Arena Wars

Review
Plattform
PC
Vertrieb
Ascaron
Entwickler
ExDream
Erscheinungsdatum
-
Genre
Strategie
USK
-
Arena Wars [PC , Justgamers]

Gesamtwertung

80%/10

Grafik

Ausreichend

Sound

Ausreichend

Lanzeitspaß

Ausreichend

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

Arena Wars

Unwahrer Kampf

Im Jahre 2013 entwickelt sich eine Militär Simulation zum Kultsport. Die eigentlich zu Trainingszwecken ins Leben gerufene Simulation Arena Wars verwandelt sich unter Zivilisten immer mehr zu einer Fun Sportart. Ganze Turniere werden veranstaltet, um zu ermitteln, wer der beste Stratege der Zukunft ist.

Ein typischer Fall von magerer Story dient als magerer Aufhänger. Leider ist dies jedoch kein Präzedenzfall. So bedient sich auch Unreal Tournament einer ähnlichen Story. Der Effekt bleibt jedoch der gleiche. Richtiges Spielgefühl mag nicht aufkommen. Verloren ist dennoch nichts, denn was Arena Wars wirklich zu bieten hat entscheidet sich erst bei den Gameplay Features.

Capture the Flag küsst Echtzeit-Strategie

Arena Wars ist keinesfalls ein einfaches Strategie Spiel. Statt auf Basisbau oder Helden setzt das innovative Machtwerk von Ascaron ganz klar auf reines Turnier Feeling. Auf eine dichte Story, verschiedene Parteien oder gar politische Konflikte wird gezielt verzichtet. Grob werden in Arena Wars nämlich nur drei Arten von Turnieren ausgetragen.

Einmal ist das Capture the Flag. Ein Spiel Modus, den die meisten von uns schon lange aus Ego Shootern kennen. Das einfache Prinzip besteht darin, dem Gegner die Flagge zu stibitzen, während man alles daran setzt, das Selbiger nicht das Gleiche bei der eigenen Flagge versucht. In Arena Wars funktioniert das ganze durch geschickte Auswahl der Einheiten, dem bewussten Einsatz des Terrains und durch einige Spezialfunktionen die ich später erläutern werde. Auf Basisbau wird verzichtet. Die drei einzigen Gebäude, die man braucht befinden sich von Anfang an taktisch auf der Karte verteilt. Zum einen ist das der Fahnenpunkt, der Teleporter, der für neuen Truppennachschub sorgt und ein so genanntes Kraftwerk, was für die nötige Power sorgt.

Letzteres nimmt in Arena Wars eine ganz besondere Stellung ein und wurde von den Entwicklern meistens so platziert, das es vom Gegner leicht erreichbar ist, man es jedoch selber noch gut verteidigen kann. Schafft es der Gegner nämlich jenes wichtige Gebäude zu zerstören, löst dies eine Kettenreaktion aus und vernichtet mittels einer riesigen Explosion alle Einheiten in der Nähe des mit dem Kraftwerk verbundenen Fahnenpunktes. Außerdem wird der Teleporter für zehn Sekunden lahm gelegt bis das Kraftwerk wieder aufgebaut wurde, was weiteren Truppennachschub verhindert. Der Truppennachschub besteht dabei immer aus einer Auswahl an verschiedensten Einheiten, die auf Dauer jedoch sehr einseitig sind. Bei einer mageren Zahl von gerade einmal sechs verschiedenen Einheiten, sind die strategischen Möglichkeiten leider doch sehr begrenzt. Vom schnellen Buggy bis hin zur kräftigen Artillerie ist jedoch alles vorhanden was ein einfacher Stratege benötigt. Alles dazwischen bedient sich aber dem einfachen Schere-Stein-Papier-Prinzip. Baut der Gegner viele Spider Einheiten, baue ich ganz einfach die Gegeneinheit namens Walker usw. Übrigens werden keine Ressourcen benötigt. Das Startgeld wird vorher festgelegt und kann in die Einheiten investiert werden. Wird eine Einheit zerstört gibt es das volle Geld zurück aufs Konto.

