Gesamtwertung72%/10 |
GrafikBefriedigend SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegBefriedigend |
BedienungGut |
Einen Adventuretitel in mehreren Episoden auf den Markt zu bringen, ist nicht zuletzt seit der jüngst veröffentlichen Sam & Max-Reihe schon fast als genretypisch zu bezeichnen; das von Vielen am Anfang stark kritisierte Konzept, fand dabei auch in Fankreisen in letzter Zeit immer regeren Zuspruch. Nicht verwunderlich also, dass auch andere Entwicklerstudios auf das Episodenformat zurückgreifen, um ihre Spiele an den Mann zu bringen. Ein Beispiel dafür ist die Spieleschmiede Kalypso, die bereits mit den ersten drei veröffentlichten Episoden von Agon überdurchschnittlich gute Adventurekost bot. Wir haben uns nun den vierten Teil der Reihe näher angesehen und festgestellt, dass auch Verbesserungen und Steigerungen in Hinblick auf Story und durchaus auch innerhalb des frischen und unverbrauchten Episodenformats möglich sind.
Toledo, welch eine Stadt
Wie in der vorherigen Teilen, schlüpft der Spieler auch in The Lost Sword Of Toledo in die Rolle des englischen Kunstprofessors Samuel Hunt, der in der spanischen Provinz Toledo einen alten Freund seiner Gattin besuchen soll.
Dort angekommen, berichtet die Tochter jedoch vom Tod des Familenfreundes und angesehenen Malers durch die Krankheit Tuberkulose; doch nicht genug, befindet sich die Tochter des Künstlers selbst in schwerer Not. Sie soll zwangsverheiratet werden und somit das gesamte Erbe des Vaters an einen ungeliebten Ehemann abtreten. Ihr eigentlicher Traummann befindet sich indes hinter Gittern, da dieser unrechtmäßig beschuldigt wird das Schwert von Toledo entwendet zu haben.
Keine Frage also, dass Professor Hunt der Tochter des Freundes aus diesem Schlamassel heraushelfen will; was er und der Spieler zu Beginn jedoch nicht wissen ist, dass die Entwendung des Schwertes nur die Spitze des Eisberges darstellt.
So steuert man den Forscher also in gewohnter Myst-Manier durch die spanische Kleinstadt und andere Schauplätze; eine 3D-Rundumsicht hilft dabei immer den Überblick beim Wechsel zwischen den verschiedenen Standbildern zu wahren.
Wichtige Objekte werden überdies beim Überfahren mit dem Mauszeiger durch ein passendes Symbol gekennzeichnet und bei Benutzung vom Professor beschrieben und kommentiert. Briefe oder bedeutende Unterhaltungen werden indes in einem Journal gespeichert, in welchem man stets blättern kann. Das große Manko jedoch ist, dass gelesene Bücher und auf den ersten Blick unwichtige Informationen nirgendwo vermerkt bleiben.
Wer also das ein oder andere Rätsel lösen will, sollte sich Stift und Papier zur Hand nehmen und sich auf einige Stunden Ingame-Lesespaß einstellen, denn nicht selten erstrecken sich Geschichten in Büchern über mehrere Seiten. Ohnehin wird das Spiel stark von Dialogen und Textinformationen in die Länge gezogen. Oftmals minutenlang wird man so in eine Konversation verwickelt, bekommt von zu vielen Einwohnern eine komplette Lebensgeschichte erzählt oder erhält einfach nur historische Informationen. Was auf Dauer äußerst langweilig erscheint, stört dabei ebenfalls den Spielfluss und lässt die Story nie richtig in Fahrt kommen. Kein Wunder also, dass auch die Spielzeit dementsprechend lang ausfällt.
Rätselspaß für Profis
Letzteres liegt dabei jedoch nur zum kleineren Teil an den langgezogenen Dialogen und der riesigen Fülle an Informationen aus Briefen, Büchern oder Notizzetteln der Einwohner. Hauptgrund für die für eine Episode überaus lange Spielzeit sind nämlich die teilweise frustrierend schwierigen Rätsel, die entweder nur durch Zufall oder durch viel Kombinationsgabe gelöst werden können. So gilt es beispielsweise ein Schloss einer kleinen Schatulle zu knacken, welches durch acht Schalter gesichert ist. Bringt man einen Schalter dabei in eine andere Position verändern auch weitere Schalter ihre Position. So beginnt ein wildes herum probieren an Kombinationen und Schalterstellungen. In einem anderen Rätsel ist es die Aufgabe des Spielers ein Foto zu entwickeln. Die dafür benötigte Flüssigkeit muss er sich dabei aus Goldchlorid, Wasser, Natriumcarbonat und anderen Stoffen selbst zusammenrühren. Natürlich müssen hierbei bestimmte Messvorgaben eingehalten werden.
Der Sound ist gut, die Grafik enttäuscht
In Hinblick auf die technische Seite des Spiels, werden Grafikliebhaber wohl bitterlich enttäuscht werden. Hässliche Panoramabilder, die als Hintergrund dienen, plumpe und klobige Charaktere ohne Mimik oder glaubwürdige Gestik sowie pixelige Effekte herrschen hier vor. Einzig und allein die Rendersequenzen und die comicartigen Zwischensequenzen können in diesem Bereich einige Pluspunkte sammeln.
Ganz anders präsentiert sich hingegen der Sound, welcher zwar in Sachen Hintergrundmusik mit einigen alten Titeln aus vorherigen Episoden aufwartet, jedoch im Bereich der Synchronsprecher wieder einiges wettmacht. Äußert professionell präsentieren sich so sämtliche Sprecher und erzeugen eine überaus mitreißende Atmosphäre. Schade nur, dass diese gleichermaßen von den zu langen Konversationen wieder zunichte gemacht wird.
Bei XBlaster ist die Welt, wie wir sie kennen, Vergangen- heit. Als Mechpilot kämpfst Du zur Belustigung der Menge und monatlich 10.000 € zum Spiel...
Agon: The Lost Sword of Toledo im Test.
Was halten Sie vom neuen Spiel von Primal Software?
Teilen Sie Ihre Meinung mit anderen Yahoo!-Usern.