Natürlich befinden wir uns in Gotham City, natürlich regnet es. Der Zuschauer erhascht einen Blick in das Innere von Batmans Wagen. Darin befindet sich der Joker - als Gefangener. Er wird soeben auf dem schnellsten Weg nach Arkham Asylum gebracht, einem Sicherheitsgefängnis für geisteskranke Kriminelle. Dort wartet man bereits auf uns. Denn hier soll er ein für alle Mal weggesperrt werden. Aber was wäre "Batman: Arkham Asylum" für ein Spiel, wenn das Ende bereits am Anfang verraten wird?

Gut gelaunt in den Tag

Publisher Eidos hat uns diese Woche eingeladen, den aktuellen Batman-Titel näher anzusehen. Wir folgten der Einladung und durften mit ansehen, wie die Xbox 360-Version des Titels angespielt wurde. Das Spiel basiert auf der Kernlizenz von Batman und hat daher nichts mit der Handlung der Filme gemein. Der Storyplot kommt jedoch aus der Feder des Batman-Kenners Paul Dini.

Er war unter anderem Autor und Produzent von "Batman: The Animated Series" und wirkte auch an "Batman Beyond" mit. Die beschriebenen Szenen stammen aus der atmosphärisch nett inszenierten Einleitung des Spiels, die einige vielleicht schon teilweise aus den Trailern kennen. Wenige Momente, nachdem Batman den Joker vor die Tore des Gefängnisses gebracht hat, schlüpft der Spieler in die Rolle des dunklen Rächers, die Story läuft dennoch vorerst gescriptet weiter. So soll das interaktive Intro den Spieler mit der Steuerung des Protagonisten vertraut machen. Batman ahnt bereits, dass etwas nicht stimmen kann und erwähnt dies mehrmals: Warum hat sich der Joker so einfach fassen lassen? Natürlich wittert er die Falle, vor allem, da der Joker noch bei der Überführung in den Knast gut gelaunt und vor allem gut synchronisiert seine Witze macht. Selbst in dem Moment, als er die Tötungslizenz hört, die gerade ausgesprochen wird und in Kraft tritt, sobald er einen Fluchtversuch unternimmt. Batman hat keine Wahl, außer ihn in das Arkham Asylum einzusperren, Dreh- und Angelpunkt des Spiels. Doch wird sein Gespür ihn natürlich nicht enttäuschen.

Das Innere des Gefängnisses, durch das wir gerade geführt werden, präsentiert sich in ansprechender Optik. Schöne Lichteffekte können die Räume und Gänge der Anstalt gut in Szene setzen, aber nur teilweise erhellen. Die eingesetzte Unreal 3-Engine ist nicht mehr das Neueste auf dem Markt, beweist aber dennoch ihre Stärken. Die Räume sind liebevoll designt und kommen authentisch rüber.

Lediglich Details wie Fensterrahmen, Treppenstufen oder auch Metallgitter, von denen es in einem Gefängnis immerhin genügend gibt, wirken des Öfteren schwammig, teilweise auch ungenügend texturiert. Auffällig sind auch die für die Engine typischen, oft muskelbepackten Charaktermodelle. Vor allem die Insassen, die wir sahen, ähnelten sich alle leicht. Mit dem Joker im Gepäck begeben wir uns weiter ins Innere des Gebäudes, dürfen ab einem bestimmten Punkt jedoch nicht weiter. Nur Angestellten von Arkham ist es erlaubt, Joker auf dem letzten Weg im Hochsicherheitstrakt zu eskortieren. Nur zwei Wachleute sollen ihn zur Zelle geleiten?

