Virtual Skipper 3
Action ist out!
Bevor Ihr in See stecht, lohnt es sich jedoch zuerst einmal einen Blick in das Player-Menü zu werfen. Dort könnt Ihr nämlich aus vielen verschiedenen Booten euren persönlichen Favoriten heraussuchen. Die Gefährte unterscheiden sich nicht nur in der Farbe, sondern auch in Art und Anzahl der Segel, was später von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist. Wer jetzt auf schnelle und kurzweilige Wasserrennen hofft, wird von Virtual Skipper 3 enttäuscht sein, denn das Spiel ist Simulation in Reinform. Im Spiel werden Seeverhältnisse und typische Winde akkurat nachgestellt, was halsbrecherische Geschwindigkeiten von vornherein ausschließt. Das Spiel bietet Euch verschiedene Modi, in denen Ihr euch gegen Computer-Kapitäne und, im Multiplayer-Modus, auch gegen menschliche Gegner in verschiedenen Rennen messen könnt. Für diese braucht man anfangs jedoch viel Geduld. Denn das Spiel steuert sich nicht so leicht wie beispielsweise ein Ego-Shooter, bei dem die Steuerung gleich in Fleisch und Blut übergeht.
Denn man dirigiert eine komplette Crew, die auf Knopfdruck die gewünschte Aktion erledigt. Wer irgendwann mal die Schnauze voll von Rennen hat, und einfach nur entspannt mit seinem Boot dem Horizont entgegen schippern will, kann dies im Freeride-Modus tun. Schönes Detail am Rande: die Tageszeit richtet sich nach der Windows-Uhr. Wenn man abends nach einem langen Tag etwas segeln möchte, kann man dies auch um diese Uhrzeit im Spiel tun.
Ein Tag im Atlantischen Ozean...
Auch an einen Strecken-Editor wurde gedacht. Mit diesem zaubern auch Design-Laien in Windeseile Kurse, in denen man dann später gegen KI-Gegner oder Freunde spielen kann. Neben Start- und Zielfestsetzung sowie den Wegpunkten für nicht-menschliche Kontrahenten steht es euch zudem noch frei, wie das Level aussehen soll. Man kann Felsen zu Landschaften verbinden, oder Hubschrauber und Boote implementieren, die spielerisch zwar keine Relevanz besitzen, das Szenario optisch jedoch ein wenig aufpeppen. Grafisch besticht Virtual Skipper 3 schon in der Preview-Version durch die wahrscheinlich schönsten Wasser- und Wellengänge, die man bisher in einem Spiel bewundern durfte. Man kann das kühle Nass förmlich schmecken. Nicht so gut schneiden dagegen das Aussehen und die Animationen der Crewmitglieder ab. Diese bewegen sich noch etwas abgehackt und unglaubwürdig. Auch das Aufziehen der Segel könnte besser sein. Wie im grafischen Teil überzeugt auch beim Sound das Wasser. Wenn eine Yacht durch eine Welle prescht oder man das Wasser einfach nur plätschern hört, möchte man am Liebsten die Augen schließen und einfach nur zuhören. Abgesehen davon gibt es nicht so viele Soundeffekte, was aber nichts Schlechtes ist. Das hätte dem ruhigen Ambiente auch nur geschadet. Sehr schön auch der Einsatz des Surround-Sounds, der Euch mitten ins Geschehen versetzt.
Ersteindruck
Gewiss ist Virtual Skipper 3 kein Mainstream-Titel, und auch ich musste einige Stunden damit verbringen, herauszufinden ob das Spiel letztendlich überhaupt Spaß macht, was an der gewöhnungsbedürftigen Spielweise liegt. Doch nachdem ich es intensiv gespielt hatte, fing das Game an, richtig Laune zu machen. Denn wenn man sich erst einmal zurecht gefunden hat, weiß man allmählich, bei welcher Windstärke welche Segel zu spannen sind usw. Leider haut mich der Titel abgesehen von den fantastischen Wassereffekten entgegen aller Lorbeeren grafisch nicht vom Hocker. Und auch die Levels wirken zuweilen etwas leblos. Lange Rede, kurzer Sinn: Virtual Skipper 3 ist einfach Geschmackssache. Mein Tip: das Spiel bei Release einfach selber ausprobieren!
VIDEO
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