Dungeon Siege

Preview
Plattform
PC
Vertrieb
Microsoft
Entwickler
Microsoft
Erscheinungsdatum
2. Mai 2002
Genre
RPG
Dungeon Siege [PC , Justgamers]

Dungeon Siege

Nachdem das Empire of Stars auf dem Kontinent Aranna zerfallen war, nicht zuletzt aufgrund böser Mächte, hatte sich die zehnte Legion, bestehend aus den vertrauenswürdigsten Kämpfern des alten Reiches, nach Ebh zurückgezogen und dort ein neues Königreich gebildet. Nach einem mehr als 300 Jahre lang andauernden Frieden und Wohlstand, tauch nun neuer Ärger auf, denn Monster suchen das Land heim und brennen die Hütten der Farmer nieder. Als Spieler übernehmt ihr nun selbst die Rolle eines dieser Farmer, vor dessen Tür eines Tages ein Schwerverletzter auftaucht und euch eine Aufgabe gibt. Noch könnt ihr nicht ahnen, dass die Taten eines kleinen Farmers eines Tages Auswirkungen auf die Geschicke des Königreichs von Ebh haben werden.

Mit Dungeon Siege zeigte Microsoft auf der hauseigenen Spielemesse Gamestock einen potenziellen Super-Hit für den Mai 2002. Das Action-Rollenspiel wird von Chris Taylor (Total Annihilation) und seinem Team Gas Powered Games entwickelt und schafft endlich das, was sich schon viele Hersteller vergebens vorgenommen hatten: Die Vorzüge von mehreren Genres zu einem faszinierenden Mix zu kombinieren.

Im Einzelnen verknüpft Dungeon Siege die Grundwerte klassischer Rollenspiele mit actionreichen Kämpfen und ermöglicht dank geschickter Anleihen aus der Echtzeitstrategie-Schublade zahlreiche taktische Varianten in den Schlachten. Das Gameplay ist ganz klar auf das Vermöbeln von Monsterhorden ausgelegt und diesbezüglich mit Diablo 2 vergleichbar. Allerdings bietet Dungeon Siege spielerisch deutlich mehr als Blizzards Bestseller, von der Grafik ganz zu schweigen.

Diesbezüglich lässt Dungeon Siege den Rest des Genres im wahrsten Sinne des Wortes alt aussehen. Es sind aber nicht die zahlreichen Features und Spezialeffekte der beeindruckenden Engine, die das Spiel an die Spitze bringen.

Vielmehr ist es die wunderschöne, immens große Spielwelt, die die Entwickler daraus gebaut haben. Besonders gefällt mir die Genauigkeit, mit denen die Designer die Größenverhältnisse umgesetzt haben. Obwohl Dungeon Siege ein Rollenspiel ist, braucht ihr euch weder mit komplizierten Charakterwerten, noch mit ausgewürfelten Attributen herumzuschlagen. Definierte Klassen gibt es nicht, stattdessen bestimmt eure Spielweise, in welche Richtung sich euer Charakter entwickelt.

Dafür gibt es vier Hauptbereiche: Nahkampf, Fernkampf, Offensivzauber und Defensivzauber. Nehmt das Abenteuer mit einer mehrköpfigen Truppe in Angriff, und dank zahlreicher Befehle und diverser Angriffs- und Verteidigungsmöglichkeiten habt ihr die Möglichkeit euch gegen die Monsterscharen wehren können. Glücklicherweise kommt dabei keine Hektik auf, da ihr das Spiel jederzeit pausieren könnt.

Die Geschichte

Neal Hallford, der Verantwortliche bei GPG für die Storyline, wollte in der Story für Dungeon Siege etwas anders machen, als es in vielen anderen Spielen der Fall ist. Da in vielen Rollenspielen die Spieler an eine Location öfter zurückkehren, stellt sich oft Langeweile ein, da die Spieler den Ort schon kennen. Hallford wollte, dass die Spieler in jedem Augenblick etwas Neues erleben, ganz nach dem Motto 'dahin zu gehen, wo noch niemand zuvor gewesen ist'.

Hallford gibt zu, dass manches in der Story fehlt, was er noch gerne eingebracht hätte. Dies ist jedoch aus Zeitgründen nicht mehr möglich gewesen. Doch er fügt an, dass diese Elemente in einem ExpansionPack oder in Dungeon Siege 2 eingebunden werden würden. Da Hallford und Chris Taylor beide das Gefühl haben, dass Dungeon Siege kein Einzeltitel wird, empfinden sie auch keinen großen Druck diese unbedingt einzufügen.

