American Conquest : Fight Back

Review
Plattform
PC
Vertrieb
CDV
Entwickler
GSC Game World
Erscheinungsdatum
-
Genre
Strategie
USK
12
American Conquest : Fight Back [PC , looki.de]

Gesamtwertung

73%/10

Grafik

Gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Sehr gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

American Conquest : Fight Back

Man nehme ein genreerprobtes Entwicklerteam, welches schon mit Cossacks in Deutschland riesige Erfolge erzielte, eine gewaltige Anzahl an Einheitentypen und lasse diese im Zeitraum von 1517 bis 1804 in epischen Massenschlachten gegeneinander antreten! So oder so ähnlich muss Publisher CDV damals an das Aufbau-Strategiespiel American Conquest herangegangen sein. Jetzt erschien mit American Conquest: Fight Back nicht nur das erste AddOn, sondern zugleich eine Standalone-Version. Wir haben uns mit den insgesamt 17 Nationen durch die Kampagnen und die Mehrspielerduelle geschlagen und unser Urteil lest ihr in unserer Review.

Riesige Schlachten und was sonst noch dazu gehört

Schon der erste Blick auf die Rückseite der Verpackung macht deutlich: Hier wurde nicht gekleckert, hier wurde geklotzt. Atemberaubende 16.000 Einheiten werden in den Schlachten dargestellt. Da stellt sich doch gleich die Frage, ob das Spiel dabei nicht entsetzlich ruckeln wird. Nur eine der vielen Fragen, mit denen die Redaktion an dieses Spiel gegangen ist, denn auch die Frage, ob die KI im Gegensatz zur Vollversion verbessert werden konnte und ob die neuen Kampagnen genug Inhalt für gepflegte Aufbausimulation bieten würden, stellten sich.

Nachdem ihr die elendig lange Installation hinter euch gebracht habt und euch für einen der Spielmodi entschieden habt, geht es auch schon los. Unabhängig davon, welchen Modus ihr ausgewählt habt, spielt sich ein Spiel fast immer gleich. Ihr schickt eure Bauern aus, um eine Siedlung zu errichten.

Angefangen vom Fort, in das ihr Bauern später entsenden könnt, damit sie dort zu Soldaten ausgebildet werden können, über Mühlen und Lagerhäuser zur Produktion und zum Abbau von Ressourcen, bis hin zu Rathäusern, in denen ihr fleißig forscht und so zum Beispiel Bauzeiten und –kosten verringert, ist jede Kategorie abgedeckt. Bis hierhin keine großen Innovationen in diesem Genre, das Rad hat American Conquest:Fight Back eben nicht neu erfunden.

Irgendwann gehen euch natürlich auch die Rohstoffe aus und so machen sich eure Bauern daran, neues Material zu beschaffen. Entweder sie fällen Bäume, arbeiten auf Getreidefeldern oder sie malochen in Minen. Als Lohn für ihre Mühen erhaltet ihr die 6 im Spiel vorkommenden Rohstoffe: Holz, Nahrung, Stein, Gold, Kohle und Eisen. Irgendwann einmal müsst ihr euch aber auch Gedanken darüber machen, wie ihr das Spiel gewinnen wollt.

Während die Bauern ihre Dienste verrichten, in den Festungen Soldaten rekrutiert werden und in den Rathäusern geupgradet wird, müsst ihr euch einen wirkungsvollen Schlachtplan überlegen, wie ihr die gewieften Computergegner -im Internet sind es menschliche Widersacher- überlisten könnt.

Ein großes Plus von American Conquest: Fight Back ist eben das Kampfsystem. Nicht nur die schon erwähnten Massenschlachten, in denen bis zu 16.000 Einheiten gleichzeitig dargestellt werden können, und wobei die Grafik zu unserem Erstaunen nicht ruckelte, sondern auch die taktischen Aspekte sind sehr durchdacht und fördern den Spielspaß. Wenn ihr zum Beispiel Kanonen hinter euren Musketenschützen oder euren Pikenieren einsetzt, sind sie nicht wirkungsvoll und erschießen wenn es schlecht kommt, eure eigenen Regimenter. Genauso die Füßeliere, die hinter eurer Reiterei völlig fehl am Platz sind, weil sei von dort gar nicht oder nur sehr schlecht ihr Schwarzpulver verschießen können.

