Against Rome

Review
Plattform
PC
Vertrieb
JoWood
Entwickler
Independent Arts Software
Erscheinungsdatum
-
Genre
Strategie
USK
12
Against Rome [PC , looki.de]

Gesamtwertung

78%/10

Grafik

Gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

Against Rome

Die Barbaren sind los! Mit Against Rome bringt Entwickler Independent Arts die Stämme des Nordens nun auf den heimischen PC. Im Gegensatz zu Praetorians steuert man nicht die Geschicke der Römer, sondern die der drei größten Barbarenstämme jener Zeit: Die Hunnen, die Germanen und die Kelten. Ob Against Rom wirklich in den Bann ziehen kann, oder nur ein Strategiespiel unter vielen ist, erfahrt Ihr in unserer Review.

Ab in die Schlacht...

Europa im 2. Jahrhundert nach Christus: Die Germanen, die Kelten und die Hunnen verändern das Bild der alten Welt. Das römische Weltreich fällt unter dem Kampfgeschrei der Barbaren und die nordischen Stämme wandern gen Süden und Westen. Was man bisher nur in Geschichtsbüchern nachlesen konnte, bringt Entwickler Independent Arts nun auf den PC als Strategiespiel rund um die blutdurstigen Horden aus dem Norden. Um es schon mal vorweg deutlich zu machen: Against Rome ist kein normales Strategiespiel! Man kann den simplen Basenbau getrost vernachlässigen und seine Krieger direkt gegen den Feind ins Feld führen. Natürlich wird das ganze Gameplay dadurch actionlastiger und ist somit auch für Age of Empires Hasser gut geeignet.

Sowohl Anfänger als auch die virtuellen General Pattons unter uns beschäftigen sich am besten zuerst mit dem Tutorial, welches mit vier Szenarien gut in die Welt von Against Rome einführt. Hier lernt man die Kniffe des Basenbaus, das Aufstellen von Kampfverbänden und, was wohl am wichtigsten ist, wie man mit dem Häuptling umgeht.

Aber über den Häuptling erfahren wir später noch mehr. Ist das Tutorial bewältigt, haben wir die Qual der Wahl: Entweder wir versuchen uns an der Kampagne, die 25 nicht lineare Missionen umfasst, und machen zu guter letzt den römischen Legionären den Gar aus, oder wir zocken ein wenig stressfrei in fünf verschiedenen Endlosspiel Szenarien.

Wem das nicht gefällt, der kann auch auf fünf historische Schlachten zurückgreifen oder das Internet im Multiplayer-Part gegen bis zu acht Leute unsicher machen. Mit dieser Menge an Spielmodi, ist erst mal für gute Laune gesorgt, zumal man im Multiplayer die Möglichkeit hat, auch die Römer zu spielen, wer sie denn dann spielen möchte. Der Multiplayer und das Endlosspiel bestehen aus dem allseits bekannten Skirmish Modus.

Online bzw. im LAN hat der Spieler zusätzlich die Möglichkeit in Teams gegeneinander anzutreten, was wirklich einen heiden Spaß macht. Es ist einfach unbezahlbar seinen Freunden beim Fluchen zuzuhören, wenn man ihren Häuptling mal wieder um die Ecke gebracht hat. Dieses Sprichwort verliert in der Kampagne von Against Rome völlig an Bedeutung.

Die Story führt uns über Germanien zu den Kelten und Hunnen nach Rom welches wir dann auch kurzerhand unterwerfen. Mit den drei verschiedenen Helden und ihren Völkern, die wir im Laufe der Kampagne kennen lernen, gilt es germanische Verräter auszuschalten, römische Garnisonen zu vernichten, feindliche Städte zu plündern und mit den Germanen das riesige Heer der Hunnen zu besiegen.

Auffallend ist das wunderbar düstere Flair der Spielwelt: Hunnen dekorieren ihre Gebäude mit Schädeln und Kadavern und Zivilisten werden von keltischen Druiden zu Ehren der heidnischen Götter geopfert. Spaßig sind auch die Kommentare der Einheiten. Zivilisten fordern ständig neues Schuhwerk oder Nahrung und Soldaten schreien nach dem Blut ihrer Feinde. Die abwechslungsreichen Missionen, bei denen nicht immer ein Basenbau nötig ist, und die tolle Atmosphäre der Spielwelt, was auch durch einen Tag und Nacht Zyklus verstärkt wird, machen einfach richtig Spaß. Auch die oben genannten anderen Spielmodi bereiten noch lange Freude nachdem die Kampagne durchgespielt ist.

Against Rome ist nichts für schwache Nerven! Während man sich in anderen Spielen oft stundenlang mit dem Bau einer Basis beschäftigt, geht es in diesem Spiel bereits nach wenigen Minuten richtig zur Sache. Durch die einfache Infrastruktur, selten sind mehr als drei oder vier Gebäude nötig, und das einfache Kampfsystem, Truppen werden wie in Praetorians zusammengefasst, sind richtige Massenschlachten an der Tagesordnung. Die 10 verschiedenen Einheitentypen, die man je Volk zur Verfügung hat, setzen sich aus Nah- und Fernkämpfern sowie aus magiebegabten Figuren zusammen. Während der germanische Schwertschwinger die Gegner mit seiner riesigen Waffe dahinmetzelt, setzt die Priesterin auf ihre Zauberkraft, wie beispielweise ein Eiszauber, um Gegner einzufrieren. Auch Fernkämpfer wie die keltische Jägerin dürfen nicht fehlen und sind fester Bestandteil jeder guten Streitmacht. Prallen dann im Kampf mal 200 Einheiten aufeinander, verliert man leider schnell den Überblick.

