BioShock

Preview
Plattform
PC
Vertrieb
Take 2
Entwickler
Irrational Games
Erscheinungsdatum
21.08.2007
Genre
Andere
BioShock [PC , looki.de]

BioShock

Wahre Meilensteine sind in der Geschichte der Computer- und Konsolenspiele immer seltener anzutreffen. In Zeiten der leistungsfähigen NextGen-Konsolen ist dies sogar noch deutlicher zu spüren, überwiegt doch der Drang nach grafisch immer anspruchsvolleren Titeln; das Gameplay bleibt indes auf der Strecke. So gehören diejenigen Spiele, die beide Elemente gleichsam auf außerordentliche Weise prägten längst der Vergangenheit an. System Shock 2, Half-Life, GTA, aber auch Diablo und Warcraft 3 sind hier im Bezug auf revolutionäres Spielgeschehen zu nennen, haben dabei jedoch schon einige Jahre auf dem Buckel.

Umso größer also die Freude sowohl auf den Spätsommer als auf den Herbst des Jahres 2007, werden hoch gelobte Perlen wie The Darkness, Halo 3, GTA IV aber auch BioShock vielleicht neue Maßstäbe in Sachen Spielerfahrung setzen können und somit sich die Geschichte wiederholen lassen. Letzteren Titel konnten wir für euch hierbei auf dem BioShock-Event in München einmal anspielen.

20.000 Meilen unter dem Meer

Dass die Entwickler großen Wert auf eine gelungene Atmosphäre gelegt haben, wird bereits bei der Einleitungssequenz deutlich. Filmreif inszeniert stürzt ein Flugzeug vom Himmel, trifft auf die harte Wasseroberfläche des Ozeans auf und bricht in sämltiche Einzelteile auseinander. An Bord ist unser Protagonist, der sich kurz nach dem Aufprall in einem wahren Flammenmeer wieder findet und sich den Weg durch Flugzeugteile und Bruchstücke an die frische Luft bahnt. Auf eine kleine Insel gerettet beginnt jedoch mit dem Einstieg in eine dort befindliche Taucherglocke erst das eigentliche Abenteuer.

Diese führt in die riesige Unterwasserstadt Rapture, eine Welt, einst von einem Idealisten namens Andrew Ryan gebaut um Kommunismus, Kapitalismus und einem bevorstehenden Holocaust zu entfliehen. Bei Ankunft wird jedoch schnell klar, dass diese Stadt nichts als den blanken Horror zu bieten hat; so schlitzt eine deformierte, ungewöhnlich flinke Frau gleich zu Beginn vor den Augen des Spielers einen hilflosen Mann auf brutalste Weise auf und droht kurze Zeit später die Taucherglocke gewaltsam zu öffnen, den Spieler auf ähnlich Art in den Tod zu schicken. Nach kurzer Zeit lässt der Mutant jedoch von uns ab und verschwindet im Dunkeln der Stadt. Im fahlen Mondlicht verlässt der geschockte Protagonist die Glocke und begreift, dass von der einst reich bevölkerten Metropole lediglich eine Geisterstadt übrig geblieben ist.

Von Adam und Eva…

Neben der zwanghaften Suche nach einem Ausweg aus der utopischen Unterwasserwelt, spielt das Adam, ein Sekret, welches sich in der Blutbahn der Mutanten befindet, eine große Rolle. Einst das Produkt eines Parasiten, ist es den Adam-Zellen möglich menschliche Stammzellen zu bilden und somit Wunden zu heilen und den natürliche Alterungsprozess zu stoppen. Leider haben diese Zellen nur eine geringe Lebensdauer und rufen bei Zerfall schwere psychische und physische Schäden hervor, weshalb sie sorgsam eingesetzt werden müssen. Eva ist hingegen ein Sekret, welches die Verbindung zwischen Adam und Plasmiden erlaubt und somit gewollt Mutationen auslöst, die der Spieler zu seinem Vorteil nutzen kann. Hierdurch lassen sich Stromschläge mit der bloßen Hand austeilen, Gegner mit Feuerbällen in Brand setzen oder durch Telekinese Gegenstände durch den Raum bewegen.

Um diese Fähigkeiten erfolgreich einsetzen zu können, ist ebenfalls ein gewisses Maß an Taktik von Nöten. So kann man sich die Leitfähigkeit von Wasser zu Nutze machen um ganze Gegnermassen mit nur einem einzigen kurzen Stromschlag auszuschalten oder zu lähmen. Andererseits können sich in Brand befindliche Feinde mit Hilfe des flüssigen Nass unkompliziert löschen. Weiterhin sind die Fähigkeiten auf eine bestimmte Zeit begrenzt, weshalb die so genannten Eva-Ampullen überlebenswichtig sind und demnach mit äußerster Vorsicht eingesetzt werden müssen. Glücklicherweise fanden sich in den angespielten ersten beiden Levels 'Welcome' und 'Medical' an jeder Ecke Munition, Ampullen und verschiedene Heilungsmöglichkeiten. Zusätzlich dazu können diese Gegenstände an Automaten gegen Geld erworben werden. Neben den oben beschriebenen Möglichkeiten Gegner auszuschalten, setzt man indes auf ein altbewährtes Waffenarsenal, welches unter anderem eine Schraubzwinge, Pistolen und ein Maschinengewehr beinhaltet.

