1914- The Great War

Review
Plattform
PC
Vertrieb
Fishtank-Interactive
Entwickler
Trinode
Erscheinungsdatum
-
Genre
Strategie
USK
-
1914- The Great War [PC , Justgamers]

Gesamtwertung

81%/10

Grafik

Gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Sehr gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

1914- The Great War

Tagelanges Artilleriefeuer, stundenlanges Ausharren in den Schützengräben bis dann der Befehl zum Stürmen ertönt. Genau so lief es zum größten Teil im 1. Weltkrieg ab. Ähnlich daher auch in 1914 – The Great War. Man entscheidet sich entweder für die Seite der Alliierten, bestehend aus England, USA und Frankreich oder des deutschen Reiches. Nun spielt man von Beginn des 1. Weltkriegs bis zum Ende. Gerade dadurch lernt man wie verheerend wichtig die ersten Anzeichen von Technik im 1. Weltkrieg waren und was letztendlich dazu beigetragen hat, warum Deutschland verlor. Überhaupt ist das ganze Spiel auch eine Art Lernsoftware, was jedoch gut verpackt wurde und nie zu aufdringlich erscheint. Selbst wer gar nichts über den 1. Weltkrieg wissen will, wird von diesem Spiel unweigerlich in seinen Bann gezogen.

Raus hier! Es kommen Monster!

Diesen Satz brüllten die ersten deutschen Soldaten, die den ersten Panzer der Geschichte zu sehen bekamen. Anfangs muss man sich jedoch mit weniger technisierten Einheiten zu Frieden geben. So kämpft man in den ersten Missionen mit eigentlich recht unpraktischen Fußsoldaten, welche noch wie im 18. Jahrhundert brav die Formation halten; koste es was wolle. Als sehr gute Verstärkung bekommt man dafür aber die ersten Artilleriegeschütze, welche aber noch lange nicht so gut sind wie die späteren. Das größte Artilleriegeschütz im 1. Weltkrieg war die sogenannte Dicke Bertha. Eine überdurchschnittlich große Kanone bedient von 3 Mann, welche schon damals über ein paar Kilometer hinweg große Verwüstungen anrichten konnte. Aber auch die Alliierten besaßen einige gute Artilleriegeschütze, wie z.B. die erste Artillerie, welche auf einen Zug-Waggon gebaut wurde und daher große Mobilität besaß. Überhaupt war die Artillerie eine der hilfreichsten Erfindungen des 1. Weltkriegs. Einmal wurde 7 Tage lang ununterbrochen mit 2000 Geschützen auf eine deutsche Stellung eingeschossen. Deshalb war der 1. Weltkrieg auch eine reine Materialschlacht. Aber, um die Artillerie nicht zu hoch zu loben, kommen wir lieber zur nächsten wichtigen Einheit, dem Tank. Der Tank war der erste Panzer, welcher von den Engländern erfunden und gebaut wurde. Er brachte extrem große Vorteile in Sachen Mobilität und Panzerung und war damals unverwundbar. Das macht sich auch im Spiel extrem bemerkbar. Wer nicht auf seine Artillerie aufpasst, hat gegen einen anrückenden Panzer allein mit Infanterie keine Chance. Selbstverständlich kommen auch die Deutschen später im Krieg auf die Idee, Panzer zu bauen und diese einzusetzen.

