Battlefield Heroes
Groß angelegte Mehrspielerschlachten in Comic-Optik für lau? Treue Looki-User wissen gleich, um welches Spiel es sich hierbei handelt, nämlich Battlefield Heroes. Und ganz ehrlich: Die offizielle Ankündigung im Januar diesen Jahres hat uns doch arg verwundert. Ein kostenloser Titel und dann noch aus dem Hause Electronic Arts? Kann denn sowas möglich sein? Da muss es doch einen oder mehrere Haken geben! Und ja, die gibt es tatsächlich, auch wenn die Grundidee an sich durchaus löblich ist. Kein Unternehmen macht etwas für umsonst, da verwundert es auch nicht, dass man als Spieler mit Werbung rechnen muss. Bisher versicherte EA, dass es keine Werbung direkt im Spielgeschehen geben würde, man aber sehr wohl mit selbiger im Menü und auf der eigentlichen Webseite rechnen muss. Letztere dient auch quasi als Einstiegsmöglichkeit, denn nur über sie kommt Ihr ins eigentliche Spiel. Weitere Einnahmen sind bisher noch durch die Individualisierung Eures Charakters hinsichtlich Körper, Kleidung und Items geplant. Electronic Arts betont aber, dass gerade die Items lediglich kosmetischer Natur sind und keine spielentscheidenden Vorteile bringen sollen. Da sind wir aber gespannt.
Heldenhaft gut?
Nebenbei führt EA aber auch noch das virtuelle Spielgeld ein, welches Ihr nach prozentualer Aufteilung am Ende einer Woche durch das Einnehmen von Flaggen gutgeschrieben bekommt. Fakten, Fakten, Fakten, aber wie genau sieht Battlefield Heroes aus und wie lässt sich das Gameplay beschreiben? In beiden Bereichen wird sich einiges ändern: Grafisch soll Heroes extrem überzeichnet daherkommen, fernab von jeglichem Realitätsanspruch (z.B. extrem große Waffen) und hohen Hardwareanforderungen, insgesamt könnte man das Ganze mit dem Look von Team Fortress 2 vergleichen. Um es noch treffender zu formulieren, halten wir uns nahe an den offiziellen Worten, nach denen Battlefield Heroes selbst auf Omas Laptop flüssig laufen soll.
Komischer Vergleich, aber okay. Der Titel soll aber auch auf Highend-Rechnern durch viele Details blendend aussehen. Aber auch beim eigentlichen Spiel wurden markante Unterschiede zu anderen Vertretern der Reihe herausgearbeitet: Die größte und gewöhnungsbedürftige - Änderung dürfte der Wechsel von der Ego-Ansicht zur Verfolgerperspektive sein, aber auch das Gameplay gestaltet sich gänzlich anders. Lange, ausgedehnte Runden soll es nicht mehr geben, vielmehr dauert eine Partie durch den Fokus auf reinrassiges Team-Deathmatch zwischen zehn und fünfzehn Minuten, so EA.
Dafür hat man auch die verschiedenen Klassen komprimiert: In Battlefield Heroes habt Ihr je Partei, ob nun National Army oder Royal Army - so nur die Wahl zwischen drei Rollen: Soldat, Kommando und Schütze.
Habt Ihr übrigens einmal Eure Wahl getroffen, könnt Ihr selbige nicht mehr verändern, sondern müsst mit der gewählten Figur Erfahrungspunkte sammeln. Der Soldat ist ein Allrounder, vielseitig einsetzbar und kann durch Spezialfähigkeiten die jeder anderen Klasse im aufladbaren Maße auch zustehen beispielsweise eigene Einheiten heilen oder kurzzeitig durch Wände blicken. Die zweite Klasse, der Kommando, ist dagegen eher für Verteidigungszwecke geeignet, da er mit dem Scharfschützengewehr zwar großen Schaden anrichtet, im Gegenzug aber nur wenig Lebenspunkte besitzt.
Er kann daher gut in Deckung gehen und sich teilweise auch unsichtbar werden lassen. Wenn es darum geht, etwas in die Luft zu jagen, dann ist der Schütze die Klasse Eures Vertrauens.
Neben jeder Menge Sprengstoff, Schnellfeuerwaffen und einem Raketenwerfer kann dieser auch noch ein dickes Fell, genauer gesagt eine dicke Rüstung sein Eigen nennen. Cool: Der Schütze kann gleich mehrere scharfe Granaten zurückwerfen - im Vergleich zu anderen Klassen ist er aber recht langsam.
Alle Spezialfähigkeiten werden übrigens vor Beginn des Matches ausgewählt, wüst hin- und herwechseln dürft Ihr also nicht. Dicker Wermutstropfen: Gerade einmal zwei Karten - eine infanterie-, die andere fahrzeugzentriert will DICE bei Start des kostenlosen Shooters mitliefern. Die Gründe dafür sind laut Produzent Ben Cousins, dass man nicht unnötigen Aufwand betreiben wolle, nur nach einer gewissen Zeit zu erkennen, dass nur ein Bruchteil der kreierten Karten ausgiebig gespielt werden. Vom Erfolg will man dann die nächsten Entscheidungen ableiten. Sicher kann man das verstehen, aber bewirkt dies nicht genau den gegenteiligen Effekt? Die zwei verfügbaren Originalmaps dürften auch mit Nachschub am Meisten gespielt werden, je länger dies dauert, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit - so zumindest unsere Prognose.
Battlefield Heroes soll auf größtmögliche Massentauglichkeit hin entwickelt werden. Einen nicht unwesentlichen Beitrag soll dabei das Matchmaking-System liefern, dass sinngemäß Anfänger zusammen mit Anfängern und Profis zusammen mit Profis spielen sollen. Ärger und Frust sollen also bei Heroes an allerletzter Stelle stehen, Einsteigerfreundlichkeit geht vor.
Auch einen großen Fuhrpark darf man wohl zunächst vergeblich suchen: Bisher gibt es pro Team lediglich einen Panzer und ein Fluggerät. Wir rechnen aber diesbezüglich mit Nachschub, der nach Release wohl nicht lange auf sich warten lassen dürfte. Witzig: Mitspieler dürfen bei bemannten Flugzeugen auf den Tragflächen sitzen und von dort aus feindliche Einheiten aufs Korn nehmen.
Ersteindruck
Noch halte ich mich mit allzu voreiligen Wertungsprognosen vorsichtig bedeckt. Fest steht jedoch: Vom einstigen Battlefield-Flair ist nicht mehr viel übrig geblieben, denn an jeder Stelle des Gameplay-Kerns wurde Heroes vereinfacht und auf eine breite Spielergruppe zugeschnitten. Ob das jedem, gerade den 'alten' BF-Fans gefällt, kann bezweifelt werden. Letztlich dürfte wohl allein der persönliche Geschmack über die Qualität des Spiels entscheiden. Gerade Anfänger dürften sich nicht nur dank Matchmaking-System über die Einsteigerfreundlichkeit freuen und auch Fans hirnloser Balleraction könnten wegen der witzigen Ideen auf ihre Kosten kommen. Echte Battlefield-Profis werden aber das letzte Fünkchen Taktik dahinschwinden sehen, denn selbige dürfte es in Heroes wohl nicht geben. Dafür ist das Ganze immerhin kostenlos und kaufbare, spielentscheidende Gegenstände befinden sich - noch - in weiter Ferne. Wohl oder übel gilt es den Sommer abzuwarten. Bis dahin spreche ich ein vorsichtiges 'Gut' aus.
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