Gear Grinder

Preview
Plattform
PC
Vertrieb
Headup Games
Entwickler
Targem Games
Erscheinungsdatum
-
Genre
Racing
GearGrinder

GearGrinder

Oh Gott - 08/15-Story-Warnung: Ein zum Tode verurteilter Krimineller wird von einer geheimen Organisation kurz nach Vollstreckung der gefakten Gaskammer-Party entschleppt und soll nun im Sinne der zwielichtigen Gestalten handeln, um am Leben zu bleiben. Was er dafür tun muss? Einen Truck über Rennstrecken scheuchen, Zielpersonen eliminieren und vor den Cops flüchten, um nur mal einen kleinen Auszug der Palette zu offenbaren. Ob GearGrinder Spaß macht oder voll gegen die Wand fahren könnte, erfahrt Ihr in unserer Vorschau.

Cutscenes zum Kotzen

Im Grunde genommen ist der im September erscheinende Renntitel nicht wirklich neu, erschien er doch vor geraumer Zeit unter dem Namen Sledgehammer bereits in Russland. Doch Headup Games versichert, dass an GearGrinder nicht nur der Name neu sein soll. Auch der Sound soll frisch aufgenommen worden sein, zudem bekam der Titel ein Facelift in Sachen Bugfixing spendiert.

Soweit die Theorie, aber was ist GearGrinder eigentlich? Am treffendsten wäre wohl die Bezeichnung "Interstate meets Carmageddon", denn Euer Truck ist zu mehr im Stande, als es im ersten Moment aussieht - Ihr müsst Euch ja schließlich mit den bösen Buben herumärgern. Zwar seid Ihr anfangs gerade mal mit einer leichten Minigun ausgestattet, aber die hat auch genügend Wumms, um gegnerische Fahrzeuge dem Erdboden gleichzumachen - die wuchtige Karosserie des eigenen Vehikels ist ein weiteres Mittel, die Blechbatzen über die Straße zu verteilen. Im Prinzip hangelt Ihr Euch von einer Mission zur nächsten, die jeweils durch eher enttäuschende Ingame-Sequenzen einen entsprechenden Hintergrund erhalten. Bei besagten Cutscenes will eigentlich so rein gar nichts stimmen: Die Optik allein - gerade wegen der eckigen und schlecht animierten Figuren - sorgt für Stirnrunzeln, der Schnitt ist mies, zudem wirken die Filmchen arg aus der Mottenkiste zusammengeschludert.

Ein unsympathisches, eindimensionales und definitiv nicht in Erinnerung bleibendes Abziehbild von einem Helden ist da die Krönung. Hier wäre es sogar besser gewesen, die ohnehin schon nicht wirklich spannende Story in Text-/Comicform zu erzählen, als mit in jeder Hinsicht schlechten Sequenzen, die zudem noch mit einem unerklärlichen Störfilter unterlegt sind.

Habt Ihr vergessen, wie dünn doch die Geschichte des Spiels ist, geht es dann bergauf mit dem Spielspaß, sobald Ihr an einer der Events teilnehmt. Ob klassische Rennen mit und ohne Waffeneinsatz, Auto-Bowling, Slalomrennen oder bewaffnete Arena-Duelle - Abwechslung wird in GearGrinder glücklicherweise groß geschrieben. An diversen Stellen dürft Ihr auch hinter stationären Geschützen Platz nehmen oder Raketen über einen Highway entlang an vorbeifahrenden Fahrzeugen steuern, um letztlich das Geschoss zum gewünschten gegnerischen Vehikel zu lenken.

Abseits der spielerisch befriedigenden, aber auf lange Sicht eintönigen Hetzjagden sicherlich eine mehr als sinnvolle Entscheidung, derartige Nebenevents einzubauen.

Weltbewegend sieht anders aus...

Je nachdem, wie erfolgreich Ihr in den Missionen seid, hagelt es entweder Bronze-, Silber- oder Goldauszeichnungen, die Euch neue Aufträge oder zusätzlich auch frische Skins, Primär- und Sekundärwaffen oder technische Verbesserungen (u.a. Boost, Bremsen, Motor) bescheren. Die verdienten Boni können dann vor Beginn einer jeden Mission in Eurer Garage eingebaut werden.

