S.T.A.L.K.E.R. - Shadow of Chernobyl
Das wohl meisterwartete Spiel neben Half-Life 2 ist S.T.A.L.K.E.R. Shadow of Chernobyl aus der ukrainischen Spieleschmiede GSC GameWorld. Mit atemberaubender Grafik und einer ausgefeilten Hintergrundgeschichte wollen die Entwickler alle Shooter-Fans in ihren Bann ziehen. Ob dies gelingen kann, erfahrt ihr in unserer ausführlichen Preview, in der alle wichtigen Details zum Spiel zusammengefasst sind
Die Geschichte wiederholt sich
Wir schreiben das Jahr 2010. Im ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl gab es zum zweiten mal eine Reaktorunglück. Dieses ist aber viel schlimmer ausgefallen, als das von 1986. Der Großteil der Region um das Kraftwerk herum ist radioaktiv verseucht. Anstatt Menschen treiben sich verschiedenste Arten von Mutanten herum. Anomalien, die durch die Verstrahlung hervorgerufen wurden, bedrohen auch das Leben der einzigen Menschen die sich in die sogenannte Zone wagen die Stalker. Diese Leute sind in der Zone unterwegs um wertvolle Artefakte zu finden und zu bergen, um sie später für gutes Geld zu verkaufen.
Den Spieler hat es auch in diese Zone verschlagen. Doch außer den Schätzen die zu finden sind, kommt er auch dem mysteriösen Geheimnis des Reaktorunglücks auf die Spur. Die Entwickler haben sich für die Story von S.T.A.L.K.E.R. an den Werken der Strugarsky Brüder inspiriert. Diese haben sich bereits in den späten 80ger Jahren mit der Thematik eines weiteren Reaktorunfalls in Tschernobyl befasst.
Große Handlungsfreiheit
S.T.A.L.K.E.R. wird neben dem umfangreichen Handlungsbogen, der knapp 36 Hauptmissionen beinhalten wird, auch noch zahlreiche Nebenaufträge umfassen. So darf man als Spieler, der sich mal eine Pause von der Story gönnen möchte, einfach den nächsten NPC aufsuchen um sich von ihm einen Auftrag geben zu lassen. Es wird nicht passieren, dass man zweimal den selben Auftrag bekommt, da das Spiel die Missionen per Zufallsgenerator erstellt.
So muss man manchmal von einem feindlichen Stalker einen wertvollen Gegenstand besorgen oder gar in ein gut bewachtes Camp einbrechen. Nicht nur deshalb wird das Spiel einen ernormen Wiederspielwert haben; die Entwickler planen ganze acht verschiedene Spielenden so viele gab es noch nie. Die Gegend rund um Tschernobyl haben die Entwickler nach eigenen Aussagen zu zwei Dritteln originalgetreu nachgebildet. Natürlich ist die knapp 30 Quadratkilometer große Zone nicht aus einem Guss. Sie ist in ca. 18 verschieden große Gebiete unterteilt, zwischen denen es natürlich zu Ladezeiten kommt. Anders ist es bei den Übergängen zwischen Innen- und Außenlevels. Die darf man ohne zu warten betreten oder verlassen.
Lebende Welt
Da die Welt in S.T.A.L.K.E.R. schon beinahe ein Eigenleben führt, gibt es auch realistische Wetter- sowie Tageszeitenwechsel. In der Nacht sollte man besonders aufpassen und keinesfalls ohne Nachtsichtgerät oder mindestens mit einer Taschenlampe das Haus verlassen.
Genauso gefährlich ist es bei Nebel, denn hier ist die Sichtweite des Spielers sehr eingeschränkt. Wer denkt, nach dem Neustart des Spiels alles am selben Ort wiederzufinden, der irrt. Nachdem Neustart ist fast nichts mehr so ist wie vorher. NPC´s sind nicht mehr dort wo sie vorher waren und sogar Artefakte und die gefährlichen Anomalien wurden auf einen anderen Platz in der riesigen Spielwelt verschoben. Einige Dinge wie zum Beispiel wichtige Einrichtungen bleiben natürlich das ganze Spiel über an Ort und Stelle.
