Gesamtwertung79%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Das Untergenre der Top-Down-Shooter kämpft seit jeher mit unzureichenden Verkaufszahlen und größtenteils schlechten Wertungen. Dabei zeigen gerade Spiele wie das hoch gelobte Shadowgrounds durchaus Zukunftspotenzial. Ob das auch beim Sequel zum ungewöhnlich erfolgreichen Alien Shooter der Fall ist, verraten wir Euch in unserem Review.
Alien ass kicking...
Nach der Alien-Invasion aus Teil eins dachte die Menschheit wohl, man hätte E.T. und Co. genug in den Allerwertesten getreten, doch erstens kommt es im Leben immer anders und zweitens als man denkt. Die Handlung von Alien Shooter 2 spielt dabei im Jahre 2161: Überall tauchen nun wieder eine neue Brut Aliens auf. Doch so schön man eine Story solch simplen Ausmaßes auch ausweiten könnte, wir wollen es jedenfalls nicht.
Und warum? Weil die Handlung total nebensächlich ist. Viel wichtiger: Wumme raus und Aliens umnieten! Denn mehr gibt es im Spiel in gameplaytechnischer Hinsicht nicht, aber wohingegen das für andere Genrevertreter der Genickbruch wäre, braucht man als Spieler in Alien Shooter 2 irgendwie gar nicht mehr. Der Grund: Bei einer solchen Anzahl von Gegnern würden andere Elemente bloß stören.
Dementsprechend gering ist auch die Abwechslung, neben einem eher untergeordneten Fahrzeugeinsatz und dem Bemannen von Geschützen lauft Ihr grob ausgedrückt die ganze Zeit durch mehr oder weniger gut beleuchtete Gänge und plättet reihenweise Aliens. Das mag Hardcore-Zocker langweilen, reicht jedoch bei weitem für einen kurzen bleihaltigen Zwischendurch-Snack.
Das Innovativste, wenn man es denn so nennen darf, ist die Entwicklung Eures Charakters: Im Laufe des Story-Modus bekommt Ihr Erfahrungspunkte, die Ihr dann in verschiedene Attribute Eurer Figur investieren dürft. So werdet Ihr zum Beispiel resistenter gegen Angriffe, seid schneller unterwegs oder verbessert einfach Eure Zielgenauigkeit.
Gesteuert wird eben jener Held mit Tastatur und Maus: Mit den Pfeiltasten bewegt Ihr Euren Charakter durch die Szenarien und mit der Maus zielt Ihr mithilfe eines Fadenkreuzes auf ankommende Alienmassen.
Schleim, Blut und Körperteile...
Und die haben es wirklich in sich: Ab einer Spielzeit von ca. einer Stunde habt Ihr es in jedem Gefecht mit mindestens 20 Gegnern gleichzeitig zu tun. Oft bleibt Euch nichts anderes, als auf sicherer Distanz die Gegnerscharen zu erledigen. Das funktioniert jedoch dank schlagkräftiger Argumente einwandfrei: Mit unterschiedlichen Shotguns, Maschinenpistolen, Flammen- und Raketenwerfern ist für jeden Action-Fan eigentlich alles dabei.
Dass die Schießprügel auch ordentlich Sauerei veranstalten, dürfte dabei klar sein. Je nachdem mit welcher Waffe Ihr den unterschiedlichen Viechern zu Leibe rückt, spritzt es mal mehr und mal weniger. Irgendwann sind die Gänge vollständig mit Blut, Eingeweiden und sonstigen Substanzen gefüllt. Ein absolutes Highlight in Sachen Gewaltdarstellung ist eine Szene, in der man die Kontrolle über einen Jeep mit montierter Bordkanone erlangt. Hunderte von Aliens trachten uns gleichzeitig nach dem Leben und man hat nur eine Möglichkeit: nix wie raus hier! Dass dabei auf fünf Metern knapp zehn Aliens gerammt werden, die in blutige Fetzen zerfliegen, stellt auf der Splatterskala von eins bis zehn eine eindeutige 11 dar.
Natürlich werdet Ihr Euch jetzt denken: 'So gut sieht das Spiel doch gar nicht aus!' Aber falsch gedacht: Alien Shooter 2 sieht abseits von steifen Animationen und undetaillierten Charakteren in Bewegung hervorragend aus. Schon alleine die Schatteneffekte, die in den oftmals dunklen Korridoren durch Eure Taschenlampe entstehen, sehen wirklich gut aus.
Dazu kommen außerdem die richtig fetten Explosionen, die Eure Gegner in Einzelteile zerlegen. Und zu guter Letzt sind die Locations auch noch recht abwechslungsreich gestaltet, so gut wie kein Gang gleicht somit dem Anderen.
Und wenn schon die optische Seite stimmt, darf man auch davon ausgehen, dass dies beim Sound auch so ist: Richtig geraten! Neben den gut gewählten Synchronsprechern, die ihre Arbeit mehr als solide machen, fallen vor allem die kräftigen Waffeneffekte auf, die sich jedoch leider manchmal etwas ähneln. Umgebungsgeräusche gibt es hingegen nur ziemlich selten, was aber durchaus zum Survival-Prinzip passt.
Der Mehrspielermodus von Alien Shooter 2 konnte leider nicht getestet werden, da die Server so gut wie leer gefegt waren. Neben verschiedenen Optionen wie einem Coop-Modus gibt es außerdem noch Online-Highscorelisten, in denen sich die Spieler messen können.
Mag sein, dass es dem Titel eindeutig an Abwechslung mangelt, aber für knapp 20 Euro bekommen die Fans genau das was sie wollen: nicht enden wollende Action mit Tausenden von Gegnern, einer großen Anzahl an Waffen und frischer, überzeugender Technik. Ich für meinen Teil hatte sehr viel Spaß mit Alien Shooter 2 und freue mich auf eventuell folgende Teile.