Crysis
Der ultimative Most-Wanted Titel des Jahres heißt CRYSIS; Grund genug für uns nach München zu fahren und im Rahmen des Games for Windows Showcase-Events den Edelshooter ausführlich Probe zu spielen. Unseren Ersteindruck von der Front, inklusive Exklusivinterview mit den Machern gibts nur hier.
Wir starten in einem Inselparadies, unser schicker Nano-Suit glänzt im Sonnenschein, eine leichte Brise zieht durch den Palmenwald doch die Idylle trügt. Schon nach wenigen Sekunden sehen wir uns einer Übermacht von nordkoreanischen Soldaten gegenüber. Wir aktivieren unseren Nano-Suit und sprinten unter Sperrfeuer zur nächsten Deckung. Ein Frontalangriff wäre reiner Selbstmord, also stellen wir unseren Spezial-Anzug auf Stärke, hauen kurzerhand ein Loch in die nächste Blechwand und fallen den Nordkoreanern in die Flanke. Jeeps rasen heran, wir zerschießen ihre Reifen, die Felge kracht auf die Straße und zieht ein grandios animiertes Feuerwerk aus Funken hinter sich her, doch da erscheint auch schon ein feindlicher Helikopter am Horizont. Die ersten Minuten im neuen Edelshooter aus dem Hause Crytek sind genauso faszinierend, wie dramatisch.
Den anwesenden Journalisten fällt bei jeder Explosion die Kinnlade herunter und wenn unser Protagonist Ltd. Dunn mit einer MG-Salve einen kompletten Palmenwald auseinander nimmt, dann hallen immer wieder Wörter wie Wow, Wahnsinn oder einfach nur irre durch die Meeting-Rooms des Dorint Sofitel Hotels in München.
Wie alles begann
Crysis??? Nie gehört. Wem ein derartiger Satz über die Lippen geht, wird vermutlich das letzte Jahr hinterm Busch gelebt haben und ist nicht in die Nähe eines Computers mit Internetanschluss gekommen. Aber auch dieser Spezies wollen wir kurz die Story von Crysis zu Teil werden lassen.
Die Handlung von Crysis liest sich wie das Script eines Actionfilms: Alles beginnt im Jahr 2019 mit einem riesigen Asteroiden, der inmitten einer Inselkette in Nordostasien landet und von einem Archäologenteam entdeckt wird.
Keiner weiß so wirklich, worum es sich bei dem Fund handelt. Ein Asteroid? Der landet? Wo gibts denn sowas? Das denkt sich auch die Regierung Nordkoreas und erklärt das Areal kurzerhand zum Sperrgebiet.
Das wiederum macht die Amerikaner nervös und so entsendet das Pentagon ein Delta-Force Team, welches die Lage sondieren soll. Anführer ist Ltd. Dunn, Elite-Soldat und Protagonist. Je nachdem wie aggressiv man in den ersten Missionen gegen die nordkoreanischen Truppen vorgeht, wird sich die Story dynamisch entwickeln, verrät uns Bernd Diemar, Senior Game Designer von Crytek.
Es ist natürlich nur eine Frage der Zeit, bis die dritte Fraktion ins Geschehen eingreift: Aliens, die die Welt auslöschen wollen. So bricht der Asteroid auf und zum Vorschein kommt ein gigantisches Raumschiff, welches eine riesige Energiekuppel schafft und kurzerhand die halbe Insel einfriert. Aus Feinden werden plötzlich Freunde, denn sowohl die USA als auch Nordkorea begreifen, dass Sie nur mit vereinten Kräften die außerirdische Invasion aufhalten können. Zu diesem Zeitpunkt wird man dann erkennen, warum es sich gelohnt hat, so wenige nordkoreanische Soldaten wie nur irgend möglich, um die Ecke zu bringen.