Unsichtbarer Feind
Schon mehrmals angesprochen aber was sind eigentlich Anomalien? Das sind Phänomene, die sehr oft in der Welt von S.T.A.L.K.E.R. vorkommen. Sie sind durch die radioaktive Verstrahlung entstanden und äußerst gefährlich. Es empfiehlt daher auf die geringesten Anzeichen zu achten. Gravitationsanomalien beispielsweiße erkennt man daran das Metallstangen in der Gegend verbogen sind, oder sogar ganze Gebäude vor einem einstürzen.
Vor der Nebel-Anomalie kann man sich nur mit einem Schutzanzug samt Gasmaske schützen, ansonsten würde der giftige Nebel den sofortigen Tod nach sich ziehen. Im Spiel gibt es verschiedene Arten von Schutzanzügen. Angefangen mit der leichten Kutte über die man als Neuankömmling verfügt und die vor rein gar nichts schützt, bis zu der Killer-Suit, dem stärksten Schutzanzug im Spiel.
Die stärkste Anomalie ist der Blowout. Dieses auch Energiespitze genannte Phänomen passieren in unregelmäßigen Zeitabständen und kündigen sich vor dem Ausbruch auf verschiedene Weißen an. Entweder verschwimmt die Sicht des Stalkers oder er sieht nur noch rot. Sogar die Mutanten fürchten ihn - wenn ein Blowout bevorsteht, kann es schon mal passieren dass man ganze Massen von ihnen fliehen sieht.
Um sich auch effektiv gegen die Mutanten wehren zu können, sind bis jetzt mehr als 30 verschiedene Waffen bekannt.
Darunter ganze 4 Pistolentypen, mehrere Schnellfeuerwaffen wie die AK-47 und zwei Scharfschützengewehre, darunter die Dragunov. Wo man bei kleinen Gegnern wie Ratten noch mit der Pistole klar kommt, sollte man spätestens nach dem antreffen der gefährlichen Bloodsucker-Mutanten schweres Kaliber beziehen. Manchmal kann es sogar vorkommen, dass man ganze Horden von kleineren Mutantentypen antrifft da hilft nur noch der durchschlagskräftige Raketenwerfer.
Manche Waffen wird man sogar modifizieren können, sprich Zielfernrohr, Granatwerfer, Lampen oder anderes Zubehör hinzufügen. Natürlich kann der Stalker nicht alle Waffen gleichzeitig bei sich tragen. Jeder ist auf 40 kg Gewicht beschränkt, dass er mit sich schleppen kann. Wenn man aber doch mal etwas mehr zu verfrachten hat, hilft nur ein Fahrzeug.
Unterwegs auf vier Rädern
Bis jetzt sind für S.T.A.L.K.E.R. fünf Fahrzeugtypen geplant, bei vier von ihnen darf sich der Spieler selbst hinter das Lenkrad setzen. Für kleine Geldbeutel gibt es zwei PKW´s, den Moskvich sowie den Lada Niva mit Vierradantrieb, mit dem man auch größere Steigungen bewältigt. Wer mehr Rubel in der Tasche hat und auch mal befreundete Stalker auf einen Trip durch die verstrahlte Natur mitnehmen will, kann zum gepanzerten Transporter greifen, in dem gleich 16 Leute Platz nehmen dürfen. Lediglich zwei Sitzplätze, dafür aber umso mehr Platz für die Fracht gibt es im teuersten Vehikel, dem Lastwagen. Den fünften im Bunde, den Mi-26 Helikopter wird man im Spiel nur von Außen betrachten können, für den Spieler selbst ist er tabu.
Ausgewogene Ernährung
Um in S.T.A.L.K.E.R. zu überleben muss man sich nicht nur gut gegen allerlei Gegner wehren können. Als Stalker hat man auch ganz normale menschliche Bedürfnisse.So muss man Essen, um sich bei Kräften zu halten. Sollte man doch gerade keine Nahrung bei sich haben, reicht es auch, Zielsicherheit vorausgesetzt, einen Vogel vom Himmel zu holen, oder eine (nicht verstrahlte) Ratte zu verspeisen.
Außerdem braucht man ab und an auch eine Ruhepause. Sollte man diese vernachlässigen kann es sein, dass der Stalker einfach zu erschöpft ist, und nicht mehr schnell laufen kann, was bei einem Rückzug nicht gerade von Vorteil sein wird. Aber nicht nur der Stalker muss auf seine Ernährung achten. Auch die restliche Umwelt muss irgendwie überleben. Und zur Not fressen Mutanten auch schon mal ihre eigenen Artgenossen.
