S.T.A.L.K.E.R. Oblivion Lost

Preview
Plattform
PC
Vertrieb
THQ
Entwickler
GSC Game World
Erscheinungsdatum
N/A
Genre
Shooter
S.T.A.L.K.E.R. Oblivion Lost [PC , looki.de]

S.T.A.L.K.E.R. Oblivion Lost

Alle Welt redet von Half-Life 2 und Doom 3, doch es soll auch andere hochkarätige Ego-Shooter in der Pipeline geben. Zu diesen Titeln darf durchaus auch Stalker: Oblivion Lost gezählt werden, ein Spiel aus ukrainischen Gefilden. Was man bisher auf Screenshots erblicken konnte, verzückte so manches Spielerauge. Kein Wunder also, dass wir uns den 3D-Ego-Shooter für Euch auf der Games Convention einmal näher angeschaut haben. Unsere ersten Impressionen erfahrt Ihr im folgenden Preview.

Strahlemann

Auf der diesjährigen E3 warteten nicht etwa Doom 3 oder Half-Life 2 mit den größten und meisten Ständen auf, sondern das ukrainische Exportprodukt Stalker: Oblivion Lost. Neben dem in einem Kiewer Raketensilo beheimateten Entwickler GSC Game World zeigten auch Publisher THQ und Grafikkartenhersteller Nvidia das Spiel auf der größten Spielemesse der Welt.

Das kommt nicht von ungefähr, denn schon seit die ersten Informationen von Stalker an die Öffentlichkeit gelangten, wird der First-Person-Shooter mit den oben genannten Most-Wanted-Games von Valve und id Software auf eine Stufe gehievt.

Angesiedelt ist das Spiel nicht etwa auf dem, für Ego-Shooter immer beliebter werdenden, Mars oder im 2. Weltkrieg, sondern in und um den Atomreaktor in Tschernobyl. Eine ungewöhnliche Lokalität, gerade wenn man bedenkt, dass die Explosion in dem Kraftwerk am 26. April 1986 mehrere Tausend Menschen das Leben kostete. In der Spielwelt von Stalker kam es ebenfalls zu diesem tragischen Unglück, anders als in der Wirklichkeit wurde das Kraftwerk nicht aber mit Maßen von Beton einigermaßen strahlungsruhig gestellt, sondern abermals zur Energiegewinnung angeschmissen. Und wie das Schicksal nun einmal so spielt, kommt es abermals zum Super-GAU.

Ihr übernehmt nun die Rolle eines Abenteurers, auch Stalker genannt. Die Regierung betraut euch - und noch viele andere Stalker – mit dem Auftrag, in dem versucht- verstrahlten Gebiet nach dem Rechten zu sehen. Doch nicht nur die radioaktive Strahlung hindert euch erheblich an euren Fortkommen, auch durch die Explosion entstandenen mutierten Wesen oder verstrahlte Pflanzen und giftiger Nebel machen euch zu schaffen. Zu den Gegnern gehören nicht nur ekelige Mutanten-Zwerge oder Zombies, sondern auch Tier-Mutationen, etwa blinde Hunde, die über ein besonders ausgeprägtes Geruchsorgan verfügen und euch sogar in den besten Verstecken „erschnüffeln“ können. Neben diversen Mutationen gehören auch andere Stalker zu euren Feinden.

Immerhin gilt es Artefakte oder verborgene Schätze sowie für Experimente brauchbares Gut, etwa Mutationen, zu finden und Wissenschaftlern zu übergeben – Konkurrenzkampf ist demnach vorprogrammiert. Wer den geheimnisvollen Geschehnissen rund um das höchst authentisch umgesetzte Kernkraftwerk nachgeht, soll mit einer von bis zu acht Endsequenzen belohnt werden. Welche das Spiel für euch vorgesehen hat, hängt hierbei von eurem Vorgehen ab. Geht Ihr brutal, vorsichtig oder etwa in Schleichmanier vor? Geht Ihr Interaktionen mit den ca. 100 NPCs ein? Kooperiert Ihr mit anderen Stalker oder geht Ihr lieber in altbewährter Ego-Shooter-Manier alleine auf Jagd? Das alles wirkt sich auf die schlussendlich folgende Endsequenz aus. Anders als in vergleichbaren Spielen, wie etwa NOLF 2 oder Chaser, soll die Welt von Stalker, wie beispielsweise in einem Rollenspiel, äußerst lebendig wirken und komplett frei begehbar sein.

Mutanten oder Stalker greifen euch nicht etwa nach einem Script an, sondern gehen wie z.B. in Gothic bestimmten Tätigkeiten, wie z.B. der Nahrungssuche, nach. Mutanten gehen nach dem Motto vor „Fressen oder gefressen werden“, Stalker verbünden oder verfeinden sich untereinander, lösen bestimme Missionen, schnappen euch wichtige Artefakte weg oder sterben. Wenn dies passiert fügt das Programm der Spielwelt automatisch neue Stalker hinzu.

Auch die Stalker unterscheiden sich in ihren Fähigkeiten, während der eine ein draufgängerisches „Greenhorn“ ist, ist der andere etwa ein ruhiger Veteran, den selbst ein Rudel Mutanten-Hunde nicht so schnell aus der Fassung bringt. Ihr seid also quasi nicht das alles bestimmende Element in Stalker, nachdem sich die KI richtet, sondern „nur“ einer unter vielen. Das bisher gesehene zeigt, dass sich Gegner sogar in Gruppen formieren können, um euch bei der Erfüllung eines primären Missionsziels zu hindern.

