Faces of War

Preview
Plattform
PC
Vertrieb
Ubisoft
Entwickler
1C
Erscheinungsdatum
N/A
Genre
Strategie
Faces of War [PC , looki.de]

Faces of War

Wieder einmal serviert uns Ubisoft ein Spiel, das sich dem WWII-Szenario widmet. Doch diesmal geht es nicht um irgendeinen Edelshooter, sondern um knallharte Echtzeitstrategie. Faces of War nennt sich der neuste Streich, der demnächst auf dem PC erscheinen wird. Wir haben uns für euch die Beta-Version geschnappt, den Helm aufgesetzt und das Sturmgewehr geschultert, um herauszufinden, ob Faces of War das Zeug zum Hit hat, oder eines unter vielen WWII-Spielen ist.

Alles hört auf (m)ein Kommando!

Zunächst einmal sei etwas zum Spielhintergrund gesagt. In Faces of War übernehmt ihr die Rolle eines Squad-Anführers und seines kleinen Teams. Schauplatz des Titels sind die diversen Schlachten des Zweiten Weltkrieges wie Omaha Beach, Stalingrad oder die Normandie.

Unter eurer Kontrolle steht jedoch kein Team aus zigtausend Kämpfern oder aus immer wieder nachrückender Verstärkung, sondern – ähnlich wie bei Commandos – ein festes Team. Wahlweise zieht ihr einen Rahmen um die Männer und gruppiert sie oder wählt einen einzelnen Kämpfer aus, der dann diverse Aktionen wie Sperrfeuer, Granatenwurf, Geleitschutz oder Heilen ausführt. Meistens seid ihr zu Fuß unterwegs und robbt oder lauft durch die großen Karten. Da jedes Level zahlreiche Gegner wie Infanterie, Panzer oder stationäre MGs bietet, müsst ihr die Umgebung strategisch zu euren Gunsten ausnutzen und Deckung suchen, wo immer es geht. Gesteuert wird mittels Maus und Tastatur. Wie in diesem Genre üblich, wählt ihr mit der linken Maustaste eure Alter Egos an oder ab und gebt ihnen Befehle, indem ihr die Icons anklickt oder Shortcut Tasten benutzt.

Think different

Damit Abwechslung ins Spielgeschehen kommt, wird die Story aus drei unterschiedlichen Blickwinkeln erzählt: Dem eines Alliierten Soldaten, dem eines Russen und dem eines deutschen Soldaten. Damit auch Genreneulinge nicht mit dem Gameplay überfordert werden, führt das Spiel nach und nach mit einem umfangreichen und gut gemachten Tutorial, in dem ihr mit dem Waffenhandling, taktischen Möglichkeiten und anderen nützlichen Dingen vertraut gemacht werdet, ins Handling ein. Auffällig ist bei Faces of War die für ein Echtzeitstrategiespiel sehr gute Physik.

Diese kommt vor allem dann besonders zur Geltung, wenn ihr mit einem Panzerschreck auf einen feindlichen Tank schießt. Nahezu alles, was so in der Landschaft herumsteht und nach Feind aussieht, kann von euch im späteren Spiel mit gewaltigen Explosionen zerstört werden. Ein wenig nervig wirkt die Sammelei von Waffen und Munition, die nicht immer schön adrett in Kisten, sondern auch so manches Mal verstreut in der Botanik herumliegen, denn die Gegenstände lassen sich oft nur widerspenstig aufnehmen. Das Inventar hingegen, in welchem derart aufgenommenes Kriegsgerät landet, ist sehr gut umgesetzt.

Nach dem Tutorial steigt ihr dann unmittelbar ins Schlachtgetümmel ein. Was uns beim Testen der Beta sehr gut gefiel, ist die Tatsache, dass das Ganze extrem ausgereift wirkt. Jede Mission spielt sich ein wenig anders und ist von vorne bis hinten durchdacht, sodass Faces of War sich recht abwechslungsreich spielen lässt. Da müsst ihr einen strategisch wichtigen Punkt besetzen, ohne jedoch das genaue Ziel zu kennen. Erst einmal werdet ihr mit einem Zwischenauftrag beschäftigt. Ein anderes Mal sollt ihr ein Radar ausschalten, damit eure Flieger im Dunkeln ins feindliche Kriegsgebiet vorstoßen können. Abgesehen von einer etwas fitzeligen Steuerung hier und da läuft alles reibungslos ab.

Ein weiteres eindrucksvolles Moment sind die großen Massenschlachten, wie ihr sie eher aus einem Call of Duty oder Medal of Honor gewohnt seid. Wenn ihr euch zum Beispiel der Küste der Normandie am D-Day nähert, ruckelts gewaltig. Dies liegt allerdings nicht an der Grafikengine, sondern eher daran, dass überall Mörsergranaten und ähnliche „überzeugende“ Argumente in eurer Umgebung einschlagen. Wenn es für euch eng zu werden scheint, kommen eurem kleinen Trupp zahlreiche KI-Kameraden zur Hilfe, welche euch tatkräftig unterstützen. Apropos KI: Die vom Computer gesteuerte Intelligenz ist gar nicht mal so schlecht. Zwar hat sie ab und an einige kleinere Macken, doch denken wir, dass diese bis zum Release noch behoben werden können.

