Geheimakte 2: Puritas Cordis

Preview
Plattform
PC
Vertrieb
Deep Silver
Entwickler
Koch Media
Erscheinungsdatum
N/A
Genre
Abenteuer
Geheimakte 2: Puritas Cordis [PC , looki.de]

Geheimakte 2: Puritas Cordis

Am Anfang war der Tod: Wir übernehmen die Kontrolle eines älteren Professors, der vor Typen in Einsatzanzügen flieht. Schnell noch ein scheinbar sehr wichtiges Dokument versteckt, dafür gesorgt, das derjenige, für den das Schriftstück gedacht ist, es auch bekommt und dann nichts wie raus hier. Dimmriges Licht leuchtender Laternen durchflutet die gefährlich dunkel wirkenden Korridore der Universität – zusätzlich tobt außerhalb der Einrichtung ein brausender Sturm. In Todesangst holen wir mit zittrigen Händen einen Schlüsselbund aus der Jackentasche, um vor denen zu fliehen, die uns nach dem Leben trachten und bereits über diverse Leichen gegangen sind. Dann ein Schuss: Mündungsfeuer erleuchtet für kurze Zeit die Dunkelheit, trifft unsere Spielfigur am Hals und lässt den verletzten Mann taumelnd durch ein Fenster fliegen.

Einführung par excellence!

Der Sturz endet tödlich. Die Cutscene führt uns den resultierenden Genickbruch in geradezu nüchterner Art und Weise vor Augen. Dann erfahren wir, dass wir eigentlich nicht hätten sterben sollen... Die atmosphärisch dichte Einleitung stimmt den Adventurefreund problemlos auf Geheimakte 2 ein.

Diesmal sind wir nicht dem Rätsel des Tunguska-Ereignisses auf der Spur, sondern haben es als Nina Kalenkow – Protagonistin aus Teil eins - mit einer drohenden Klimakatastrophe sowie einer durchgeknallten Sekte namens Puritas Cordis zu tun. Nach wie vor geht die Formel „Realität plus Fiktion gleich interessante Story“ perfekt auf. Die negativen Auswirkungen der globalen Klimaerwärmung gibt es mittlerweile bei jeder Stichprobe einer x-beliebigen Zeitung zum schockierenden Nachlesen.

Die Morde im Namen einer Sekte erinnern hingegen frappierend an einschlägig bekannte Romane aus der Feder von Dan Brown, ohne jedoch dabei zu reinen und geklaut wirkenden Versatzstücken zu verkommen. Nein, Geheimakte 2 zieht sein eigenes Ding durch – und das ist auch gut so. Haben wir unseren eigenen Tod erlebt, ist ein Personenwechsel angesagt:

Nun legen wir endlich wieder Hand an die vertraute Nina, die sich eigentlich nur den Erlebnissen aus dem Original sowie der Trennung ihres Ex-Freundes Max für ein paar Tage entziehen will. Eine Schiffsfahrt auf dem Luxusdampfer Calypto bietet sich dafür geradezu perfekt an. Doch sehr schnell steigt in Nina wieder das altbekannte Gefühl auf, dass an der scheinbar heilen Sache etwas verdammt faul ist.

Schon bevor die rothaarige Schönheit überhaupt einen Fuß auf das Schiff setzen kann, sieht sie einen unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommenen Mann regunglos am Hafen liegen. So geht doch kein Erholungsurlaub los. Der zweite Schock lässt nicht lange auf sich warten: Ihr Koffer wurde vertauscht. Der Name des Besitzers des Koffers, der sich fälschlicherweise nun in unserem Besitz befindet, kommt aufmerksamen Spielern aus den ersten Spielminuten mit Sicherheit bekannt vor.

Unser erstes Ziel ist daher die Wiederbeschaffung unseres Eigentums. Doch das allein wäre wohl ziemlich langweilig und so verwundert es kaum, dass mal wieder alles anders kommt als ursprünglich geplant. Bezüglich der Rätsel ergibt sich ein altbekanntes Bild: Wie schon im Vorgänger gilt es vorrangig, Kombinationsaufgaben zu lösen – ob nun im bisher äußerst selten gut gefüllten Inventar oder außerhalb der Taschenleiste.

Apropos Inventar: An einer Stelle mussten wir schmunzeln, als sich Nina ein Ruder „einsteckte“ Wo sie das hingetan hat, wollen wir lieber gar nicht erst wissen. Egal, schließlich haben wir gerade von Kombinationsrätseln gesprochen. Selbige sind bisher mit gesundem Menschenverstand – und natürlich mit der integrierten Hotspot-Anzeige per Leertaste – recht einfach zu lösen. Um bei der interessant inszenierten Schnitzeljagd nach unserem Koffer einen Schritt weiter zu kommen, müssen wir logisch denken.

