Sacred
Die Geschichte Ancarias
Die Rollenspielwelt Ancaria besteht aus einem Königreich, welches sich im Spiel in weitere 16 Storyregionen unterteilt. Die einzelnen Regionen haben jeweils ihren eigenen grafischen Stil sowie ihre eigene Bürgerschaft und Vegetation, was die einzelnen Gemeinden sehr individuell und lebhaft erscheinen lässt. Doch diese Idylle wird durch einen schaurigen Zwischenfall gefährdet, weil ein nach Macht gierender Nekromant einen dunklen Herrscher aus dem Jenseits beschwört.
Dieser dunkle Herrscher schleppt natürlich eine ganze Horde von fiesen und garstigen Monstern hinter sich her, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, eben jenes idyllische Ancaria zu besetzen. Selbst die ungemütlichen Orks werden von diesem Heer aus ihrem Königreich vertrieben und strömen nach Ancaria, wo folglich eine sehr üppige Schlacht geschlagen wird. Und ihr seid natürlich derjenige Held, der eben jene Monsterhorden niederschlagen muss, damit Ancaria wieder seine Freiheit zurückerlangen kann.
Die Charakterklassen
Für diese Freiheit könnt ihr mit sechs unterschiedlichen Charakteren kämpfen, darunter auch einige Exoten, die dem Hack&Slay-Spiel eine gewisse Rollenspieltiefe verleihen. An erster Stelle sollte vielleicht der standardisierte Gladiator genannt werden, der sich durch seine enorme Waffenkenntnis und Kraft auszeichnet. Wegen seiner Fähigkeiten, die ihm das Tragen von zwei Schwertern und schweren Rüstungen erlauben, ist er ein sehr guter Nahkämpfer. Hingegen agieren sowohl der Kampfmagier als auch die Waldelfin lieber aus dem Hintergrund, wo sie genug Zeit zum Sprechen eines Zauberspruchs oder zum Spannen einen Bogens haben.
Sehr gut hat mir der Dunkelelf gefallen, mit dem man sehr hinterlistig Fallen aufstellen und sich solange verstecken kann, bis ein Gegner den falschen Schritt getan hat und in eure tödliche Apparatur getreten ist. Weiterhin ist natürlich auch die Vampir-Lady sehr erwähnenswert, die nur bei Nacht ihre volle Stärke und Monstrosität entfaltet und sich tagsüber wie ein Ritter der Menschen spielt. Der letzte spielbare Charakter, die Seraphim, spielt sich wie eine Mischung aus Krieger und Magier. Sie lässt sich nämlich mit sehr starken Waffen und Rüstungen ausstatten und kann zusätzlich noch kampforientierte Zaubersprüche erlernen, die die Gegner beispielsweise verlangsamen oder deren Rüstung abschwächen.
Die Fähigkeiten der Helden
Euer Held kann natürlich, wie in fast jedem Rollenspiel, eine Vielzahl an bestimmten Fähigkeiten erlernen, mit denen sich die Monsterjagd einerseits viel abwechslungsreicher gestalten lässt und euch die Fähigkeiten andererseits dazu ertüchtigt, die immer stärker werdenden Monsterhorden in angemessenem Maße zu eliminieren.
Ein paar Beispiele für diese Spezialfähigkeiten wären der Rundumschlag des Gladiators, der Meteoritenhagel des Kampfmagiers oder der Mehrfachschuss der Waldelfin. Diese Fähigkeiten könnt ihr bei einem Combo-Meister kombinieren, d.h. ihr könnt aus euren bisher erlernten Fähigkeiten eine Abfolge von bis zu vier Spezialattacken machen, die eure Angriffstärke im Kampf maßgeblich erhöhen. Mit eben jenem Combo-Meister könnt ihr auch Fähigkeiten tauschen, denn wenn ihr mindestens vier Spezialattacken von anderen Heldentypen eingesammelt haben solltet, dann lassen sich diese gegen ein kleines Entgeld gegen eine eurer Fähigkeiten eintauschen.
Gegner, NPCs, ...
