Y-Project

Preview
Plattform
PC
Vertrieb
-
Entwickler
-
Erscheinungsdatum
N/A
Genre
Andere
Y-Project [PC , looki.de]

Y-Project

Der deutsche Entwickler Westka Interactive hatte keinen eigenen Stand auf der Games Convetion, sondern empfing ausgewählte Journalisten nur persönlich. Ziel war es, ihr neues Spiel Y-Project vorzustellen, welches bei vielen Kollegen als einer der Hoffnungsträger deutscher Spieleentwicklung gilt.

Um was geht es?

Ingo Horn, PR-Manager von Westka Interative, konnte uns bereits ein Demolevel zeigen, welches am Anfang des 4. Aktes spielt und extrem beeindruckend aussah. Aber beginnen wir von vorne – mit der Hintergrundgeschichte. Y-Projekt ist der Name eines fast vergessenen Experiments, dessen genauen Verlauf der Spieler mit fortlaufender Hintergrundgeschichte ergründet. In ca 130 Jahren schafft die NASA es endlich, ein bemanntes Erkundungs-Raumfahrzeug in die Weiten des Weltalls zu schicken. An Board fand ein genetische Experiment, später nur noch bekannt als das Y-Project, statt, das wohl irgendwie schief ging. Die Besatzung schaffte es einen fremden, aber friedlichen, Planeten zu erkunden und zu besiedeln. Das Resultat des Experimentes, eine kleines genetisch verändertes Insekt, schaffte es jedoch zu entkommen. In den Folgejahren entwickelten sich riesige, agressive Insektenstämme, die die wenigen Siedler zwangen, zu ihrem eigenen Schutz, in einer riesigen Glaskuppel zu leben.

70 Jahre nach der Landung des Raumschiffes beginnt das Spiel. Dies ist leider der unglücklichste Zeitpunkt , denn die sich stark vermehrenden Insekten sind in die Glaskuppel eingedrungen und haben Großteil der Bewohner getötet.

Es geht los

Die Aufgabe des Spielers hört sich leicht an, entwickelt sich jedoch zum Mammutwerk: Die Insekten vernichten. Der Hauptcharakter wird aus bestimmten Gründen, deren Aufdeckung in diesem Artikel aber einen zu großen Spoiler darstellen würde, immer weiter in die Intrigen der Überlebenden hineingezogen. Die Bevölkerung hat sich in zwei wichtige Fraktionen gespalten: Die Wissenschaftler und das Militär - die letzten Überlebenden des ehemaligen Rates der Stadt. Beide Fraktionen beschuldigen sich gegenseitig, Schuld an der momentanen Situation zu sein, sind sich oft spinnefeind und verfolgen auch einen gänzlich anderen Weg, um der Situation Herr zu werden. Hinzu kommen noch einige Splitterparteien, wie z.B. eine Cyberpunk Gang.

Die Qual der Wahl

Welcher Fraktion man sich nun anschließt, bleibt einem selbst überlassen. Je nach Fraktion bekommt man Zugang zu anderen Technologien, Waffen bzw. Quests und erfährt nebenbei noch unterschiedliche Teile der Hintergrundgeschichte. Man kann die Fraktionen sogar gegeneinander ausspielen, da man die Möglichkeit hat, die Seiten zu wechseln. Natürlich bleibt es einem überlassen, sich auf eine Seite zu spezialisieren und auf diese Weise besonders gut z.B. mit der Verwendung von Waffen zu werden. Das ganze erinnert ein wenig an Sierras letztjährigem Rollenspielhit Arcanum, bei dem sich auch zwei völlig unterschiedliche Seiten, dort Magie und Technik, gegenüber standen.

Beide Seiten buhlen aus bestimmten Gründen, die der Spieler noch erfahren wird, um den Helden und locken immer wieder mit Vorteilen. Auch für die wenigen Zivilisten, die sich hauptsächlich im kriminellen oder im Rotlicht-Milieu herumtreiben, können einige Quest erledigt werden

Queste gibt es auch

Die Hauptgeschichte zieht sich wie ein roter Faden durch das Spiel, welche grob auch in 5 Kapitel eingeteilt ist; innerhalb der Kapitel ist Y-Project aber nicht linear. Es bleibt dem Spieler vollkommen selbst überlassen, wo er hingeht, welche Quests er erledigt und mit welchen Personen er sympathisiert bzw. welche er sich zum Feind macht.

Die meisten Quests können auch auf verschiedenen Wegen erledigt werden. Muß man z.B. einen Gegenstand entwenden, kann man entweder eine Waffe des Militärs nehmen und alle Bewacher töten, ein Betäubungsgerät der Wissenschaftler nehmen, um die Wachen zu narkotisieren oder sich geschickt anschleichen und unbemerkt entkommen. Westka erklärte uns, dass der Spieler zu jeder Zeit vollkommene Handlungsfreiheit haben wird. Dadurch ergeben sich immer unterschiedliche Quests. Entwickelt sich die Geschichte anders, bekommen die Eigenschaftswerte und Taktiken des Spieler unterschiedliche Ausprägungen und letztendlich endet Y-Project sogar mit unterschiedlichen Endsequenzen

Dieses Feature bedarf natürlich einem extrem defizilen Balancing, mit dem Westka sich ab nächsten Jahr noch ca. 6 Monate bis zum Release beschäftigen will, erhöhtaber die Wiederspielbarkeit ungemein.