Gerade, als wir uns fragen, ob das gut geht, schlägt der Joker die Wachen kurzerhand zusammen und nimmt Kontakt zu Harley Quinn, seiner geisteskranken Freundin, auf. Die hat inzwischen an anderer Stelle die Kontrollstation der Anstalt übernommen. Batman ist dem Joker in den Sicherheitsbereich gefolgt. Nun also ist alles klar: Der Erzfeind des dunklen Ritters hat sich absichtlich einsperren lassen, um den Insassen ungewohnten Freigang zu verschaffen und Batman mitten in die Falle zu locken. Von allen Seiten strömen nun die ersten freigelassenen Insassen auf uns zu. Der Raum wird zur Kampfarena, die erste Konfrontation ist unvermeidlich. Batman braucht nur einen Button zum Schlagen und einen zum Countern. Die Richtung, in die er schlägt, ist dabei immer seine Laufrichtung. Falls bei einem Gegner blaue Blitze über dem Kopf zu sehen sind, schlägt dieser gleich zu. Hier heißt es also, schneller sein als sein Gegenüber. Mit dieser Szene wird uns auch gleich die Dynamik der Kämpfe präsentiert: flüssig und hochmotiviert pflügt Batman durch die Gegner und versetzt ihnen Schlag um Schlag, bis keiner mehr auf den Beinen ist. Inzwischen weiß unser Protagonist, dass er, je weiter er voranschreitet, immer tiefer in die Falle geht und sich die sprichwörtliche Schlinge um den Hals selbst zuzieht. Er willigt dennoch ein - es wird wohl ein langer Arbeitstag.

Die Falle schnappt zu

Wenig später treffen wir auf einen Sicherheitsmann, der uns die erste Mission mitteilt. Eine andere Wache wird vor unseren Augen von dem eher unbekanntem Charakter, Serienmörder und mittlerweile Ex-Häftling Victor Zsasz gefoltert. Batman holt sich kurz Informationen von Oracle per Funk ein und macht sich auf den Weg.

Fans der Reihe kennen Oracle vielleicht als James Gordons Tochter Barbara. Außerdem fungiert sie in einigen Reihen auch als Batgirl. Oracle soll Batman im Laufe des Spiels zwischendurch immer mal wieder unter die Arme greifen und Hilfestellungen anbieten. Ansonsten seid Ihr in "Batman: Arkham Asylum" scheinbar auf Euch allein gestellt. Aber zurück zum Auftrag: Da Batman keinen direkten Weg zu Folterknecht Zsasz sieht, schaltet er um in den so genannten "Detective Mode". Dies ist eine weitere Hilfestellung, über die der Spieler Informationen über die Umgebung, den Gesundheitszustand und die Bewaffnung von Freunden und Feinden und insbesondere über Gegenstände erhält, mit denen Batman interagieren kann.

Ähnlich wie die rot eingefärbten Weghilfen bei "Mirror's Edge" sieht Batman farblich hervorgehobene Interaktionsmöglichkeiten wie Statuen oder Schächte, an denen er sich entlang hangeln oder die er eintreten kann. Der voll ausgerüstete Bat-Gürtel erledigt den Rest: Batman schießt per Seilwerfer ein Seil in die Höhe, hangelt sich in bester Indiana Jones-Manier hinüber zu einem Vorsprung, setzt sein Cape ein und gleitet mit den Füßen voran in den Körper von Victor Zsasz, dem daraufhin nach Umfallen zumute ist. Schläge können nämlich auch beispielsweise direkt aus dem Gleitflug oder aus Schwingern heraus ausgeführt werden. Ist ein Gegner in einem Kampf nicht schon in das natürliche Koma entschlummert, nachdem Batman ihn getroffen hat, hilft ein Takedown-Schlag und er sollte liegen bleiben. Umgebracht wird dabei absichtlich niemand. Nach und nach sammelt Batman auf diese Weise Erfahrungspunkte. Die können je nach Wunsch verteilt werden. Sie verbessern nicht nur Batmans Fähigkeiten und die Rüstung, sondern auch die reichlich vorhanden und für den Rächer typischen Gadgets, die technischen Spielzeuge. Im Verlauf des Spiels soll es beispielsweise möglich sein, mehrere Batarangs hintereinander werfen zu können oder stärkere Angriffe auszuführen.

Viele solcher Elemente sollen später ineinander greifen können. Statt auf klassisch definierte Kombos setzen die Entwickler also auf Innovationen bei den Angriffen bzw. Gadgets und kombinierbare Einzelelemente.