Mit diesem Heroen müsst ihr euch gegen eine ganze Schar von Räubern und Soldaten, Wölfen und Bären, Drachen und Dämonen, Riesen und Trollen, Skelette und Ghule zur Wehr setzen. Jedem Gegner wurde ein schickes 3D-Gewand verpasst, das ebenfalls in seinen Animationen noch zu überzeugen weis. Wirklich gut gelungen sind die beiläufigen Kommentare der Monstrositäten, die euch beispielsweise ein schlichtes Schönes Wetter heute, hä?! entgegenposaunen und dann direkt zur Attacke übergehen. Den NPCs kommt eine deutlich höhere Bedeutung als beim direkten Konkurrenten Diablo II zu. Diese verkaufen natürlich Items und machen euch auf eine zu erledigende Tat aufmerksam ähnlich wie bei Diablo II -, spielen aber weiterhin auch eine direkte Rolle in den Quests selbst. Beispielsweise müsst ihr einen Edelmann und seinen Gefährten zu der nächstgelegenen Stadt bringen, weil sich beide alleine nicht gegen die übermächtigen Gegnerhorden erwehren könnten.
Ein wirklich gutes Feature von Sacred sind die Pferde, mit denen ihr schneller durch die riesige Welt von Ancaria reisen könnt. Ähnlich den Unmengen an Rüstungen, Schwertern, Bögen und Zauberstäben könnt ihr auch ein Pferd aus einer schmucken Auswahl ausersehen beispielsweise ein diabolisches Orkpferd oder einen königlichen Schimmel.
...und Anderweitiges
Natürlich dürfen auch die sogenannten Quests in einem Rollenspiel nicht fehlen. In Sacred werdet ihr davon eine horrende Anzahl finden, die trotz diesem Umfang sehr abwechslungsreich zu spielen sind und euch eine Menge Spaß bereiten werden. Die Standorte, an denen ihr eure Quests erledigen müsst, werden euch übrigens auf der überaus detaillierten Karte angezeigt, sofern ihr sie noch nicht erledigt haben solltet.
Weiterhin sind diese Quests in einen Haupt- und einen Nebenteil aufgespalten. Der Unterschied zwischen den beiden Kategorien ist, dass ihr die Hauptquests erledigen müsst, in denen ihr aber eine entsprechend hohe Entlohnung erhaltet, und die Nebenquests optional erledigen könnt, die euch neben einigen Erfahrungspunkten auch seltene Schwerter, Rüstungen, Zauberstäbe oder anderes Equipment einbringen werden.
Abschließend werden wir die bisher bekannten Informationen zum Mehrspielermodus von Sacred reflektieren - dieser ist leider in der Beta noch nicht spielbar. Im Mehrspielermodus könnt ihr mit euren Freunden sowohl im Netzwerk- als auch im Online-Modus, der ähnlich wie das Battle.net von Blizzard funktionieren soll, antreten. Dort soll es an bestimmten Positionen auch sogenannte Teleporter-Tore geben, die euch besser über die weitläufigen Landschaften von Ancaria reisen lassen werden. Weiterhin werdet ihr auf den geschlossenen Servern von Ascaron bis zu sechs Charaktere erstellen und spielen können, mit denen ihr euch in Chaträumen treffen könnt, die anhand eures jeweiligen Levels ausgesucht werden. Ein Laddersystem wie bei Diablo II oder Warcraft III wird es bei der Veröffentlichung des Spiels noch nicht geben. Dieser Umstand soll aber nachträglich per Patch verbessert werden
Ersteindruck
Wenn Ascaron noch die letzten Bugs ausmerzen und die versprochenen Spielelemente einbauen kann, dann dürfen sich Rollenspieler auf ein Abenteuer par exellence freuen. Die Einzelspielerkampagne dürfte euch, dank riesiger Karte und ansehnlichen Heroen, schon viel Spaß bereiten. Ob die Langzeitmotivation jedoch so enorm hoch wie beim Hauptkonkurrenten Diablo II sein sollte, wird sich erst mit dem qualitativen Anspruch des Mehrspielermodus zeigen lassen können, den wir bis Redaktionsschluss leider noch nicht testen konnten.
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