Die Siedler - Aufstieg eines Königreichs
Die Siedler sind aus dem Aufbau-Strategie-Genre gar nicht mehr wegzudenken. Mit dem nunmehr sechsten Teil der beliebten Serie möchten die Entwickler von Bluebyte den besten Teil der Reihe abliefern. Ihr Rezept: Kombiniere alle Stärken der Vorgänger und garniere sie mit einer ungemein detaillierten und lebendigen Spielewelt. Kürzlich durften wir eine kleine Kostprobe nehmen und sind zu folgendem Schluss gekommen: Es mundet vorzüglich!
Weg von alten Fehlern!
Nach einem eher durchwachsenen fünften Teil distanzieren sich die Siedler-Väter Bluebyte löblicherweise wieder von Echtzeit-Strategie und beleben die Serie mit einem guten Kompromiss aus alten und neuen Stärken neu. Das Spielprinzip wurde im Vergleich zu den Vorgängern etwas vereinfacht, so dass man sich auch als Neuling schnell zurechtfindet. So startet man anfangs lediglich mit einer altertümlichen Burg samt Lagerhaus und einem kleinen Marktplatz. Letzterer bildet sozusagen das Herzstück eurer späteren Siedlung.
Neu in Die Siedler ist nämlich die Einführung der Bedürfnisse eurer Recken. Gibt es nicht genug zu essen, leidet Hygiene oder ist der Anteil an Frauen (Ja, Frauen sind ein Bedürfnis) nicht ausreichend, versammeln sich die Betroffenen auf dem Marktplatz und machen auf sich aufmerksam, ohne ihrer Arbeit nachzugehen.
Wusel, wusel
Für eine große Siedlung benötigt ihr aber Zeit und Geduld. Und so erschafft ihr als erstes einen Holzfäller. Der reicht für die Versorgung der Siedlung mit Holz schon aus. Ein Sägewerk gibt es beispielsweise nicht mehr. Das ist nicht einzige Vereinfachung, auch das geerntete Getreide wird nun direkt zum Bäcker weitergeleitet und nicht durch die Mühle gejagt. Was ist aber das wichtigste für unser Volk? Na klar, Nahrung.
Auf der Karte sind Stellen zu sehen, auf denen sich beispielsweise Wild tummelt, Kräuter wachsen oder Schafe grasen. Genau hier solltet ihr unmittelbar euren Jäger oder Schäfer platzieren. Gesagt, getan. Nach dem ersten Bauauftrag kommt auch schon der erste Arbeiter mit seinem Wagen und macht sich an die Arbeit. Schnell steht das Jägerhaus und wir begleiten den passenden Jäger bei seiner Arbeit.
Hier ist die Liebe zum Detail deutlich zu erkennen. Über einen Button können wir allen Siedlern bei ihrer Arbeit direkt über die Schulter gucken. So werden wir Zeuge, wie er einen Hirsch erlegt und sich direkt daran macht, das Fleisch zum Metzger zu bringen. Daraufhin sehen wir, wie der Jäger sich die frische Wurst bei unserem Metzger abholt und sich wieder in seine Hütte verdrückt.
Und schon ist es wieder da, das alte Siedler-Feeling. Wenn der Kreislauf erstmal steht, macht es richtig Spaß, die kleinen Racker bei ihrer Arbeit zu verfolgen.So baut ihr langsam eure Siedlung und habt schnell einen funktionierenden Kreislauf; Der Fischer bringt frischen Fisch zur Räucherstube, der Schäfer versorgt den Schneider mit Wolle, das Getreide wird zum Bäcker gebracht, Kräuter werden in der Apotheke benötigt, Der Imker versorgt die nächstgelegene Taverne mit kostbaren Met und so weiter und sofort. Was aber wenn die nächste Steinmine nicht in unserem Territorium zu finden ist? Dann heißt es unseren Helden, der bis dahin die meiste Zeit mit seinem Pferd auf dem Marktplatz herumstand, dorthin zu schicken und das Gebiet einzunehmen.
Ist das Gebiet neutral, reicht dafür das Errichten eines Wachturms aus und schon gehört das Gebiet uns.
