Gesamtwertung59%/10 |
GrafikGut SoundBefriedigend |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegGut |
BedienungBefriedigend |
Archangel Die Verwandlung
Wir kennen das: beim Autofahren die Musik vollaufgedreht, mit überhöhter Geschwindigkeit am Fahren und dabei mit den Gedanken völlig woanders. Das wäre vielleicht nicht so schlimm, wenn es nicht wie aus Eimern regnen würde und sich ein LKW gefährlich nahe dem Wagen von Michael nähern würde.
Es passiert, was passieren musste - Michael kollidiert mit dem LKW und stirbt. Doch anstatt im Himmel neben schmucken Blondinen und einer Zigarre im Mund aufzuwachen, kommt er in einem muffigen alten Kloster wieder zu Bewusstsein. Wenig später erzählen ihm zwei Mönche etwas von einem Helden, der erscheinen sollte und der zufälligerweise genauso aussieht wie Michael. Er hat nun die Aufgabe, das Land von allem Bösen zu befreien. Erledigen kann er es mit Hilfe von bestimmten Steinen, die irgendwo in der Spielwelt verstreut sind. Bei seinen Reisen wird Michael dabei in das Altertum, das Berlin der Zukunft und die eine Mystische Unterwelt versetzt.
Erzengel Michael
Nach einem kleinem Tutorial geht es auch schon los: ihr könnt euch entscheiden, ob Ihr dem Bösen mit den Kräften eines Magiers oder eines Kriegers den zu Leibe rücken wollt. der vor allem eines kann, nämlich erst zu schlagen und dann zu denken.
Spielerisch unterscheiden sich beide Varianten kaum, denn während Ihr euch mit dem Magier als Spezialfähigkeit in einen fast unsichtbaren Geist verwandeln könnt, werdet ihr bei dem Krieger zu einer Art Barbaren,Die Aufträge sind meist recht einfach gehalten. Töte dies oder töte das - mehr nicht. Metropolis Software ist aber zu Gute zu halten, dass sie wenigstens versucht haben so etwas wie Storywendungen ins Spiel zu integrieren. Da entwickelt sich schon einmal ein ehemals fieser Mönch in den besten Freund und eine smarte Hexe entpuppt sich zu einem übelaussehenden Monster. Leider haben es die Entwickler damit übertrieben, denn solche Überraschungen öden spätestens nach dem vierten mal an und nerven.
Der Levelaufbau ist weitgehend extrem trist. Ob Altertum oder Berlin, spätestens nach 10 Minuten hat man das Gefühl, fast immer im Kreis zu laufen.
Ein Mysterium sind wahrlich die Levelübergänge im Spiel, die anhand von kleinen, kryptisch grün flimmernden Wänden dargestellt werden, äußerst merkwürdig. Die fehlenden Rätsel werden durch viele Kämpfe gestopft, was oftmals in Arbeit ausartet, da es etliche Stellen gibt, die schier unmöglich zu lösen sind, denn es fehlt schlichtweg die nötige Lebensenergie. Manchmal gibt es für zehn Gegner zehn Gesundheitssteine, manchmal aber auch für zehn Gegner gar keine; dies zeugt von schlechtem Leveldesign. Dass die Kämpfe aufgrund der hohen KI in Arbeit ausarten, kann man allerdings kategorisch ausschließen, denn selten war eine KI so dämlich. Endgegner hängen schon einmal gerne in Wänden fest und einfache Gegner schenken Euch für ein paar Sekunden unverständlicherweise gar keine Beachtung mehr.
Doch es gibt noch einen schwerwiegenden Bug oder jedenfalls schlechtes Spieldesign. Michael kommt, einmal ins Wasser gefallen, nicht mehr aus eben jenem heraus. Es mag ja sein, dass Erzengel kein Wasser vertragen, aber mehrere Sekunden darauf warten, bis Michael elendig im Wasser krepiert, ist schon extrem nervig; warum kann er nicht einfach wieder heraushüpfen?
Ein ebenso großes Manko von Archangel ist die fehlende Karte. Zwar sind die Level nicht allzu groß, dafür weiß man oft, aufgrund von mehreren Abzweigungen, nicht wo es langgeht. Das kostet zum Teil viel Zeit und Nerven. Für die Navigation jedenfalls, wäre eine einfache Karte von großem Nutzen gewesen.
Dem Engel müssen die Flügel gestutzt werden
Grafisch macht Archangel einen zwiespältigen Eindruck.
Die meisten Levels sind äußerst farbarm und monoton gestaltet, wiederholen sich zudem auch oft. Dafür sehen manche kleineren Areale, wegen ihrem wirklich abgedrehten düsteren Design, wirklich gut aus. Trotzdem überwiegt das Negative, vor allem die Animationen von Freund und Fein wirken oft einfach nur peinlich. Da helfen auch nicht die grafisch gut gestalteten Waffen, wie z.B. die Anfangswaffe Das Schwert des Lichts.
Fingerkrampf
Die Steuerung von Archangel ist äußerst gewöhnungsbedürftig, zumindest für Genreneulinge. Zwar klappt die Mischung aus Maus und Tastatur recht gut, das Inventar jedoch ist oftmals viel zu unübersichtlich und schlecht zu bedienen. Selbst in den nervenaufreibendsten und wildesten Kämpfen seid Ihr dazu gezwungen, stehen zu bleiben, um die Waffe im Inventar zu wechseln.
Himmlischer Sound?
Das Problem in den meisten Spielen ist, dass der Publisher äußerst schlechte Synchronsprecher zum Übersetzen der Texte benutzt hat. Das Problem hat Archangel nicht, trotzdem ist die Synchronisation grottenschlecht geworden. Die namhaften und durchaus bekannten Synchronsprecher sprechen ihre jeweiligen Charaktere dermaßen genervt und lustlos, dass man mehrmals unfreiwillig schmunzeln muss.
Auch der sich ständig wiederholende Spielsound demotiviert eher, als er motiviert. Nach spätestens einer halben Stunde kann man die äußerst eintönigen Musikstücke nicht mehr hören, und schaltet seine Boxen aus!
Archangel im Test.
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