7 Sins

Review
Plattform
PC
Vertrieb
CDV
Entwickler
Monte Cristo
Erscheinungsdatum
-
Genre
Simulation
USK
16
7 Sins [PC , looki.de]

Gesamtwertung

56%/10

Grafik

Gut

Sound

Befriedigend

Lanzeitspaß

Befriedigend

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

7 Sins

Apple City! Die Hauptstadt des Geldes und der Macht, der Sünden und der Laster. Hier findet man sie alle: die Geschäftsleute, die Schönen und Reichen, die hochkarätigen Politiker sowie die üblichen Sternchen und Schmarotzer, die im Dunstkreis von Macht und Geld natürlich nicht fehlen dürfen. Kurz gesagt, der ideale Ort für einen richtigen Kerl wie Euch! In Apple City kann man das schnelle Geld machen und berühmt werden, die schönsten Intrigen spinnen und sich das schnappen, was jeder von uns am meisten begehrt: Macht und Einfluss.

Soweit zur quasi nicht vorhandenen Story von 7 Sins. Unser Ziel dürfte nun also klar sein: wir fangen bei null und mit leeren Händen an. Natürlich darf man uns nicht unterschätzen, wir haben den Mut, nach ganz oben zu wollen und auch das Talent, das zu schaffen. Wir beginnen unsere „Karriere“ in unseren eigenen vier Wänden, wo uns eine Aushilfstussi im Quasi-Tutorial erklärt, worum es eigentlich im Spiel geht und wie es gespielt wird. Nach ein paar ersten Gehversuchen, d.h. baggern und Rohre verlegen geht's auch schon in die erste richtige Mission, bei der wir als Boutique-Verkäufer - ständig beobachtet vom strengen Chef - das Vertrauen von ein paar Damen erhalten und diese um ihr Geld bringen müssen.

Um eine Art Beziehung mit einer Person anzufangen, muss man diese ansprechen. Schon stehen uns folgende elf Gesprächsthemen zur Verfügung: Komplimente, Humor, Bildung, Ernsthaftigkeit, Geld, Jetset, Esoterik, Empfindsamkeit, Alkohol, Macho und natürlich Sex. Klar, dass man z.B. mit einer fremden Person nicht gleich über das Thema Sex reden kann. Deshalb ist es erforderlich, dass wir als Spieler die Gesprächsthemen anzielen, auf die die jeweilige Person auch positiv anspringt. Diese Lieblingsthemen erfährt man jedoch oft nur durch vorher missglückte Versuche, da man diese dann später meist ausschließen kann. Mehr und mehr punktet man dann mit den richtigen Sätzen bei der „Zielperson“ und steigt im Vertrauensbalken von Stufe 0 - Erste Begegnung - bis zur Stufe 5, der Leidenschaft, bis die Person wirklich fast alles für einen macht, was u.a. den Geschlechtsverkehr - natürlich nur bis auf die Unterhose - als auch die Bereitschaft, Scheine locker zu machen, beinhaltet.

Natürlich war das noch nicht alles: am linken Bildschirmrand gibt es drei Balken - Angst, Sex und Gewalt - die stetig steigen, wenn man sich mit Personen unterhält. Ob das nun der einem Sklaventreiber sehr nahe kommende Chef ist, der uns vor aller Kundschaft zur Mücke macht, oder eine hässliche, aber arrogante Senatorentochter, die die ganze Zeit davon schwafelt, wie verwahrlost wir seien und wie toll sie sei. Bei einigen Personen steigt der Balken mehr, bei anderen weniger.

Und jetzt kommt der - bescheuerte - Clou: hat auch nur einer dieser Balken sein Limit erreicht, rastet unser Protagonist völlig aus, benimmt sich wie ein Irrer und verlässt fluchtartig die Location. Danach dürft Ihr bei der Zielperson wieder von vorne anfangen.

Damit dies nicht passiert, ist es eigentlich logisch was Ihr tun müsst: abreagieren natürlich! Dies könnt Ihr nur an speziellen, aber dennoch reichlich vorhandenen Stellen in den einzelnen Levels.

Klickt Ihr eine dieser Stellen an, wird ein Minigame gestartet. So, und wer bis hierhin dachte, das Niveau könnte tiefer nicht sinken, wird nun eines Besseren belehrt.

