1C Prague 'n Play

Review
Plattform
PC
Vertrieb
1C
Entwickler
1C
Erscheinungsdatum
-
Genre
Shooter
USK
-
1C Prague 'n Play [PC , looki.de]

1C Prague 'n Play

1C lud uns nach Prag ein, um auch der europäischen Fachpresse ihre Neuentwicklungen zu präsentieren. Dabei präsentierte man uns nicht nur den ein oder anderen netten Titel in Form von Trailern, sondern ließ uns auch ambitionierte Spiele, wie Cryostasis antesten. Was die einzelnen Games zu bieten haben, erläutern wir euch in unserem Special zum Prague 'n Play-Event.

Cryostasis: Sleep of Reason

Für uns war Cryostasis ganz klar das spielerische Highlight des Abends. Zwar erinnert der Survival-Horror-Shooter in Sachen Aufmachung, Gameplay und grafischer Gestaltung ziemlich an den Genrekönig Bioshock, setzt aber durch eine abstruse und noch düstere Handlung, sowie seine packende Hoffnungslosigkeit auch viele eigene Akzente. Als Alexander Nesterov wird der Spieler auf eine eigentlich simple Mission geschickt. Der Meterologe soll nämlich schlicht die letzten Stunden des russischen Kriegsschiffs North Wind rekonstruieren, das während einer Fahrt in fremden Gewässern unterging und mit sich alle Besatzungsmitglieder in die Tiefen zog.

Wie man sich vorstellen kann, wird Nesterov schnell klar, dass die eigentlich tote Besatzung doch noch ziemlich lebendig ist und gar nicht daran denkt, ihn lebend vom Schiff zu lassen. Doch statt schnell das Weite zu suchen, entdeckt der Meterologe ungeahnte Seiten an sich. So scheint sein Schicksal mit dem der North Wind zusammen zuhängen, übernatürliche Kräfte ergreifen Besitz von ihm. Er beginnt nicht nur seine eigene Gegenwart, sondern auch die Vergangenheit zu verändern. Dabei sind die bösartigen Crewmitglieder jedoch nicht sein einziges Problem. Er muss auch ständig gegen die eisige Kälte ankämpfen, jede Wärmequelle nutzen, um seinen Körper vor dem Erfrieren zu retten. Da das Kampfsystem sehr realistisch ausfällt, wird auch jeder Kampf zu einer echten Herausforderung. Vor allem da akuter Munitionsmangel herrscht. Außerdem stellen sich die historisch genau nachgebildeten Waffen aus dem Jahre 1968 nicht gerade als leicht zu handhaben und die Gegner als abgehärtet heraus.

Durch die sparsam eingesetzten Lichteffekte sind Schocks genauso garantiert, wie das Herumirren in Gängen. Wir können leider noch nicht sagen, ob Crysostatis in einer Masse von Korridoren untergeht oder sich durch gelungene Schauplätze in hohe Wertungsbereiche katapultieren kann. Da das Gameplay, sowie das Flair ansonsten stimmen, wird sich dadurch der Spielspaß messen lassen. Denn so gruslig ein Spiel auch daherkommt, wenn man lediglich von einer Kabine in die nächste vordringt, kommt schnell Langeweile auf. Ansonsten hat der Titel aber einen erbittert guten Eindruck bei uns hinterlassen.

Necrovision

Der zweite Horror-Shocker von 1C wird sich deutlich Action-reicher spielen als Cryostasis. Als Simon Bunker, einem einfachen US-Soldaten, schlägt man sich zunächst mit seiner Einheit durch die Wirren des Ersten Weltkrieges im Jahre 1916.

Doch schon bald trifft man auf mysteriöse Vorkommnisse und noch viel schneller muss man erkennen, dass neben dem eigentlichen Krieg noch ein weitaus Bedrohlicherer in der Unterwelt tobt. Dort bekriegen sich nämlich Vampire und Dämonen und denken nicht daran, die Oberwelt zu verschonen. So hat es Bunker letztlich nicht nur mit der größten Aufgabe seines Lebens zu tun, sondern auch mit dem nicht ganz leichten Unterfangen, die Welt vor der Zerstörung zu retten. Dabei durchstreift er die Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs, sowie eine schockende Untergrund-Welt.

Begleitet wird er von 18 verschiedenen Waffen, unter denen sich sowohl historisch korrekte, wie auch Dämonen-Schießeisen befinden. Der Ego-Shooter setzt dabei vor allem auf knallharte Action gepaart mit vielen Schockmomenten. Durch die düstere Gestaltung gelingt ihm das auch in Ansätzen schon recht gut, trotzdem wirkt die Umgebung oft karg und kann nicht einmal mit der grafischen Einfältigkeit von Jericho mithalten.

