Anno 1404

Review
Plattform
PC
Vertrieb
Ubisoft
Entwickler
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Erscheinungsdatum
-
Anno 1404

Gesamtwertung

90 %/10

Grafik

10

Sound

9

Lanzeitspaß

9

Spieleinstieg

10

Bedienung

10

Anno 1404

"1602, 1503, 1701 ja so stimmen wir alle ein. Mit dem Schiff, vollgepackt, in 'nem großen Inselmeer, werden wir nur glücklich sein." Jedenfalls gilt diese Aussage für die Startbedingungen eines jeden Titels der Reihe. Wie wir von diesen Spielen gelernt haben, sind diese Voraussetzungen (Schiff und Meer) die Grundlage für wohlhabende Reiche. Auch der vierte Teil hält sich strikt an diese Tradition und weiß geschickt, wie seine Vorgänger, das gegebene Spielprinzip zu verfeinern und neue Nuancen einzuführen.

Bei dem wilden Wechsel durch die Jahrhunderte war es nur eine Frage der Frage der Zeit, wann die Entwickler letztlich in eine mittelalterliche Epoche vorstoßen. In Anno 1404 war die Neue Welt noch nicht entdeckt, der Buchdruck noch nicht erfunden und die Reformation ein Fremdwort. Entdecker, Händler und Ritter zieht es im wahrsten Sinne dorthin, wo der Pfeffer, und damit der persönliche Reichtum, wächst: in den Orient.

In die "Neue Welt"

Dieser ist auch gleichzeitig die augenfälligste Neuerung. Wurde der Orient im Vorgänger lediglich durch Handelsposten repräsentiert, ist er in Anno 1404 quasi eine parallele Ebene zum Aufbau der eigenen Siedlung. So kann man orientalische Gebäude bauen und Nomaden einziehen lassen, die mit eigenen Bedürfnissen, Produktionsketten und Zivilisationsstufen (Nomaden und Gesandte) alles komplizierter machen. Warum sollte man sich also mit dem Orient beschäftigen? Dies ist mit dem leicht veränderten Wirtschaftssystem zu erklären. Es gibt zwar nun wesentlich mehr verschiedene Gebäude und Waren, die aber in acht Bedürfnisgruppen (Nahrung, Glaube, Besitz usw.) untergliedert sind.

So genügt den Bauern als Nahrung Fisch, welchen die Bürger aber mit Gewürzen kombiniert sehen wollen, bevor sie zu den zahlungskräftigeren Patriziern aufsteigen. Da freie Händler sicherlich nicht langfristig den Bedarf danach decken können, muss ein eigener Anbau von Gewürzen her, der nur in wärmeren orientalischen Gefilden auf dafür geeigneten Inseln durchgeführt werden kann. Auf den trockenen Wüsten lassen sich aber nur orientalischen Gebäude bauen, zumal nur diese den eigentlich unfruchtbaren Boden nutzbar machen können.

Bevor jedoch erstmal solche Gebäude errichtet werden, muss das Vertrauen dieses neuen Volkes errungen werden. Das Vertrauen spiegelt sich in sechs unterschiedlichen Stufen wider, welche jeweils neue orientalische Technologien zugänglich machen. Für unseren geplanten Gewürzanbau reicht der Status "Besucher des Orients", der mit 50 Ruhmpunkten erlangt werden kann. Ist dies geschehen, merkt der eifrige Spieler jedoch, dass vorher 145 Nomaden in die Siedlung ziehen müssen.

Diese benötigen wie das eigene Volk einen Ort der Gemeinschaft (Basar) in der Nähe. Schändlicherweise verlangen Nomaden auch nach Nahrung, was durch den Anbau von Datteln (und nur von Datteln) realisiert wird. Um dies bewerkstelligen zu können, ist eine "Noria" erforderlich, die das öde Wüstenland fruchtbar macht.