Bei den richtig bekloppten Minispielen gilt es je nach Stelle im Level entweder dem Chef in den Kaffebecher oder in eine beliebige Vase zu pinkeln, heimlich Frauen in Umkleidekabinen zuzusehen, wie sie sich ausziehen, sich vorzustellen wie es wäre, seine gesamte Aggresion auf kleine Tiere abzulassen oder einfach mal einem Unbeteiligten so richtig in die Fresse zu hauen, um nur einen Teil der zahlreichen Minispiele zu nennen.

Egal wie weit Ihr im Spiel kommt: die Abwechslung bleibt stets die gleiche, was in diesem Fall nicht sehr viel ist. Immer die gleiche Nummer: „schleppe die Alte XY ab und bring sie in den siebten Himmel“ - mit anderen Worten „nageln“. Irgendwann - es dauert garantiert nicht lange - hat man einfach die Schnauze voll und keine Lust mehr auf die ewig gleiche Masche.

Da hilft es auch nicht, dass zumindest die einzelnen Levels abwechslungsreich sind: so geht unser Prolo-Held zum Beispiel in Boutiquen, Diskotheken, Fitnessstudios und sogar SM-Clubs auf Frischfang.

Grafisch kann 7 Sins nicht wirklich vom Hocker hauen, jedoch kann man durchaus von einer soliden Leistung sprechen. Die Charaktere überzeugen, könnten jedoch vor allem in einem solchen Spiel - in dem es sich ja im Prinzip nur um Menschen dreht - besser sein. Gerade die Polygonanzahl könnte höher sein, da die Figuren manchmal etwas eckig wirken. Durchwachsen sind auch die Animationen der Charaktere: diese sehen einfach abgehackt aus und auch auf das erotische Ausziehen muss man verzichten. Die Kleidung wird einfach „weggezaubert“ anstatt ausgezogen.

Nett hingegen ist der Verwischungseffekt, der das gesamte Geschehen effektreicher wirken lässt. Bemerkbar wird dies vor allem im Disco-Level, wenn sich unsere Hauptfigur auf die Tanzfläche bewegt. Spricht man eine Person an, so fokussiert sich die Kamera einzig und allein auf die Gesprächspartner, während der Rest fast gänzlich verwischt. Die Detailfülle der Szenarien und die Qualität der Texturen geht in Ordnung, aber stellt auch nichts Weltbewegendes dar. Die Präsentation der plumpen Minigames ist zudem zweckmäßig in 2D gehalten und enttäuscht auf ganzer Linie.

Akustisch hätten die Entwickler mehr aus dem Spiel rausholen können. Auf eine Sprachausgabe - ob nun Englisch oder Deutsch - wurde ganz verzichtet, stattdessen werden alle Dialoge á la Sims in einer Art Babysprache geführt, was das Ganze doch am falschen Ende lächerlich wirken lässt. Auch gibt es keine Musik - zumindest nichts, was man als richtige Hintergrundmusik bezeichnen könnte.

Das Gedudel - was der Spieler jedoch freundlicherweise ausschalten kann - würde jedem x-beliebigen Pornostreifen besser stehen als 7 Sins, obwohl es vom Niveau her dem Spielgeschehen gleichkommt.

Fazit

Wow, ich hatte noch nie soviel Spaß mit einem Spiel! Die nahezu umwerfende Grafik, der fabulöse Sound, die ungemein unterhaltsamen Minigames und die abwechslungsreichen Aktionen, die ich mit meinem Charakter anstellen durfte, fesselten mich über einen mir endlos erscheinenden Zeitraum an den Bildschirm. Auch meine Freundin war sichtlich begeistert von den poetischen Sprüchen, und der Achtsamkeit mit der man im Spiel auf Frauensuche gehen kann. Da ich 7 Sins so toll fand - nur Lula 3D war besser -, werde ich ihr wohl nur noch mit Sprüchen wie „Alte, du wirst schon wieder hässlich“ begegnen das wird sie bestimmt begeistern. Wer die geballte Packung Ironie in den letzten Sätzen nicht bemerkt hat, der sollte sich 7 Sins kaufen. Alle anderen sparen sich das Geld für eine wesentlich sinnvollere Investition: einen schönen Abend mit der eigenen Freundin.

7 Sins [PC , looki.de]

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