Inteligenzbolzen
Auch die KI kann sich sehen lassen. Die ganze Zone rund um Tschernobyl ist selbstverständlich nicht nur von Mutanten bewohnt. Auch andere Stalker hat es hierhin verschlagen um nach Kostbarkeiten zu suchen. Je nach dem wie sich der Spieler während des Spiels verhält ihm die Konkurrenz entweder freundlich oder feindlich gesonnen. Sollte man zum Beispiel lediglich in der Gegend herum rennen und Kontrahenten töten, nur um an deren Beute zu kommen, ist man recht unbeliebt, und das nächste mal wenn man mal Unterstützung braucht kommt sicher niemand zur Hilfe, denn ähnlich wie in Doom 3 besitzt der Spieler ein PDA mithilfe dessen er allerdings auch kommunizieren kann.
Außerdem greifen Gegner nicht blind an. Wenn man zu gut bewaffnet ist ziehen sie sich lieber zurück, kommen dann aber vielleicht mit Verstärkung wieder. Begegnet man einem Stalker kann man mit ihm kommunizieren, die neuesten Informationen austauschen und sogar Handeln. Neben dem Handel mit Stalkern kann man auch einen Händler besuchen und dort seine Ware gegen Bares verscherbeln und sich ggf. mit neuen Waffen oder anderen Utensilien eindecken. Wenn man will, kann man sich auch verschiedenen Gruppen anschließen, und dann gemeinsam mit ihnen auf Beutezug zu gehen. Feindliche Basen nimmt man schließlich nicht im Alleingang ein.
Wie alle Shooter wird auch in S.T.A.L.K.E.R. über klassische Modi wie Deathmatch und Team-Deathmatch verfügen. Zusätzlich dazu waren auch Netzwerk-Kämpfe geplant in denen sich Mutanten und Menschen gegenseitig bekriegen, wegen Zeitmangels wurde dieser Modus allerdings verworfen. Einen Coop-Modus wird es laut der Entwickler definitiv nicht geben, er sei zu schwer realisierbar. An LAN- oder Internetpartien werden bis zu 32 Spieler teilnehmen können. Wer es nicht mehr erwarten kann, mit anderen die Gegend rund um Tschernobyl unsicher zu machen, der sollte sich schon einmal auf den bald startenden Betatest freuen..
Prachtexemplar
Grafisch muss sich S.T.A.L.K.E.R. vor keinem Spiel verstecken. Die vom Entwickler selbst programmierte X-Ray Engine zaubert einen Effekt nach dem anderen auf dem Bildschirm. Die großen Außenareale sehen genauso detailreich aus wie alle Gebäude von innen. Fast schon fotorealistisch wirken manche Bildausschnitte auf den ersten Blick. Bump-Mapping verleiht allen Gegenständen realistisches Aussehen, nahezu alles in der Zone wirft seinen eigenen Schatten. Sogar die ersten Mods sind bereits in der Mache, und die Entwickler versprechen auch in Zukunft die Community mit Mod-Werkezugen zu unterstützen. Für Besitzer von 64-Bit Chips soll nach Release des Spiels eine angepasste Version erscheinen.
Ersteindruck
Ich für meinen Teil freue mich auf S.T.A.L.K.E.R. mehr als auf Half-Life 2. Warum? Nun, zum einen ist es die nicht-lineare Story die es einem erlaubt, frei nach eigenem Willen die Gegend zu erkunden. Andererseits fasziniert mich das Szenario rund um Tschernobyl sehr. Die zahlreichen neuen Features von S.T.A.L.K.E.R., heben sich zudem erfreulich vom ansonsten tristen Genreeinerlei ab.Hoffentlich gelingt es den Entwicklern von GSC GameWorld in der fertigen Version die KI und die Missionen so umzusetzen, wie sie im Vorfeld angekündigt wurden. Dann nämlich steht uns im Führjahr nächsten Jahres ein Top-Titel ins Haus, der lediglich Angst davor haben muss, dass die Gold-Master Version gestohlen wird. In dieser Hinsicht sind die Konkurrenten von Valve, GSC noch eine Nasenlänge vorraus.

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