Wir finden einen Zettel mit dem Hinweis, dass Außerirdische auf die Erde kommen würden, von unten aber alles gleich aussähe. Hm? Okay, gut nachdenken. In der Lobby fällt uns ein Spielzeug-UFO auf, dem wir mit einem zuvor gefundenen Rollschuh die nötige Apparatur zum Verschieben verpassen.

Rätsel from Outer Space?

Bewegen dürfen wir das Teil lediglich auf eine zuerst unscheinbare und vom Schmutz gekennzeichnete Glasbodenplatte. Also muss die Frau ihre Aufgabe erledigen und das Glas reinigen. An verschiedenen Stellen finden wir einen leeren Eimer, den wir im Pool mit Wasser auffüllen, sowie das vorhin angesprochene Ruder, eine Matte sowie Seife im Waschkeller des Schiffes. Einen Wischmob erhalten wir, wenn wir Ruder und Matte miteinander kombinieren, dazu noch etwas Seife in den Wassereimer und fertig ist das Putzzeug. Ist die Platte erst einmal sauber, verschieben wir das UFO wieder auf die gereinigte Oberfläche. Einen Treppengang später versuchen wir von unten durch eine Öffnung an der Decke etwas zu erkennen, schließlich soll es von unten ja etwas Interessantes zu sehen geben.

Aber nichts da – zu dunkel ist der Korridor. Nur gut, dass wir eine Taschenlampe besitzen, die wir natürlich auch einsetzen. Aha, ein weiterer Hinweis...Rätsel nach diesem Strickmuster sind typisch für den Adventurealltag in Geheimakte 2. Wer nicht gleich weiter weiß, darf bei bestimmten Knobeleien auf glücklicherweise subtil gehaltene Hilfestellungen in Nina's Journal zurückgreifen. Vor allem für Anfänger – und Begriffsstutzige – eine tolle Idee. Die zwei Kapitel, die wir in unserer Preview-Version spielen durften, geben einen guten Vorgeschmack auf den Abwechslungsreichtum des Titels. Während wir im ersten Kapitel noch auf hoher See unterwegs sind, verschlägt es uns im nachfolgenden Kapitel nach Indonesien, wo der Schwierigkeitsgrad der anfangs noch gemütlichen Knobeleien allmählich anzieht.

Bei den Dialogen gibt sich Geheimakte 2 wie schon Teil eins nicht allzu ernst. Eine Gag-Granate sieht zwar anders aus, aber wenn Nina ihrer Erzfeindin dezente Beleidigungen an den Kopf schmeißt und ständig der neutrale Kapitän des Schiffes eine Schlichtung herbeizuführen versucht, entlockt das mehr als nur einen Schmunzler. Technisch hat sich recht wenig geändert, immerhin gibt es nun Support für Widescreen-Bildschirme.

Die Hintergründe sind nach wie vor stimmig und detailliert und auch für Abwechslung ist gesorgt. Einzig und allein die Charaktere sowie deren Mimik brauchen noch Feinschliff: Bei diversen Zooms wirken Nina & Co. nämlich arm an Details. Bei einer Sache sind wir uns jedoch sicher: Die deutsche Synchronisation ist gewohnt klasse, hier brauch man sich nun wirklich keine Sorgen machen. Und auch bei den ansonsten vernachlässigten Umgebungseffekten hat man sich bisher Mühe gegeben, um die einzelnen Screens nicht allzu leblos wirken zu lassen.

Ersteindruck

Ganz ehrlich? Nach dem ersten Kamerazoom auf den sehr bald ums Leben kommenden Professor kamen mir ernsthafte Bedenken um die Haltbarkeitsdauer der Engine. Gut aber, dass sich dieser Eindruck recht schnell bessert. Sehr gut sogar, dass der Kern des Titels bereits jetzt genauso hervorragend funktioniert, wie noch zu Zeiten, als Nina den Umständen des Tunguska-Ereignisses auf die Spur gekommen ist. Die Charaktere und Dialoge haben auch nach mehr als eineinhalb Jahren noch nichts von ihrem Charme verloren. Außerdem kenne ich nur wenige Genrevertreter, die sich so angenehm flott und flüssig spielen lassen wie Geheimakte 2 - und natürlich auch Teil eins. Ergo wird wohl niemand gelangweilt vor dem Bildschirm einschlafen und sich beim Herunterrutschen den Kopf stoßen. Stattdessen sitze ich gebannt vor dem Bildschirm und löse bisher logische Kombinationsrätsel, die mir angenehmen Spaß bereiten. Kopfzerbrechen bereitet mir daher bislang nur die Antwort auf die Frage, wie ich mir die Wartezeit auf den Release im August diesen Jahres vertreiben soll.

Geheimakte 2: Puritas Cordis [PC , looki.de]

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