Hell Forces
Der ewige Kampf Himmel gegen Hölle wird gern in vielen Spielen und Filmen als Vorlage genutzt. Auch beim russischen Shooterkandidaten Hell Forces von Buka Entertainment steht die Auseinandersetzung zwischen Menschen und den Kreaturen der Hölle im Vordergrund. Das dies aber auf die Dauer langweilig sein kann, beweist unsere Preview anhand einer First-Look-Version.
Wo bitte geht´s zum Ausgang?
Mal wieder pfuscht ein Wissenschaftler mit neuen Technologien herum, und mal wieder - Ihr erahnt es bereits - dürfen wir die Welt retten. Bei Hell Forces ist es Dr. Henry Cole, der einen Weg gefunden hat, die menschliche Seele aus ihrer Hülle zu befreien und somit eine alternative Energiequelle zu erschließen.
Kleine Nebenwirkung: die seelenlosen Körper streifen fortan als hungrige Zombies umher und haben nun alle lebenden Menschen zum Fressen gern. Doch als ob es nicht noch dicker kommen könnte, bemächtigt sich auch der Dämon Baphomet eines solchen 'leeren' Körpers und gründet den sogenannten Luzifer-Kult, der es dem Herrscher der Hölle ermöglichen soll, durch ein Portal auf die Erde zu kommen. Unser Auftrag: mach alle Verwesungskandidaten kalt und stell dich Luzifer! So weit, so unoriginell.
Bei Hell Forces läuft alles nach dem klassischen Shooter-Muster ab: 'Finde den Levelausgang und schieß alles nieder, was nicht bei Drei auf den Bäumen ist'. Dass das auf die Dauer enorm witzlos sein kann, merkt man hier allzu schnell. Spielerisch werden leider absolut keine Innovationen geboten. Kugeln zählen mehr als Gold, und nervende Gegner werden mit fortschreitender Spieldauer immer lustloser über den virtuellen Jordan geschickt.
Apropos Gegner: In unserer spielbaren Version fehlte auch bei den bösen Gesellen jegliche Innovation. Hier wird nochmals das gängige Gegner-Reportoire ausgeleiert. Neben männlichen und weiblichen, dicken und dünnen Zombies - denen man dankenswerterweise den Kopf wegschießen kann - bekommt man es auch mit waffenstarrenden Zombie-Söldnern und spärlich animierten Cyber-Höllenhunden - Pinky aus Doom 3 lässt grüßen - zu tun. Toll, was?
Ey Mann, wo ist meine Knarre!?
Ab und zu wird´s auch mal ein bisschen gruselig, zum Beispiel beim Durchstöbern ungenügend beleuchteter Korridore und Räumlichkeiten. Vor allem dann, wenn aus dem Dunkeln Monster hervorschießen oder schon von weitem schmackhafte Knabbergeräusche zu hören sind. Echte Schockeffekte wie man sie beispielsweise in Silent Hill findet, lässt Hell Forces allerdings vermissen. Den ach so furchterregenden Kreaturen könnt Ihr mit waffenstarrenden Argumenten ordentlich einheizen.
Bis jetzt umfasst das recht umfangreiche Arsenal zwar nix neues, dafür aber solide Knarren wie Shotguns, Miniguns und Scharfschützengewehre und auch spezielle Sci-Fi-Waffen. Für Nahkampf-Fetischten gibt´s vom niedlichen Taschenmesser über Hackebeile bis hin zur Jason-Vorhees-Gedächtnis-Machete fast alles, was das Herz begehrt. Im fertigen Spiel darf man dann auf ca. 20 Waffen zurückgreifen. Zumindest technisch gibt´s fast nix zu mosern. Die Texturen können sich zwar nicht mit Grafik-Primus Doom 3 messen, sind aber trotzdem sehr detailiiert und voll auf der Höhe der Zeit. Auch Level- und Charakterdesign kann man bereits jetzt als gelungen bezeichnen. Meckern muss man allerdings bei den Animationen: Gegner laufen fast wie auf Schienen was einfach nur erbärmlich aussieht. Ein Urteil über die Soundausgabe können wir indes noch nicht ganz fällen, da bisher sowohl Sprachausgabe als auch Hintergrundmusik komplett fehlen. Das Zombie-Gestöhne haben die Entwickler aber schon mal ganz gut hinbekommen, nun mangelt es nur noch an den Effekten der Ballermänner. Viele Waffen hören sich einfach noch zu brav und abgedämpft an, und ähneln sich beim genaueren Hinhören.
Ersteindruck
Wer bisher meinte, dass Ego-Shooter, die auf eine komplexe Storyline und Innovationen pfeifen und stattdessen lieber auf simples, unkompliziertes Geballere setzen, Spaß machen, hat Hell Forces noch nicht gespielt. Denn der russische Shooter-Klon lässt im derzeitigen Entwicklungsstadium noch jede Art von Spielspaß vermissen.Bei vergleichbaren Spielen wie Painkiller machte das stressfreie Ballern ja noch Laune, bei |Hell Forces hingegen ist davon nichts zu spüren. Inspirations- und innovationslos wird dem Spieler hier ein Level nach dem anderen serviert, frei nach dem Motto: 'Na los, einfach laufen und schießen!'. Doch noch ist nicht aller Tage Abend, und vielleicht ist das Endprodukt dann um einiges ausgefeilter und spaßiger als diese ausgesprochen schlechte First-Look-Preview.

![Hell Forces [PC , looki.de]](http://l.yimg.com/eur.yimg.com/xp/justgamers/20080430/12/2366128453.jpg)