Wer jetzt jedoch denkt, dass ihn hier ultimativer Individualismus erwartet, der irrt: Das Upgraden verläuft nach mehr oder minder strikt linearem Muster. GearGrinder punktet zwar mit einer durchaus beachtlichen Anzahl an Geschützen und anderen Todbringern, doch sinnvoller wären mehrere Alternativwaffen gewesen, damit man der Garage auch länger als nur einer geschätzten Minute Aufmerksamkeit schenkt.

Unsinnigerweise erhält man in einigen Aufträgen sogar Waffen, die schwächer sind als das gerade verbaute Geschütz. Zusätzlich skeptisch sind wir gegenüber des doch recht stark schwankenden Schwierigkeitsgrades.

Manche Missionen, beispielsweise die Runden-/Sprintrennen, meistert man im Handumdrehen, bei anderen - wir denken hierbei mit Schrecken an die Checkpoint-Rennen, in denen man am laufenden Band Fahrzeuge zerstören muss, um zusätzliche Zeit zu ergattern - scheinen schon göttliche Kräfte als Mindestvoraussetzung zu gelten. Wer hier im Vorfeld nicht genügend Upgrades gesammelt hat, scheitert kläglich. Glücklicherweise lassen sich die Missionen aber immer wieder spielen, um vielleicht doch verpasste Verbesserungen noch nachträglich anzubringen.

Das - und wahrscheinlich auch nur das - ist das Einzige, was die Entwickler in den Händen haben, um Euch länger am Bildschirm zu halten. Denn fest steht: Allzu viele Missionen bietet GearGrinder nicht, manche werden zudem im - Achtung, Wortspiel! - "Vorbeifahren" erledigt. Durchgespielt haben wir den Titel in unserer Preview-Fassung zwar nicht, aber bereits nach recht kurzer Zeit hatten wir schon genug Akte freigeschalten, um diesen Zweifel berechtigt zu äußern.

Bleibt abzuwarten, ob der LAN-only-Mehrspielermodus mit verschiedenen Spieloptionen für bis zu acht Spieler fesseln kann, oder doch eher so nutzlos wie ein Kropf ist. Selbigen konnten wir nämlich leider noch nicht antesten. Aus technischer Sicht ist GearGrinder allenfalls Durchschnitt: Es gibt keinerlei herausragende Details, scharfe Texturen oder bombastische Effekte.

Grob gesehen lässt sich alles mit den Worten "okay", "nett" und "befriedigend" beschreiben. Ihr merkt schon: Wirklich angetan waren unsere Augen nicht, aber manche Effekte waren immerhin... nun ja, nett eben. Ganz im Gegensatz zu den klotzigen Bauten, die die Strecken schmücken.

Wäre da noch der Sound: Von Publisher-Seite hieß es ja, dass man hier eine Rundumerneuerung in Gang gesetzt hätte. Und natürlich weiß die akustische Seite irgendwie schon zufriedenzustellen, doch bei einer derartigen Blechorgie dürfte man eigentlich mehr "Wumms" erwarten, gerade deshalb, weil man hier kein mickriges Spielzeugauto durch die Gegend fährt, sondern einen wuchtigen Truck. Über die englische Synchronisation hüllen wir den Mantel des Schweigens. Nur soviel: Overacting as hell.

Ersteindruck

Sicherlich mag das Prädikat "Ausreichend" erst einmal abschreckend wirken - doch ganz so schlecht ist es um GearGrinder dann doch nicht bestellt. Das Spiel wird definitiv keine Weiterentwicklung des Action-Racer-Subgenres darstellen und muss sich nun mal dem Vergleich mit weitaus besseren Titeln stellen, die zudem auch mit einem höheren Budget produziert wurden. Doch wer im September dieses Jahres Lust auf kurzweilige Action-Häppchen verspürt, der kann sich GearGrinder, das definitiv nicht zum Vollpreis erscheinen wird, durchaus mal zu Gemüte führen. Allerdings sollte man sich auch darauf einstellen, dass man zumindest mit dem Einzelspielermodus nicht allzu lange Spaß haben wird - und mit den grausigen Cutscenes sowieso nicht. Die scheinen nämlich - wie der unfreiwillig komische Held - einem Land vor unserer Zeit entsprungen zu sein.

GearGrinder

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