The Chronicles of Riddick
Der SF-Film Pitch Black war 2000 ein echter Überraschungshit und so könnte es nun auch The Chronicles of Riddick: Escape from Butcher Bay, dem Spiel zum in diesem Sommer startenden Prequel-Streifen ergehen. Ausgestattet mit einer eigenständigen, den Film ergänzenden Handlung, Hollywood-Darstellern wie Vin Diesel und einer Engine, die an Doom 3 erinnert, könnten die Enclave-Macher Starbreeze einen echten Shooter-Hit für die Xbox abliefern!
Erinnern wir uns: Im australischen SF-Horrormovie Pitch Black stürzten die Passagiere eines Raumschiffs auf einem unwirtlichen, in der Dunkelheit von tödlichen Monstern heimgesuchten Planeten ab. Neben netten Effekten und subtilem Horror hinterließ vor allem der Nebencharakter Riddick einen bleibenden Eindruck: Der von Vin Diesel gespielte Ex-Gefangene mit den künstlichen Augen bestach mit Nachtsicht und cooler Persönlichkeit, so er nun sogar einen eigenen Film spendiert bekommt.
The Chronicles of Riddick: Escape from Butcher Bay folgt nicht der Handlung des im Sommer startenden Kinoabenteuers, sondern erzählt die Vorgeschichte: Wie Riddick aus einem Hochsicherheitsgefängnis fliehen konnte. Ähnlich wie bei Enter the Matrix fügt sich das Spiel nahtlos mit den beiden Filmen zusammen dafür haben der selbe Drehbuchautor sowie die Mitwirkung von Vin Diesel gesorgt. Der Action-Star aus The Fast and the Furious oder XXX war mit den bisherigen Spielumsetzungen seiner Filme so unzufrieden, dass er gleich eine eigene Spielefirma gründete.
Diese entwickelt das Spiel zwar nicht selbst, steht jedoch in enger Abstimmung mit Publisher Vivendi, der Filmabteilung Universal sowie den eigentlichen Entwicklern, den Starbreeze Studios. Bekannt sind die Schweden durch das Weltraum-RTS The Outforce, das Action-Adventure Enclave sowie jüngst Knights of the Temple geworden, doch Riddick scheint ihr bislang bestes Spiel zu werden.
Der exklusive Xbox-Titel spielt sich komplett aus der 1st-Person Perspektive, geht jedoch weit über einen klassischen Ego-Shooter hinaus. Neben bleihaltigen Passagen, in denen ihr allerlei Waffen einsetzt, um eure Gegner auszuschalten, stehen immer wieder Schleicheinlagen im Vordergrund. Anders als man es bislang kennt, hat Riddick keine Hud-Anzeige für den Stealth-Level. Vielmehr verfärbt sich der Bildschirm blau wenn ihr hinter Kisten oder im Echtzeit-Schatten abtaucht. Dieses kleine Detail macht spielerisch einen echten Unterschied, denn es lenkt weit weniger vom Geschehen ab und vereinfacht das Vorbeischleichen an Wachen.
Ein weiterer Punkt, den Riddick geschickt löst, ist der Nahkampf: Anstatt nur mit Waffen, setzt unser Held Gegenstände oder die blanken Fäuste ein. Was sich in einem Ego-Titel überflüssig anhört, macht im Spiel richtig Spaß und ist eine willkommene Abwechselung. Im offenen Faustkampf mit einer Wache treibt es einem den Schweiß auf die Stirn, da es wie in Prügelspielen auf das richtige Timing ankommt: Ducken, blocken, zuschlagen! Wer will kann aber auch lautlos vorgehen und Gegner von hinten überfallen: Ein dezenter Genickbruch und das Wegschleifen der Wache verhindern weiteren Ärger.
Eine weitere Komponente, die nahtlos ins Gameplay integriert wurde, ist der Adventure-Part: Ihr erforscht nicht nur die dunklen Areale des Weltraumgefängnisses, legt Schalter um und setzt Gegenstände ein, sondern sprecht auch mit Insassen, um an Informationen zu gelangen oder schlichtweg Hilfe zu bekommen. Bei Konversationen wechselt die Ansicht freilich in eine Außenperspektive, damit neben den Stimmen auch das Aussehen der verschiedenen Hollywood-Stars zur Geltung kommen: Vin Diesel, Cole Hauser und Ron Perlmann sind nur einige davon.
In diesem Zusammenhang ist vor allem die Grafik zu loben, die fast noch einen Tick besser aussieht als Doom 3 auf der Xbox und damit die Messlatte für Konsolen-Shooter klar nach oben schraubt. Detaillierte Texturen mit starkem Einsatz von Bump Mapping sowie dem nagelneuen Normal Mapping lassen die Umgebungen in Kombination mit dem Echtzeit-Licht unwahrscheinlich real wirken wer mit der Taschenlampe einen einzigen Lichtkegel in die dunklen Gänge wirft, der weiß was das Wort beklemmend bedeutet.
Ersteindruck
Für Vivendi ist Riddick nach eigener Aussage der wichtigste Titel 2004 und wir können uns dem voll anschließen. Quasi aus dem Nichts präsentieren die Starbreeze-Studios einen Ego-Shooter, der technisch, spielerisch und storymäßig absolute Spitzenklasse zu werden scheint. Das abwechselungsreiche Gameplay und die düsteren Level laden jedenfalls alle SF-Fans ein, ab Sommer ins Riddick-Universum abzutauchen.
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