Auf die Welt an sich und die meisten Namen für die Locations und Charaktere ist Hallford schon vor dem Eintritt in das Team gekommen und er ist auch der Hauptverantwortliche dafür. Wenn man also jemand mit irgendwelchen Storyelementen nicht zufrieden ist, weiß man, an wen man sich wenden muss. Einzig für den Namen des bösen Oberbosses ist Hallford nicht verantwortlich gewesen. Da die böse Figur mit das Wichtigste an einer Story ist, scheint das auch nicht weiter verwunderlich. Die Ereignisse in Dungeon Siege werden sich im Großen und Ganzen nur auf das Königreich Ehb auf dem Kontinent Aranna beschränken.

Jedoch ist es nicht ausgeschlossen, dass gerade in einem eventuellen zweiten Teil größere Landstriche des Kontinents noch aufgedeckt werden.

Einige Hauptlocations im Spiel werden im folgenden weiter ausgeführt. Allerdings ist dies nur ein kleiner Auszug, da natürlich nicht zu viel verraten werden soll.

Stonebridge

Die erste Stadt, die man im Spiel erforschen kann. Obgleich diese relativ klein ist, ist sie eine der ältesten Siedlungen im Königreich und war der Ort, an dem Etan Stonebridge hinterhältig ermordet wurde, einem Kaufmann, nach dem die Stadt schließlich benannt wurde.

Weitere Punkte von Interesse in der Stadt beinhalten ein altes Imperiales Katapult namens 'Gravemaker', welches eine große Rolle in einer alten Schlacht spielte, und den 'Shrine of Passion', welches der älteste bekannte Tempel der Azunite im Westen ist.

Wesrin Cross

Mittlerweile eine Ruine war dies einst die erste Imperiale Festung, die in Ehb gebaut wurde. Sie war dazu da, die Kaufmänner bei ihrer Reise zum und vom Handelsposten Fiola Wesrin zu beschützen. Ungefähr sechzig Jahre bevor die Storyline von Dungeon Siege beginnt, spielte die Festung eine wichtige Rolle im Untergang von Edvard the Goblin Pretender. Die Zerstörung von Wesrin Cross führte dazu, dass vieles von der legendären Bibliothek der Magie ebenfalls ausgelöscht wurde. Für ungefähr ein halbes Jahrhundert war das Wissen total vernichtet.

Hallford hebt hervor, daß die Geschichte des Königreiches Ehb sehr wichtig ist und auf die Storyline von Dungeon Siege einen großen Einfluß hat. Die Geschichte startet ungefähr 2000 Jahre bevor Ehb überhaupt gegründet wurde. Der Einfluß dieser Ereignisse wird sich auf das Spiel natürlich auswirken, stark auf das erste Spiel und sollte ein Expansion Pack oder sogar ein zweiter Teil erscheinen, wird es sich sogar noch stärker darauf auswirken. Ereignisse, die vor vielen Jahrhunderten in Gang gesetzt wurden, werden in der nahen Zukunft Früchte tragen.

Zu den Göttern

Es gibt zwei relevante Götter im Spiel: Zum einen Chrikor, den Gott der Erschaffung, der Wiedergeburt und der Erleuchtung und sein Pendant auf der bösen Seite, Tayahrm, den Gott der Zerstörung, des Todes und des Chaos. Die Götter werden aber wohl nicht direkt in die Geschicke der Welt eingreifen wie das zum Beispiel Baal, Diablo und Mephisto im Spiel Diablo tun, sondern sich eher im Hintergrund halten als unsichtbare Antreiber.

Auf einem viel kleineren Level gibt es allerdings im Spiel Lebewesen, die durch ihre große Macht durch Magie bei ihren Untergebenen so viel Einfluß besitzen, daß sie praktisch als Halb-Götter verehrt werden. Zum Beispiel Karese Noanni, das Oberhaupt der 10. Legion zum Zeitpunkt von Ehbs Gründung, genießt einen Halb-Gott-Status bei einigen Legionären. Im Gegensatz zu den richtigen Göttern Chrikor und Tayahrm befassen sich diese allerdings eher mit weltlichen Ereignissen.

Hallford beschreibt das Königreich Ehb als kleines feudales Amerika, dahingehend, dass viele Rassen zusammen auf einem Fleck leben. Die Zwerge, die Menschen und der Rest leben normalerweise recht friedlich zusammen und alle Hören auf das, was der König des Reiches sagt, der jetzige ist König Konreid. Es gibt natürlich Grüppchen, die sich aus den unterschiedlichsten Rassen und Religionen zusammensetzen, aber eigentlich kommen die Ehb'schen Völker gut miteinander aus.

Die wahren Gefahren kommen momentan von außerhalb des Landes, jedoch wird es in der Zukunft nach Dungeon Siege auch innerhalb des Landes zu Turbulenzen kommen. Man soll nach dem Durchspielen klarer sehen.

