Parabellum

Preview
Plattform
PC
Vertrieb
Acony
Entwickler
Acony
Erscheinungsdatum
-
Genre
Action
Parabellum

Parabellum

"Si vis pacem, para bellum!" Schnauze, Vegetius! Wer hat denn gesagt, dass wir Frieden wollen? Zumindest virtuell nehmen wir doch jede Einladung zum zünftigen Fraggen ein und noch besser ist es, wenn wir dafür gerade einmal einen Client herunterladen und eben nicht das Portemonnaie zücken müssen. Ehemals noch als normaler Verkaufstitel angekündigt, warf Entwickler Acony das Konzept des MMO-FPS vor einiger Zeit um und wird den Titel kostenlos zum Download bereitstellen. Sollte man diesmal dem geschenkten Gaul ins Maul schauen? Unsere Vorschau verrät es Euch!

Individualisierung ftw!

Ein heiterer Donnerstag Nachmittag im nordrhein-westfälischen Münster. Es ist 16:30 Uhr. Im Stadtteil Roxel ist es still. Trügerisch still. Der Grund: Aus den heiligen Looki-Hallen erklingen Schüsse. Ein Magazin nach dem anderen donnert akustisch aus den Boxen. Programmierer und Redakteure gleichermaßen haben sich verschanzt und kauern verängstigt unter den Tischen. Nur einer sitzt am Rechenknecht und zockt mit nationalen Pressekollegen und den Entwicklern Parabellum.

Ja, es war soweit: Looki durfte den Kollegen von Gamona, Krawall, Eurogamer, etc. zeigen, wo der Frosch die Locken hat. Und ganz ehrlich: Wir hatten Spaß dabei. Nicht nur wegen der Schadensfreude und dem übermächtigen Gefühl, beim nächsten Event die liebe Konkurrenz mit alten Niederlagen aufzuziehen, sondern auch wegen dem unterhaltsamen Gameplay. Aber immer schön der Reihe nach.

Bevor wir uns überhaupt mit den Kollegen messen durften, machten wir erst einmal einen Abstecher in das Charaktereditor-Menü, eine - und das dürfen wir bereits verraten - der ganz großen Stärken von Parabellum. Hier darf nahezu alles verändert werden - gegen hart verdiente Spielwährung versteht sich. Der Fantasie sind beim Invidualdesign nahezu keine Grenzen gesetzt: Hautfarbe, Haare, Kopfbedeckung, Helm und Handschuhe sind nur ein kleiner Auszug aus den Variierungsmöglichkeiten.

In wenigen Minuten haben wir uns fix eine Figur zusammengeschustert und machten dann noch einen Abstecher ins Waffen-Preset-Menü. Wie der Name schon sagt, könnt Ihr Euch hier ganz eigene Presets aus Ballermännern erstellen, die Ihr dann mit ins Gefecht nehmen, aber nur hier konfigurieren könnt.

Waffen nach Maß

Doch nicht nur das, sondern auch die Schießprügel selbst können aufgebohrt werden. Modifikationen wie Laser-Aufsätze, Stabilisatorgriffe, Schalldämpfer und größere Magazine stehen ebenfalls auf dem Plan. Und als wäre das noch nicht genug, könnt Ihr die Knarren auch noch optisch verändern, beispielsweise mit einem ganz eigenen Clan-Look. Oder mit anderen bösen Mustern und Verzierungen. Wer hier einen einigermaßen vernünftigen Prügel zaubern will, sollte sich aber definitiv auch die Zeit dazu nehmen. Wir blieben stattdessen beim Standard-Aussehen und schmissen uns - endlich! - ins Getümmel. Eins gleich vorweg: Den groß angeworbenen Multiplayer-Kampagnenmodus hat uns Acony abermals nicht gezeigt. Wann die Bombe platzen soll, ließ man allerdings offen. Stattdessen brachten wir erst einmal eine vernünftige Runde Team-Deathmatch auf der Map Rooftop hinter uns.

