Just Cause 2
Rico ist "back in Action"! Agent Rodriguez hat zwar einen neuen Auftrag, prinzipiell aber dasselbe Ziel: Chaos überall dort, wo er auftaucht. Und jeder, der den ersten Teil auch nur ansatzweise gespielt hat, wird wissen, wie ausgiebig und wie gerne er seinem Job nachgeht.
San Esperito, Ricos Wirkungsstätte aus dem ersten Teil, ist inzwischen Geschichte. Doch mogelte sich inzwischen ein neuer Feind in die Augen der Agency: Diktator Baby Panay hat es sich auf der Insel Panau so richtig gemütlich gemacht und malträtiert die Einheimischen des Eilands. Mit von der Partie ist auch wieder unser alter Einsatzleiter Agent Sheldon. Der hat sich inzwischen aber nach anderen Einnahmequellen umgesehen und den bösen Jungs angeschlossen. Wir sollen ihn in einem egal wie gearteten Zustand zurückbringen. Genau die richtige Ausgangssituation für Agent Rico Rodriguez!
Mach' kaputt, was Dich kaputt macht!
Wie in der ersten Episode sollen Euch auch auf Panau wieder 1.000 Quadratkilometer frei begehbare Umwelt zum Kaputtmachen anlachen - ohne auch nur einen Ladebildschirm. Einige Teile des Eilands sind jedoch nur per Paraglider, Jet oder Hubschrauber zu erreichen. Es stimmt, auch in der Fortsetzung können wieder unzählige Vehikel bestiegen, geentert, versenkt, gesprengt, zerschossen oder einfach nur gegen Hindernisse gefahren werden. Rund hundert davon sollen es in das endgültige Spiel schaffen, versprach man uns. Viel weniger dürften es aber auch nicht sein - schließlich wollen wir nicht zum Daumen greifen müssen, um von einem Ort zum anderen zu kommen. Doch auch der bekannte Helikopter der Agentur kann wieder zu Hilfe genommen werden, um sich zu den Orten bringen zu lassen.
Die Zahl der Waffen soll ähnlich hoch sein, um das eigentliche Hauptziel zu erledigen. Das lautet: Chaos. Und das Chaos im Nachfolger vom 2006er Erstling nicht nur Spaß macht, sondern auch deutlich hübscher aussehen wird, davon konnten wir uns selbst während einer Präsentation bei Publisher Eidos persönlich überzeugen: Panau wird dank Avalanche Engine bereits in der Alpha-Phase schon ansehnlich präsentiert und bietet ein idyllisches Urlaubsparadies mit entsprechend einladender Vegetation, malerischen Bergketten inklusive schneebedeckten Kuppen und netten, pazifischen Stränden. Durch diese hangelt sich unser komplett neu animierter Rico in einem authentisch wirkenden Tag-/Nachtwechsel. Das ist die eine Seite. Die andere bietet massenhaft Explosionen, Action und natürlich Geschwindigkeitsrausch per Düsenjet.
Und je mehr Chaos unser Agent in dieser Idylle verbreitet, desto mehr entfaltet sich vor unseren Augen die Hintergrundstory. Das simple System dahinter: Je mehr Chaos, desto mehr Action, desto mehr freigeschaltete Aufgaben.
Insgesamt 261 soll es davon auf der gesamten Insel geben. Die Missionen teilen sich in Schlüsselaufgaben und Fraktionsaufträge, die die alten Nebenmissionen ablösen. Insgesamt drei dieser Splittergruppen werdet Ihr auf der Insel sehen: Die Roaches, die Reapers und die Ular Boys. Unser Ziel ist es, durch Chaos Einfluss zu gewinnen: Je öfter wir uns den Sieg bei einem Vorhaben erkämpfen, desto größer wird unser Einflussbereich. Die Fraktionen bestücken uns nach erfolgreich absolvierten Missionen beispielsweise auch mit größeren Waffen...Ihr wisst schon: Mehr Chaos!
