Painkiller
Auf die Schlachtplatte, fertig... los!
Painkiller hat, für sein Sub-Genre gesehen, eine recht interessante Hintergrundstory. Der Spieler schlüpft in die Rolle des bemitleidenswerten David Garner, einer traurigen Seele, der zusammen mit seiner Frau in einen Autounfall verwickelt und dabei getötet wurde. Während seine Gemahlin ohne Umschweife in den Himmel einzog, muss der Zeit seines Lebens wohl doch nicht so artige David, mit dem ständigen Ziel des Wiedersehens mit seiner Frau vor Augen, für eine vorerst unbestimmte Zeit angreifende Höllenlegionen abwehren, die den Frieden zwischen den Überwelten gefährden. Natürlich lässt sich unser Protagonist angesichts dieses Angebots nicht lange bitten. Für ihn und für den Spieler beginnt damit ein Baller- und Schnetzelfest dass sich gewaschen hat.
In den 24 grafisch abwechslungsreichen Levels wie beispielsweise einer düsteren Friedhofsszenerie, einer von Untoten besetzten Stadt und einer Umgebung, die stark an die Unterwelt erinnert, ballert sich der Spieler seinen blutigen Weg frei. Viele schlagkräftige Argumente hat unser Held der Zombieschar zwar nicht entgegenzusetzen, aber diesmal lässt sich das Sprichwort Qualität geht über Quantität sinnvoll einbringen, denn zumindest zwei der Waffen sind in ihrer Wirkung recht überzeugend. Zum einen eine Art Stab, der mit einer rotierenden Säge bestückt ist, und zum anderen eine Armbrust, mit der Gegner förmlich an die Wand genagelt werden. Dann gibts für das Actionspielerherz noch eine durchschlagskräftige Schrotflinte sowie eine Mischung aus Raketenwerfer und Maschinengewehr.
Die Metzeleien in Painkiller sind zuweilen unberechenbar. Da werden Zombies des öfteren mit metergroßen Pfählen aufgespießt, an die Wand genagelt und malträtiert. Auch explodieren einige Gegner bei heftigem Beschuss in einem riesigen Blutwall. Dies macht sogar, auch wenn es sich makaber und pervers anhört, dank der genialen Physikengine eine Menge Spaß.
Für einen Shooter schon lange nicht mehr nur schmückendes Beiwerk ist der Zeitlupeneffekt, vor dem auch in Painkiller ausreichend Gebrauch gemacht werden kann. Mit einem Tastendruck wird das Geschehen verlangsamt, was vor allem in Gefechten echt cool aussehen kann. Da fliegen Körperteile und blutige Äxte in Zeitlupe an Euch vorbei. Stylistischer geht´s echt nicht!
Nicht umsonst besitzt die Schlachtorgie das NVidia-Gütesiegel: grafisch gefällt der Ego-Shooter im ersten Moment. Neben höchstdetaillierten Texturen und fetten Explosionen werden dem Spieler die wohl besten Animationen zur Zeit geboten. Gegner wirbeln durch die Luft, Fässer rollen ungeskriptet durch die Levels und die Körper von gepfählten Ungeheuern verbiegen sich schon so realistisch, dass einem selbst beim Zusehen der ganze Leib schmerzt. Auch soundtechnisch gehört das Game zur Créme de la Créme. Unterlegt durch eine schaurig-schöne Hintergrundmusik gibt´s an allen Ecken knallige Explosionen, schlurfende Untote und Schreie zu hören. Alles in Top-Qualität und nur in abgeschotteter Umgebung zu geniessen!
Natürlich gehört zu einem Shooter wie Painkiller ein ansprechender Multiplayermodus. Und erfreulicherweise gibt´s den auch. In insgesamt fünf verschiedenen Spielmodi darf man sich über LAN und Internet austoben. Neben Must-Have-Modi wie Deathmatch und Team-Deathmatch werden für ausgedehnte Matches noch spaßige Modi wie Voosh, People Can Fly und The Light Bearer geboten. In Voosh bekommt jeder Spieler dieselbe Waffe in die Hand, die nach einem bestimmten Zeitlimit gegen eine andere ausgetauscht wird. In People Can Fly besitzt jeder Teilnehmer einen Raketenwerfer und bekommt nur Punkte, wenn er andere Spieler in der Luft tötet. Logischerweise finden diese Kämpfe in kleinen, aber sehr hohen Arenen statt. Last but not least wäre da noch The Light Bearer: hierbei gibt es im Zentrum jeder Map einen unerschöpflichen Schadensverstärker, um den sich natürlich alle Teilnehmer bis aufs Blut bekämpfen.
Ersteindruck
Schnitzt die Pflöcke und schärft die Klingen! Was da auf die Actiongemeinde zukommt ist atemberaubend. Painkiller scheint dass zu werden, was Serious Sam und Will Rock sein wollten: nämlich eine gnadenlose, aber zu gleich wunderschöne und nie abgedroschen wirkende Splatterorgie, die auch bei den x-ten Gegnerwellen nie langweilig wird. Zusätzlich besitzt das Spiel eine hervorragende Gruselatmosphäre, der sich garantiert keiner entziehen kann. Aber in einem Punkt herrscht noch Skepsis: die Spieldauer. Mit rund 20 Minuten Spielzeit pro Mission wäre das Game, rein rechnerisch gesehen, nicht der Dauerbrenner. Mal sehen wie die Entwickler dies handhaben werden.

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