Commandos 3
Der Herbst wird für alle Freunde gepflegter Strategiespiele heiß, denn mit Commandos 3 wird im September der dritte Teil der sehr erfolgreichen Weltkriegs-Strategie Reihe erscheinen. Das Ganze entsteht wieder unter der Federführung der in Madrid ansässigen Pyro Studios, die auch schon Praetorians programmierten. Was euch erwartet, lest in unserer Preview.
Weniger ist manchmal mehr...
Bis September haben die Entwickler der Pyro Studios noch Zeit, das Strategiespiel Commandos 3 abzurunden und zu verfeinern. Was bisher an bewegten Bildern zu sehen war, sieht schon ausgereift und enorm vielversprechend aus. Dabei fällt vor allem auf, dass Commandos 3 im Gegensatz zu seinen Vorgängern actiongeladener und schneller werden wird. Das äußert sich zum Beispiel darin, dass die Maps etwas überschaubarer, aber dennoch taktisch ansprechend gestaltet werden und es nur noch 6 anstatt 9 Charaktere, wie es im Vorgänger noch der Fall war, geben wird.
Die hübsche russische Geheimagentin Natasha musste zum Beispiel dran glauben und wird im dritten Teil nicht mehr mit von der Partie sein. Der Green Beret, der Taucher, der Scharfschütze oder auch der Pionier werden aber integriert sein.
In Commandos 3 wird es drei Kampagnen geben die Stalingrad-Kampagne, sowie die Zentraleuropa- und Normandie-Kampagne. In den Kampagnen gibt es jede Menge Missionen, die nicht nach einer strikten Reihenfolge absolviert und erfüllt werden müssen. So hat der Spieler selbst die Wahl, welche Mission er wann spielen möchte.
Inwieweit sich dies mit der Story, die in den meisten Missionen übrigens an historische Daten geknüpft ist (so wird Omaha Beach bespielbar sein), vereinbaren lässt, werden wir wohl erst mit dem entgültigen Release von Commandos 3 erfahren. Zusätzlich zu diesen drei Kampagnen gibt es ein Tutorial, in welchem Ihr mit der komplexen Steuerung und den Hotkeys vertraut gemacht werdet.
In den einzelnen Missionen wurde wieder sehr viel Wert auf die Grafik und die vielen, vielen Details gelegt. Die Entwickler haben sich nochmals gegenüber dem Vorgänger gesteigert, was die Anzahl an Details sei es an den Uniformen der Soldaten oder in den Innenräumen von Gebäuden- angeht.
Wie gehabt bleibt die Kameraführung: Während ihr im Außenlevel in 90° Schritten drehen könnt, ist dies innerhalb von Räumen und Gebäuden stufenlos möglich.
Dadurch sollte das Optimum an Übersichtlichkeit gewährleistet sein, was vor allem für das Legen von Hinterhalten, das Anlocken von Gegnern und das geschickte Interagieren mit der Umgebung von Nöten ist. Der taktische Aspekt wird ohnehin nur in sehr geringem Maße durch den etwas schnelleren, actionreicheren Ablauf beeinträchtigt.
Jede Aktion wird vorher genauestens zu planen sein und mit dem Ausspionieren und Beobachten Eurer Gegner werdet Ihr den Großteil des Spiels verbringen.
Dafür wird es wieder den farblichen Sichtbereich der Gegner geben, den wir nicht nur aus den ersten beiden Teilen der Trilogie kennen, sondern auch aus Konkurrenzprodukten wie Desperados oder Robin Hood.
Dieser färbt sich von grün nach gelb oder rot, falls Eure Widersacher ein Geräusch hören oder ihnen irgendetwas aufgefallen ist und sie somit misstrauisch geworden sind. So ist es unbedingt zu beachten, wie sich die Gegner verhalten, welche Wege sie gehen und wann der richtige Augenblick gekommen ist, vorbeizuschleichen oder in Wild-West Manier voranzupreschen.
Letzteres empfiehlt sich natürlich nicht, da Ihr der geballten Feuerkraft der Deutschen Wehrmacht mit Eurer sechsköpfigen Spezialeinheit weit unterlegen seit.
KI wichtiger und intelligenter den Je
Die KI der Computergegner war schon in Commandos 2 ein wichtiger Bestandteil, der dafür sorgte, dass sich der Schwierigkeitsgrad fortgeschrittenen Spielern anpasste. An der KI wurde nochmals geschraubt herauskommen wird das Beste, was dieses Genre jemals gesehen hat, wenn es nach den Pyro Studios geht. Tatsächlich: Bemerkenswert ist, dass sich ranghöhere Soldaten wie etwa Offiziere oder Generäle anders verhalten, als einfache Gefreite, die in ihrem Eifer schon mal vergessen Alarm zu schlagen. Dies ist bei der taktischen Marschroute immer zu beachten. Aber eines haben alle Gegner gemeinsam, nämlich dass sie sowohl auf optische, als auch auf akustische Signale achten. Wer zum Beispiel auf ungeeignetem Untergrund anfängt zu rennen, muss eher damit rechnen, entdeckt zu werden, als derjenige, der sich an Mauern entlang schleicht und unauffällig von Schatten zu Schatten huscht.
Man kann sich diese Wahrnehmung der Widersacher aber auch zu Nutze machen, indem man sie mit Ablenkungsmanövern in die Irre führt. Zigaretten, Alkohol oder spezielle Geräusche wie ein lautes Pfeifen sorgen dafür, dass die Gegner verdutzt in die falsche Richtung gehen und Ihr sie leicht von hinten ausschalten könnt. Besonders interessant ist der Aspekt, dass die Missionen auf den Spielverlauf reagieren. Das heißt, wenn Ihr einen Teil des Missionsziels erledigt habt, spielt sich eine Zwischensequenz ab, die in Ingame-Grafik dargestellt wird, und treibt die Handlung voran.
Wenn ihr also gerade dabei seit, einen deutschen Spion hinter feindlichen Linien zu eliminieren, kann es sein, dass in der Zwischenzeit eine Staffel von deutschen Kampfbombern den Befehl zur Zerstörung dieser feindlichen Basis bekommen hat und sich eure Aufgaben rasant wenden.
In Commandos 3 wird es neben dem umfangreichen Singleplayer auch einen Mehrspielermodus geben. Hier könnt Ihr entweder in Teams gegeneinander antreten, wobei Ihr euch dann untereinander genau absprechen müsst und die Taktik wichtiger denn je wird, oder aber ihr bestreitet ein Deathmatch, das aber auf vier Spieler beschränkt sein wird.
Jeder Teilnehmer stellt sich seine eigene Party aus den einzelnen Spezialisten (Scharfschütze, Pionier etc.) zusammen und dann wird der Reihe nach agiert. Der Spieler, der am Ende übrig bleibt, gewinnt dementsprechend die Partie.
Ersteindruck
Strategiefans sollten sich den September unbedingt vormerken, denn was die Pyro Studios da mit Commandos 3 aus dem Hut zaubern, ist Extraklasse. Die Grafik lässt die Konkurrenz um Desperados weit hinter sich, die Details sind umwerfend, die Wetter- und Raucheffekte oder Granaten- und Bombeneinschläge, gab es in diesem Genre so gewiss noch nicht und auch die freiere Handlung sammelt Pluspunkte. Dazu kommen die gut ausbalancierten Charaktere, die in ihrer Anzahl verkleinert worden sind, dafür aber alle mehr Eigenschaften und Fähigkeiten und eine verbesserte KI spendiert bekommen haben. Strategieherz, was willst du mehr?

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