Gesamtwertung75%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungSehr gut |
Pünktlich zum Start der neuen Bundesligasaison 2006/2007 bringt der gütersloher Entwickler Ascaron mit Anstoss 2007 nach langer Zeit wieder einen Fußballmanager auf den Markt, der die Fehler der Vergangenheit vergessen machen und an alte Tugenden anknüpfen soll. Doch die Zeiten sind vorbei, als die Anstoss-Reihe allein den Markt der Managersimulationen dominierte; so erscheint mit dem FM07 im Oktober diesen Jahres der direkte Konkurrent aus dem Hause EA, verfügt über Originallizenzen und verspricht ebenfalls zahlreiche Neuerungen.
Wie sich nun das auf 1024x786 Pixel aufgeplusterte Anstoss 2007 präsentiert und vor allen Dingen, wie es sich im Vergleich zum Noch-Konkurrenten, dem FM06, schlägt, erfahrt ihr in unsrem Looki-Review.
Aller Anfang ist schwer
Gleich zu Beginn des Spiels muss man sich zwischen den drei Modi Einfach, Realistisch und dem Core-Modus entscheiden. Bei letzterem besteht der Reiz darin, dass nicht selbstständig gespeichert werden kann. Lediglich ein zentraler Autosave, welcher ständig aktualisiert wird, gibt dem Spieler eine kleine Absicherung. Weiterhin muss man sich für die spielbaren Ligen, sowie für den Karrierestart entscheiden. Ob nun in der untersten, der 1. und 2. Liga begonnen werden kann oder eine freie Vereinswahl besteht, bleibt dem Spieler selbst überlassen. Danach müssen persönliche Daten eingegeben, Attribute auf einzelne Eigenschaften verteilt und, ähnlich wie bei EAs FM06, ein Spielerbild (im .png Format) gewählt werden. Sollte keines zur Hand sein, bedient man sich einfach einem Platzhalter.
Ist nun eine Mannschaft gefunden und alle Verträge unterschrieben, so findet man sich in seinem eigenen Büro wieder. Dieser Arbeitsplatz variiert im Aussehen je nach Ansehen und der jeweiligen Liga, in der man spielt. So besteht der Arbeitsplatz eines Viertligisten aus einem schäbigen Kellerloch mit PinUp-Girls an der morschen Wand und einer ausgedienten Werkbank als Schreibtisch. Das Standardrepertoire, ein PC, mit dem E-Mails abgerufen werden können, die wöchentliche Sportbild mit Statistiken, Tabellen und Ergebnissen, ein Faxgerät, ein Telefon, sowie die Spielerakten und der Terminplaner, mit dem sich Termine, wie Fanfeste, Sponsorentage oder auch Spielabende festlegen lassen, sind jedoch in jeder Liga gleichsam vorhanden.
Zusätzlich zu dem Büro, lässt sich ein PopUp-Menü öffnen, mit dem man Zugriff auf alle weiteren Bereiche, wie Stadionmanagement, Aufstellung, Training, Transfers etc. hat. In schlichtem blau gehalten bietet es Übersichtlichkeit und Ordnung. Neben dem Menü gibt der Button Go den Befehl eine neue Woche zu starten, die jedoch zum Leid aller Manager nicht unterbrochen werden kann. Während der Wochenansicht fällt ebenfalls auf, dass die Berechnung von Ereignissen extrem lange dauert. So kann es schon einmal vorkommen, dass Minuten vergehen bis ein neuer Spieltag erreicht ist.
Kurzübersicht: Die Menüpunkte
Um euch einen optimalen Einblick in Anstoss 2007 zu geben, wurde hier eine kurze Übersicht der einzelnen Menüpunkte und deren Funktionen zusammengestellt.
In einer Übersicht erhält man des Weiteren Einblick in die Personalien der Spieler, die Charaktereigenschaften, sowie Vertragsdaten. In zahlreichen Einstellungen und Optionen lassen sich ebenfalls Disziplin und persönliche Entwicklung der Mannschaft einsehen.
Weiterhin können im medizinischen Bereich Spieler gedopt oder im Krankheitsfall besucht werden, was sich positiv auf deren Verhältnis zum Trainer auswirkt. Der Gegner des nächsten Spieltages wird mit einem Klick auf die gleichnamige Schaltfläche unter die Lupe genommen.