Gegner- und Leveldesign Auch wenn sich die Spielzeit auf knapp drei Stunden begrenzte konnten wir einen Einblick in das Level- sowie das Gegnerdesign gewinnen. Ersteres erwies sich dabei als äußerst linear, wenn auch zeitweise unberechenbar. So wurde man zwar aufgrund des geradlinigen Aufbaus zum Großteil durch die Levels geführt, musste sich aber auf allerhand Überraschungen, wie explodierende Fässer, plötzlich angreifende Gegner oder unvorhersehbare Lecks in der Außenwand, gefasst machen. Dennoch versprachen Entwickler insbesondere im Bezug auf die Handlungsfreiheit im Verlauf des Spiels Besserungen. Zudem sollen Tonbänder und Bücher aller Art auffindbar sein, sodass sich die Hintergrundgeschichte um Rapture wie ein Puzzle zusammengefügt werden kann.

Was die Gegner in BioShock anbetrifft, so kann man sich auf alle Arten von Mutanten gefasst machen. Zwar konnten wir in der dreistündigen Spielzeit nur drei bis vier unterschiedliche Gegnertypen ausmachen, jedoch sollte sich dies im Verlauf des Spiels ebenfalls ändern.

Schön zu sehen, dass Elemente von System Shock auch in diesem Bereich einfließen, ist es nicht immer nur die stumpfe Ballerei, die Gegnermassen aufhält, sondern auch Überwachungsdrohnen und installierte Maschinengewehre, die der Spieler hacken kann und sie somit gegen seien Feinde einsetzen kann. Besondere Aufmerksamkeit widmeten wir indes jedoch dem Big Daddy, der Figur, die fast schon zum Titelhelden in BioShock avancierte. Dieser tritt als Beschützer der Little Sister, ein kindliches Wesen, welches das Adam von toten Mutanten abzapft, auf und verteidigt diese im Falle eines Angriffs. Nicht selten steht der Spieler hierbei auch vor einer moralischen Entscheidung, findet er einen toten Big Daddy auf, während eine Little Sister lebt. Tötet der Spieler das Mädchen erhält er weiteres Adam, hilft er ihr indem er ihr sein Adam anbietet kann sie weiter ziehen - auch ohne Big Daddy.

Grafisch und soundtechnisch Referenzklasse?

Neben einer ausgereiften Soundkulisse bildet vor allen Dingen die erstklassige NextGen-Grafik das Grundgerüst der fesselnden Gänsehautatmosphäre in BioShock. Ständig wird ein Engegefühl erzeugt und der Spieler wird praktisch immer daran erinnert Gefangener in einer ausgestorbenen Stadt zu sein. Überall liegen Kleidungsstücke, Papier, und Scherben verteilt, Plakate von verängstigten Bewohnern, die die Stadt verlassen wollen hängen neben mit Blut geschriebenen Sätzen an der Wand. Besonderes Lob lässt sich indes für die Licht und Wassereffekte aussprechen, die an Realitätsnähe kaum noch zu übertreffen sind. Die Charaktermodelle, von denen wir nur einige wenige zu Gesicht bekamen, wirken ebenfalls gelungen.

Passend zur düsteren Grafik lässt sich praktisch immer das Quietschen und Knarren der Außenhülle wahrnehmen. Austretender Rauch, Feuer und auch die Schreie der Gegner sind angsteinflößend und unterstützen die Gänsehautatmosphäre. Die Hintergrunduntermalung ist indes stimmig, sticht dabei jedoch nicht wirklich hervor.

Ersteindruck

Kein Zweifel: Die zweite Hälfte des Jahres wird heiß, oder besser gesagt, sehr, sehr nass. BioShock überzeugt in Sachen Grafik und Sound, bietet aber ebenfalls eine Atmosphäre die ihres Gleichen sucht. Die Motive Einsamkeit, Angst und Bedrohung wurden selten so bedrückend realistisch dargestellt, was das Gesamtpaket stimmig macht. Leider konnten wir nur zwei Levels anspielen, die doch sehr linear gehalten wurden; 2K Games versprach jedoch im weiteren Verlauf eine höhere Handlungsfreiheit.

Alles in Allem scheint BioShock somit der versprochene Hit zu werden. Hoffentlich wird sich der Titel im Gegensatz zu System Shock gegen weitere angepriesene Titel durchsetzen; das Potential ist nämlich zweifelsohne vorhanden.

BioShock [PC , looki.de]

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