Gesamtwertung81%/10 |
GrafikBefriedigend SoundSehr gut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungGut |
Dass das Adventure-Genre in den letzten Jahren eine Art Renaissance erleben durfte ist nicht zuletzt Titeln aus deutschen Schmieden zu verdanken. So wurden mit Umsetzungen wie Geheimakte Tunguska, Sherlock Holmes oder Runaway nicht nur alteingesessene Genreliebhaber wiedergewonnen, sondern sogar ein breiteres Publikum angesprochen.
Ebenfalls zu dieser Zeit erschien das Comicadventure Ankh, welches durch eine fesselnde Storyline, knackigen Rätseleinlagen und einem herben Humor überzeugen konnte. Gegen den Trend der Zeit und zur Freude der Fans blieb Entwickler Deck 13 dabei stets auf alte Tugenden fokussiert, hielt an der Point&Click-Steuerung fest und scheute sich auch nicht der Spielepackung eine klassische Codescheibe als Kopierschutz beizulegen.
Trotz aller Lorbeeren beklagten viele Spieler jedoch die zu kurze ausgefallene Spielzeit der Ankh-Teile sowie zunehmend längere Ladezeiten. Ob man sich die Kritik der Fans zu Herzen genommen hat und inwieweit sich der Titel von den Vorgängern abhebt, erfahrt ihr in unsrem Looki-Review.
Der Kampf der Götter Nichts für Anfänger?
Kaum ein Abenteuer beendet und die angebetete Thara erobert, stürzt der arme Assil wieder in ein neues Schlamassel. Dieses Mal erwacht das Ankh-Amulett um den Hals des Protagonisten zum Leben und kündigt damit den Kampf der Götter an; Assil, als Hüter des Ankh, hat dabei die Aufgabe das Schmuckstück in das heilige Hotel der Götter zu bringen, bevor der Totengott Seth die Schlacht für sich entscheiden und damit die Herrschaft über ganz Ägypten erringen kann.
Zu Anfang jedoch gilt es erst einmal einem brennenden Haus zu entfliehen und ein verstecktes Portal im ägyptischen Luxor zu finden, welches Assil direkt in das göttliche Hotel führen soll.
So muss der Spieler nun Hand an das Schicksal des vorlauten Hauptcharakters legen und gleichzeitig zahlreiche Rätsel- und Puzzleinlagen lösen. Diese wirken, wie bereits in den vorherigen Teilen, äußerst logisch, fordern jedoch lediglich Einsteiger und Frischlinge im Genre. Für Profis sind die Aufgaben aufgrund eines stark begrenzten Spielraumes und zahlreichen Hilfestellungen schnell zu lösen, wodurch wiederum die Spielzeit für diese sehr kurz ausfällt; eine Steigerung in Sachen Schwierigkeitsgrad lässt sich hierbei auch mit zunehmendem Spielfortschritt nicht erkennen.
Dies sei mit einem kurzen Beispiel aus dem zweiten Kapitel des Spiels erläutert. In diesem haben sich Assil und Thara bereits aus ihren brennenden vier Wänden befreit und der Protagonist befindet sich zusammen mit einigen Charakteren im Vorgarten des ehemaligen Gebäudes auf der Suche nach einem Gefährt, welches ihn nach Luxor bringen kann. Nicht weit von ihm steht ein Kamel, welches einigen Feuerwehrmännern in der Nähe als Einsatzfahrzeug dient.
In einem Gespräch mit ihnen wird klar, dass sie es Assil nur überlassen, wenn er ihnen eine Möglichkeit nennt, ein Feuer vorherzusagen. Glücklicherweise stehen ein Feuerspucker und ein Hellseher nur einige Meter weit entfernt. Die fehlende Kristallkugel ist durch einfachen Druck auf die X-Taste schnell zusammengebaut, da durch diese sämtliche Interaktionsgegenstände auf dem Bildschirm mit einem Ausrufezeichen versehen werden. Klingt einfach? Ist es auch! Und da zudem durch ein Pergament, welches sich ebenfalls einblenden lässt, so gut wie alle zu erfüllenden Aufgaben aufgezeigt werden, übernimmt der Computer sämtliche Denk- und Sucharbeit des Spielers.
Immerhin machen Steuerung und Kameraführung dem Spieler die Lösung von Puzzles oftmals nicht leicht. So stören sich alteingesessene Adventurefans an den beiden Maustasten, die in ihrer Funktion vertauscht scheinen und an einer hakeligen Kamera.
Ich lach mich tot!
Dennoch bieten die Rätsel in ihrer Einfachheit stets Abwechslung und so findet auch jeder Profi gefallen an den Puzzles. Weiterhin gibt es in einigen Spielabschnitten die Möglichkeit sowohl Thara, als auch Assil zu steuern. Dies ist zum Beispiel dann notwendig, wenn der wasserscheue männliche Protagonist sich mal wieder nicht in das kühle Nass traut und sich seine Frau in die Fluten werfen muss.
Ebenfalls kann der Humor lobend erwähnt werden. Urkomische Unterhaltungen, freche Sprüche und flapsige Bemerkungen stehen in Ankh eindeutig im Fokus. Oder wo sieht man schon Feuerwehrmänner, die Maulwürfe als Tunnel-Rettungskommando einsetzen? Schon mal etwas von einem Feuerwehrkamel gehört, oder eine aufmüpfige Gottheit um den Hals getragen? Nicht zuletzt dadurch gewinnt der Titel einiges an Sympathie und kann so durch Charme spielerische Mängel schnell wieder wettmachen.
Zweckmäßige Grafik, gute Synchronisation
Auch wenn die Entwickler von Deck 13 mit ihrem Gameplaykonzept gegen den Trend der Zeit gehen, hätte man sich zumindest im grafischen Bereich eine zeitgemäße Präsentation gewünscht.
So wissen zwar das die erfrischende Comicgrafik, das Charakterdesign sowie die mit viel Liebe zum Detail gestalteten Kulissen zu gefallen.
Jedoch wirken die Texturen grob und verwaschen, viele Gegenstände wie auch die Protagonisten verpixelt und kantig und die Effekte mehr als dürftig; und auch wenn Spielwitz sowie Story diese Mankos wieder wettmachen, hätte sich die Spieleschmiede ruhig ein Beispiel an der erstklassigen grafischen Comicumsetzung von Runaway 2 nehmen können.
Immerhin können Musik und Synchronisation vollends überzeugen und beweisen, dass die Entwickler die Kritik der Fans beherzigt haben. So konnte man die deutschen Synchronstimmen einiger Hollywoodstars gewinnen, die im Vergleich zu den Vorgängern nun jedoch einer Rolle verschrieben sind und nur noch selten mehr als einer Person ihre Stimme leihen. Weiterhin ist die Hintergrunduntermalung während des Spiels erstklassig und erzeugt eine glaubhafte Atmosphäre; zudem gefällt auch der Titelsong.
So kann die grafische Präsentation in keinster Weise überzeugen, auch wenn sie mehr als zweckmäßig scheint. Titel wie Runaway machen dies weitaus besser. Weiterhin kann die Steuerung oftmals als hakelig empfunden werden, was nicht zuletzt an der eigenartigen Maustastenbelegung liegt und auch die Kamera ist nicht immer ideal positioniert. Fernab der technischen Seite könnten die Rätsel von alteingesessenen Spielern zudem sehr einfach und schnell gelöst werden. Ich selbst hatte den Titel in einigen wenigen Stunden durchgespielt, weshalb ich Ankh - Kampf der Götter eher jüngeren, unerfahreneren Spielern ans Herz legen möchte.
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Ankh - Kampf der Götter im Test.
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