Gesamtwertung70%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßAusreichend SpieleinstiegBefriedigend |
BedienungBefriedigend |
Die Wiedergeburt ist nur Jesus und Buddhisten vorenthalten? Ha, falsch! In Konamis Action-Titel bekämpft Ihr keinen geringeren als den wieder auferstandenen Satan. Unter dem klangvollem Namen Neo-Satan macht sich der kleine Racker ans Werk, die Menschheit zu unterjochen.
Das sollte vorerst genug zur Story sein, denn diese ist eigentlich nur Rahmenhandlung eines gigantischen Gemetzels. Mit bis zu drei Mann zur Unterstützung hebt Ihr in insgesamt 18 Missionen Dämonen-Nester aus. Wahlweise geschieht dies entweder mit dem Schwert, Magie oder der guten alten 9mm. Wobei das Schusswaffen-Arsenal sich nicht nur mit derart kleinen Kalibern abgibt:
Dank Bibel Basher, Martyrer Gewehr oder dem Auge Gottes schickt man die Ausgeburt der Hölle im Bruchteil einer Sekunde wieder zurück ins Fegefeuer. Dabei sind die merkwürdigen Namen nicht nur eine lustige Umschreibung für eine Shotgun oder ein Maschinengewehr, der Bibel Basher beispielsweise benutzt die heilige Aura einer Bibel als tödliches Geschoss. Dummerweise benutzt der Feind eine ähnliche Variante: Statt Bibel lädt er mit blasphemischen Büchern nach. Um einiges wirkungsvoller wäre zwar die Bravo , aber auf diesen Gedanken kam der Teufel zum Glück noch nicht.
Und eines ist sicher: Greifen einen dunkle Gesellen wie Orrus der Missgebildete, Karrigun der Beißer oder Der Ausweider an, werden auch Pazifisten keine Scheu kennen, das abstruse Waffenarsenal zu benutzen. Leider verhalten sich diese oftmals wie Schießbudenfiguren, denn entweder bleiben sie hängen oder laufen leicht verpeilt in der Gegend rum. Aber keine Sorge: Die Masse an Gegner kompensiert das leicht dämliche Verhalten schnell. Umso schmerzlicher ist es, dass die KI der Teammitglieder auch nicht viel besser ist. Zugegeben, sie treffen auch in großen Gefechten zielgenau ihre Gegner, stehen dafür aber das ein oder andere Mal im Weg rum.
Da war doch noch was? Ach ja, die Magie! Feuerbälle schleudern oder Freunde heilen ist nichts Neues undr kommt meilenweit nicht an die Kreativität der Schusswaffen heran, letztendlich jedoch ein netter Versuch von Konami, aber nicht mehr, denn es wäre wünschenswert gewesen, wenn die Entwickler wirklich innovative Zaubersprüche entwickelt, statt bekannte Dinge wieder aufgewärmt hätten.
Die Missionen werden in kleinere Aufträge unterteilt, bis man schließlich einem der vielen Endbosse entgegen treten darf. Es wäre wohl zu hoch gegriffen, hierbei von Action-Adventure zu reden, allerdings darf man auch in Apocalyptica in bester Tomb Raider-Manier Schalter aktivieren oder Tore öffnen.
Apropos Endbosse: Diese sind die mit Abstand beste Gegnerklasse des Spiels, da sie sich im Kampf nicht wie Fallobst verhalten, was bei den restlichen Feinden der Fall ist. Also keine Angst vor den Bossen haben, sondern sich auf sie freuen!
Es gibt Spiele, bei denen man Gefahr läuft, sich die Finger zu verknoten, so viele Funktionen müssen mit einer Taste belegt werden. Und es gibt Apocalyptica, bei dem auch mit Gicht-Fingern versehene Spieler durchaus unbefreit einige Stunden spielen können.
Es ist erstaunlich, dass das Spiel mit so wenigen Tasten auskommt, ohne dass man auch nur eine Sekunde lang denkt: Moment, hier fehlt doch was!. Schade ist nur, dass die Steuerung bei Kämpfen mit dem Schwert komplett versagt. Schwertkämpfe arten zu einer Klickorgie aus, da kontrolliertes Zielen mit der Klinge nicht möglich ist.
Ausgestattet mit der eigens entwickelten Evolution-Engine, sorgen detaillierte Texturen und Charaktere für einen Augenschmaus.
Gleichzeitig aber schrecken einen die plumpen Charakter-Animationen und manche lustlos gestaltete Level wieder ab. In Sachen Grafik wird man eine Achterbahn der Gefühle erleben. Viele Aha-Erlebnisse werden einen positiven Eindruck hinterlassen, aber genauso viele Aufschreie des Entsetzens werden vorhanden sein.
Wer mit in den Kniekehlen hängenden Hosen durch die Gegend schlurft, wird am Endzeit-Titel nicht viel Freude haben, passend zum Szenario einigte man sich beim Hersteller nämlich auf einen pompösen Heavy Metal/Orchester Mix. Allerdings hat es den Anschein, dass deshalb an anderen Ecken gespart werden musste insbesondere bei den Waffensounds, die nicht wirklich überzeugen können.
Der Multiplayer-Part kann keine Akzente setzen. So finden die aus jedem x-beliebigem Spiel bekannten Modi Deathmatch, Team-Deathmatch und Capture the Flag ihren Weg in Apocalyptica. Einzig der oftmals verschmähte Co-Op Modus macht so wirklich Spaß.
Dank ihm kann man die mäßige KI der Mitspieler durch den manchmal auch mäßigen IQ von Freunden ersetzen und die Kampagne erneut durchspielen. Bekanntlich macht die gemeinsame Jagd immer mehr Spaß als alleine vor dem Monitor zu sitzen.
Warum also nicht direkt zusammen in den Kampf ziehen, ohne vorher alleine die Kampagne durchgespielt zu haben?
Du bist Gladiator, der Held der Spiele im Kolosseum. Besiege Deine Gegner und erkämpfe Dir die Cance auf 10.000 €. zum Spiel...
Apocalyptica im Test.
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