Interessanter ist der Punkt Statistiken. Hier scheint Ascaron etwas von den Kollegen bei EA, welche mit ihrem MAT eine ganze Fülle an Statistiken geboten haben, gelernt zu haben. So erhält man Einblicke in vereinsinterne Statistiken, wie Elfmeterverursacher oder Mannschaftswerte, nationale Statistiken, wie Treter, oder Verletzungspech, sowie internationale Statistiken, zu denen U21-Länderspiele, bzw. Einsätze genauso gehören. Eine ganz besondere Rolle kommt in Anstoss 2007 der Reputationen, bzw. dem Renommee zu. So erhält man pro Titelgewinn, Aufstieg oder einem einfachen Sieg Punkte, die das Ansehen des jeweiligen Vereins und des Trainers selbst steigern. Durch diese Punkte glänzt der Verein in ganz neuem Licht und wird in höheren Klassen ernster genommen. Der Trainer erhält bei steigender Reputation bessere Angebote anderer Vereine und höheres Gehalt. Festgehalten wird all dies in einer Tabelle, die hier eingesehen werden kann.
Beim Sponsoring bietet Antsoss 2007 ebenfalls eine genauere Darstellung mit Haupt-, 1. Neben- und 2. Nebensponsor, sowie Ausrüster und Bandenwerbung.
'Hau ihn rein, Mensch!!'
Natürlich liegt ein weiteres Augenmerk auf die Spieldarstellung in Anstoss 2007. Hier bleibt kurz und knapp zu sagen, dass 3D-Modus und Sofortberechnung dem Textmodus gewichen sind. Kurz vor dem Spiel, sowie nach dem Spiel und in der Halbzeitpause bekommt man die Möglichkeit eine Ansprache zu halten, die jedoch, zumindest in einigen Fällen, eher für den Fall eines verlorenen Spieles ausgelegt ist. So findet sich lediglich der Punkt Tolles Spiel als einziges Lob unter weiteren neun Kritikpunkten für die Mannschaft.
Jedoch ist es noch möglich bestimmte Mannschaftsteile, sowie Spieler zu loben, bzw. zu kritisieren. Doch vorsicht! Lobt, oder tadelt man zu oft mit dem gleichen Satz, so befinden die Spieler ihre Ansprachen schnell für langweilig und unabwechslungsreich. Des Weiteren lassen sich im Spiel schnell taktische Veränderungen vornehmen, die, wie auch im echten Trainerleben, einfach auf den Platz gebrüllt werden. Der alte Anstoss - Humor lässt grüßen!
Der Textmodus bedarf sicherlich noch einer Überarbeitung und bildet somit das schwächste Glied in einer sonst starken Featurekette. Schnell stellt man fest, dass der Text entweder zu schnell, oder zu langsam läuft; eine normale Geschwindigkeit scheint es nicht zu geben. Auch wird die Spannung, die eigentlich durch den Textmodus aufgebaut werden sollte schnell zunichte gemacht, da, noch bevor erscheinen des Textes beispielsweise ein Tor an der Anzeigetafel unübersehbar angezeigt wird. Weiterhin gibt es Spielsituationen in denen ein Spieler, ohne vorher eine gelbe Karte erhalten zu haben, einfach mit gelb-rot vom Platz gestellt wird. Solche auffälligen Bugs sollten eigentlich nichts in einer finalen Version zu suchen haben.
Der Multiplayer Ein Eigentor
Ein weiteres Feature, welches die Anstoss-Reihe nun schon seit Jahren auszeichnet, ist der Netzwerkmodus, mit welchem man mit bis zu 64 Mitspielern um den Gewinn der Meisterschaft wetteifern kann. Leider trügt das Bild vom spaßigen Multiplayer im Netzwerk. Extrem lange Ladezeiten, die ebenfalls im Einzelspielermodus aufgefallen sind, sowie unvorhersehbare Abstürze nehmen dem Spieler jegliche Motivation. Ärgerlich wird dies vor allen Dingen beim Speichern von Multiplayermatches. Ein Onlinespiel ist ebenfalls nicht möglich und der HotSeat-Modus, bei welchem vier Spieler gleichzeitig an einem PC sitzen, ist einfach nicht integriert worden.
Alles in Allem hat Anstoss 2007 sehr viel Potential bewiesen. Ohne Zweifel würde man den direkten Konkurrenten aus dem Hause EA##zitat| in spielerischer Hinsicht mit Leichtigkeit vom Thron stoßen, doch legte der Test die beschriebenen Fehler und Mängel offen, die eine höhere Wertung nicht zulassen.