Hot Dogs Hot Girls
Die Faustregel gleich vorweg: In Hot Dogs, Hot Girls, der neuesten Managementsimulation, sollte man auf jeden Fall zuerst das gut gemachte aber durch Textblasen etwas öde wirkende Tutorial erledigen, denn diese Lektüre werden Einsteiger bitter nötig haben. Nach einer Weile ist man dann auch schon fertig mit dem Lernkurs und darf sich endlich zum ersten Mal bewähren. Dies geschieht, wenn Ihr Euch dem Kampagnenmodus widmet: Nachdem Ihr Euch für eine von drei Metropolen entschieden habt - zur Auswahl stehen New York, Los Angeles und Seattle -, landet Ihr nach einem recht kurzen Ladebildschirm auch schon auf der dreidimensionalen Übersichtskarte der jeweiligen Stadt.
Jede Stadt bietet insgesamt sechs Stadtteile, in denen Ihr Euch als aufstrebender Fast Food-Gigant austoben könnt. Ab jetzt geht's ans Eingemachte: Als Anfänger startet man mit einem vergleichsweise mickrigen Budget und fängt natürlich erst einmal mit klapprigen Schnellimbiss-Restaurants an. Mehr kann man sich nämlich noch nicht leisten. In der Stadtansicht sind potentielle Neu-Immobilien mit einem Stern gekennzeichnet und auch Informationen über konkurrierende Läden kann man sich hier einholen.
Habt Ihr Euer erstes Restaurant errichtet, kommt die nicht zu unterschätzende Managementkomponente von Hot Dogs, Hot Girls ins Spiel. Über einen Messenger wird Personal angeheuert, nützliches Interieur wie Pflanzen, Kühlschränke oder Mikrowellen bestellt sowie erste Lebensmittellieferungen abgehandelt. Diese erfolgen über den Abschluss eines Vertrages mit einem Großhändler, bei dem man die Anzahl und Art der benötigten Speisen und Getränke festlegen darf.
Wollt Ihr Euren Status verbessern, hilft nur ein Gesamtupgrade des Restaurants oder der Erwerb teurerer Immobilien. Je nach erhöhter Stufe des eigenen Restaurants kann man sich immer besser qualifiziertes Personal anschaffen und auch die Anzahl an verfügbaren Einrichtungsgegenständen wird größer. Küchen können ausgebaut und mehr Leute beschäftigt werden. Das geht zwar ins Geld, andererseits kann man mehr Kunden gleichzeitig bedienen.
Tja, warum heißt das Spiel nicht Fast Food Manager, sondern Hot Dogs, Hot Girls? Natürlich geht es vorrangig um das Verkaufen von fettigen Leckereien, andererseits kann man seine Verkäufe auch mit 'Körpereinsatz' ankurbeln. Die erfolgt durch leichtbekleidete Damen, die allesamt ihren eigenen Willen und Charakter haben, genauso wie der Rest des Personals. Und was heiße Miezen überhaupt nicht mögen ist die Drecksarbeit.
Soll heißen, zur Putzfrau sollte man die sexy Bedienungen nicht verkommen lassen, denn dann geht die Moral der Ladys sprichwörtlich flöten. Viel besser können sie männliche Kundschaft bezirzen und sie somit natürlich dazu bewegen, doch öfter mal in den Laden reinzuschauen. Übrigens könnt Ihr die Mädels auch individuell mit der gewünschten Kleidung ausstatten. Und Einkaufsgutscheine zaubern ein Grinsen auf die hübschen Gesichter. Ja ja, so sind sie, die Frauen!
Ab und zu schiebt das Spiel auch mal ein kleines Minispiel ein, was Euch den tristen Manageralltag etwas abwechslungsreicher gestalten soll. Nur leider ist diese Absicht absolut in die Hose gegangen. Die Spielchen sind nicht nur äußerst dämlich, sie haben auch keine Spielrelevanz und sind zudem grottenschlecht inszeniert. So muss man beispielsweise Viren killen - wobei uns der Startbildschirm dieses Spiels an einen echten Computervirus erinnert hat -, angreifende UFOs vom Himmel holen sowie Diebe mit Tellern bewerfen.
Da all diese Minigames keinen Spaß machen, hätte man sie ruhig rausnehmen können. Was weiterhin stört, ist das gnadenlose Mikromanagement, an dem man einfach nicht vorbeikommt. Etliche Klicks über umständliche Menüs sind nötig, um beispielsweise eine Lebensmittelbestellung aufzugeben. Gleiches Prozedere findet sich in anderen Formen des Managements wieder und an die umständliche Menüführung wird man sich wohl nur schwer gewöhnen können.
Grafisch kann man Hot Dogs, Hot Girls durchaus als solide bezeichnen: Die Städte heben sich wohlwollend voneinander ab, auch wenn sie nicht spektakulär aussehen und kleine Details wie zum Beispiel die Darstellung von Wasser in der Stadtansicht alles andere als gefallen. Zumindest wirkt die Umgebung an sich ziemlich lebendig durch Fußgänger und Strandläufer. Auch die Figuren wurden gut animiert und besitzen ein überzeugendes Design, das an Die Sims 2 erinnert. Akustisch bekommt man außer einer unterhaltsamen Hintergrundmusik nicht viel geboten, selbst die Tutorialhilfe erfolgt nur über Textkasten. Die Einsparung an anderen Effekten stört hier aber so gut wie gar nicht.
Ersteindruck
Als ich zum ersten Mal von Hot Dogs, Hot Girls hörte, konnte ich mir darunter nicht viel mehr vorstellen, als nur eine weitere B-Managementsimulation mit exzessivem Einsatz von weiblichen Sekundärmerkmalen. Doch dem ist glücklicherweise nicht so: Über den Sinn von schwingenden Brüsten in einer Simulation kann man gerne diskutieren, doch das restliche Spiel scheint ziemlich brauchbar zu sein.Abgesehen von den bescheuerten Minispielen und der unnötigen komplizierten Menüführung bietet das Spiel genau das, was man sich von einem Tycoon-Game erhofft: eine solide Technik, viel Umfang, reichlichen Spielspaß und genug Motivation, es nach ganz oben zu bringen. Und ja ich gebe es zu: Männer bekommen noch den ein oder anderen Eye Candy geboten. Da es bis zur Veröffentlichung nicht mehr weit hin ist, bleibt wohl keine Zeit mehr für Veränderungen. Jetzt bin ich gespannt auf das fertige Produkt.
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