Ähnlich und mit der gleichen Auswahl an Einheiten funktioniert der Double Domination Modus. Hier ist es das Ziel, zwei getrennt von einander gelegene Punkte, mit einem so genannten Capture Key zu erobern. Dieser Capture Key muss mit einer Einheit zum Eroberungspunkt gebracht werden.

Schafft es ein Spieler auf diese Weise beide Punkte einzunehmen hat er gewonnnen. Auch hier gilt wieder: Geschickte Auswahl der Einheiten führt zum Sieg. Beide Spielmodi gleichen sich in bestimmter Weise, so ist u.a. auch das Kraftwerk wieder vorhanden nur ist es diesmal mit einem der Eroberungs- Punkte verbunden. Wird es zerstört entsteht in diesem Fall eine Riesenexplosion in der Nähe des Eroberungs- Punktes. Auch die Einheitentypen sind die dieselben und das Geldmanagement funktioniert ebenso wie das des Capture the Flag Modus.

Der dritte und letzte Spielmodus hat mit den beiden anderen Modi nicht ganz so viel gemein, bedient sich aber durchaus an Ideen von anderen Spielen: allen voran Unreal Tournament 2004. Denn der Modus mit dem Namen Bombing-Run heißt nicht nur genauso wie sein Ebenbild aus UT, sondern spielt sich auch so. Beide Teams haben das Ziel, die Bombe mittels Einheiten aus der Mitte zu entwenden, und diese dann zum gegnerischen Bombenpunkt zu bringen. Bleibt sie dort für 20 Sekunden liegen, explodiert sie und alle Einheiten in der Umgebung mit ihr.

Zusätzlich gibt es einen Punkt für das Bombenlegerteam. Schafft es der Gepeinigte jedoch, die Bombe von seinem Bombenplatz zu entfernen, bevor der Timer abgelaufen ist, hält der Timer an der Stelle an und tickt erst dann wieder weiter, wenn sich die Bombe wieder auf einem Bombenplatz befindet. Jede Bombe liegt also exakt 20 Sekunden auf einem Bombenplatz bevor sie explodiert. Heiße Kartoffel für Computer-Spieler sozusagen.

Verstärkung aus dem Beamer

Damit nicht einfach nur die größere Armee das Spielgeschehen entscheidet, wurden noch einige nette Gimmicks auf der Karte verteilt. An einige Stellen befinden sich exklusive Spawnpunkte, die immer wieder neue Items ausspucken. Werden diese von einer eurer Einheiten eingesammelt, stehen sie für euch global zur Verfügung. Die Bandbreite dieser Items reicht von einer einfachen Beschleunigungshilfe, bis hin zu einer Ionenkanone, welche einen kräftigen Laser Strahl aus dem All auf eure Feinde hinabschickt.

Wer diese Spawnpunkte sein Eigen nennt, hat sich einen echten Vorteil erspielt. Doch verzagen muss man als Gegner deshalb nicht, denn jede Einheit besitzt noch eine Spezialfähigkeit. So schafft es ein Walker dank Raketenantrieb sogar in die Luft zu gehen. Geht jedoch der Sprit aus und ist kein freier Landeplatz in Sicht, explodiert er kümmerlich. Ein sehr frustrierendes Feature, wenn man mitzählt wie oft es die K.I. geschafft hat, genau da zu landen wo kein Platz war.

Aber es geht auch anders. Der schwere Panzer kann sich beispielsweise dank modernster Technik in einem bestimmten Umkreis über die Karte beamen. Extrem gut für Überraschungsangriffe.

Will man die Eigenschaften seiner Einheiten noch etwas fördern. Nimmt man sich einfach die gewünschte Einheit und schickt sie in ein Upgradegebäude. Einige Zeit und 200€ später, sind alle Einheiten des gleichen Typs der in das Upgradegebäude geschickt wurde stärker, schneller und präziser.