Wer in den ersten Levels eher auf Stealth-Techniken gesetzt und die Feinde größtenteils nur betäubt hat, kann im Kampf gegen die Aliens auf einen starken Verbündeten setzen. Die Story sieht es zwar vor, dass sich die USA und Nordkorea ob der Bedrohung verbünden, der Spieler wird jedoch schon einen Unterschied merken. Wie sich das Ganze auswirkt, sollen die Gamer dann aber selbst herausfinden . Das das pazifistische Vorgehen durchaus Spaß machen kann, konnten wir in folgenden Szenen beobachten: Wenn ich meinen Anzug auf Stärke stelle, dann kann ich mir ruckzuck einen Soldaten oder Alien schnappen, diesen ordentlich durchrütteln, links und rechts eine runterhauen und dann im hohen Bogen durch die Luft wirbeln. Für besonderes Aufsehen sorgen solche Aktionen, wenn wir einen ganzen Jeep festhalten, ihn so am weiterfahren hindern, die Soldaten hektisch aussteigen und auf uns feuern wollen, dazu aber gar nicht mehr kommen, weil wir sie mit dem Auto umhauen.
In solchen Situationen beweisen die Jungs von Crytek wirklich Humor, man fühlt sich beinahe wie Heightower aus Police Academy oder der grüne Hulk. Interaktion wird bei den Frankfurtern generell groß geschrieben. Man kann mit jedem Objekt interagieren und sei es noch so unwichtig. Cevat zeigte uns beispielsweise, wie man feindliche Soldaten mit Bananenkisten bewirft oder einfach nur ablenkt.
Problem ist dann nur, wenn der Feind seinen Raketenwerfer auspackt und unseren Obststand in die Luft jagt. Man kann in Crysis tatsächlich jedes Gebäude und jeden Gegenstand demolieren, welches wir sogleich am eigenen Leib erfahren, als ein Helikopter immer wieder mit seiner MG und Raketen unsere Deckungen dezimiert. Zum Glück finden wir rechtzeitig einen Raketenwerfer, aber die K.I. ist erstaunlich clever, weicht immer wieder in letzter Sekunde unseren Geschossen aus und geht zum nächsten Angriff über.
Band of Brothers
Hatte man im ersten Level unserer Pre-Alpha Version noch das Gefühl, Jake Dunn sei eine Ein Mann Armee wird man in kommenden Levels eines Besseren belehrt. So kann Jake zwar durch seinen Nano-Anzug auf diverse Fähigkeiten wie Schnelligkeit, Stärke oder Rüstung setzen, eine ganze Invasion aufhalten kann er damit aber nicht. Deshalb werdet ihr einen Großteil der Spielzeit in einem Squad unterwegs sein. Genialer Weise soll jeder Kämpfer einen eigenen Chrarakter haben, vom Weichei bis hin zum selbstmörderischen Draufgänger soll alles dabei sein. Das sorgt für mehr Atmosphäre und man hat endlich nicht mehr das Gefühl mit der Massenware Soldat an die Front zu ziehen.
Ohne meinen Nano-Anzug geh ich nirgendwo hin
Neben den gewaltigen Shooter-Orgien haben sich die Jungs und Mädels von Crytek noch ein ganz besonderes Schmankerl ausgedacht: Den Nano-Suit. Einiges haben wir schon dazu verraten, aber Crytek wäre nicht Crytek wenn sie einfach nur Funktionalitäten von Munitionskiste und Body-Armor in einen Anzug packen würden. Der Nano-Suit verfügt nämlich neben einer Medikit-Funktion, auch noch über Sensoren zur Reduktion von Lautstärke und ein Schutzsystem, welches Dunn gegen die außerirdische Kälte immun macht.
Das wiederum sind Passagen, welche der Held alleine meistern muss, da sein Otto-Normal-Elite-Squad keinen Nano-Anzug spendiert bekommen hat. Außerdem wird es sogar leichte Rollenspiel-Elemente geben, bei denen der Spieler Nebenquest erfüllen muss und dafür Informationen erhält, wie er einen besonders starken Gegner niederstreckt. Die kälteaffinen Aliens haben z.B. ein echtes Problem mit Wärmeprojektilen, also nehmen wir die entsprechenden Waffen mit.
