Perry Rhodan
Science Fiction-Helden werden heutzutage als Lichtschwert schwingende Jedi-Ritter, waghalsige Weltraumpiloten, oder muskelbepackte Waffenspezialisten charakterisiert. Vor mehr als vierzig Jahren jedoch wurde ein einfacher Major namens Perry Rhodan zum Idol einer ganzen Generation und erlangte ganz ohne Laserkanone und Machosprüche Kultstatus. Doch im Vergleich zum Star Wars-, Star Trek, oder Alien-Universum brachte die Welt von Perry Rhodan trotz ihrer gewaltigen Größe nur wenige Auskopplungen in Form von Filmen oder Spielen hervor; so erschienen lediglich eine Handvoll schwacher Versoftungen in den letzten zehn Jahren. Dies will Entwickler Brainfactor mit dem neusten Perry Rhodan-Werk nun ändern. Wir konnten dabei vorab einen ersten Blick auf das Adventure werfen.
Im Weltraum ist die Hölle los
Wir schreiben das Jahr 4934 Jahre nach Christi Geburt: Der Hauptsitz der Menschheit, die Solare Residenz, ist durch einen überraschenden Angriff einer außerirdischen Lebensform stark beschädigt worden.
Im Zuge der Bombardierung wird auch noch Mondra Diamond, eine gute Freundin des Regierungschefs Perry Rhodan, entführt und an einen unbekannten Ort verschleppt. Der Protagonist will natürlich sofort zu Hilfe eilen, findet sich jedoch schnell in den eigenen Büroräumen gefangen, da eine Ausgangssperre verhängt wurde. Diese gilt es vorerst zu umgehen, bevor die Entführer gejagt, die Angreifer identifiziert und Mondra befreit werden können.
Gute Rätsel, hakelige Steuerung
Dies wird dem Protagonisten jedoch durch zahlreiche Rätsel- und Puzzleeinlagen erschwert, die sich abwechslungsreich präsentieren und sich nicht nur auf das Verbinden zweier verschiedener Objekte beschränken.
Auch die Unterhaltung mit anderen Charakteren, das Herausfinden von Passwörtern, oder das Entziffern von Symbolen gehören zur Aufgabe des Spielers.
Die Schwierigkeit der Rätsel reicht indes von anspruchsvoll bis sehr einfach, auch wenn oftmals noch Logikfehler zu erkennen sind. So schickten uns verschiedene Charaktere auf Nachfrage, wo sich denn ein bestimmter Schauplatz befinde, in völlig unterschiedliche Richtungen. Glücklicherweise beschränken sich die Fehler auf derartige Wegbeschreibungen und Gesprächspassagen, wodurch der Spielfluss nicht erheblich gestört wird.
Dieser wird schon eher durch die noch nicht ausgereifte Steuerung gestört. So lagen in den meisten Fällen viele Hotspots zu dicht beieinander, was in zahlreichen Fehlklicks endete.
Auch Laufwege hätte man sich sparen können, wenn einige Räume mit besseren Wegpunkten versehen worden wären. Ärgerlich überdies, dass bei Nutzung der Hotspot-Hilfe, die einen Schauplatz nach Interaktionsmöglichkeiten abscannt, das Bild kurz einfriert.
Hierbei muss sich der Spieler sämtliche Objekte schon beim Scannvorgang einprägen. Doch auch in Sachen Steuerung gibt es einige erfrischende Elemente.
So wird dem Spieler beispielsweise ein kurzes Vorschaubild eingeblendet wenn er die Maus über einen Raum oder eine Tür bewegt. Damit gibt man ihm die Möglichkeit schon vorab zu erkennen, welchen Schauplatz er betreten wird um Verwechslungen und unnötige Wege zu vermeiden.
Der Feinschliff fehlt
Im Gegensatz zur verbesserungswürdigen Steuerung präsentiert sich die Grafik indes weitaus reifer, wenn auch nicht gänzlich ausgereift. So sind die vorhandenen Schauplätze herrlich ausgeleuchtet und wirken durch zahlreiche kleine Animationen lebendig.
Überall blinken Lichter und Lampen, am Fenster streifen Raumschiffe vorbei, Rauch strömt aus offenen Gaslecks und Putzroboter gehen ihrer täglichen Arbeit nach; so glänzt zumindest ein jeder Schauplatz durch Bewegung und Authentizität. Anders sieht es bei den Charakteren und ihren Animationen. Diese wirken meist kantig, steif und klobig, was zusammen mit der noch schwachen Steuerung oftmals in unnötigen und frustrierenden Laufwegen endet.
Etwas gewöhnungsbedürftig für viele Adventurefans könnte ebenfalls die mangelnde Übersicht sein, die durch die Objekte und Interaktionsmöglichkeiten entsteht, welche sich kaum vom Hintergrundbild abheben; so ist es schwierig bestimmte Objekte auf den ersten Blick zu erkennen.
Was für Profis vielleicht recht angenehm erscheint, könnte Anfänger aufgrund von vergessenen Inventargegenständen gehörig auf die Nerven gehen. Abhilfe versucht man zwar mit dem Hotspot-Finder zu schaffen, jedoch liegen eben jene Hotspots oftmals zu dicht beieinander um sie mit diesem zu identifizieren.
Glanzpunkte setzt man dann aber durch eine hervorragende Synchronisation, die Ihresgleichen sucht. Auch die Hintergrunduntermalung wirkt stimmig, wenn auch etwas zu leise.
Ersteindruck
Endlich, liebe Fans, hat das Warten auf einen authentischen und zugleich gehaltvollen Perry Rhodan-Titel ein Ende. Spieleschmiede Brainfactor gelingt es dabei den Charme der Kultserie perfekt einzufangen und eine Story abzuliefern, die mit vielen anspruchsvollen Rätseln an Klassiker wie Beneath A Steel Sky und Star Trek – Judgment Rites erinnert. Zugegeben sind nicht alle Puzzle gleich logisch und manche wirken sogar selbst für Anfänger zu einfach, jedoch trösten die herrliche Atmosphäre und die erstklassigen Synchronsprecher über dies hinweg.Mehr Feinschliff benötigen hingegen die Charaktere und deren Animationen, die teilweise steif und kantig wirkten. Auch die Steuerung scheint noch nicht optimal, was durch zahlreiche Fehlklicks unterstrichen wird. Bis zum Release im Februar sollte jedoch noch genügend Zeit sein um die angesprochenen Probleme zu beheben. Für Fans wird dieser Titel jedoch ohnehin ein Pflichtkauf.


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