Gesamtwertung81%/10 |
GrafikSehr gut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungSehr gut |
Auf in den Kampf
Afrika Korps vs. Desert Rats vereint zwei Kampagnen, eine der Achsenmächte und eine der Alliierten, die wahlweise einzeln oder im Storymodus absolviert werden können. Beide drehen sich um vier Helden, die aufgrund der Wirren des Krieges nun gegeneinander antreten müssen. Diese Helden sind auch als Einheiten im Spiel selber verfügbar. Jede der insgesamt 20 Missionen ist von einer kleinen Hintergrundgeschichte begleitet und basiert in groben Zügen auf historischen Vorgaben. Beispielsweise drehen sich viele Missionen um die Einnahme der nordafrikanische Stadt Tobruk, die eine zentrale strategische Rolle, sowohl für den deutschen Wüstenfuchs Rommel als auch für den britischen Oberbefehlshaber Montgomery, spielte. Die Karten sind wunderschön designed, oft mit einigen versteckten Aufgaben versehen und beinhalten zahlreiche geskriptete Geschehnisse. Vor dem Start jeder Mission gilt es, seine oft kleine, aber feine Kampftruppe zusammenzustellen. Für jede Mission hat man eine bestimmte Menge Versorgungspunkte, für die man einkaufen gehen kann. Natürlich kosten die Einheiten, je nach Kampfkraft, unterschiedlich viele Punkte. Diese Zusammenstellung beeinflusst auch entscheidend die spielerische Vorgehensweise in der folgenden Mission, denn wie auch Sudden Strike oder Blitzkrieg, verzichtet das Spiel vollständig auf Basenbau. Vielmehr muss man in der Regel komplett mit den am Anfang vorhanden Einheiten alle Aufgaben in einer Mission lösen. Was das bedeutet ist klar: taktisches Vorgehen ist Pflicht, Aufklärung der Schlüssel zum Sieg und das geschickte Einsetzen der unterschiedlichen Infanterieeinheiten überlebenswichtig.
Jeder Mann zählt
Ein Pionier räumt geschickt Minen vom Feld, ein Scharfschütze kann feindliche Grenadiere erledigen und ein Sanitäter Verletzte verarzten. Natürlich sind aber auch motorisierte Einheiten, von denen alle wichtigen des Afrikafeldzeuges vertreten sind, nicht zu unterschätzen. Rollt ein deutscher Tigerpanzer durch die die Wüste, erbebt das Umfeld regelrecht, und wenn eine Gruppe britischer Artilleriegeschütze eine feindliche Stellung ins Visier nimmt, hat auch das Afrika Korp von Erwin Rommel nicht mehr viel zu lachen. Jegliche Fahrzeuge, ob Panzer, Lastwagen oder Reparaturfahrzeuge, müssen von Infanterie besetzt sein. Je mehr Personen an Bord sind, umso effektiver kann jede Einheit vorgehen.
Wurde durch Beschuss die komplette Besatzung getötet, kann dieses, auch wenn es ein feindliches Fahrzeug ist, durch eigene Leute wieder besetzt werden und so die eigenen Reihen aufgefüllt werden. Nimmt gar einer eurer Helden in solch einem Stahlmonster Platz, wirkt sich der Kommandobonus besonders effektiv aus. Als eines der wichtigsten Fahrzeuge wird sich später euer Reparaturfahrzeug herausstellen, denn es wird kaum eine Schlacht vergehen, ohne dass Eure Einheiten Schaden nehmen. Eure Fahrzeuge brauchen allerdings keinen Nachschub in Form von Treibstoff oder Munition, und auch die Reparaturfahrzeuge können beliebig viele Panzer wieder in Ordnung bringen.
Flugzeuge sind nur rudimentär vorhanden. Dies liegt daran, dass sie zum einen recht teuer sind um sie in seine Kampfgruppe aufzunehmen, und zum anderen, da sie lediglich einmal eingesetzt werden können, nur sehr begrenzten Schaden anrichten.