Batman räumt auf

Nachdem sich auch dieser Raum als Falle herausgestellt hat, entdecken wir dank Detektivmodus einen Schacht, der uns eine Fluchtmöglichkeit offenbart. Die kleinen Auswege sollen im späteren Spielverlauf noch öfter vonnöten sein. Schließlich haben der Joker und Harley Arkham Asylum unter ihre Kontrolle gebracht und nicht jede Tür wird sich vor unseren Augen öffnen. Bei einer anderen Aufgabe geht es dann auch gleich eine Spur taktischer zur Sache. Hier gilt es, mehrere Insassen der Anstalt auszuschalten, die einen Raum besetzt halten. Würde Batman jetzt einfach hineinstürmen und drauflos prügeln, würden die neuen Besetzer des Gefängnisses zwar panisch, aber angeblich auch gemeinsam agieren und sich beispielsweise gegenseitig Deckung geben. Also sollten alle Häftlinge einzeln ausgeschaltet werden. Dazu wird erneut in den "Detective Mode" geschaltet, damit der Spieler sieht, mit welchen Raumgegenständen er interagieren kann. Kurz zu einem Vorsprung hoch geschwungen, erhalten wir eine Übersicht. Von hier aus ist Batman in der Lage, dank Umhang einem Gegner entgegen zu gleiten und ihn daraufhin auszuschalten. Dies wurde uns an einigen Beispielen präsentiert. Interessant war hier vor allem, dass die Häftlinge wahrgenommen haben, dass ihre Zahl dezimiert wurde und Batman in der Nähe sein muss. "Ich habe keine Angst vor Dir", protzte der letzte Insasse noch kurz, bevor Batman ihn ins Land der Träume befördert. Die Kamera ist bei den Kämpfen und Action-Einlagen größtenteils gut positioniert, doch gerade nach den Schwingern in diesem Raum befindet sie sich anfangs in dem Rücken unseres Protagonisten und musste zunächst entsprechend korrigiert werden. Inzwischen hat der Joker das Gefängnis bereits umdekoriert. In den nächsten Gängen und Räumen liegen teilweise verstümmelte Leichen herum.

Genau wie bei den Kämpfen ist Blut jedoch Mangelware. Die beklemmende Atmosphäre entsteht hauptsächlich durch die Enge der Anstalt, das Wissen, hier als einziger (mehr oder weniger) Guter in einer Horde von Kriminellen zu stehen, sowie die düster gehaltenen Ecken und Winkel des Knastes. Außerdem hat der Joker die Zeit genutzt, um Pfeile und Wegweiser auf Wände und Böden zu malen, die Batman wohl weiter in die Falle treiben sollen.

Da wir nicht viel mehr gesehen haben, können wir das nur vermuten. Ein weiterer Vorteil ergibt sich durch die Markierungen jedoch für Neulinge, die sich so nicht verirren können. Zur Orientierung hilft aber auch eine Map, auf die wir einen kurzen Blick werfen konnten. Obwohl wir nur wenige Räume und Gänge zu Gesicht bekamen, verspricht Eidos, dass Arkham Island, die Insel, auf dem das Gefängnis liegt, begehbar sein soll

Ersteindruck

Batman-Fans bekommen im Sommer dieses Jahres ersehnten Nachschub. Zwar ist der Code von " Batman: Arkham Asylum" noch nicht final. Dennoch präsentiert sich der Titel bereits jetzt in einer guten Fassung. Die actionlastigen Kämpfe wirken dynamisch und flüssig. Sie wirken dadurch, dass lediglich ein Button für Angriff ausreicht, zwar leicht casual-mäßig, sehen aber unterhaltsam aus. Ob dieses System auch über eine längere Zeit zu fessel weiß, wird erst eine spielbare Fassung in unseren Händen zeigen können. Eindeutig Batman ist auf jeden Fall auch die dargebotene, düster inszenierte Atmosphäre, die durch den Unreal 3-Motor ansehnlich transportiert wird. Selbst, wenn man der Engine auf der Xbox 360 langsam ihre Grenzen anmerkt. Auch die Synchronisation der Charaktere war in der englischsprachigen Fassung überzeugend.

Langzeitmotivation könnte neben der bisher spannenden Handlung vor allem durch die Rollenspiel-Anleihen aufkommen. Die versprochenen Upgrades der technischen Spielzeuge und die Verbesserung seiner Fähigkeiten könnten interessante Moves und raffinierte Gadget-Attacken zutage fördern. Darüber hinaus wird Batman-Fans hier etwas geboten, was weniger im Mainstream-Bereich liegt. Victor Zsasz und der Einsatz von Oracle haben bewiesen, dass die Entwickler der Rocksteady Studios auch weniger bekannte Gesichter einbauen. Durch das Gefängnis-Setting steht den Machern eine fast unendliche Bandbreite an Charakteren zur Verfügung, die eingebaut werden können. Schließlich ist es ein Gefängnis am Rand von Gotham City, wo Gewalt an der Tagesordnung ist. Das könnte was werden...

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