Gesamtwertung69%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Seit zirka zwei Jahren können sich alle Adventure-Freunde schon über neue Umsetzungen von bekannten Agatha Christie-Krimis für den Computer freuen, die zwar allesamt bisher eine gute spielerische Qualität aufweisen konnten, jedoch nie an Genregrößen wie beispielsweise Black Mirror oder Sill Life heranreichten.
Im Dezember dieses Jahres erschien nun der neue Serienteil Agatha Christie: Das Böse unter der Sonne, welcher wie die vorangehenden Spiele auf dem gleichnamigen Krimi der bekannten britischen Schriftstellerin basiert. In dem folgenden Test werdet ihr alle essentiellen Informationen zum Krimi-Adventure erhalten, welche euch bei eurer persönlichen Kaufentscheidung hoffentlich weiterhelfen werden.
Von Hercule Poirot und Arthur Hastings
Zeitlich gesehen spielt Agatha Christie: Das Böse unter der Sonne mitten in der Ära des zweiten Weltkrieges nämlich im Jahre 1940.
Der renommierte Hercule Poirot, welcher übrigens belgischer Abstammung ist und in den meisten Agatha Christie Krimis den Protagonisten darstellt, kommt grade von seinem wohl verdienten Urlaub nach Hause in London und berichtet seinem Bekannten Arthur Hastings, in welchen der Spieler schlüpft, von seinen Erlebnissen. Nach der Ankunft Poirots auf dem Urlaubsparadies ereignete sich wie Hastings schnell erfährt ein heimtückischer Mordfall, den Poirot innerhalb eines Tages lösen konnte.
Mit welchen Mitteln dies Poirot anstellte wird Hastings zunächst nicht verraten; klar ist nur, dass Poirot wissen will, ob Hastings diese Aufgabe ebenfalls innerhalb eines Tages lösen kann. Folglich schlüpft der Spieler nun in die Haut von Poirot bei der Ankunft auf der Insel und muss nun versuchen den Mordfall zu lösen.
Dies klingt zwar im Prinzip recht spannend, scheitert jedoch aufgrund von zwei Aspekten. Auf der einen Seite sind die zahlreichen Gespräche auf der Insel allesamt viel zu lieblos gestaltet worden; man merkt einfach, das manche Dialogpassagen ohne die gewisse Liebe zum Detail gestaltet worden sind, was die gerade beim Krimi-Adventure essentielle Atmosphäre beeinträchtigt. Dies ist vor allem durch die Tatsache, dass das Spiel auf einem weltbekannten Agatha Christie Krimi basiert, doppelt unverständlich und schmerzlich. Zudem ist die Spielmechanik in manchen Teilen des Titels einfach zu starr und wirkt insgesamt veraltert. So ist es beispielsweise merkwürdig, dass man manche Gespräche nach einer gewissen Abfolge führen muss, um im Spielverlauf voranschreiten zu können.
Alte Kenner von Adventure-Titeln werden sich in Agatha Christie: Das Böse unter der Sonne sofort zurechtfinden; die Steuerung orientiert sich stark an bekannten Standards bei Point-And-Click Adventures und die Bedienung des Titels sollte somit ebenfalls absolute Anfänger vor keine allzu großen Probleme stellen, da diese ebenfalls durch die kompetente Anleitung Hilfe erhalten.
Manche wichtige Gegenstände sind allerdings nur schwer auf den ansonsten schönen Hintergründen zu erkennen, wodurch der Spieler oftmals mit der Maus den Bildschirm regelrecht abfährt - in der Hoffnung den richtigen Pixel zu erwischen. Solche Mankos sind leider immer sehr ärgerlich und andere Titel wie beispielsweise Geheimakte Tunguska zeigen doch, wie man diese nervigen Unzulänglichkeiten beheben kann.
Die technischen Aspekte
Die technischer Umsetzung von Agatha Christie: Das Böse unter der Sonne erfüllt im Prinzip alle Wünsche von Adventure-Freunden; so ist beispielsweise die Grafik aufgrund von schönen gerenderten Hintergründen durchaus gelungen und stärkt die ansonsten so knappe Atmosphäre im Titel.
Ebenfalls konnte die soundtechnische Untermalung des Spieles im Test relativ positiv abschneiden jedenfalls, wenn man über ein paar unfreiwillig komischen synchronisierten Nebendarstellen im Titel hinwegsieht.
Alles in Allem ist Agatha Christie: Das Böse unter der Sonne nämlich durch die Schwächen bei der Story und dem Gameplay ein mittelmäßiges Adventure geworden, welches aber durchaus seinen Käuferkreis bei begeisterten Abenteuer-Fans finden könnte.