Just Cause 2

Preview
Plattform
PC
Vertrieb
Eidos
Entwickler
Avalanche Software
Erscheinungsdatum
N/A
Genre
Andere
Just Cause 2 [PC , looki.de]

Just Cause 2

Der diesjährige April ist geprägt von Sonnnenschein, kühlen Cocktails zur Erholung und ausziehwilligen Menschen in Freibädern...oh, tut uns leid, das war der letzte April. Also noch einmal: Der diesjährige April ist geprägt von schlechtem Wetter, warmen Getränken zur eigenen Akklimatisierung und dick eingehüllten Menschen auf den Straßen. Klar, dass das niemanden Spaß macht, vor allem nicht Sonnenanbetern. Wenn schon Mutter Erde nicht mitspielen will, müssen wir uns eben von woanders warme Gefühle herbeirufen. Ach, da kommt ja Just Cause 2 angewatschelt, wollen wir doch einmal sehen, was es so im Gepäck hat: Eine südostasiatische Inselwelt namens Panau, heiße Daueraction und eine riesige Umgebung zum Sonnen und Abfackeln? Na das klingt doch hervorragend. Wir haben unser Ticket für einen noch nicht näher genannten Zeitraum in diesem Jahr bereits in den Fliegerklassen PC, PlayStation 3 und Xbox 360 gebucht. Bis es soweit ist, müssen wir uns die Wartezeit mit den bisher bekannten Infos über das Sequel zu Just Cause vertreiben – und uns dabei warme Gefühle machen.

Explosive Freuden...

Eines vorweg: Just Cause 2 soll nicht alles anders, sondern alles Bekannte besser machen – zumindest wenn man von den Methoden absieht, wie Titelheld Rico Rodriguez nach und nach Panau unter seine Gewalt bringen will, oder besser gesagt den Militärdiktator Baby Panay selbige abluchsen will. Statt stur Territorium um Territorium einzunehmen – wie noch in San Esperito aus Teil eins -, entscheidet nun der Spieler selbst, welcher der drei unterschiedlichen, mit dem Regime rivalisierenden Gangs er sich anschließt, um gemeinsam mit den Aufständischen das Militär nach und nach selbst zu unterjochen. Die Entwickler nennen diese Art der Herangehensweise „Einflusssystem“: Je öfter wir uns den Sieg bei den Vorhaben erkämpfen können, desto größer wird unser Einflussbereich.

Doch Vorsicht: Im gleichen Atemzug schließt sich an dieses neue Gameplay-Feature das Heat-System an, eine Art GTA-Fahndungslevel im Verzweiflungsgewand. Hetzen Euch Eure Gegner zunächst noch normales Fußvolk und leichte Jeeps auf den Hals, sind es, je nachdem wie brutal Ihr vorgeht, beim nächsten Mal vielleicht schon schwer bewaffnete Kampfhubschrauber, die Euch das virtuelle Leben aussaugen wollen. In Just Cause 2 spielt nämlich das von Euch angerichtete Chaos zwischen und innerhalb der Aufträge eine wichtige Rolle, die später entscheidet, ob schon schwere Geschütze gegen Euch verwendet werden oder doch erst einmal für später aufgehoben werden sollen.

Und Platz für Chaos gibt es allemal, so ist doch bereits eine 1.000 Quadratkilometer (!) - dagegen wirkt Far Cry 2 mit knapp 50 km² wie ein Sandkasten - riesige Umgebung mit verschiedenen Klimazonen angekündigt, die ihr entweder zu Fuß oder mit insgesamt knapp 100 Fahrzeugen – zusammen mit den Schießprügeln sind selbige bei Händlern aufrüstbar - erkunden dürft.

Mit dabei: Rennwagen, Jeeps, Panzer, Boote, Hubschrauber, Militärtransporter, Düsenjets – halt alles, was man von einem echten Brachial-Actioner dieser Größenordnung erwartet. Und Action soll es tatsächlich reichlich geben, aber die war ja schon im Vorgänger nicht von schlechten Eltern. Die Umgebung ist zwar nicht zerstörbar, aber was nützt einem die tollsten Detonationen, wenn die Spielwelt aussieht wie ein arg künstlicher Baukasten? Richtig, nichts. Und so freut es uns, dass sich die Entwickler von Avalanche ein Herz genommen haben und es diesmal nicht nur tropische Bereiche zu sehen gibt, sondern auch Wüsten- und Eisregionen, die ihr aus jeder Höhenlage bestaunen dürft. Besonders cool wie im Vorgänger ist dabei immer der berühmte Absprung über dem Eiland, bei dem Ihr mit einem Affentempo dem Boden entgegenzischt, nur um ihm letzten Moment doch noch den Fallschirm zu ziehen. Das mag – wie vieles in Just Cause 2 - nicht unbedingt realistisch sein, sieht aber hervorragend aus.