Auf der entstandenen Grünfläche ist nun Platz für die erforderlichen Dattelplantagen, deren Produkt neue Nomaden in die Siedlung lockt und somit den Anbau von Gewürzen ermöglicht, welche auch nur auf Grünflächen wachsen, was möglicherweise wiederum eine neue "Noria" erforderlich macht. Im Prinzip sind "Norias", welche im Wesentlichen Wasserschöpfräder sind, daher sehr nützlich. Leider muss der Wasserspeicher von Zeit zu Zeit aufgefüllt werden, was rund 1000 Goldstücke kostet. Doch zum Glück sind zu diesem Zeitpunkt höchstwahrscheinlich schon Patrizier wegen der hoffentlich reibungslos funktionierenden Produktion von Gewürzen in die Hauptsiedlung gezogen. Denn diese besitzen erfahrungsgemäß einen dickeren Geldbeutel…

Anno will so bleiben wie es ist - es darf!

Wie man sehen kann, bleibt das eigentliche Spielprinzip aber unangetastet. Noch immer erkundet man ein Meer voller Inseln, um auf ihnen Kolonien zu errichten, Rohstoffe zu fördern und Handel zu treiben. Dies geschieht alles zum Wohle der eigenen Bevölkerung, die erst nach Befriedigung bestimmter Bedürfnisse Zivilisationsstufen aufsteigt. Angefangen als einfache Bauern, wandeln sie sich bei guter Führung zu Bürgern, dann zu Patriziern und schließlich zu Aristokraten. Es versteht sich von selbst, dass nach einem Aufstieg die Bedürfnisse komplexer und erhaltene Steuergelder großzügiger werden. Anno 1404 verfeinert das aus den Vorgängern bekannte Abhängigkeitsverhältnis von Warenproduktion, Finanzen und Bevölkerung um einige kleine Nuancen, die das Spiel zwar komplexer, aber kurioserweise gleichzeitig auch transparenter machen.

Dafür sorgt beispielsweise die bereits erwähnte Unterteilung der Bedürfnisse in verschiedene Gruppen. Dies erleichtert die Übersicht enorm. So sieht man nur per Mausklick auf das entsprechende Gebäude auf einem Blick, inwiefern die Bedürfnisse der Bevölkerungsgruppe gestillt werden können. Durch klar verständliche Icons, Balken und Tortendiagramme entgeht dem Spieler nicht mehr, ob und warum einige Gesellschaftsschichten mit dem aktuellen Führungsstil nicht zufrieden sind. Sollte er dennoch eine gewisse Unzufriedenheit übersehen, gibt die Bevölkerung ihre Meinung per Demonstrationen auf den Straßen kund. Diese Detailvielfalt wurde serientypisch noch weiter erhöht. Überall auf der Karte wuseln die Leute geschäftig herum. Immer gibt es irgendwas zu entdecken und zu beobachten. Es ist ein Genuss, dem Treiben auf den Straßen zuzusehen und nebenbei die Produktionsketten zu studieren.

Doch sollte man es genreuntypisch nicht allzu gemütlich angehen. Viel Zeit wird dem Spieler beim Bestaunen nämlich nicht eingeräumt. Immer gibt es irgendwo etwas zu tun. Von den vielen Missionen, die einem Ruhmpunkte einbringen, bis hin zur Optimierung der Wirtschaft erlaubt das Spiel keinen Leerlauf. Als Beispiel sei an dieser Stelle der Bau einer einfachen Kirche genannt, die als Hort des Glaubens von den Patriziern verlangt wird. War der Bau dieses Gebäudes in den Vorgängern noch ein Kinderspiel, artet er in Anno 1404 in echte Arbeit aus. Um an eines der Materialien (Glas) zu kommen, muss eine höhere Gunst beim Sultan erreicht und die orientalische Siedlung drastisch erweitert werden. Um dies zu erreichen, muss an vielen kleinen Rädchen des Wirtschaftssystems gedreht werden, was nicht nur enorm viel Spaß bereitet, sondern auch die Zeit wie im Fluge vergehen lässt. Nicht selten vernachlässigt man dabei andere Baustellen, was schnell zu einem Bruch im Warenkreislauf führen kann und den Bau einer großen Kirche erstmal überflüssig erscheinen lässt.

