Gesamtwertung82%/10 |
GrafikBefriedigend SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungSehr gut |
Kaum hat sich der Fussball Manager 2005 die Krone aufgesetzt, schon nagt ein ewiger Konkurrent wieder an den Zacken. Letztes Jahr konnte sich Ascaron von dem Rückschlag durch Anstoss 4 erholen. Ob der Aufwärtstrend mit dem kürzlich veröffentlichten Anstoss 2005 allerdings anhält, erfahrt Ihr in unserem Testbericht.
Bevor man blind in das Regal greift, sollte einem klar sein, dass es sich bei Anstoss 2005 nicht um den fünften Teil der Serie handelt. Mit Anstoss 2005 bringt Ascaron die dritte Auflage von Anstoss 4 auf den Markt, die für einen kleinen Preis von ca. 30 Euro zu erstehen ist. Das diesjährige Produkt stellt lediglich eine Budgetvariante der Anstoss 03/04-Fassung dar und wurde darüber hinaus mit ein paar neuen Features bereichert.
Sowohl im finanziellen, als auch im taktischen Bereich werden Eure Fähigkeiten gebraucht und es ist schön zu sehen, dass das Team aus Gütersloh sich immer mehr an die alten Tugenden besinnt. Anstoss 2005 bietet eigentlich fast alles, was das Herz begehrt. Umfangreiche Spielerinformationen, viel Platz für taktische Freiheit sowie ausreichend Möglichkeiten, das Stadion und Vereinsgelände auszubauen. Im Vergleich zum Fussball Manager 2005 ist der private Bereich deutlich besser ausgefallen. Besonders gelungen sind die neuen Verhandlungsmöglichkeiten mit dem Präsidium.
Wer besonders hohe Gehaltsvorstellungen hat und bis zum Ende versucht, mit dem Vorstand zu pokern, der schafft sich bereits ein schlechtes Vertrauensfundament. Ihr werdet später an Euren Forderungen gemessen. Wer es also übertreibt, wird schnell zu spüren bekommen, dass der Erfolg verpflichtet. Was Ihr Euch erlauben könnt, hängt natürlich auch mit dem Vorstandsverhalten, dem Schwierigkeitsgrad und der sportlichen sowie finanziellen Situation zusammen.
Für Laien empfiehlt es sich natürlich auf einen niedrigen Level zu beginnen. Weiterhin könnt man entscheiden, ob eine echte Karriere begonnen oder einen Verein direkt ausgewählt werden soll.
Einen eigenen Verein gründen und von der Kreisklasse bis in die Champions League führen ist aber nicht möglich. Insgesamt stehen Euch dennoch ca. 150 Ligen zur Verfügung, die sich auf alle wichtigen Länder verteilen. Neben der Anpassung des Regelwerkes auf die aktuelle Spielzeit 2004/2005 basieren die weiteren Neuerungen zumeist nur auf Erweiterungen einiger Elemente.
Der Textmodus ist wieder einmal ins Blickfeld der Programmierer genommen worden und auch neue Traineransprachen haben den Weg ins Spiel gefunden. Dabei haben es sich die Entwickler natürlich nicht nehmen lassen, Ihren guten Humor vollkommen auszuschöpfen.
Gerade diese Lockerheit, die das Spiel so erfrischend anders macht, unterhält den Spieler prächtig. Ihr könnt Eure Mannschaft nicht nur loben und kritisieren, sondern sogar mit einem Wutausbruch verängstigen. Die richtige Auswahl sollte jedoch getroffen werden, da dies sonst negativ auf die Motivation schlägt. Wer will schon etwas von Meisterschaft hören, wenn er Träger der roten Laterne ist?
Was die Spieldarstellung angeht, sollte man beim mittlerweile gelungenen Textmodus bleiben. Die 3D-Darstellung ist absolut nicht zeitgemäß, die gezeigten Szenen sind nicht besonders realistisch und wiederholen sich oft.
Hingegen ist der Textmodus brauchbar und unterhaltsam. Wer ab und an die Leistung seiner Mannschaft sehen möchte, dem wird sogar ein guter Kompromiss angeboten. Ihr könnt prozentual einstellen, wieviele Szenen in 3D oder als Text dargestellt werden sollen. Natürlich könnt Ihr während der Spielzeit jederzeit aktiv eingreifen und z.B. versuchen einen Rückstand durch geschickte Änderungen umzubiegen.
Die Benutzeroberfläche von Anstoss 2005 ist gut sortiert, aber dafür nicht besonders augenfreundlich gestaltet. Besonders gut gefallen hat mir, dass man in Ascarons Regenbogenparadies nie besonders viele Mausklicks braucht, um an alle Menüs zu kommen.
Dank der leicht verständlichen Menüpunkte und der guten Übersicht fällt es auch Einsteigern wesentlich leichter, Fuß zu fassen. Bei vielen Konkurrenzprodukten verirrt man sich schnell in den Statistiken und verschiedenen Funktionen.
Die Farben der Menüs sind viel zu bunt und stechen somit stark ins Auge. Zudem wirken diese an vielen Stellen undetailliert und unsauber. Ähnlich wie im Fussball Manager 2005 gibt es auch eine Zeitung, die jedoch nur allzu knappe Informationen gibt und lieblos hingeklatscht wirkt.
Neben der guten Sortierung, glänzt der Titel auch mit sehr kurzen Ladezeiten. Das Schalten zwischen den Menüs geht sehr flott und die Wochenberechnungen liegen ebenfalls weit unter der Schmerzgrenze.
Ein Leid, welches Anstoss-Fans wohl leider nie erspart bleiben wird ist der Verzicht auf die Lizenz. Wer nicht gerade mit dem heimischen Verein der Entwickler, dem FC Gütersloh 2000 spielen möchte, der muss sich mit Stadtnamen und verfälschten Spielernamen zufrieden geben.
Wer damit nicht leben kann, der kann im umfangreichen Editor nahezu alles selbst editieren. Im Internet tummeln sich bereits die ersten Userfiles, in denen Wappen, Ligen, Spieler und vieles mehr editiert wurden.
Anstoss 2005 im Test.
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