Leider erreicht der Titel spielerisch schon gar nicht das Niveau des eben genannten Horror-Shockers. Zumindest in unserer Hands-On Session konnte uns die eigentlich gute Idee nicht wirklich überzeugen. Viel zu wild waren die Schießereien, viel zu bekannt das Gameplay. Einzig die netten Effekte wussten zu gefallen. Trotzdem hat Necrovision Potenzial uns könnte sich zumindest spielerisch noch weiterentwickeln. Vor allem im Multiplayer könnte das Gemetzel Spaß machen.

IL-2 Sturmovik: Birds of Prey

Mit IL-2 Sturmovik: Birds of Prey präsentierte uns 1C ihren Headliner. Der Flugsimulator spielt wie gewohnt im Zweiten Weltkrieg, beleuchtet vor allem die großen Schlachten und davon natürlich speziell die imposanten Luftgefechte. Unter anderem werden Stalingrad, der Luftkampf über Groß Großbritannien und die Schlacht um Berlin zu spielen sein.

Dabei gibt es ganze 50 Missionen, die es zu bewältigen gilt. Der große Vorteil des Titels wird der einstellbare Schwierigkeits- und Simulationsgrad sein. So werden Neulinge den IL-2 gänzlich anders erleben können, als Profis. Während die einen ihr Vehikel ohne Probleme durch die Luft steuern werden und sich so ganz auf die Gefechte konzentrieren können, haben die anderen auch noch alle Hände voll mit dem eigentlichen Fliegen zu tun. Durch eine berauschende Atmosphäre und eine sehr gute grafische Gestaltung wird der Spaß zur authentischen Herausforderung. Man fühlt sich mittendrin und erstarrt ein ums andere Mal, wenn man die malerischen Landschaften unter sich und die spektakulären Explosionen vor sich zu Gesicht bekommt. Auch das eigentliche Fluggefühl trägt zur gelungenen Atmosphäre bei. IL-2 macht deshalb bereits im Singelplayer eine Menge Spaß, Selbst denjenigen, die ansonsten nicht wirklich etwas mit derlei Simulationen am Hut haben, werden den Titel genießen können.

Besonderes Potenzial sehen wir aber in den umfangreichen Multiplayerfunktionen, die eine noch unbekannte Anzahl von Spielern gegeneinander aufhetzen werden. Wie sein Vorgänger wird also wohl auch IL-2 wieder Maßstäbe in seinem Nischengenre setzen.

Death Track: Resurrection

Den Zock-Urvätern unter euch dürfte der Name Death Track durchaus ein Begriff sein. Vor etlichen Jahren stellte der Funracer das erste Spiel dar, dass Autos mit Waffen ausstattete, um diese dann auf einander zu hetzen. Mit Resurrection erwartet uns nun bald das Remake des Originals. Dabei handelt es sich zum Glück nicht nur um eine grafische Aufarbeitung des Ganzen. Denn eigentlich wurden lediglich der Grundgedanke und der Name übernommen. Death Track: Resurrection spielt in naher Zukunft, in der normale Sportarten schon lange der Vergangenheit angehören und durch brutale Spiele auf Leben und Tod ersetzt wurden.

Das mag unter anderem auch an der Weltanschauung der Weltbevölkerung leben, die durch viele Kriege nichts Gutes mehr im Leben sehen. Dabei schaut der Pöbel am Liebsten das The Survival Race, dass jährlich die besten Fahrer des Planeten und einige Rookies zusammenführt, um sich auf den Pisten dieser Welt mit den schärfsten Karren und den tödlichsten Waffen zu beharken. Dabei wird der Titel zehn unterschiedliche und vor allem zerstörbare Städte bieten, unter ihnen Tokio, Prag, Paris und Bangkok. Während sich das Fahrverhalten der Vehikel und auch die Waffen sich kaum unterscheiden, machen die von uns gesehenen Rennstrecken einen durchaus abwechslungsreichen Eindruck. Grafisch strahlt der Titel zwar nicht so stark, dass man ihn in die erste Liga der Rennspiele erheben könnte, die gewaltigen Zerstörungsorgien aber wissen durch ihre spektakulären Effekte sehr zu gefallen. Das Ganze ist ein gelungener Funracer für Erwachsene, der nicht an den Charme, aber durchaus an den Spielspaß eines Mario Kart Wiis heran reicht. Ob die zehn Vehikel letztlich auf Dauer genau wie die immer selben Waffen aber auch die Motivation aufrecht erhalten können, muss noch geklärt werden, immerhin wird der Multiplayer sicher für viele Stunden fette Action liefern können.