Die Charaktere im einzelnen

Anders als in Rollenspielen wie Baldur's Gate oder Icewind Dale, wo das Spielsystem wie das AD&D-Regelwerk kompliziert und nicht gerade leicht zugänglich war, bietet Dungeon Siege ein modernes Charaktersystem.

Anstatt zu Beginn auf Charaktere zurückzugreifen wie Magier, Barbar oder Elfe, die alle vordefinierte Fähigkeiten haben, entscheidet man sich in Dungeon Siege durch seine Spielweise wie sich der Charakter entwickelt. Bevorzugt man den Nahkampf mit Schwert, Axt oder Keule, so züchtet man einen klassischen Kämpfer heran. Spielt man oft mit Blitzen und Feuerbällen herum, dann entwickelt sich der Charakter zum Magieexperten.

Das Schöne ist dabei, dass durch dieses offene Charaktersystem auch Mischklassen und Allroundtalente möglich sind.

Beim Spielstart fällt die Wahl der Charaktere sehr einfach. Zur Auswahl stehen 2 Spielfiguren, ein Bauernjunge und ein Bauernmädchen. Weiteres wählt man einen Namen und wechselt bei Bedarf die Hautfarbe, Haarfarbe und die Farbe der Kleider.

Man kann entscheiden, ob man das Abenteuer alleine bestreitet, oder noch weitere Mitglieder von Söldner, gleichrangige Abenteurer bis zu Dorfbewohner anheuert. Bis zu sieben weitere Charaktere können in einer Party aufgenommen werden. Dies geschieht völlig unproblematisch. Im Laufe des Spiels wird man von Spielfiguren angesprochen, die Interessen haben der bestehenden Gruppe beizutreten. Natürlich ist es allein deutlich schwieriger, aber auch gleichzeitig eine Herausforderung. Gesteuert wird allerdings immer nur eine Figur, die anderen gehorchen den Befehlen.

Das Bewegungssystem ist ähnlich wie bei Baldurs Gate aufgebaut. Hat man mehrere Mitglieder unter seinem Kommando, so kann man Formationsbefehle geben. Dabei sieht man wohin sie gerade unterwegs sind. Wegpunkte erleichtern das Navigieren in verwinkelten Dungeons. Ausserdem kann man Mitglieder festlegen, welche den schutzbedürftigen Packesel oder Magier auf Schritt und Tritt folgen.

Das Schöne ist dabei, dass durch dieses offene Charaktersystem auch Mischklassen und Allroundtalente möglich sind.

Beim Spielstart fällt die Wahl der Charaktere sehr einfach. Zur Auswahl stehen 2 Spielfiguren, ein Bauernjunge und ein Bauernmädchen. Weiteres wählt man einen Namen und wechselt bei Bedarf die Hautfarbe, Haarfarbe und die Farbe der Kleider.

Man kann entscheiden, ob man das Abenteuer alleine bestreitet, oder noch weitere Mitglieder von Söldner, gleichrangige Abenteurer bis zu Dorfbewohner anheuert. Bis zu sieben weitere Charaktere können in einer Party aufgenommen werden. Dies geschieht völlig unproblematisch. Im Laufe des Spiels wird man von Spielfiguren angesprochen, die Interessen haben der bestehenden Gruppe beizutreten. Natürlich ist es allein deutlich schwieriger, aber auch gleichzeitig eine Herausforderung. Gesteuert wird allerdings immer nur eine Figur, die anderen gehorchen den Befehlen.

Das Bewegungssystem ist ähnlich wie bei Baldurs Gate aufgebaut. Hat man mehrere Mitglieder unter seinem Kommando, so kann man Formationsbefehle geben. Dabei sieht man wohin sie gerade unterwegs sind. Wegpunkte erleichtern das Navigieren in verwinkelten Dungeons. Ausserdem kann man Mitglieder festlegen, welche den schutzbedürftigen Packesel oder Magier auf Schritt und Tritt folgen.

Der Packesel

Mit dem Packesel gehen die Jungs von 'Gas Powered Games' mit einem durchaus originellen Feature an den Start.

Wer kennt dieses Problem nicht? Man findet einen wertvollen Gegenstand, aber leider ist das Inventar ist zu klein, um es darin zu verstauen. Wenn man das Spiel mit mehreren Charaktere durchspielt, mag das ja kein Problem sein, aber was tun wenn man alleine ist? Die Schatzkiste ist bereits voll, und der Händler ist auch zu weit weg, um es gewinnbringend zu verkaufen.

'Gas Powered Games' sorgt mit dem Packesel für Abhilfe. Durch die Tragkörbe auf dem Rücken und auf der Seite kann der Esel massenhaft Gegenstände mit sich tragen.