Die Waffen

Dies gilt auch, da man z.B. nur an 10 der 16 verfügbaren Waffen gelangen kann. Entscheidet man sich nur für eine einzige Seite, kommt man nicht an die Waffen der anderen. Wechselt man kurzzeitig auch einmal zu einer anderen Fraktion, weil es für die Lösung einer Quest oder zum Erlangen von Informationen notwendig ist, dann werden die Eigenschaftswerte des Spielers und die Beziehungen zur jeweiligen Fraktion nicht gut genug, um an die besten Waffen der jeweiligen Partei zu gelangen . Trotzdem bleibt es aber im Wesentlichen nicht bei diesen 10 Waffen, denn man kann jede Waffe vielfach verbessern und mit anderen Gegenständen ausbauen.

Spezialisiert man sich auf wenige Waffen, kann man am Ende wirklich coole Upgradmodule in die jeweilige Waffe einbauen und wird geschickter in deren Handhabung. Benutzt man alle Waffen, hat man zwar eine größere Auswahl und ist vielleicht für verschiedenste Situationen besser gewappnet, die jeweilige Waffe ist aber weniger effektiv, weil sie weniger ausgebaut und der Spieler in der Handhabung weniger geübt ist

Den unterschiedlichen Waffen, die sich alle auch optisch unterscheiden und deren Upgrades auch in der Grafik sichtbar sind, sieht man sofort die Herkunftsfraktion an. So haben z.B. die Wissenschaftler eine Spionagekamera entwickelt, die man separat steuern kann. Damit schwebt man um eine Ecke und beobachtet Gegner. Hat man nun zusätzlich z.B. schon das Upgrade für lenkbare Raketen erworben, kann man, um Ecken herum, Gegener angreifen.

Das Militär hat ebenfalls ferngesteuerte Waffen, diese explodieren dann aber z.B. sofort inmitten einer Gegengruppe. Während die Wissenschaftlicher eher mit Versteinerungswaffen etc. operieren, besitzen die Angehörigen der Militärfraktion Waffen mit großem Kaliber.

Y-Project? Was für ein Genre?

Etwa 75% der Level sind Indoor, es gibt aber auch einige schöne Außenregionen. Um Quests zu erfüllen, muß man natürlich auch reichlich Nutzen von den Shooteranteilen in Y-Project machen, aber auch geschickt mit den Fraktionen kommunizieren oder Rätsel lösen. In dieser Art läßt sich Y-Project also gut als Mischung aus z.B. DeusEx und System-Shock beschreiben So kommen auch Rätsel vor, wie z.B. über einen See zu gelangen, obwohl das Boot am anderen Ende des Ufers steht (schwimmen ist aufgrund der schweren Ausrüstung nicht möglich).

Zudem kann man aus den Überresten von erlegten Insekten genetische Anteile extrahieren und mit Hilfe von Blueprints und spezieller Terminals weitere Gegenstände wie Upgrades oder Tränke zu erzeugen. Auch Rollenspielelemente gibt es. Durch das Ausführen von Aktionen, Erfüllen der Quests oder das Benutzen von Gegenständen und Waffen erlangt der Spieler Fähigkeiten. Diese Erhöhen z.B. die Treffsicherheit, Ermöglichen die Nutzen von besserer Technologie oder verbessern Gesundheit und Geschicklichkeit.

Grafisch und technisch gelungen

Neben dem Rollenspiel- und Adventurepart von Y-Project, ist auch die Grafik eine große Stärke von Y-Project Westka benutzt eine stark modifizierte Unreal Warfare Engine, um große Level, Gegner und Außenareale darzustellen. Dabei schafft es Y-Project, eine große Detailvielfalt darzustellen und die Level extrem realistisch abzubilden. Das gilt sowohl für Pflanzen, Gegenstände und Personen, aber auch für Umwelteffekte wie Wasser und Wolken am Himmel. Einzig das HUD, also das Menü während des Spieles, sah noch sehr primitiv aus, wird aber noch verändert. In der vorgeführten Version waren die Animationen bereits schon sehr flüssig und die Monster sehr detailiert. Auch die KI war schon derart geschickt, dass während der Vorführung - ohne Cheat - das vorzeitige Ableben unseres Helden wider Willen schnell eingetreten wäre. Die Insekten fliehen, organisieren sich in Gruppen, greifen aus dem Hinterhalt an und vieles mehr.

Der Reiz an Y-Project ist die geschickte Vermischung von Actionteilen, die problemlos mit aktuellen Shootern mithalten kann und mit gewissen Adventure-Rollenspielelemten aufwartet. Jede Aktion, sogar das Töten von Monster kann auf verschiedene Weise gelöst werden.. Hinzu kommt die Interaktion mit den Personen, das „Spiel“ der verschiedenen Fraktionen gegeneinander und mit dem Hauptcharakter und die große Freiheit und Abwechslung.

Eine Sorge bleibt aber noch: An Y-Project arbeitet im Moment eine große Entwicklergruppe, um den Release im nächsten einzuhalten. Westka hat für das Spiel jedoch noch keinen Publisher und steht finanziell auf mehr als wackligen Beinen. Es bleibt zu hoffen, dass die Finanzmittel ausreichen, um Y-Project fertigzustellen.

Ersteindruck

Die Präsentation konnte uns überzeugen. Westka Interactive könnte es tatsächlich gelingen, einen Shooter basierend auf der neuesten Unrealengine mit Adventure- und Rollenspielanteilen, also quasi ein neues Deus Ex, zu mischen und daraus ein extrem vielseitiges, abwechslungsreiches und spannendes Abenteuer zu kreieren.

Jeder sollte sich eigentlich den nächsten Sommer vormerken, denn das nächste Sommerloch wird wohl durch einen vorzüglichen Titel gestopft werden.

Y-Project [PC , looki.de]

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