Die Regeln sind klar: Zwei Teams treten gegeneinander an und nur die Mannschaft, die nach Ablauf der Zeit die meisten Kills für sich verbuchen kann bzw. das geforderte Fraglimit erreicht, gewinnt. Mit einem von drei Waffensets geht es ans Eingemachte, Klassen gibt es in Parabellum nicht. Das Gameplay ist dabei etwas rasanter als beispielsweise beim Konkurrenten Counter-Strike: Source. In üblicher Multiplayer-Shooter-Manier stammeln wir mit unserem Team über die Karte, campieren an besonders fiesen Spots - ja es kam vor, wir geben es zu! - und pumpen unsere Gegner mit Blei voll.

Acony ließ sich zudem auflockernde Features einfallen: Da wäre zum einen der Adrenalinmodus, der sich durch Bildschirmtode oder Team-Niederlagen auffüllt. Aktiviert ihr diesen, läuft das Geschehen langsamer über den Screen, zudem haltet Ihr mehr Blei aus. Etwas "tricky" wird es dagegen beim Nachlade-Minispiel: Statt wie in anderen Shootern ganz gewöhnlich die Knarre neu durchzuladen, müsst Ihr hier manchmal gewieft in bestimmten Momenten nochmals auf die Nachlade-Taste drücken, um nicht ewig mit der Waffe rumzufuchteln und wertvolle Sekunden zu verlieren.

Wachstum kommt Stück für Stück

Die Karte Rooftop sah genauso wie die zweite gespielte Map, Riverside, im Gegensatz zur kostenlosen Shooter-Konkurrenz ziemlich gut, im Vergleich zu aktuellen Vollpreis-Shootern allerdings noch mager aus. Ein Umstand, über den sich die Jungs von Acony bewusst sind. Ihr Ziel: Optisches Polishing steht erst auf der To-Do-Liste, wenn Parabellum veröffentlicht wurde und die Community entsprechendes Feedback äußert. Nach und nach soll Parabellum also besser werden - und auch umfangreicher, denn frische Inhalte sollen ebenso folgen. Aber wie bei den Bleispritzen gilt: Man will den Wünschen der Community folgen und die Ressourcen bis dahin noch auf Sparflamme halten. Eine gute Idee!

Der zweite Spielmodus war der sogenannte Reinforcements-Modus, der etwas an typische Counter-Strike-Partien erinnert. Dabei muss ein Team einen als Satcom betitelten Zünder auf einem bestimmten Areal auf der Karte platzieren, das andere Team muss dies natürlich verhindern. Wie zu Beginn eines jeden CS-Matches startet Ihr dabei mit Pistolen und verdient Euch durch Abschüsse und gewonnene Runden neue Knarren dazu. Durch das schon jetzt gute Leveldesign bleiben die Partien trotz zeitweiliger Waffen-Dominanz dennoch durchweg fair und das Blatt kann sich demnach schnell wenden. Auf der Map Riverside muss man zudem dafür sorgen, dass der zu Beschützende nicht ins Visier feindlicher Scharfschützen gerät - eine spaßige, taktische Herausforderung.

Ersteindruck

Noch bin ich vorsichtig und sage, dass Parabellum aller Wahrscheinlichkeit nach eine gute Alternative zum Mehrspieler-Primus Counter-Strike wird, nicht aber dessen Wachablöse. Aber ich lasse mich im Erfolgsfall natürlich gerne eines Besseren belehren. Solange ich den mehr als nur vielversprechenden Multiplayer-Kampagnenmodus noch nicht anspielen konnte, halte ich mich mit überschwänglicher Vorfreude noch zurück. Das Zeug, eine Mehrspieler-Granate zu werden, hat Parabellum aber allemal.

Ein rasantes Gameplay, massig Individualisierungsmöglichkeiten und eine für kostenlose Titel durchaus ordentliche Optik lassen das Werk aus dem Hause Acony bisher attraktiv dastehen. Gespannt bin ich darauf, ob Parabellum die gesteckten Erfolge einfahren und man in diesem Fall Wort halten wird, den Titel mit zusätzlichem Content aufzubohren. Wenn ja, dann steht die Wachablöse vielleicht doch bald ins Haus.

Parabellum

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