Auch für den Esel gibt es verschiedene Upgrades. Zu Beginn hat er nur Standart Körbe, kann also nur relativ wenige Sachen mit sich schleppen. Im Verlauf des Spiels wird man bei einem Händler bessere Tragkörbe kaufen können, die es erlauben, mehr Gegenstände unterzubringen.

Eine weitere Besonderheit von DS ist der 'Collect-Loot' Button. Per Knopfdruck werden alle am Boden liegenden Items, Waffen oder Rüstungen aufgesammelt und auf dem Packesel verstaut bzw. unter den Charakteren aufgeteilt. Somit bleibt dem Spieler das lästige Suchen und Aufsammeln dieser Gegenstände erspart.

Natürlich ist das Maultier keine wandelnde Zielscheibe. Wenn er angegriffen wird kann er mit gezielten Tritten den Gegner für eine Weile vom Leib halten.

Um die Verhaltensweise und Bewegungen des Esels so wirklichkeitsgetreu wie möglich nachzubilden, haben die Entwickler viele Bücher über Tiere studiert, und Bewegungsabläufe von Pferden auf Video angeschaut.

Das zeigt mal wieder, mit welcher Detailverliebtheit die Entwickler ans Werk gehen. :-)

Grafisch eine Faszination

Wenn man sich entscheidet, die dritte Dimension voll und ganz auszuschöpfen, gibt es einige Hürden, die ein gutes Spiel zum Fallen bringen können: Etwa das Problem mit der Perspektive, die, wenn ungünstig gewählt, nur Verwirrung stiftet. In Dungeon Siege ist das Problem vorbildlich gelöst. Sie dürfen Blickwinkel und Entfernung frei wählen, doch die Automatik, die Ihrem Helden auf Schritt und

Tritt folgt, verhindert ein größeres Durcheinander.

Bildschirm-Auflösungen von 1024x768 mit 32 Bit Farbtiefe und mehr machen das Spiel zur reinsten Augenweide. Spezial-Effekte, für die alle Register von DirectX ausgereizt werden, bilden da nur noch die Sahnehäubchen auf der Torte.

Geräusche und Musik sind fast perfekt abgestimmt. Nie wird es einem langweilig, weil ein Geräusch oder ein Musikstück zu oft wiederholt wird. Auch der Sprecher, der die Handlung am Ende und am Anfang eines Kapitels voran treibt, klingt wie aus einem schönen Film. Schade nur, dass nicht alle Gespräche synchronisiert wurden.

Allzu oft trifft man auf stumme Kameraden, bei denen Lesen und Schreiben die einzige Möglichkeit zur Verständigung ist. Auf echte Dialoge trifft man zur keiner Zeit. Sobald Sie jemanden ansprechen, plappert der Gesprächspartner sofort los. Fragen dürfen Sie keine haben.

Bedienung: Einmaliger Spielspaß

Chris Taylor wurde vor allem durch sein preisgekröntes Echtzeit-Strategiespiel 'Total Annihilation' bekannt. Genau diesem Genre verdankt nun auch Dungeon Siege seine exzellente Steuerung. Neben den Formationen wie dem Gänsemarsch oder die Dreiecksformation bekam Dungeon Siege auch den bekannten Aufziehrahmen spendiert.

Mit dem Rahmen markieren Sie alle Dinge, die sie aufsammeln wollen. Dazu kann auch Geld gehören, das auf dem Schlachtfeld übrig geblieben ist. Noch einfacher ist der Button 'Alles aufsammeln' - damit machen sich alle ausgewählten Helden auf der Suche nach in der Umgebung herumliegenden Sachen.

Für den Kampf ist vor allem die Größe Ihrer Truppe entscheidend: Während die meisten Teilnehmer sich ganz gut alleine zu wehren wissen, scheint der Esel nicht gerade üppig mit Intelligenz ausgestattet zu sein. Zwar verzieht er sich in einem Kampf brav in das hinterste Eck, doch wird er einmal angegriffen, müssen Sie ihm zur Hilfe eilen. Denn auf eine Flucht hat er keine Lust, da zieht er den Tod vor.

Ersteindruck

Dungeon Siege kann es durchaus mit Diablo aufnehmen, lediglich der Multiplayermodus ist etwas weniger umfangreich und wird nicht so viele Fans finden. Das einfache und gleichzeitig geniale Levelsystem, die tolle Grafik und die vielen kleinen Verbesserungen in der Steuerung machen das Spiel zu einem Hochgenuss für Rollenspielfans! Dungeon Siege ist ein absolutes Suchtspiel, wer einmal anfängt, merkt nicht mehr wie die Zeit vergeht und würde am liebsten ständig bis zum Ende weiterspielen.

Dungeon Siege [PC , Justgamers]

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