Viele kleine Aufgaben halten den Spieler zumindest im Endlosspiel immer in Bewegung und geben Leerlauf kaum die Chance der Entfaltung. Und falls doch einmal Leerlauf herrschen sollte, kann man per Mausklick die Geschwindigkeit des Geschehens erhöhen und damit die wenigen langwierigen Phasen geschickt überbrücken.

Kampagne gut, alles gut?

Die Kampagne eignet sich hervorragend, die Neuerungen kennenzulernen. Vor allem für Anfänger empfiehlt sich ein Ausflug in die Rahmengeschichte von Anno 1404, die vollgepackt mit stereotypischen Charakteren von einer Verschwörung handelt. So lernt man in den ersten beiden Missionen die grundlegendsten Dinge in Sachen Siedlungsaufbau und Wirtschaftskreislauf kennen, indem man den Berater des Kaisers beim Bau des Kaiserdoms, einem Monumentalbauwerk, unterstützt.

Daraufhin fordert ein zwielichtiger Knabe im Namen eines Kreuzzuges die Hilfe beim Aufbau einer Armee. Insgesamt spielen sich die ersten drei Missionen für Kenner der Vorgänger überaus langweilig, zumal die Geschichte um einen bösen Kardinal anfangs wenig packen kann. Erst die letzten drei Missionen der insgesamt militärversierten Kampagne bringen auch gestandene Anno-Veteranen ins Schwitzen und sorgen damit für eine gewisse Herausforderung. Dies ist jedoch bei einem Spiel, das sich durch den Verzicht eines Mehrspielermodus gänzlich dem Einzelspielermodus gewidmet hat eindeutig zu wenig.

Dies wäre alles halb so schlimm, wenn der Schwierigkeitsgrad nicht nur Einfluss auf Rückerstattungskosten und die Rohstoffe zu Beginn einer Mission hätte. Die Stärke der KI ist in der Kampagne nicht beeinflussbar. So muss leider gesagt werden, dass Anno-Veteranen nur wenig Spaß an der Kampagne haben werden.

Dafür werden gerade Anfänger behutsam in die Komplexität des Spiels eingeweiht. Erwähnenswert ist noch die Tatsache, dass die gebauten Städte nicht in die nächste Mission übernommen werden, obwohl jene manchmal auf der gleichen Landkarte spielt. Dies soll zwar einerseits verhindern, dass sich Spieler für das nächste Kapitel einen Vorsprung erspielen können, mindert aber andererseits durchaus die Motivation, wenn die liebevoll aufgebaute Stadt in der nächsten Mission ein völlig anderes Gesicht zeigt.

Endloser Aufbauspaß

Profis werden sich aber ohnehin gleich am Prunkstück des Spiels orientieren: Den Endlosmodus. Alleine die Einstellung der Startbedingungen erlaubt unzählig verschiedene Kombinationen und somit eine komplett individuelle Bestimmung des Schwierigkeitsgrades. Sei es die Auswahl der Konkurrenten, die sich allesamt in ihrer Spielweise unterscheiden, oder die Wahl des Startpunktes. Nahezu alle erdenklichen Möglichkeiten können ausprobiert werden.

Schirmherr der Operation ist diesmal ein gewisser "Lord Richard Northburgh", der dem Spieler als Repräsentant des Kaisers netterweise mit einem Lehen in die weite Inselwelt entlässt. Auch gibt er als Mentor ständig Tipps und weist auf Unzulänglichkeiten in der Stadtplanung hin. Außerdem kann man bei ihm im Austausch durch Ruhmespunkte nützliche Items und Geschenke für den Sultan kaufen.

Ruhm ist ein neuer Rohstoff, den man durch Erfüllen von Aufträgen und dem Erreichen von gewissen Errungenschaften wie den Ausbau einer Zivilisationsstufe erhält. Auch durch das Ausrichten von Turnieren können Ruhmespunkte gesammelt werden. Die dafür einlösbaren Items reichen von einfacher Produktionssteigerung über Einheitenupgrade bis hin zu der Möglichkeit, gewisse Rohstoffe auf vorher ungeeigneten Inseln anpflanzen können. Doch auch die anderen Parteien (Orient und Korsaren) gestatten für Ruhmespunkte gewisse Boni.