Eure Schießprügel könnt ihr in einer speziellen Nahansicht mit allerlei Gadgets ausstatten, vom Laserpointer, über Schalldämpfer bis hin zu Granatwerfern gibt es alles was das Shooter-Herz begehrt.
Präsention par excellence
Wer dachte, das Inselparadies in Far Cry war das Non-Plus-Ultra, der wird in den ersten Minuten Crysis eines Besseren belehrt: Jeder einzelne Grashalm, jeder Palmwedel wird physikalisch korrekt berechnet und wenn ich mit meiner MG einfach mal auf den Palmenhain halte, zerbersten Bäume und werden zu echten Splittergranaten. Da möchte man vor dem TFT in Deckung gehen, so beklemmend real ist Crysis.
Wer ein Direct X10 System sein Eigen nennt, wird ein unbeschreiblich gutes Mitten-Drin Gefühl bekommen, das Spiel saugt dich förmlich auf, sagt Cevat Yerli, Geschäftsführer von Crytek nicht ohne Stolz und mit einem breiten Grinsen. Doch zu welchem Preis?
In Sachen Hardware-Anforderungen können wir Entwarnung geben. Wie zu erwarten wird man zwar ein performantes System benötigen, aber Crysis soll laut Crytek auch auf älteren Rechnern laufen (mehr dazu im Interview mit Cevat Yerli, CEO von Crytek).
Die Pre-Alpha Version lief in den höchsten Einstellungen auf einem Intel Core 2 Duo X6800, 2,93 Ghz, 4 MB Level 2 Cache mit 2 GB DDR2-RAM und einer GeForce 8800 GTX.
Für eine Pre Alpha Version lief Crysis sehr flüssig, es gab den ganzen Abend lang nur einen Absturz und ab und an einen heftigen Ruckler, was allerdings für eine noch nicht final optimierte Version vollkommen normal ist. Angelehnt an die letzten Präsentationen, auf denen der Titel auf einer Quad Core-CPU Q6700, 2 GB DDR2 RAM und 2 GeForce 8800 GTX im SLI Verbund laufen musste, um überhaupt spielbare Frames hinzubekommen, haben die Jungs und Mädels offensichtlich eine Menge Arbeit in die Optimierung des Codes gesteckt und das Ultimo ist laut Crytek noch lange nicht erreicht. Außerdem wird es über ein dutzend Einstellmöglichkeiten geben, so dass jeder User sein System nach eigenem Gusto anpassen kann.
Ersteindruck
Man nehme eine hauseigene Grafikengine, würze Sie mit superben Direct X10 Effekten und lässt damit Playstation 3 und Konsorten richtig alt aussehen. Garniert wird das Menü mit einer epischen Story, in der gewaltige Alienkreaturen die Erzfeinde USA und Nordkorea zusammenschweißen, gepaart mit innovativer Intelligenz und einem Waffenarsenal, bei dem sogar der Terminator feuchte Augen bekommen würde .und heraus kommt CRYSIS. Allein das die Coburger mit ihrem Erstlingswerk Far Cry weltweit über 1.700.000 Exemplare verkauft und die Messlatte für Ego-Shooter ein ganzes Stückchen nach Oben setzen konnten, hört sich wie ein Wunder an. Aber mit Crysis erwartet uns ein Titel, der einfach alles Bisherige in den Schatten stellen wird. Präsentation, Grafik und Physik sind zukunftsweisend, die K.I. agiert deutlich cleverer als im Vorzeige-Shooter F.E.A.R. und wenn jetzt noch die Story mitreißend wird, dann kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. Eigentlich wäre der Titel sogar ein Pflichtprogramm für die Herren Bush und Kim Jong-il, nur für den Fall, dass uns mal eine Alieninvasion droht
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