Gesamtwertung88%/10 |
GrafikSehr gut SoundSehr gut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungGut |
Vor rund einem Jahr erschien das Echtzeit-Strategiespiel Age of Empires III und konnte in zahlreichen Kritiken erstklassige Wertungen abräumen. Vor allem die damals grandiose Optik und der spannende Kampagnenmodus begeisterte Spieler auf der ganzen Welt. Nun steht seit kurzem mit The War Chiefs die erste Erweiterung des Strategiespieles im Handel. Im nachfolgenden Testbericht könnt ihr erfahren, ob das Addon in die Fußstapfen von Age of Empires III treten kann.
Von Sioux, Irokesen und Azteken ...
Nachdem man in Age of Empires III lediglich die europäischen Völker und die Amerikaner spielen konnte, darf man nun auch endlich in die Haut der indianischen Ureinwohner von Amerika schlüpfen. Dabei stehen dem Spieler die Irokesen, die Sioux und die Azteken als Völker zur Verfügung. Die neuen Kulturen unterscheiden sich in kleineren Details von den bekannten europäischen Völkern. So gibt es zum Beispiel spezielle Kriegseinheiten, welche nur von den Indianern entwickelt werden können. Zudem können alle indianischen Kulturen eine so genannte Feuerstelle errichten, in welche der Spieler seine Dorfbewohner hinschicken kann, um zeremonielle Tänze durchzuführen. Dadurch bildet man, je nach Auswahl, Medizinmänner oder andere kriegerische Einheiten aus. Auch Optimierungen wie beispielsweise eine verkürzte Ausbildungszeit der Einheiten im Spiel sind durch den Einsatz dieser Tänze möglich.
Im Kampagnenmodus des Spieles darf man in die Haut der Familie Black schlüpfen. Diese führen den Stamm der Sioux-Indianer an und der Spieler übernimmt in der ersten Hälfte der Kampagne die Rolle von Nathanial Black. Mit der Hilfe seiner Freunde und des ersten amerikanischen Präsidenten George Washington versucht der Spieler die Engländer und die Deutschen aus Amerika zu vertreiben, um Amerika endlich die Unabhängigkeit verleihen zu können.
Dazu muss man im Laufe der Kampagne verschiedene Missionen lösen. Natürlich hat sich das grundsätzliche Spielprinzip der Age of Empires-Serie auch nicht in Age of Empires III - The War Chiefs verändert, sodass der Spieler in den Aufträgen der Kampagne nach einer strategischen Aufbauphase die gegnerische Basis zerstören muss. In manchen Missionen fällt allerdings die langwierige Aufbauphase weg und man bekommt sofort angriffsbereite Krieger.
In diesen Aufträgen muss man sich meistens durch eine gegnerische Horde durchkämpfen. Zudem muss der Spieler penibel darauf achten, nicht viele Einheiten zu verlieren, da man in diesen Missionen nur neue Truppen bekommen kann, indem man gefangene Söldner befreit, gegen Gold Piraten in Kneipen erstellt oder Nachschub aus seiner Heimatstadt anfordert.
Was gibt es sonst noch?
Natürlich gibt es neben dem Kampagnenmodus ferner die Möglichkeit, die einzelnen Spielkarten des Titels getrennt von der Hauptgeschichte zu spielen. In diesem Gefechtsmodus erstellt der Spieler sich zunächst eine Hauptstadt und entscheidet sich für eine Kultur. Danach kann man beliebig oft Partien gegen den Computergegner spielen und nach einer gewissen Spielzeit werden neue Karten für sein eigenes Deck freigeschaltet. In diesem Spielmodus darf man zudem auch die Neuerungen in den europäischen Kulturen ausprobieren. So ist es nun möglich, im Saloon neue Söldner wie zum Beispiel den Ninja oder die kleine Bombarde - anzuheuern, um seine Truppen zu verstärken.
Außerdem darf man nun nach dem Erreichen des vierten Zeitalters eine Revolution starten, sodass sich alle Dorfbewohner einer Kolonialmiliz anschließen. Dadurch werden natürlich von den Sammlern keine Rohstoffe mehr abgebaut, wodurch diese Spieloption in Mehrspielerpartien eher selten zum Einsatz kommen wird. Somit stellt der Gefechtsmodus in Age of Empires III The WarChiefs eine gelungene Abwechslung für diejenigen dar, welche die Kampagne rund um die Blacks-Familie bereits gelöst haben und sich somit nach neuen Herausforderungen sehnen.