Während der Mission sollte man versuchen, möglichst schnell und verlustarm vorzugehen, trotzdem aber alle sekundären Missionen zu erfüllen. Dies bringt einem nämlich Prestigepunkte, die Bonuseinheiten freischalten und es einem ermöglicht, bestimmte Missionen im Blitzkriegmodus zu erledigen, in dem nur die überlebenden Einheiten weiterverwendet werden, dafür der Gegner aber unvorbereitet ist. Zudem erlangen Einheiten im Laufe des Spieles Erfahrungspunkte und sind damit umso effektiver einsetzbar.
Knöpfchengedrücke
Die Steuerung ist genauso intuitiv wie bei den meisten anderen Genrevertretern, zusätzlich können den Einheiten noch Verhaltensmuster aufs Auge gedrückt werden, z.B. ob und wann sie ihre Waffen nutzen sollen und was sie anvisieren sollen. So kann beispielsweise nur der Turm eines Panzers angegriffen werden oder die Vierlingskanone einer mobilen Flak
Oh, schau mal da!
Die technische Umsetzung des Spieles ist ein zweischneidiges Schwert. Die grafische Darstellung, die Animationen und die Einheitenmodelle sind sehr gelungen, und erstmals können sogar die Infanterieeinheiten völlig überzeugen. Zudem bietet das Spiel eine ganze Wagenladung an Grafikeffekten: Von spektakulären Explosionen, Feuer, Rauch bis hin zu grafisch beeindruckenden Wüstenstürmen bietet die Engine fast alles, was das Gamerherz verlangt. Fahrzeuge hinterlassen eine Spur der Verwüstung, Kettenabdrücke im Sand oder setzen sich nach einem Ausstoß von schwarzen Abgasen schwerfällig in Bewegung. Besonders gefallen hat auch, dass jedes Objekt auf den Karten zerstört werden kann, was gerade bei Gebäuden und Bunkern, die auch durch Infanterie besetzt werden können, spielentscheident sein kann. Auch die Musikuntermalung, die sich situationsbedingt ändert, kann vollkommen überzeugen.
Was die Synchronisation angeht, so hätte man sich jedoch mehr Mühe geben können, die Sprecher wirken nicht sonderlich überzeugend. Da Sprachausgabe aber nicht allzu oft vorkommt, wirkt sich dieser Malus nicht allzu schwerwiegend aus. Schlimmer wiegt da schon die Wegfindungs-KI. Diese ist leider suboptimal gelungen, oft versperren sich Einheiten den Weg oder finden nicht auf einen Berg hinauf, weswegen man diese über Etappen zur einer bestimmten Stelle bewegen muss. Auch die Missionen bauen größtenteils darauf auf, dass man mit seiner kleinen Gruppen Einheiten einen überlegenen Gegner angreifen muss, und dann auch noch mit Überraschungsangriffen aus dem Hinterhalt belohnt wird. Zwar vollbringt die Gegner-KI durchaus einiges wie Angriffe an unterschiedlichen Stellen, besondere Meisterleistungen sollte man hier aber nicht erwarten, meistens liegt deren Stärke in der Übermacht ihrer Einheiten. Hier bleibt zu hoffen, dass der Entwickler Digital Illusions noch etwas nachbessert.
Ich will mehr Spieler!
Einen Mehrspielermodus, indem sich bis zu vier Spieler bekriegen können, gibt es ebenfalls. Karte ausgewählt, Spieltyp wie Deathmatch oder HQ-Eroberung eingestellt, die eigene Einheitengruppe zusammengestellt und schon kann es losgehen. Dadurch, dass jeder mit einer individuellen Zusammenstellung an Einheiten beginnt, wird auch hier einiges taktisches Kalkül benötigt.
Afrika Korps vs. Desert Rats im Test.
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