Spellforce
Volker Wertich gehört mit seinen 33 Jahren schon zum Urgestein unter den deutschen Entwicklern.
Nach zahlreichen erfolgreichen Projekten, darunter der Amigaklassiker Emerald Mine und die Siedlerteile 1-3, zog sich der Miterfinder der Siedlerserie in sein stilles Kämmerlein zurück und tüftelte mit seiner Spieleschmiede Phenomic am nächsten potenziellen Hit. Spellforce war geboren.
Es war einmal...
Einst stürzten die mächtigsten dreizehn Zauberer bei ihrem Streben nach Macht und dem Verlangen ihrer Gier das Land in Chaos und Schrecken. Ganze Landstriche fielen ihrem Zorn zum Opfer und Siedlungen wurden von den Armeen, welche das Land durchzogen, dem Erdboden gleichgemacht. Trotz all ihrer Wut wurde ihr Vorhaben dennoch nicht vollends beendet. Nur wenige Jahre später kehrten die Magier zurück, um zu beenden, was sie in ihrem Zorn begonnen hatten.Doch alte Prophezeiungen erzählen von dem Schicksal eines Menschen, der, verdammt zur Unsterblichkeit und gebunden an die Macht der Runen, die Geschichte für immer verändern kann...
Bereits die Einleitung lässt erahnen, was den Spieler im fertigen Spiel erwarten wird. Eine stimmige Fantasy-Welt, angehaucht mit mystischer Magie. Friedlich erscheinende Elfen und kriegerische Orks werden den Spieler willkommen heißen. Insgesamt stehen Euch in Spellforce sechs Völker (Zwergen, Menschen, Orks, Elfen, Dunkelelfen und Trolle) zu Verfügung, mit denen Ihr nach Herzenslust Eure Siedlung aufbauen oder gegen eine der 30 verschiedenen Monsterarten, darunter auch hintlistige Goblins oder feuerspeiende Drachen kämpfen könnt - zum Teil in riesigen Massenschlachten. Um die Übersichtlichkeit im Kampf zu wahren, haben sich die Entwickler von Phenomic ihr sogenanntes Click n`Fight-System einfallen lassen, das bisher einzigartig im Bereich der Echtzeitrategie ist. Mit einem einfachen Klick auf den Gegner öffnet sich ein kleiner Infokasten, in dem jede anwendbare Aktion ausgewählte werden kann. Das neue Kampfsystem hat den Vorteil, dass versehentliches Angreifen der falschen Gegner auch im größten Kampfgetümmel nun der Vergangenheit angehören wird.
Nicht Fisch nicht Fleisch?
Spellforce lässt sich nicht wirklich in ein Genre einordnen. Zum einen bietet es dem Spieler einen ausgeprägten Echtzeitstrategiepart an, der anderen Vertretern wie beispielsweise dem erst kürzlich indizierten Command & Conquer Generals oder dem Strategiehit des vergangenen Jahres, Empire Earth, in nichts nach steht. Ebenso bietet es aber auch ausgeprägte Rollenspielelemente, wie wir sie beispielsweise schon aus Blizzards Warcraft 3 kennen. So kann zu Beginn des Spiels der sogenannte Avatar, Euer virtuelles Ich, nach Belieben in Aussehen, Geschlecht und Fähigkeiten gestaltet werden und bekommt im Laufe der Zeit Erfahrungspunkte durch gewonnene Kämpfe oder gelöste Quests hinzu. Mit erbeuteten Items von toten Gegnern, kann Euer Avatar zusätzlich an Fähigkeiten gewinnen. Hier kommen RPG-Fans voll auf ihre Kosten. Spellforce besitzt zudem noch, wie könnte man es bei einem Titel eines ehemaligen Siedlerprogrammierer anderst erwarten, einen Wirtschaftspart, bei dem sich der Spieler um die Beschaffung wichtiger Güter und den Ausbau seiner Siedlung kümmern muss.Wie man sieht, verspricht die angekündigte Mischung der verschiedenen Genreelemte für jeden etwas bereit zu halten, dennoch wird im fertigen Spiel wohl die Echtzeitstrategie im Vorderpunkt stehen.
Mittendrin statt nur dabei
Spielerisch muss sich sich Spellforce sicher vor nichts und niemanden verstecken, soviel ist klar. Aber auch grafisch kann der Titel auf ganzer Linie überzeugen. Beeindruckende Lichteffekte, detaillierte Einheiten und eine in sich sehr stimmig wirkende Welt hinterlassen einen hervorragenden Eindruck. Besonders zu gefallen wissen die verschiedenen Zoomstufen, die von der Iso-Ansicht bis hin zur 1st-Person Perspektive immer für den nötigen Überblick sorgen.Zu verdanken haben wir die makellose Optik den Grafikern des externen Grafik-Studios Virgin Lands, die schon mit Titeln wie Aquanox, Cultures und Desperados ihr Können unter Beweis stellten.
Ersteindruck
Nach dem ersten Eindruck von Spellforce, bleibt kaum ein Zweifel daran, dass die Entwickler zumindests schon einmal auf dem richtigen Weg sind. Die neuen Features beleben den etwas eingerosteten Markt der Echtzeitstrategie und das Click n`Fight-System könnte neue Maßstäbe im Genre setzen. Technisch kann der neuste Titel von Volker Wertich bereits schon jetzt punkten. Sollten den Entwicklern von Phenomic beim Missionsdesign keine groben Schnitzer mehr unterlaufen, erwartet uns in diesem Jahr ein Titel, der den Spieler mit epischen Schlachten und einer grandiosen Grafik in seinen Bann zieht. Für mich ist Spellforce schon jetzt einer der potenziellen Spielehits 2003.
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