Diese Intermezzo-Bündnisse sollen selbst erfahrene Shooter-Spieler ins Schwitzen bringen; etwa dann, wenn euch andere Stalker eine bestimme Missionsaufgabe einfach so vor der Nase wegschnappen.

Zudem sollen eure Gegner je nach Gefahrenlage unterschiedlich auf euch reagieren. Der eine springt bei dem Anblick einer Pistole hinter den nächsten Busch, während der andere vielleicht Verstärkung holt oder euch direkt attackiert. Eine Besonderheit der KI ist natürlich auch, dass sie auf Geräusche in der näheren Umgebung reagiert.

Rollenspiel oder Ego-Shooter?

Wie oben schon einmal erwähnt, erinnert vieles in Stalker: Oblivion Lost. an ein Rollenspiel. So sollen sich z.B. eure Waffen sowie eure Kleidung mit der Zeit abnutzen. Das zwingt euch dazu, die Umgebung nicht nur nach neuen Medi-Pacs abzusuchen und soll das Spiel wesentlich realistischer gestalten. Beim Spielen sollte auch bedacht werden, dass auch ein Stalker nur ein Mensch ist.

Ausruhphasen gehören also ebenso dazu wie die Suche nach Essbarem. Sinnvoll ist es hierbei auch nicht mit all zu viel Gepäck durch die verstrahlten Wälder Tschernobyls zu stapfen, immerhin ermüdet euer Held so schneller. Die begrenzte Tragekapazität zwingt euch also dazu, den einen oder anderen Schießprügel oder Schatz links liegen zu lassen.

Insgesamt soll es in Stalker übrigens ein prall gefülltes Waffenarsenal von 40 Bleispritzen geben, die von AK 47 bis Sniper-Gewehr oder futuristisch angehauchten Waffen reichen. Neue Waffen könnt Ihr übrigens nicht nur erlegenen Gegner abluchsen sondern auch mit, durch gelöste Aufträge, erstandenem Geld bei Händlern oder profitgierigen Räubern erstehen. Grafisch muss man sich um Stalker keine Sorgen machen, das bewiesen schon diverse Screenshots und Movies. Für dynamische Lichteffekte, pompös ausgestattete und weitläufige Landschaften sowie polygonreiche Charaktere sorgt die von GSC Game World selbstenwickelte X-Ray-Engine.

Natürlich kommen, wie es sich für einen modernen 3D-Ego-Shooter gehört, auch Pixel- sowie Vertex-Shader zum Einsatz. Übrigens soll bei Stalker zwischen einer DirectX-9 und einer DirectX-8-Variante unterschieden werden. Während die Direct-8-Version schon mit einem 1 GHz Rechner lauffähig sein soll, soll die erste wesentlich hardwarehungriger sein, dafür dann aber wesentlich besser ausgeleuchtete und realistischere Texturen bieten.

Auch die Physik-Engine befindet sich auf einem ähnlich hohen Niveau wie die der Grafik. Da fliegen oder schlagen Kugeln so realistisch wie noch in keinem anderen Spiel ein – Polizei-Ballistiker würden ihre helle Freude haben. Kisten oder Fässer können angeschubst werden und beispielsweise gegen einen maroden Elektromast prallen, wodurch dieser zum minutenlangen wackeln angeregt wird, dank der Physik-Engine kein Problem.

Stalker sollte eigentlich mit den größten Konkurrenten Valve und Doom 3 Ende dieses Jahres auf den Markt kommen, allerdings wurde dieser Releasetermin von GSC nebulös auf das Jahr 2004 verschoben. Derzeit darf man wohl von einem Release im 2. Quartal 2004 ausgehen.

Wer von dem gut 50 Stunden langen SinglePlayer Modus übrigens genug hat, soll sich in einem fetten Mehrspieler-Modus austoben dürfen, in dem es wahrscheinlich sogar einen Co-Op-Modus, bekannt aus Serious Sam, geben soll.

Ersteindruck

Euphorie ist ein schönes Gefühl, allerdings kann sie auch die Sicht für die klaren Dinge des Lebens verdecken. Klar hören sich die Fakten zu Stalker gut an: Sinnvolle Rollenspiel-Komponente à la System Shock, eine ausgefeilte KI sowie eine furchtbar schmucke Grafik- und höchst realistische Physik-Engine. Allerdings bleiben wirklich informative und vor allem handfeste Informationen in Bezug auf die Story seitens GSC Game World karg, sie sind quasi nicht vorhanden. Des Weiteren ist noch nicht bekannt wie die verschiedenen Rollenspiel-Elemente in dem ganzen Kontext eingebaut werden, nichts Genaues weiß man nicht. Dutzende Shooter wurden auf E3, ECTS und GC angekündigt, aber neben Doom 3 und Half-Life 2 haben die Jungs aus der Ukraine bisher nur Erfahrung mit dem äußerst durchschnittlichen Taktik-Shooter Codename: Out gesammelt, womit die Versprechungen bis zu der ersten spielbaren Version verpuffen.

So bald wird sich diese Situation auch nicht ändern, denn während Half-Life 2 Ende des Monats, September, auf den Markt kommen und Doom 3 Anfang des nächsten folgen soll, kommt Stalker aller voraus sicht nach erst Mitte des nächsten Jahres. Bei mir jedenfalls ist die anfängliche Euphorie mittlerweile einem eher gefassten, etwas skeptischen Gesichtsausdruck gewichen. Aufgrund dieser vorhandenen Fragezeichen, revidieren wir unseren bisherigen Ersteindruck von „Sehr Gut“ auf „Gut“.

S.T.A.L.K.E.R. Oblivion Lost [PC , looki.de]

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