Die Story rund um die Black-Familie wird in Zwischensequenzen, welche übrigens ähnlich wie in Command & Conquer: Generäle - in der eigenen Grafikengine realisiert worden sind, von authentischen Synchronisationssprechern erzählt. Dabei ist die Hintergrundgeschichte wirklichkeitsnäher als die Story von Age of Empires III, da sich in der Erweiterung die Geschichte an realen Ereignissen in der Vergangenheit orientiert so gibt es zum Beispiel Charaktere wie George Washington, die in der Realität die amerikanische Geschichte beeinflusst haben. Deshalb ist die Story insgesamt packend und unterhaltsam, sodass sie den Spieler somit zum Weiterspielen der Kampagne motiviert - eine exzellente Qualität, welche beispielsweise die Hintergrundgeschichte von Company of Heroes aufweist, wird leider zu keinem Zeitpunkt erreicht.
Und, wie schauts aus?
Obwohl die Grafik Engine von Age of Empires III nun auch schon ein Jahr alt ist, sieht das Spiel immer noch detailreich, opulent und ansehnlich aus. Vor allem die hochauflösenden Texturen besitzen eine erstklassige Qualität. Zudem weiß auch die Havok-Physik-Engine zu begeistern in keinem anderen Strategiespiel haben wir bisher eine realere Physik-Engine vorgefunden. Ein besonderes Lob muss den Entwicklern übrigens für die genialen Wassereffekte ausgesprochen werden, da eine ähnlich detailreiche Darstellung des kühlen Nasses in keinem aktuellen Strategiespiel vorhanden ist.
Nur in manchen Details wie beispielsweise den Lichteffekten oder den etwas undetaillierten Figur-Texturen ist man schon besseres durch den Strategie-Kracher Company of Heroes gewöhnt.
Die soundtechnische Untermalung ist in Age of Empires III The WarChiefs von hoher Qualität. Vor allem die orchestralische Hintergrundmusik, welche während des gesamten Spielverlaufs auf die individuellen Aktionen des Spielers reagiert, weiß jederzeit zu begeistern und trägt einen großen Teil zur packenden Atmosphäre bei. Natürlich wurde die Erweiterung auch mit erstklassigen Sprechern vertont, sodass alle wichtigen Charaktere in der Kampagne eine authentische Stimme besitzen. Zudem stimmen viele kleine Details: die Schüsse von Waffen klingen kernig und das aggressive Kriegsgeschrei von den indianischen Kriegern passt perfekt in das Spielgeschehen.
Alleine spielen ist langweilig...
Natürlich kann man auch Age of Empires III The WarChiefs im so genannten Ensemble Studio Online Netzwerk (kurz: ESO) online gegen Spieler aus der gesamten Welt spielen. In dem Mehrspielermodus fällt vor allem das exzellente Balancing auf jede Kultur hat ihre eigenen Vor- und Nachteile, sodass kein Volk eine Übermacht besitzt und jeder Spieler mit einer passenden Strategie den Gegner besiegen kann.
Glücklicherweise konnten wir während unserer gesamten Testzeit keine einzigen störenden Latenzprobleme im Spiel feststellen und auch die Community des Spieles war jederzeit freundlich und kompetent, sodass aufkommende Fragen fachkundig beantwortet wurden. Die Zukunft wird allerdings erst zeigen, ob sich das Spiel in der eSport-Community gegen Größen wie WarCraft III behaupten wird die technischen und spielerischen Voraussetzungen besitzt der Titel auf jeden Fall.
Auch für Freunde des Mehrspielermodus gibt es nun endlich viele neue Spielkarten und die drei neuen indianischen Kulturen bringen neuen Wind ins Spiel. Auch wenn die Grafik des Titels zwar nicht mehr ganz auf dem Stand der aktuellen Technik ist, schaut Age of Empires III The War Chiefs immer noch sehr gut aus und die soundtechnische Untermalung des Spiels ist weiterhin ungeschlagen in diesem Genre.