Die Anwahl und Steuerung der Truppen ist ein wenig hakelig und ungenau, selten trifft man im Kampfgetümmel die richtige Auswahl. Ein weiteres Problem ist der dürftige IQ der Einheiten, frei nach dem Motto: In den Armen 500 Watt aber im Hirn keine Birne am leuchten. Viele Einheiten stehen einfach nur blöd rum, während ihre Kollegen den Gegner bekämpfen. Durch die mangelhafte KI fällt es auch oft schwer einen Hinterhalt oder ein ausgefeiltes taktisches Manöver zu starten. Die Jungs dreschen bei Gefahr auf alles ein was sich bewegt. Laut Hersteller werden alle Einheiten, trotz Zusammenfassung zu Trupps, einzeln berechnet. Leider war davon nicht sonderlich viel zu spüren. Nichts desto trotz machen die riesigen Gefechte wirklich Spaß. Das liegt nicht zuletzt am Häuptling, der die Truppen während des Kampfes beeinflussen kann.

Der Häuptling ist, ähnlich wie die Helden in Warcraft 3, ein wichtiger Bestandteil jeder Armee. Ohne ihn gibt es keine Upgrades, die Moral der Truppen schwindet dahin und die Produktion neuer, besserer Einheiten ist auch gegessen.

Hier wird ein weiterer Unterschied zu anderen RTS Titeln deutlich: Der Häuptling ist nicht nur einer, der Gegner im Handumdrehen plättet, sondern auch verantwortlich für alle Neuerungen und Verbesserungen die der Spieler erhält. Somit sollte es man sich zweimal überlegen, ob man den Stammesfürsten gegen einen ganzen Trupp Legionäre ins Feld ziehen lässt. Pflegt man seinen wichtigsten Charakter hingegen gut, bereitet er dem Spieler viel Freude und dem Gegner Kopfschmerzen: Tötet eine unserer Einheiten einen Gegner, so bekommt der Häuptling Ruhmpunkte. Diese Ruhmpunkte kann er ihn verschiedene Aktionen investieren.

Er kann seinen Truppen durch einen lauten Kampfschrei wieder Mut geben (bei dieser Aktion bleibt durch die gute Umsetzung und Sprachausgabe wirklich kein Auge trocken) da die eigenen Einheiten bei drohender Niederlage ihren Schwanz einkneifen und sich dünne machen. Seine Ruhmpunkte kann der Häuptling aber auch für die vielen Upgrades benutzen, die es im Spiel gibt, denn beispielsweise Tempel, um Priesterinnen oder Druiden auszubilden, wollen erst mal mit Ruhmpunkten bezahlt werden. Neue und bessere Einheiten müssen auf die gleiche Art und Weise freigeschaltet werden. Wie oben bereits erwähnt läuft ohne den Chef gar nichts. Das ist aber auch ein großes Problem: Wenn der Häuptling in einer Schlacht fällt, ist das Spiel meistens schon verloren.

Was für Anfänger im RTS Genre also ein Nachteil darstellt, dürfte für alte Strategie Hasen ein Anreiz sein, da dadurch die Spieltiefe enorm gesteigert wird. Grafisch kann Against Rome keine Bäume ausreißen. Die Mischung aus 3D und 2D Grafik sorgt zwar dafür, dass das Spiel auch auf älteren Rechnern flüssig läuft, da keine 3D Grafikkarte benötigt wird, sieht leider aber auch nicht mehr sonderlich frisch aus. Die Texturen wirken verschwommen und der Detailgrad der Einheiten ist einfach zu niedrig. Bei höheren Auflösung hat man echte Probleme, seine verschiedenen Einheiten auseinander zu halten. Ein weiterer Nachteil dieser Technik ist, dass man weder die Ansicht drehen, noch das Spielfeld heranzoomen kann, was oftmals für Orientierungslosigkeit sorgt. Im Gegensatz dazu, sind die Effekte wie Feuer oder die Zauber der Magie-Einheiten wirklich hübsch. Palisaden brennen lichterloh und erhellen das Spielfeld bei Nacht, Druiden wirken ihre Zauber, die die Umgebung in viele Farben tauchen. Insgesamt aber ist Against Rome technisch einfach veraltet und kann sich gegen Genregrössen wie C&C:Generäle oder Rise of Nations in dieser Hinsicht nicht annähernd durchsetzen. Anders sieht es beim Sound aus. Der Soundtrack passt wunderbar zum düsteren Flair des Spiels und nervt nicht, auch wenn man länger spielt. Die Sprachausgabe ist durchweg sehr gut gelungen, die Sprecher sind motiviert und die Kommentare der Einheiten oftmals ziemlich spaßig, auch wenn sie nach einer gewissen Zeit auf die Nerven gehen, da jede Einheit nur ca. 3 verschiedenen Sprüche auf Lager hat. Insgesamt ist daher zu sagen, dass sich Against Rome wesentlich besser anhört als es aussieht; etwa wie die netten Telefondamen bei der Auskunft.

Fazit

Innen hui, außen pfui! Against Rome macht wirklich mächtig Spaß! Kein langes Aufbauen und auf die Wirtschaft achten, hier geht es direkt voll zur Sache. Schickt man seine 200 Mannen mal wieder gegen ein paar Fonsis in die Schlacht, ist es wirklich eine Freude das Getümmel auf dem Bildschirm zu beobachten und das Kampfgeschrei und Gerassel der Waffen zu hören, während sich die Zivilisten wieder mal über fehlendes Schuhwerk beschweren. Auch wenn Against Rome grafisch nicht mehr am Puls der Zeit ist, sollten sich vor allem Freunde von schneller RTS Action diesen Titel besorgen. Wenn ihr auf morbides, düsteres Flair steht, kommt ihr ohnehin nicht an diesem Titel vorbei.

Against Rome [PC , looki.de]

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