Men of War

Und noch ein RTS-Titel der im Zweiten Weltkrieg spielt. Doch bevor jetzt alle genervt abwinken, sei gesagt, dass dieser durchaus Potenzial besitzt, den ein oder anderen Echtzeitstrategen länger vor die Mattscheibe zu bannen. Warum? Ganz einfach: Man kann in Men of War nämlich nicht nur ganze Kompanien befehligen, sondern auch jeden einzelnen Soldaten. Wer nun meint, das sei ein alter Hut, dem sei wiederum gesagt, dass man trotz dieses Features riesige Armeen befehligen wird. In drei Kampagnen lenkt man die Geschickte, der Deutschen, der Russen und der Alliierten in ihrer Gänze. Dabei hat man schlappe 19 Missionen zu erfüllen und wird mit über 50 verschiedenen Einheitentypen konfrontiert.

Genug Futter, um bei einem ordentlichen Balancing nicht nur im Singleplayer für viel Spielspaß zu sorgen. Grafisch macht der Titel einiges her. Zwar erreicht er nicht die Detailfülle von World in Conflict, weiß aber durch nette Effekte, eine realistisch wirkende Umgebung und detaillierte Charakter- und Vehikelmodelle zu gefallen. In Sachen Sound „rummste“ Die ersten Missionen verlaufen hingegen recht unspektakulär, wir hoffen allerdings, dass sich das Aufgabendesign noch verbessert, denn dann könnte aus Men of War ein durchaus ansprechendes Spiel werden. Der Multiplayerpart bietet gegenüber dem inoffiziellen Vorgänger Faces of War eine neue Nation, namentlich Japan, sowie zwei neue, nicht bekannte Modi und zwei neue Maps. Wird noch etwas am Balancing gearbeitet, könnte sich auch der Multiplayer großer Beliebtheit erfreuen.

Theatre of War II

Zu guter Letzte stellen wir euch noch den Nachfolger des hochgelobten RTS-Games Theatre of War vor. Der Titel überzeugte seinerzeit durch ungeahnte Authentizität und einen enorm hohen Realismusgrad, ohne dabei die technische Seite und den Spaß zu vernachlässigen.

Leider konnte sich das Spiel gerade in Europa nicht durch hohe Verkaufszahlen auszeichnen. Dennoch arbeitet 1C gerade am Nachfolger und präsentiert uns im Herbst Teil 2, der mit 15 langen Missionen und drei Kampagnen daherkommen soll. Dabei wurde die grafische Seite nochmals ordentlich aufgebohrt, so dass man teilweise das Gefühl hat, eine sehr lebendige Welt einzunehmen.

Da Theatre of War II im Afrika von 1943 spielt, muss man aber gestehen, dass die ein oder andere Landschaft etwas karg daherkommt. Das liegt natürlich daran, dass es sich dabei nun mal um eine Wüste handelt. Aber man hätte sich ja durchaus auch einen anderen Schauplatz wählen können. Nichtsdestotrotz, was machbar war, wurde umgesetzt, so können vor allem die hübschen Oasen begeistern, von den ausgezeichneten Charaktermodellen ganz zu Schweigen.

Der Sound überzeugt ebenfalls bereits jetzt. Wem die 15 Missionen nicht ausreichen, der wird mit dem hauseigenen Missions-Creator die Möglichkeit haben, seine eigenen Kriege zu erschaffen und natürlich auch die, anderer nach zuspielen. Logischerweise wird man wieder über zahllose Einheiten verfügen, vom einfachen Fußsoldaten, über schweres Attileriegeschütz bis hin zur Luftwaffe.

Auch die komplexen, taktischen Möglichkeiten wurden nochmals verbessert. So hat man beispielsweise nun noch mehr Möglichkeiten, die Formation einzelner Truppen zu bestimmen, Kampfanweisungen zu erteilen oder ganze Taktiksysteme zu entwerfen. Und das Beste daran: Trotz der Komplexität macht der Titel einfach unglaublich Laune. Abwechslungsreiche Missionen und ein herausforderndes Gameplay werden vor allem die Taktikhasen unter uns begeistern.

Aber auch Neueinsteiger werden das Spiel zu schätzen wissen. Natürlich nur, wenn sie viel Staub und Sand fressen können. Wie uns versprochen wurde, soll auch der Multiplayer einer Komplettkur unterzogen werden. Da sind wir gespannt.

1C Prague 'n Play [PC , looki.de]

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