Materialschlacht

Die Missionen im Spiel selbst sind jedoch alles andere als eine Materialschlacht und angenehm abwechslungsreich. So muss man einmal ein Dorf einnehmen und in der nächsten Mission eine feindliche Stellung stürmen oder auch mal seine eigenen Schützengräben mit allem verteidigen, was man hat. Sogar die Stellungskriege werden gut rübergebracht und natürlich ist auch eine gute Portion Schwierigkeitsgrad und taktisches Denken gefragt. Immerhin handelt es sich ja um ein Rundenstrategiespiel. Aber 1914 – The Great War ist nicht ein 0815 Rundestrategie Spiel, sondern bietet einiges an Innovationen. So kann man Schützengräben effektiv nutzen. Einheiten in Schützengräben sind um einiges besser geschützt, als Einheiten auf freiem Feld und kassieren deshalb auch nur sehr wenig Trefferpunkte. Zudem gibt es die Pionier-Einheit, welche Stacheldrahtzäune errichten kann und Wracks oder Sandsackbarrieren aus dem Weg schafft. Auch ein Sanitäter ist auf dem Spielfeld zu finden und falls Einheiten den Kampf überleben, kann man diese zu seinen Stammeinheiten machen und immer wieder in die nächste Mission übernehmen. Außerdem ist 1914- The Great War auch ein kleines Rollenspiel, da Einheiten in jedem Kampf Erfahrung sammeln und immer besser werden und sie sich so innerhalb einer Runde weiter bewegen können oder der Schussradius sich erhöht. Apropos Schussradius: Einheiten, wie die Infanterie, brauchen eine klare Sichtlinie zu ihrem Ziel. Wenn also eine andere Einheit im Weg steht verringert sich der Sichtradius der Infanterie. Auch ein kleines Schadensmodell ist in 1914 – The Great War zu finden. Angeschlagene Einheiten weisen nach und nach ein Defizit in Sachen Bewegung oder Schussreichweite auf; bis hin zur absoluten Unfähigkeit sich noch zu bewegen oder zu schießen. In dem Fall hilft nur ein Sanitäter oder ein Mechaniker, um die jeweilige Einheit wieder zu reparieren bzw. zu verarzten.

Die Wissenschaft

Grafisch präsentiert sich 1914- The Great War in einer schönen 3D Grafik mit einigen Details wie Bäumen, Granattrichtern und Bergen, welche, was ich nicht verstehen kann, keinen Einfluss auf den Schussradius einer Einheit haben und so eigentlich nur Dekoration sind. Auch die Dörfer sind selbstverständlich in 3D. Von malerisch kann man jedoch nicht sprechen, sondern wieder einmal präsentiert uns ein Rundenstrategiespiel lieblose 4-eckige Häuser mit einem eckigen Dach. Einzig die Kirche hebt sich hier positiv heraus, aber wieso eigentlich? Dafür wurde aber nicht an den Animationen der einzelnen Einheiten gespart. Genau kann man erkennen wie der Offizier den Schussbefehl gibt und dann der Rauch aus den Läufen qualmt. Bei den Artilleriegeschützen sieht man sogar wie er das Geschoss lädt. Alles in allem dennoch eines der schönsten Rundenstrategiespiele, die es im Moment auf dem Markt gibt. Auch der Sound kann sich sehen lassen. Während man seine Taktik plant, hört man im Hintergrund MG-Feuer und Granateneinschläge. Auch sonst sind die Waffensounds recht gut gelungen. Allerdings sind die Stimmen, die die Befehle bestätigen etwas übertrieben und nicht sehr abwechslungsreich. Nicht einmal die Originalsprache der jeweiligen Seite wurde verwendet.

Zwei Fronten Krieg

Auch ein Multiplayer Modus ist vorhanden. Dieser bietet den klassischen Deathmatch Modus oder einen Cooperativ Modus, in dem man zusammen mit einem Freund gegen den Computer spielt. Allerdings scheint es sich zu einem neuen Trend zu entwickeln, dass man immer mehr den Hot Seat Modus weg lässt. Hoffentlich wird es noch einen Patch geben um dies zu beheben. Auch ein paar mehr Karten im Multiplayer Modus wären angebracht.

Fazit

1914 - The Great War hat sich den Thron der Rundenstrategie wirklich verdient. Klasse Grafik kombiniert mit guten neuen Ideen und einem guten Rundensystem. Zudem noch der extrem günstige Preis. Ein bischen mehr hätte die Kampagne jedoch bieten können. Ich hoffe, dass die Entwickler noch an einem Addon arbeiten, so dass man auch die Ostfront etwas genauer kennenlernt. Aufgrund der Eröffnung des Insolvenzverfahrens ist dies aber unklar.

Ansonsten ist 1914- The Great War eine absolute Kaufempfehlung für Rundenstrategie-Fans. Aber auch hinein schnuppern lohnt sich, denn der Schwierigkeitsgrad ist für Anfänger kein Problem und Profis bekommen trotzdem eine Herausforderung, wenn sie auf 'schwer' spielen.

1914- The Great War [PC , Justgamers]

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