Gesamtwertung82%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Was interessiert die Amerikaner schon Europa? Wenig! Daher war der Erfolg von Cossacks auf dem größten Spielemarkt, den USA, nur mäßig und CDV entschloss sich mit American Conquest ein eher USA-affines Spiel zu produzieren. Dementsprechend gibt es jetzt auch 8 Kampagnen mit 42 Missionen, die sich allesamt mit der Entdeckung der 'Neuen Welt', bzw. den entsprechenden wichtigen Konflikten vor der Unabhängigkeitserklärung der USA, beschäftigen. Vorhanden ist auch die Zerstörung der Atzteken und Washington's Feldzug gegen die britische 'Besatzungsmacht'. Jede Mission wird mit exzellenter Einleitung präsentiert. Die geschichtlichen Hintergründe werden in glasklarer Sprache gesprochen und sind derart detailiert, dass ein Durchspielen sich schon fast deswegen lohnt.
Es geht los..die Indianer kommen!
Gut es dreht sich nicht in jeder Mission um Indianer, oder politisch korrekt 'amerikanische Ureinwohner': gegenwärtig, zumindestens als neutrale Stämme, sind sie aber fast immer vorhanden. Die Kampagnenmissionen beginnen immer voreingestellt mit bestimmten Kamfeinheiten und einigen Bauern, in den Endlosmissionen oder im Mehrspielermodus kann vorher eingestellt werden, ob mit einer großen Armee gestartet werden soll oder wenige Bauern die Anfangsformation stellen sollen, dafür aber 4 Stunden Friedenszeit genießen.
Übrigens kann die Cossacks/American Conquest Engine theoretisch bis zu 16.000 Einheiten gleichzeitig darstellen. Obwohl dies nur äußerst selten vorkommen dürfte, basieren die Schlachten doch auf große Armeen. Die Schlachten hängen teilweise extrem von der gewählten Formation, der Moral der eigenen Einheiten sowie der Feindtruppen und auch der gewählten Strategie, wie das Angreifen der Flanken durch die Kavallerie, ab.
Strategie pur
Beim Kampfsystem bietet American Conquest eine extreme Spieltiefe. Es gibt mehrere unterschiedliche Sichtweiten oder Angriffszonen - in denen die eigenen Einheiten mir Fernkampf- oder Nahkampfwaffen angreifen. Außerdem beeinflußt die Entfernung den Schaden von Fernwaffen, ist die Moral der Einheiten - wegen einer Übermacht des Gegners oder starkem Verlust in den eigenen Reihen (nur wenn es für die jeweilige Einheit erkennbar ist)- entscheidend, sollte die Schussfrequenz der Musketenschützen beachtet werden und vieles mehr.
Einiges Ausprobieren, taktisches Vorgehen und eventuell auch das Lesen des Handbuches können viele Schlachten entscheiden. Allerdings brauchen auch Anfänger nicht verzweifeln, denn die verschiedene Schwierigkeitsgrade sind gut abgestimmt und sprechen sowohl Anfänger, als auch Fortgeschrittene an. Zudem gibt es Tutorialmissionen in den Kampagnen.
Alle in die Festung
Gebäude wurden um einigen aufgewertet. Diese werden jetzt nicht nur zur Produktion von Einheiten oder zum Erforschen der diversen Verbesserungen gebraucht, sondern spielen auch eine wichtige Rolle bei der Verteidigung. Gebäude können nämlich Einheiten aufnehmen. Diese schießen dann aus allen Fenstern und sind dabei extrem wehrhaft. Um eine größere Besatzung einer Festung zu erledigen, sind einige hundert Schützen erforderlich oder noch mehr Nahkampfeinheiten, die sich auf einen verlustreichen Häuserkampf einlassen.
Selbst bei diesem Aspekt stellt sich die Detailverliebtheit ein, denn Häuser haben verschieden viele Fenster auf den unterschiedlichen Seiten und sogar tote Winkel, in denen Feindeinheiten nicht beschossen werden.
Es lebe Cossacks...zumindestens teilweise
American Conquest kann seine Verwandschaft mit Cossacks nicht verschweigen. Zu ähnlich sehen beide Titel aus, zu ähnlich spielen sich beide Titel und zu ähnlich sind die Probleme. Einige Mängel, wie die stellenweise fehlende Übersicht und vorallem die mangelhafte KI, die eine einzelne Feindeinheit bis ins gegnerische Lager verfolgt, wurden immer noch nicht verbessert.
Zwar wurde eine extra herausgezoomte Ansicht hinzugefügt, in der die Einheiten steuerbar bleiben, wirklich spielbar ist diese Ansicht aber nicht.
Auch das Gameplay blieb in den Grundzügen gleich. So gibt es immer noch die Rohstoffe Holz, Stein, Kohle, Gold und Eisen in Massen, dafür vebraucht aber jeder einzelne Musketenschuss jedes einzelnen Soldaten eine bestimmte Menge Kohle. Den Rohstoffnachschub zu sichern, ist also weiterhin entscheidend. Auch große Mengen an Soldaten können wieder durch einen Offizier, einen Fahnenträger und einen Trommler in Formation gebracht werden; der Verlust des Offiziers hat jetzt aber herbe Auswirkungen auf die Moral.
Grafisch wurde die Engine aufpoliert. Die Level, die über 100 Gebäude der 12 Völker und auch die Einheiten sehen detailierter aus und besitzen das Aussehen der jeweilgen Völker und der Zeitepochen. Endlich gibt es auch Tiere in den zahlreichen Wäldern.
Dummerweise feuern die eigenen Einheiten auch auf Rehe und anderen friedliche Tiere. Auch wenn die Animationen immer noch auf akzeptablem Niveau sind, sieht man deren Verwandschaft mit Cossacks. Mit Hilfe der verwendeten 2D-Engine schafft GSC Gameworld trotzdem eine überzeugende Landschaft, mit Höhenstufen, die Einfluß auf die Schlacht haben, darzustellen und dabei keine Highend-Rechenknechte zu benötigen.
Die Schlachtgeräuche und auch die Explosionen können leider immer noch nicht wirklich überzeugen. Gleiches gilt für die Wegfindung der Einheiten, die einem mehr als einmal in die Tastatur beißen läßt. Die Hintergrundmusik ist dafür von gehobenen Niveau und stimmig. Integriert wurde diesmal ein überzeugendes Laddersystem für den Multiplayermodus, der mit automatisch veranstalteten monatlichen Meisterschaften und einem Eroberungmodus aufwartet.
Die Grafik wurde aufpoliert und ist noch detailierter. Leider ist es nicht derart belebt wie im derzeitigen Spitzentitel Age of Mythology. Auch Probleme mit der KI und der Steuerung bzw. damit zusammenhängend die Übersicht auf den riesigen Spielflächen, verhindern einen Sprung in die Spitzenregion.
Wer jedoch schon Cossacks mochte, spannende Missionen und lehrreiche Kampagnen schätzt, mit tausenden Einheiten Schlachten bestehen will bzw. einfach nur ein Vollblut-Strategiespiel mit akzeptablem technischen Hintergrund erwerben möchte, kann unbesorgt zugreifen.
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American Conquest im Test.
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