Gesamtwertung85%/10 |
GrafikSehr gut SoundSehr gut |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegSehr gut |
BedienungGut |
Command & Conquer: Generals war gestern? Heute kommt Act of War! Kann es Eugen Systems als unbekanntes Entwicklerteam wirklich schaffen, den Genreprimus vom Thron zu stoßen? Wir haben die Welt vom Bösen befreit, den wieder einmal guten Amerikanern zum Sieg verholfen und verraten euch, ob die Echtzeitstrategieszene einen adäquaten Ersatz gefunden hat.
Erst heute, auf der Fahrt ins Büro, musste ich an der Tankstelle schmerzhaft feststellen, dass ein nicht unbeträchtlicher Teil des Monatslohns für die tägliche Autofahrt geopfert wird. Wer kennt die Problematik nicht. Nur warum gibt es dazu, außer vielleicht Oil Tycoon 2 von East Entertainment, kein aktuelles Computerspiel? Das dachte sich auch die junge Entwicklerschmiede Eugene Systems und entwickelte Act of War, das jetzt unter dem Atari Label erschienen ist. Die Hintergrundgeschichte war dementsprechend schnell gefunden. Die Geschichte von US-Autor Dale Brown verquickt dabei eine Ölkrise, böse Supergauner aus Russland, die in den USA im Moment so beliebten Terroristen und natürlich eine heroische US-Spezialeinheit, die die Welt vor der Katastrophe rettet, nicht mehr unter der Kontrolle der USA zu stehen.
Allen Unkenrufen zum Trotz macht Act of War bereits während der Installationen einen guten Eindruck und vermittelt in der Zeit, in der die Daten von der DVD auf die Festplatte geschaufelt werden, bereits einiges an Spannung. Warum? Während der Zeit läuft in knapp sechs Minuten das erste Video mit echten Schauspielern. Im Laufe der Einzelspielerkampagne wird sich die Spielzeit aller Videos auf über 45 Minuten addieren. Immerhin etwas, das wir seit den ersten Command & Conquer -Titeln eigentlich nicht mehr in einem Echtzeitstrategiespiel erleben durften.
Dass dieses Gefängnis eine Ausbaustufe des Krankenhauses ist, beinhaltet zudem eine größere Portion Ironie. Ach, Kriegshelden gibt es auch. Führt man ein Mitglied eines zerstörten Fahrzeuges zurück ins Hauptquartier, gibt es ebenfalls Bares macht man diese Aktion der Weltöffentlichkeit bekannt, sogar das Doppelte.
Kurz und knapp: Act of War bietet Spielspaß, eine KURZweilige Kampagne und bekanntes Gameplay. Erfreulich ist, dass die Missionen allesamt recht abwechslungsreich sind. Die insgesamt 33 Missionen können vollkommen überzeugen, bringen die Story voran und werden, wie schon erwähnt, jede durch ein Video mit echten Schauspielern eingeleitet und beendet. Durch die oftmals vorhandene Häuserkampfsituation ist vorsichtiges Vorrücken nötig sowie das strategische Besetzen von Häuserblocks, das mitunter auch durch SWAT-Einheiten der örtlichen Polizei erfolgt. Langeweile kam während der Kampagne jedenfalls kaum auf.
Die Einheiten erinnern dabei an das US Militär, denn sowohl Apache als auch bekannte Panzertypen sind mit von der Party. Auf der Seite der Terroristen finden sich eine Mischung aus russischen, französischen und futuristischen Fahrzeugen. Der Spieler, in der Figur der Task Force Talon besitzt futuristische Drohnen, Tarntechnologie, schickt eine Reihe an Elitesoldaten in den Kampf gegen die böse Fraktion und kann Fahrzeuge mit Strahlentechnik reparieren. Schiffe haben sich die Entwickler aber wohl für ein Addon aufgehoben und Flugzeuge können nur indirekt gesteuert werden, indem man ihnen ein Ziel zum Angreifen vorgibt.
Die Taktik beschränkt sich auch eher auf Standardsituationen, wobei aber von den Eigenheiten des Spielfeldes durchaus Gebrauch gemacht wird und Hinterhalte, die Tarntechnologie, das Ausnutzen der Häuserschluchten in der Strategie des Spielers genauso vorkommen sollten. Dazu gehören auch das Verarzten und Abtransportieren von Infanterie und Fahrzeugen, um den Erfahrungsbonus jeder Einheit ausnutzen zu können. Selbst die Probleme anderer Echtzeitstrategiespiele findet man in Act of War, weswegen beispielsweise die KI im Einzelspielermodus oft auf Masse statt Intelligenz angewiesen ist und das Pathfinding, insbesondere bei größeren Gruppen von Einheiten, nicht wirklich überzeugen kann. Im Multiplayermodus ist die KI aber durchaus anspruchsvoll und passt man nicht auf, sind schnell alle Rohstoffquellen durch den Gegner besetzt und die Skirmish-Partie fast verloren.
Wer Echtzeitstrategie mag und Lust auf einen frischen Titel mit gelungener Präsentation hat, macht mit Act of War nichts falsch. Ich jedenfalls bin auf weitere Spiele des Entwicklers gespannt.