Project Origin
Ein kleines Mädchen mit langen, schwarzen Haaren, jede Menge Zeitlupenaction und...schier endlose, optisch karge Büroräume im immergleichen Look: So hübsch F.E.A.R. hinsichtlich seiner Effekte und Charaktere bei Erscheinen im Oktober 2005 auch war die monotonen Umgebungen im vorwiegend grauen Anstrich waren es jedenfalls nicht. Und doch war das abgesehen von der etwas kurzen Spielzeit so ziemlich das einzige, was man damals am Horror-Shooter von Monolith bemängeln konnte, denn wo sonst wurde man bisher virtuell von einer unheimlichen Göre heimgesucht, die ihre Herkunft aus Filmen wie Ringu oder Ju-On: The Grudge wieso wird eigentlich sonst nirgends Ju-On: The Curse erwähnt, welcher deutlich früher erschien? - in keiner Sekunde leugnen konnte? Richtig, F.E.A.R. spielte den albtraumhaften Trip mit der jungen Alma voll aus das konnte man von seinen Addons jedoch nicht gerade behaupten, gerade Mission Perseus merkte man die abgenutzte Schiene Blut, kleines Mädchen, Zeitlupen - an vielen Stellen des Spiels an, zudem war optisch außer den Effekten Hopfen und Malz verloren.
F.E.A.R. gewinnt?
Das soll nun mit Project Origin als ersten inoffiziellen - Nachfolger nach zwei gut gemeinten, aber nicht ebenso gut gemachten Addons endlich anders werden. Aber wo ist das F.E.A.R. im Namen geblieben? Berechtigte Frage, konkrete Antwort: Da durch Rechtsstreitigkeiten die Namensrechte nicht mehr bei Entwickler Monolith liegen, mussten die vier Buchstaben aus dem Titel gestrichen werden, Project Origin soll nun als eigenständige Marke im Universum etabliert werden, ein offizielles F.E.A.R. 2 hingegen entsteht zur Zeit unter der Führung des Studios Day One und soll nach bisherigen Angaben im nächsten Jahr erscheinen. Getreu der Weisheit Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. erwarten die Fangemeinde nun ganze zwei Nachfolger. Allzu viel ist über Project Origin bisher noch nicht bekannt, vor allem über die Geschichte darf man gespannt sein.
Fest steht bisher jedoch, dass der Titel circa 30 Minuten vor Ende des ersten Originals beginnen soll und wir in die Haut von Michael Becket schlüpfen, einem Angehörigen der Spezial-Einheit Dark Signal. Was Alma mit ihm zu tun hat, ob Paxton Fettel wieder auftaucht und was sonst noch so in Project Origin passieren soll, steht indes leider noch in den Sternen. Reinen Action-Fans, die sich schon die Nachrichten der Anrufbeantworter aus dem Original nicht angehört haben, weil sie schlichtweg an der Story nicht interessiert waren, ist das freilich schnuppe.
Die dürfen sich derweil über ungefähr 15 Waffen freuen: Neben der Andra FD-99, einer Maschinenpistole, kommen zusätzlich noch das Sturmgewehr Patten PK-470 und eine Art Lasergewehr als neue Waffen hinzu. In Mission Perseus gab es eine Art Laser-Rifle zwar schon, doch die wird in Project Origin einfach umgewandelt. Ob auch bekannte Ballermänner wie die G2A2, die Nail Gun, der Andra MOD-3 MP Multi-Rocket Launcher oder gar die lustigen Remote Bombs wieder zum Einsatz kommen, wurde bisher noch nicht verkündet. Wohl aber, dass das inoffizielle Sequel noch eine ganze Spur brutaler und angsteinflößender sein soll als F.E.A.R., und das war schon alles andere als zimperlich.
Was erlaube Alma!?