Im Laufe der Zeit lassen sich unsere Gebäude und Einrichtungen upgraden. So kann durch mehrere Arbeiter in einem Gebäude nicht nur mehr produziert werden, sie bekommen ebenso praktische Karren verpasst und sind dadurch mit ihrem Warentransport deutlich schneller als mit voll gepackten Rucksack.
Habt ihr die nötigen Voraussetzungen erfüllt, was sich zum größten Teil auf das Ausbauen von Gebäuden und die Vergrößerung eurer Bevölkerung bezieht, könnt ihr euren Helden befördern und schaltet so neue Bauoptionen frei. Nach und nach erweitert ihr eure Siedlung zu einer prächtigen Metropole samt mächtiger Burg und protzigen Mauern. Euer Ansehen steigt und die Siedler werden zunehmend stolz.
Aber was wäre ein Siedler ohne seine bessere Hälfte? Seid ihr weit genug voran geschritten, könnt ihr auf eurem Marktplatz ein Fest veranstalten, auf dem sich dann auch das weibliche Geschlecht blicken lässt und unsere Siedler umgarnt. Hat euer Siedler die passende Frau abgeschleppt, seht ihr diese fortan in seiner Einrichtung helfen, was sich meistens aufs Putzen bezieht, wodurch sich wiederum die Hygiene verbessert. Auch die ersten militärischen Truppen lassen sich nach ein paar Beförderungen eures Helden bauen. Mit Schwert und Bogen könnt ihr dann das störende Banditenlager abfackeln oder eure Arbeiter vor Gefahren wie dicken Bären beschützen. Habt ihr Genug Truppen zusammen, könnt sogar feindliche Festungen samt Katapulten belagern. Allerdings müssen Siedler-Fans nicht befürchten, dass die Kampfeinlagen eine so große Rolle wie im Vorgänger Das Erbe des Königs spielen werden. Hier gewinnt derjenige, dessen Wirtschaft besser läuft.
Ebenfalls neu sind die wechselnden Jahreszeiten. Während ihr Sommer eine enorme Ernte habt, solltet ihr gerade im Winter auf eure Vorräte Acht geben. Hier frieren Boden und Flüsse nämlich ein, was nicht nur eine Krise für Fischer und Bäcker bedeuten kann. Abgesehen von diesen negativen Punkt könnt ihr nun allerdings mit eurem Helden die eingefrorenen Flüsse locker und ohne Gefahr überqueren und so neue Gebiete einnehmen. Sind eure Nahrungsvorräte dann doch mal knapp bemessen, könnt ihr immer noch auf die diplomatische Weise bei euren Siedlungsnachbarn Nahrung einkaufen oder Handel eingehen.
Grafisch sieht Die Siedler bereits sehr schön aus. Besonders haben uns die Animationen der Arbeiter gefallen, des Weiteren sind diese schön modelliert und sehen auch aus näherer Betrachtung immer noch sehr gelungen aus.
Vor allem der Detailgrad sucht seinesgleichen. Ob nun die schönen Schattenwürfe oder die kleinen Details wie auf den Wiesen rumhoppelnden Hasen und die sich im Dorf putzende Katze; alles strotzt nur so vor Details.
Auch die in Echtzeit einfrierenden Flüsse machen wirklich eine ausgezeichnete Figur. Auch wenn wir bislang nur zwei der insgesamt 16 Missionen der Kampagne spielen konnten, hatten wir eine Menge Spaß mit den neuen Siedlern und sind uns ziemlich sicher, dass auch der fertige Titel einen bleibenden Eindruck hinterlassen wird.
Ersteindruck
Ich bin überrascht! Ich hätte nicht gedacht, dass mich ein Siedler-Spiel noch einmal so begeistern kann. Seit dem dritten Teil habe ich keines mehr wirklich ausführlich gespielt. Dies könnte und wird sich aber wohl mit dem neuen Teil ändern. Die Wuselei hat mich wieder voll gepackt und in ihren Bann gezogen. Das vereinfachte Gameplay könnte eventuell bei sich nach enormer Komplexität sehnenden Spielern für Stirnrunzeln sorgen, trotzdem sollte man den Titel unbedingt einmal gespielt haben. Wir sind sehr auf die Vollversion gespannt und hoffen, dass uns die Siedler auch im Multiplayermodus so begeistern können.
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