Geheimakte 2

Preview
Plattform
PC
Vertrieb
Deep Silver
Entwickler
Koch Media
Erscheinungsdatum
N/A
Genre
Abenteuer
Geheimakte 2 [PC , looki.de]

Geheimakte 2

Dass Spiele aus deutschen Landen in der Mehrheit nicht gerade den Ruf von hochklassigen Titeln innehaben, ist hinlänglich bekannt. Umso erfreulicher also die Tatsache, dass es auch positive Beispiele gibt, die in ihrem Genre Maßstäbe setzen und Fans wie auch Kritiker schlichtweg begeistern können. Als ein solches Beispiel erwies sich Ende 2006 Geheimakte Tunguska, welches mit fesselnder Atmosphäre und Adventureelementen der alten Schule auf sich aufmerksam machte und auch im Looki-Review mit einer Wertung von 87% überraschen konnte. Ein Nachfolger wurde dann bereits knapp zwei Monate nach dem offiziellen Verkaufsstart angekündigt, was aufgrund des riesigen Erfolgs sicherlich abzusehen war. Wir durften dabei das Sequel vorab einmal Probespielen und zusammen mit Protagonistin Nina erste Rätsel lösen.

Eine Seefahrt, die ist lustig...

Eigentlich will Nina sich mit der geplanten Kreuzfahrt einen erholsamen Urlaub gönnen und die Trennung von Max gedanklich ausblenden.

Doch die Probleme beginnen bereits am Hafen, als ein Unbekannter an Nina vorbeistürmt, die Protagonistin vor dem Antritt der Kreuzfahrt warnt und kurzerhand von einem Gabelstapler überfahren wird. Mysteriös auch das Verschwinden von Ninas Koffer, der wie es scheint beim Einladen vertauscht worden ist. Als wenig später auch noch die Handtasche der hübschen Heldin verschwindet und sich eine Passagierin auf der Krankenstation wiederfindet, bricht Nina kurzerhand den Erholungsurlaub ab und beginnt mit Ermittlungen auf ihre Art. Was sie jedoch nicht weiß: Der Dieb ihrer Wertsachen ist wohl noch das geringste Problem an Bord, denn eine ganze Organisation ist hinter einem wichtigen Pergament her und scheut vor allen Dingen nicht vor Mord und Totschlag.

Alte Fehler ausgemerzt

Neben einer neuen Story und frischen Charakteren, bietet Geheimakte 2 ebenfalls neue Rätsel und Puzzles, die es zu lösen gilt. Dabei zeigte man sich seitens der Entwickler als durchaus kritikfähig und merzte Logikfehler und sinnfreie Rätseleinlagen, die noch im Vorgänger vorherrschten, größtenteils aus. Dadurch wirken zahlreiche Aufgaben durchdachter und die Lösungen plausibler.

Leider geschieht dies auf Kosten des Schwierigkeitsgrades, der auf den ersten Blick einfacher scheint, als noch beim Vorgänger; denn während man in Geheimakte Tunguska noch an bestimmten Aufgaben mehrere Minuten saß um auf einen eher unlogischen Lösungsweg zu kommen, ist dieser im Sequel oft gleich ersichtlich und durch viele Hinweise vorgegeben.

Ein Durchmarsch für Erfahrene wird aber dennoch durch einige schwerere Knobeleinlagen verhindert. Zusätzliche Abwechslung wird dabei durch einige Dialogaufgaben, in denen Überzeugungsarbeit geleistet werden muss, gewährleistet. Eine gesunde Rätselmischung also, die sowohl Profis als auch Einsteigern zusagen wird. Ein Beispiel gefällig?

Um an eine Schlüsselkarte eines Passagiers zu kommen, muss eine Verkleidung gebastelt werden, damit sich Nina vor dem Portier für den besagten Gast ausgeben kann. Dazu sind ein Hut, ein rosafarbender Bademantel und eine Sonnenbrille notwendig. Um die Tarnung zusammenzustellen, können dabei alle vier Decks des Schiffes erkundet werden, was viel Spielraum für das Lösen der Aufgabe bietet.

Der einfache Teil liegt nun darin, den bereits im Inventar befindlichen Bademantel zusammen mit einem roten Socken in die Waschmaschine zu stecken und dann an Deck trocknen zu lassen.

Der schwierige Part hingegen ist der Hut, den wir nach langem Knobeln aus einem Bund Rosen, einem kleinen Rettungsring und einem Tuch basteln. Die Sonnenbrille erhalten wir letzten Endes, indem wir diese einem schlafenden Passagier entwenden.

Wer dennoch an einigen Stellen hängen bleibt, kann auf die bereits aus dem ersten Teil bekannte Hotspot-Hilfe, die sämtliche Interaktionsmöglichkeiten an einem Schauplatz preisgibt, zurückgreifen. Zusätzlich dazu bietet man ein Tagebuch, in dem man Schlüsselmomente der Geschichte noch einmal Revue passieren lassen oder die Rätselhilfe einsehen kann. Letztere gibt dabei jedoch nicht die ganze Lösung, sondern nur einzelne Hinweise preis.

Herrliche Präsentation

Auch in Sachen Präsentation machten die Entwickler einen Sprung nach vorne. So wirken die Schauplätze aufgrund von kleineren Animationen wie beispielsweise Wolken- und Wasserbewegungen, aber auch wackelnden Lampenschirmen, durchweg lebendiger und detaillierter als zuvor. Weiterhin glänzen die einzelnen Räume durch eine gute Übersicht und eine hervorragende Ausleuchtung aller Bereiche. Somit bleibt kein Gegenstand unentdeckt und auch die Übersicht bleibt ständig gewährleistet. Dies liegt jedoch auch an gut platzierten Hotspots, die weder die Schauplätze überfüllt, noch zu leer erscheinen lassen. Einzige Wermutstropfen sind die oftmals recht steifen Bewegungen der Charaktere sowie die mangelnde Lippensynchronität.

In soundtechnischer Hinsicht gibt es keinen Grund zu klagen. Die Hintergrunduntermalung ist ebenso wie die Synchronisation erstklassig. Die deutschen Stimmen zahlreicher Hollywoodstars sind dabei der Garant für diesen Ohrenschmaus.

Ersteindruck

Wow! Da liegt noch nicht einmal die Vollversion von Geheimakte 2 auf meinem Schreibtisch und trotzdem bin ich hin und weg von Story und Atmosphäre des Adventures. Man fühlt sich einfach an Klassiker wie Baphomets Fluch 2 erinnert, wenn man mit Nina über das Schiff streift, Rätsel löst und geheimen Verschwörungen auf die Schliche kommt. Dabei wirkt die Geschichte frisch und spannend und stellt keine simple Kopie des Vorgängers dar; vielmehr schafften es die Entwickler sogar Fehler der Vergangenheit auszumerzen. So sind die Rätsel durchweg logisch und abwechslungsreich, wenn auch im ersten Kapitel des Sequels größtenteils zu einfach und linear. Die grafische Präsentation hingegen wirkt reifer und detaillierter als zuvor, die Synchronisation einfach atemberaubend gut. An alle Fans von klassischen Point'n'Click-Adventures: Streicht euch den 29. August im Kalender an. Denn dann erscheint das Adventure des Jahres 2008!

Geheimakte 2 [PC , looki.de]

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