Passend zu den frischen Gegebenheiten des Nachfolgers kann Rico auch mit dem Greifhaken, den er nun wesentlich flexibler einsetzen kann, mehr Stunts anstellen. Sich wie ein Halbgott durch die Levels zu hangeln, muss je nach Anzahl an haftenden Objekten also kein Ding der Unmöglichkeit sein, aber auch einfache Einheiten lassen sich so beispielsweise heranziehen und entwaffnen.

Beherrscht man das gute Stück auch nur annähernd so gut, wie es vorgesehen ist, wird Just Cause ein stylischer Third-Person-Shooter. Was, Euer kurz vor der Explosion stehendes Fahrzeug rast eine Klippe hinunter? Kein Problem, einfach den Greifhaken auf andere Fahr- oder Flugzeuge ausrichten, abdrücken und sich über eine weitere fotogene Fluchtszene freuen, über die man sich bei der nächsten Gelegenheit bestimmt gern mit Freunden austauscht. Die Story dreht sich dabei um den Einsatzleiter Sheldon aus Teil eins, der nun als Abtrünniger zwielichtige Geschäfte unter Dach und Fach bringt. Unser Einsatz ist daher klar: Den Verräter dingfest machen und irgendwie gen Heimat zurückbringen. Da der Typ schon in Just Cause nicht gerade die Freundlichkeit in Person war, haben wir auch keine Gewissenskonflikte.

Selbige vergessen wir auch, als wir die ersten Bösewichte erledigen: Dank verschiedener Trefferzonen und einer besseren künstlichen Intelligenz sollen sich die Schießereien nun wesentlich spritziger spielen, als noch zuvor. Liebe Herren von Avalanche, Ihr Wort in Gottes Ohr! Gerade die KI war eines der Hauptkriterien am Vorgänger, dieses Mal sollen die Widersacher Deckungs-, Gelände- und Teammanöver drauf haben. Wir lassen uns natürlich gerne überraschen. Was wir uns jetzt noch wünschen, wäre ein Mehrspielermodus. Der war aber schon beim ersten Teil nicht dabei und auch bei Just Cause 2 war bisher noch keine Rede davon, schade eigentlich um das schöne Terrain! Optisch müssen wir uns keine Sorgen machen – außer vielleicht um die Systemanforderungen. Avalanche will die aufgebohrte und gleichnamige Engine die knapp 1.000 km² nämlich ohne nervige Ladezeiten stemmen lassen.

Und auch die Explosionen sehen jetzt schon durch massiven Partikel- und Raucheinsatz klasse, aber eben auch rechenintensiv aus. Auch die bei Just Cause etwas eckigen Charaktere haben nun einen Rundumschliff mitsamt mehr Details und Polygonen bekommen.

Ersteindruck

Ich mache mir nach Far Cry 2 und nun auch noch Just Cause 2 langsam Sorgen um das Verfallsdatum meiner Hardware. 1.000 Quadratkilometer Spielwelt ohne Ladezeiten, eingekleidet in eine Vegetation, die einem die Freudentränen in die Glubscher treibt, und Explosionen, bei dem sich die Augen von ganz alleine öffnen? Aber auch beim Gameplay habe ich Bedenken, genauer gesagt bei den Missionen. Wird es Avalanche schaffen, hier wirklich ein paar Highlights einzubauen, oder gestalten sich selbige auch nur wieder nach dem 08/15-Schema des Vorgängers? Auch die künstliche Intelligenz kann ich noch nicht beurteilen, hoffentlich lernen die Entwickler auch hier aus ihren Fehlern. Ansonsten dürfte Just Cause 2 aber genau das werden, woran der Vorgänger trotz vieler guter Ansätze knapp gescheitert ist: Ein - trotz sichtlicher Anleihen bei anderen Genrevertretern - herrlich frischer und kompromisslos-brachialer Feldzug gegen militärische Querdenker. Mein Fallschirm ist jedenfalls schon bereit.

Just Cause 2 [PC , looki.de]

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