Dieses ganze Ruhm-System gliedert sich wie selbstverständlich in das Spielprinzip und bereichert es durch den neu gewonnen Sammeltrieb nicht unerheblich.

Auch das neue Volk sorgt mit seinen neuen Technologien für frischen Schwung. Die spielerischen Unterschiede sind dagegen marginal. Das orientalische Volk ist in seinen Bedürfnissen zwar anspruchsloser, spült dafür aber auch weniger Geld in die Kassen. Deren Schiffe sind zwar schneller und wendiger, können dafür aber nur weniger einstecken. Nicht zu vergessen ist in diesem Zusammenhang die erforderliche Nutzbarmachung unfruchtbarer Ländereien, die neue Produktionsreihen erst möglich macht. Interessant dabei ist, dass die beiden kulturell unterschiedlichen Völker mit fortschreitender Spielzeit immer mehr zusammenarbeiten müssen, um alle Bedürfnisse zufriedenstellen und dementsprechend wachsen zu können. Der Orient fügt sich so selbstverständlich in das bereits bekannte Abhängigkeitssystem der Wirtschaft ein, als gehöre er schon seit jeher dazu.

Ebenfalls interessant ist die Einbindung von neutralen Orten, die sich vereinzelt auf einigen Inseln der Spielwelt befinden. Verbindet man diese mittels einer Straße mit einem Marktplatz, bieten die Orte je nach Sorte für bestimmte Gaben Vorteile. Während sich das Kloster beispielsweise auf das schnelle Handeln von Gütern konzentriert, vollbringt der Wallfahrtsort mit Lieferung von frischem Brot sogar Wunder. Das Entdecken der Spielwelt hält also immer ein paar Überraschungen parat.

Die größte Herausforderung ist jedoch das Erbauen von Monumentalbauten, die in mehreren einzelnen kostspieligen Phasen Stück für Stück fertiggestellt werden wollen. Als Belohnung winken wiederum Boni, die zum Weiterspielen animieren. Es ist unglaublich, wie viel Zeit man in einem Endlosspiel verbringen kann. Alleine bis eine Siedlung den Status einer Weltstadt erreicht (dafür sind 10.000 Adlige notwendig), kann eine ganze Weile vergehen.

Die KI weiß hingegen nicht vollends zu überzeugen. In Sachen Handel und Diplomatie stellt sie sich zwar erfreulicherweise geschickt und nachvollziehbar an, kann aber in Kriegszeiten nicht unbedingt taktischen Ansprüchen genügen. Außer einigen kleinen Angriffswellen, lässt sie sich viel zu schnell besiegen, was auch an der teilweise ungünstigen Positionierung ihrer Kriegsschiffe liegt. So lassen sich jene manchmal einzeln besiegen, weil umliegende Schiffe nicht auf den Angriff reagieren. Auch lassen sich jene leicht vom eigentlichen Kriegsgeschehen weglocken, was eine Invasion auf die Hauptinsel ungemein erleichtert.

Die Landschlachten hingegen wurden grundlegend erneuert. Man kann nun keine einzelnen Einheiten mehr rekrutieren. Vielmehr rekrutiert man nun Gebäude. Die kleinen und großen Heerlager und die Kriegsmaschinenstellungen werden entlang der erwarteten Front aufgestellt. Die dazugehörenden Armeen gehen dort automatisch in Stellung. Dem Gebäude können nun Marsch- und Angriffsbefehle gegeben werden. Dies artet in teilweise große und unübersichtliche Schlachten aus, die aber auch nur einen geringen taktischen Einfluss zulassen. Natürlich muss man dem Spiel an dieser Stelle zugestehen, dass der militärische Part in der Reihe noch nie den wichtigsten Teil im Spielprinzip einnahm und der Fokus glasklar auf dem Wirtschaftssystem liegt. Schade ist es dennoch. Schade ist auch der Verzicht auf einen Multiplayermodus, der das Spiel sicherlich in höchste Wertungsreigen geführt hätte.