Action-Agent Rico
Um die einzelnen Aufträge zu erledigen, müssen wir natürlich erst einmal zu den Einsatzorten gelangen. Einen dieser Wege möchten wir Euch kurz skizzieren: Action-Junki Rico soll wegen einer Rettungsmission auf eine andere Seite der Insel gelangen. Da der Taxi-Dienst entweder streikt, oder noch nie einer vorhanden war, greifen wir zu etwas subversiveren Maßnahmen:
Da wir uns aktuell auf einem Berg befinden, stürzen wir uns natürlich erst einmal herunter und segeln per Paraglider zur nächsten Straße. Dort öffnen wir direkt über dem absolut nicht stau gefährdeten Verkehr den Fallschirm und springen einem der fahrenden Wagen auf das Dach. Wenige Klicks später rollt der ehemalige Fahrer durch's Gras, während wir das Steuer übernommen haben. Um etwas Spannung in die seichte Autofahrt zu bringen, durchbrechen wir mit dem Auto kurzerhand das Geländer einer Brücke und purzeln zusehends in Richtung Wasser unter uns.
Wir betätigen unseren Fallschirm und segeln gemütlich durch die nachmittägliche Luft, um auf einem gerade startenden Jet zu landen.
Auch hier nicht das Motto aus den Augen verlieren: Große Waffen für großes Chaos. Erneut ist beim Drücken der entsprechenden Buttons Reaktion per Quick-Time-Event gefragt und wenige Sekunden später sitzen wir und nicht mehr eben noch lebensfrohe Pilot im Militärflieger. Fast sind wir angekommen, lässt der Vorspieler unseren Jet im Wasser abstürzen, doch retten wir uns erneut mit dem Fallschirm - diesmal zu einem nahe gelegenen Fabrikgelände. Die uns entgegenprallende Unfreundlichkeit in Form von Menschen, die mit Schusswaffen auf uns losgehen, wehren wir kurz durch den eigenen Gebrauch unserer eigenen Feuerkraft ab. Für Freunde des martialischen Daseins: Wir nehmen unseren Seilwerfer, schießen ihn in einen Feind und ziehen diesen zu uns, um ihm die Lebensgeister auszutreiben.
Dann noch kurz den Helikopter entwendet und schon befinden wir uns auf dem endgültigen Weg zum Missionspunkt.
Bond war gestern
Warum einfach, wenn es auch langwierig, dramatisch, explosiv und vor allem actionbetont geht? Das ist der zentrale Inhalt von "Just Cause 2". Und dabei sind der Seilwerfer und der Fallschirm unsere größten Freunde. Besser gut geflogen als schlecht gelaufen, denken wir uns und schießen ein ums andere Mal unsere Harpune in alles mögliche, nur um kurz danach den Fallschirm zu öffnen und das Seil schlagartig wieder einzufahren. So erheben wir uns majestätisch in die Lüfte und gleiten über die hübschen Landschaft dahin. Spieler des ersten Teils werden dieses Vorgehen sicherlich sehr gut kennen.
Immerhin ist Rico kein Undercover Agent, sondern genau das Gegenteil: Auf offener Straße eröffnet er das Feuer und zerlegt ganze Dörfer. Die ansonsten verschwindend geringe Authentizität wird jedoch durch die komplett zerstörbare Umwelt und die ansehnliche Enemy-Hit-Response aufgewertet. Sogar Palmen können auf Feuerholzgröße minimiert werden, während die Gegner sich gekonnt auf den Bart legen, sobald eine unserer Kugeln beispielsweise ein Knie getroffen hat.
Ersteindruck
Chaos überall! Warum ein gutes Konzept unnötig verändern? Diese Frage müssen sich die Entwickler aus den Avalanche Studios gestellt haben. Glücklicherweise sind sie der eingeschlagenen Linie treu geblieben: Coole Stunts und knallharte, kompromisslose Action wurden mitgenommen und intensiviert. Neu ist der gute Anstrich und das Fraktionssystem, welches die vielfach kritisierten Nebenmissionen ablöst. Das Spiel präsentierte sich bereits in der uns gezeigten Alpha-Fassung sehr ansehnlich. Ein Knackpunkt könnte die Bedienung von Rico sein. Da wir selbst nicht spielen konnten, sondern uns der Titel nur präsentiert wurde, bleibt zu hoffen, dass sich hier keine Schnitzer mehr einschleichen. Auch die - wie beim ersten Teil - etwas leer wirkende Umgebung sollte noch etwas gefüllt werden. Angenommen, dies wird berücksichtigt, brennt im Sommer die Insel.