Eine durchdachte Formation und Marschroute ist daher Trumpf. Kavallerie eignet sich, um dem Feind in die Flanken zu fallen und möglicherweise Kanonen auszuschalten. Fernkämpfer sollten zunächst in vorderster Front aufgestellt werden, um freie Schussbahn zu haben und einige heranrückende Gegner auszuschalten. Anschließend sollten sie hinter eure Nahkämpfer, weil sie doch recht lange brauchen, um ihre Waffen nachzuladen und sie im Nahkampf sehr wirkungslos sind und wie die Fliegen fallen. Ihr seht, es ist nicht so wie bei Age of Empires, wo ihr einfach einen wilden Haufen aus verschiedenen Einheiten hattet und auf die Feinde zugestürmt seit – nein ganz und gar nicht! Hier ist es nicht so, dass die Einheiten Treffer von Kriegsmaschinen überleben, sondern realistischerweise fallen ganze Reihen bei Kanonebeschuss.

Auch die große Anzahl an neuen Einheitentypen, 50 an der Zahl, die hinzugekommen sind, bietet einige Variationsmöglichkeiten, aber schnell wird man festgestellt haben, welche Truppen im Preis/Leistungs-Verhältnis am effektivsten sind.

Zusätzlich zu den bekannten Einheiten -Nah- und Fernkämpferm, Kriegsmaschinen- gibt es Standartenträger und Trommler. Diese erhöhen die Moral in den Regimentern und verhindern, dass eure Leute im Angesicht der eigenen Verluste fliehen und den Rückzug antreten. Falls dies eintritt, könnt ihr die flüchtenden Soldaten nicht mehr befehligen und entweder sie werden von dem verfolgenden Feind gestellt und getötet oder sie laufen planlos durch die Landschaft.

So sieht eigentlich ein Spiel in jedem Modus derart aus, dass ihr eure Siedlung errichtet, Rohstoffe sammelt, Einheiten ausbildet und alle möglichen Forschungen abschließt. Eine Ausnahme stellt der sehr nette‚ Schlachtfeld’-Modus dar. Hier wird auf das Ressourcenmanagement verzichtet und es geht gleich richtig zur Sache. Auf verschiedenen Karten, die ihr übrigens erst in den Kampagnen frei spielen müsst, stehen sich zwei ungefähr gleichstarke Heere gegenüber. Ihr steuert eines der beiden und habt zu Beginn wenige Sekunden Zeit um diese in Formation zu bringen. Dann geht es los und die beiden Armeen prallen aufeinander.

Euer strategisches Denken entscheidet dann über Sieg oder Niederlage, wobei es das Missionsziel ist, das gegnerische Fort einzunehmen.

Grafik ist auch erwähnenswert

Grafisch und Soundtechnisch wurde fast gar nichts geändert. Die schon zweimal angesprochenen Massenschlachten sehen ganz nett aus und dadurch dass zwischen zwei Perspektiven gewechselt werden kann (Vogelperspektive, normale Ansicht) behält man auch in Schlachten den Überblick. Die Landschaften sind enorm detailreich und wirken stets realistisch. Auch die einzelnen Soldaten und die Bewegungen und Animationen setzen Glanzpunkte. Aber ob in der heutigen Zeit eine solche 2D-Grafik noch überzeugen kann, oder ob sich die spektakulärere 3D-Grafik eingebürgert hat, entscheidet am besten jeder Spieler für sich. Der Sound ist weder besonders gut, noch besonders schlecht. Er ist eben da, man bemerkt ihn während des Spielens eigentlich kaum.

Fazit

Gut! Ein AddOn als Standalone-Version wird vor allem diejenigen freuen, die die Vollversion nicht besitzen. Und genau dieser Zielgruppe wird American Conquest viel Spaß machen, denn es gibt am Anfang sehr viel zu entdecken und immer neue Quellen, die für Motivation sorgen – seien es die Massenschlachten, oder aber auch das Messen mit anderen Spielern via Internet oder LAN. Grafisch kann ebenfalls nicht gemeckert werden, auch wenn eine 3D-Optik spätestens seit Warcraft 3 oder Age of Mythology zum Standart gehört. Somit können all diejenigen, die eine 2D-Grafik bevorzugen –sei es der Übersicht halber, oder aus einem anderen Grund - glatt 10 Punkte auf die Wertung addieren.

American Conquest : Fight Back [PC , looki.de]

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