Laut den Angaben dürft Ihr so zum Beispiel mit dem Lasergewehr Gegner halbieren und in Brand stecken wenn das schon drin ist, dürften auch andertweitige Amputationen aller Gliedmaßen und die Abtrennung des Kopfes wieder mit von der Partie sein. Ergo: Wie schon Teil eins, wird es auch Project Origin mit höchster Wahrscheinlichkeit wohl nur zensiert nach Deutschland schaffen. Noch härter formuliert, dürfen wir uns maximal auf ein paar Blutspritzer freuen zu hoffen bleibt, dass es es keine derartige klinische Säuberung wie in der hiesigen ab 16er-Version von Quake IV geben wird, in der auch bereits platzierte Blutlachen und Leichen komplett entfernt wurden. Naturgemäß soll das Spiel auch neue Gegner bieten: Die Replika-Soldaten kennen wir bereits zur Genüge, hinzu stoßen werden bisher unbekannte, hässliche und flinke Wesen mit geradezu widerlichen Animationen, die durch ihr plötzliches Auftauchen und ihre Schnelligkeit für etliche Schockmomente geradezu prädestiniert sind. Abseits dieser Kreaturen finden sich auch neue Kampfmechs ins Geschehen ein.
Zudem sollen verschiedene Fraktionen im Laufe der Handlung um die Macht ringen. Welche das sind und ob auch die zuweilen nervigen Nightcrawler aus Mission Perseus wieder mit von der Partie sind, ihr ahnt es bereits: Bisher noch keine konkreten Infos! Fest steht, dass die Feinde nochmals cleverer und die Zeitlupengefechte, dadurch dass sie nun noch einen Tick langsamer sind, noch packender sein sollen. Einen nicht unwesentlichen Beitrag dazu soll das neue Deckungssystem leisten, dass es von nun an nicht nur gegnerischen Schergen, sondern auch Euch erlauben soll, beispielsweise Tische und Stühle umzuwerfen und als Deckungmöglichkeit zu missbrauchen, was sich vor allem im Mehrspielermodus als cooles Element erweisen könnte.
Vor Alma sind wir trotz aller schönen neuen Features dennoch nicht sicher: Die lässt sich hier und da mal blicken und soll natürlich wieder fest in der Handlung verankert sein.
Optisch macht Project Origin bisher einen guten Eindruck, wenn auch Monolith keine komplett neue Engine aus dem Ärmel gezaubert hat, sondern lediglich den Jupiter-Motor gehörig aufgestockt hat. Charaktere, Texturen und Effekte sind auch heute noch solide, lösen aber auch keine Begeisterungsstürme aus. Wenigstens gibt es weniger graue Büroräume.
Ersteindruck
Über die letztliche Qualität von Project Origin lassen sich bisher noch keine allzu konkreten Angaben machen, schließlich hält sich Monolith mit selbigen ja selbst vornehm zurück. Aber zumindest meine persönliche Befürchtung darf ich ja äußern: Setzen die Entwickler nicht hier und da frische Akzente, wie es sich für einen Nachfolger - ob nun offiziell oder nicht - gehört, könnte der Titel lediglich zu einem weiteren F.E.A.R. mit lediglich verbesserter Grafik verkommen. Was wir nun brauchen, ist eine ähnlich geniale Gesichte und Schockmomente, wie es das Original bereits bot, an dem die Addons aber scheiterten. Die Idee mit den Fraktionen klingt klasse, ist im Ansatz aber schon im Mission Perseus enthalten gewesen. Ich wünsche mir nun also Momente, in denen ich wirklich meine Kontrahenten durch eigene Aktionen gegeneinander ausspielen kann - eben Momente, in denen mein Handeln den Fortlauf des Kampfes bestimmt. Wenn es die gibt und auch der Mehrspielermodus ähnlich Laune wie schon im Original macht , dann darf man sich auf den Herbst freuen, denn dann soll Project Origin für den PC, die PlayStation 3 und die Xbox 360 erscheinen.

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