Immerhin ließen die Entwickler durchblicken, dass ein solcher für ein mögliches Addon geplant ist. Bisher ist nämlich die einzige Onlineaktivität neben der nervigen Registrierung (Kopierschutz "TAGES" sei Dank) das sogenannte "Tor zur Welt", in dem Errungenschaften und Statistiken mit der weiten Welt des Internets geteilt werden kann.

Anno wie es klingt und kracht

Auf technischer Seite überzeugt Anno 1404 voll und ganz. Die Grafik und die vielen liebevollen Details beeindrucken vom ersten Augenblick an. Dafür sorgt die neue Engine, die neben einer ausgeklügelten Stoffsimulation vor allem mit wunderschönen Wassereffekten aufwarten kann. Segel flattern realistisch im Wind, während ein Wal nebenan große Wellen auf der sonnenreflektierenden Oberfläche des Meeres schlägt.

Menschen spazieren durch die Straßen, treffen sich auf einen Plausch und gehen anschließend weise in die lokale Schenke. Alles wirkt wie aus einem Guss und die realistische Farbtönung der Spielumgebung rundet den wunderbaren Gesamteindruck ab. Bewundernswerter sind nur noch die moderaten Hardware-Anforderungen, die schon mit wenig Leistung schöne Landschaften zaubern können. Die Entwickler hielten ihr Versprechen, dass Anno 1404 bei jedem Rechner vernünftig läuft, der auch Anno 1701 problemlos darstellen konnte. Auch das überaus seltene Auftreten von Bugs und Abstürzen lässt auf das Gute in Entwicklern und Publishern hoffen. Soundtechnisch bietet Anno 1404 gewohnt gute Kost. Der ein oder andere Sprecher gehört zum festen Inventar der Reihe und die Musik nervt zu keiner Sekunde, sondern fördert vielmehr die Entspannung einer traditionsgemäß spaßigen Spielrunde vorm heimischen Monitor.

Fazit

Wohlan, lieber Leser. Anno 1404 bietet nahezu alles, was ein aktuelles Aufbau-Strategiespiel braucht. So enttäuschend die Kampagne für Profis ist, so erfrischend spielt sich für jene der Endlos-Modus. Langsam bekommt man einen Einblick dafür, warum sich die Entwickler voll auf den Einzelspielermodus konzentriert haben. Es stimmt einfach so ziemlich alles. Das fängt beim variabel einstellbaren Schwierigkeitsgrad an und endet mit dem ausgeklügelten Wirtschaftssystem, das in seiner Komplexität jeden vor den Monitor fesseln wird. Leerlaufphasen gibt es kaum und sinnvolle Neuerungen wie die Ruhmespunkte erzeugen eine extreme Langzeitmotivation. Auch viele Kleinigkeiten, die das Spielerlebnis jeweils um Nuancen verfeinern, lassen in ihrer Gesamtheit den ebenfalls ausgezeichneten Vorgänger blass aussehen. Ich jedenfalls möchte die Palette an sinnvollen Features nicht mehr missen.

Nun war ich so vollen Lobes und habe nicht einmal das eigentliche Highlight des Spiels erwähnt: den Orient. Es ist schon fast gruselig, wie es die Entwickler geschafft haben, eine neue Kultur in das Spielprinzip so einzubinden, dass es sich wie selbstverständlich spielen lässt. Vor allem das Abhängigkeitsverhältnis beider Kulturen sorgt für einen ordentlichen Anstieg der Komplexität, welche aber keinesfalls Anfänger abschrecken sollte. Diese können sich in Ruhe mithilfe der Kampagne in die Materie einarbeiten. Die Kampagne wiederum wird wieder einmal den Ansprüchen von Profis nicht gerecht, obwohl sich die Entwickler voll auf den Einzelspielermodus konzentrieren wollten. Dass dafür der Multiplayermodus geopfert wurde, ist zwar bedauerlich, kann aber verschmerzt werden, wenn er durch ein sicherlich erscheinendes Addon nachgereicht wird. Freunde aller Aufbau-Strategiespiele, kaufet euch also dieses Werk und möget ihr daran genauso viel Spaß daran haben wie ich einst, anno 2009.

Anno 1404

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