Während ihr zum Beispiel beim Angriff auf Berlin Deckung hinter ausgebombten Mauern sucht, robben einige Einheiten vor, geschützt durch einen dritten Trupp, der die Gegner unter Granatenfeuer nimmt. In diesem Tohuwabohu könnt ihr dann nach vorne stürmen. Actionreicher geht es kaum.

Ein kleiner Wermutstropfen muss wohl doch vergossen werden. Gerade in den großen Szenen geht leicht die Übersicht verloren. Die Kamera lässt sich zwar recht gut raus und reinzoomen. Trotzdem sind zu viele Spielfiguren der Einheiten Tod. Und ein paar Buttons weniger wären wünschenswert gewesen. Natürlich spricht es für die Entwickler, euren Kameraden möglichst viele Befehlsoptionen an die Hand zu geben. Doch entweder verlegt ihr euch auf rudimentäre Grundbefehle. Dann müsst ihr allerdings auf die zahlreichen Optionen verzichten. Oder ihr lernt die vielen Buttons auf dem Bildschirm auswendig. Ansonsten geht schon mal im Eifer des Gefechts die Übersicht verloren.

So hab ich mir das schon immer vorgestellt

Aber was hat denn nun Faces of War, das es eindeutig von den zahlreichen WWII Strategie-Titeln wie Commandos und Konsorten abhebt, werdet ihr zu Recht fragen. Nun, ganz einfach: Faces of War hat eine beeindruckende Grafikengine. Und das ist wörtlich zu nehmen. Als wir die ersten Einheiten im Tutorial gegen einen Panzer schickten und diesen in die Luft jagten, dachten wir: Mal schauen, was da jetzt kommen mag.

Doch als dann selbiger Panzer in tausende kleiner Einzelteile zerbarst, das Ganze noch physikalisch akkurat und mit einer gewaltigen Explosion, die zahlreiche Gegenstände in der Umgebung in einer Kettenreaktion mit sich riss, da merkten wir: Faces of War wird etwas Besonderes werden. Auch die anderen Level wirken wie aus einem Guss und sind mit ungeheuer liebevoller Hingabe modelliert. Dies wird vor allem im Berlin Level deutlich oder in der Normandie. Sämtliche Häuser wurden bis ins kleinste Detail dem typisch französischen Wohnbaustil der damaligen Zeit nachempfunden – kein Haus gleicht dem nächsten. Neben Rauchwolken, wie ihr sie seit Call of Duty 2 bewundern dürft, wurden eindrucksvolle Wassereffekte miteingebaut. Auch einschlagende Granaten reißen gewaltige Trichter in den Boden während die Erde an allen Seiten wegfliegt. Für einen Strategietitel könnten solche Effekte Referenz werden.

Auch der Multiplayer mit seinen insgesamt acht Spielmodi könnte für großen Spaß sorgen. In unserer Version war er leider noch nicht spielbar. Hierzu dann im Test mehr.

Schrei nicht so, ich bin sensibel!

Neben dem beeindruckenden Grafikstil, weiß auch der Sound zu überzeugen. Zwar verfügen eure Soldaten, wie in jedem Echtzeitstrategietitel, über ein begrenztes Repertoire an Sätzen.

Doch der Soundtrack und der Klangteppich, der hier situationsbezogen äußerst dicht gewoben ist, wurden gut in Szene gesetzt. Eines sei noch gesagt: Wer bei einem Stalinorgelangriff oder bei einer der Massenschlachten seinen Bass voll aufdreht, ist selbst Schuld.

Ersteindruck

Faces of War scheint auf dem besten Weg zu sein, zur neuen Referenz im Echtzeitstrategiegenre zu werden. Neben den gut inszenierten und abwechslungsreich gestalteten Levels, drei unterschiedlichen Handlungssträngen ist es vor allem die für einen Echtzeitstrategietitel in der Form noch nicht dagewesene eindrucksvolle und stimmige Grafik mit wenigen kleineren Rucklern, die es uns angetan hat. Wieviel Liebe zum Detail die Entwickler ins Spiel gesteckt haben, wird bereits ab der ersten Sekunde deutlich. Dazu gesellt sich die äußerst gute Physik und eine für dieses Genre beeindruckende KI. Abgerundet wird der gute Eindruck durch einen passablen Sound. Einzig das Balancing, die für Einsteiger zu vielen Optionen und das zum Teil wirklich mühevolle Aufsammeln von Gegenständen, könnten in der finalen Version zu Punktabzügen führen. Wenn die Entwickler aber noch etwas an der Balance feilen, steht einem der wohl besten Echtzeitstrategietitel in diesem Jahr nichts mehr im Wege.

Faces of War [PC , looki.de]

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