Kampf der Zwillinge

Ihr habt es vielleicht schon gemerkt. Die Spielmodi ähneln sich anhand von Dingen wie Gebäuden und Einheiten immer wieder. Egal ob man den umfangreichen Singleplayer-Turnier Modus benutzt oder sich online gegen andere Spieler misst. Es wird doch schnell recht langweilig fürs Auge.

Die Einheitentypen sorgen einfach nicht für die nötige Abwechslung, weshalb auch die unterschiedlichen Karten nicht mehr viel Spielspaß bringen. Diese sind zwar sehr schön strategisch designed und bieten einige nette Ideen und Innovationen, doch mit Titeln wie Ground Control 2 können diese sicherlich nicht mithalten. Müssen sie auch gar nicht. Denn der Entwickler setzt betont nicht auf tolle Effekte oder eine detailverliebte Grafik, sondern will den Spieler mit Ehrgeiz ködern. Nämlich den Ehrgeiz, der teilweise in Unreal Tournament oder anderen Turnierspielen fehlt. Wer in dem Spiel gut ist, wird dafür auch belohnt und kann in den Ranglisten immer weiter nach oben klettern. Belohnungen gibt es in Arena Wars jedoch leider keine.

Traurige Zukunft

Etwas wackelig und karg sieht die Zukunft aus. Arena Wars ist alles andere als ein Grafikwunder. Vergleicht man den Titel mit Spielen wie Ground Control 2, und sieht was heute schon alles möglich ist, hätte man dem Newcomer gerne noch ein paar Wochen Entwicklungszeit gegönnt. Die Texturen ähneln sich sehr, überall auf der Karte stehen die gleichen Objekte und selbst die Einheiten der Feinde sind nur geklonte Ebenbilder der eigenen.

Zwar schafft das faire Voraussetzungen für beide Parteien, jedoch ist es auch schlichtweg langweilig immer die gleichen Einheiten über die gleiche Landschaft brausen zu sehen. Da reißen einem die drei verschiedenen Landschaftsarten und die Effekte auch nicht mehr vom Hocker und bringen uns höchstens den Charme manch guter alter Tage etwas näher. Sehr schön ist jedoch der Karteneditor, mit dem man wirklich kinderleicht neue Maps bauen kann. Zumindest in dem Punkt ist für Hobbybastler Langzeitspaß gesichert.

Sound und Sprache sind vorhanden, klingen aber schlimmer als eine Frau Feldbusch mit falsch eingestelltem Mikrofon und nervt mindestens genauso wie der treue vierbeinige Begleiter des Ogers Shrek. So hart es auch klingen mag, aber Spiele in denen man den Sound nach den ersten zehn Minuten abstellt, weil er schlichtweg nervt, sind einfach pure Geldverschwendung was die Geräuschkulisse anbelangt.

Fazit

Arena Wars ist ein sehr ambitioniertes Projekt und durchaus ernst zu nehmen. Die Leute von exDreams, haben alles andere als leere Köpfe. Die Idee eine Art Turnier Echtzeit-Strategiespiel auf den Markt zu bringen, ist sicher nicht dumm. Und auch die Benutzerfreundlichkeit ist durchaus gut. Viel mehr scheitert der Titel an der schwachen Präsentation und an der Einseitigkeit. Der Titel an sich könnte für Online Fans jedoch durchaus interessant sein. Singleplayer sollten den Titel allerdings ganz klar meiden.

Für Spieler, die Spaß an kurzen und simplen Multiplayer Partien haben ist der Titel jedoch eindeutig empfehlenswert. Wer sich nicht durch langweilige Tutorials oder stundenlange Kämpfe winden möchte ist mit Arena Wars bestens bedient.

Auf einen sehr stark ausgebauten Nachfolger würde ich mich jedoch durchaus freuen. Denn wenn es die Jungs aus Deutschland schaffen dem Titel eine noch bessere Grafik und noch mehr Inhalt zu verpassen, sehe ich auf dem internationalem Markt kein Hindernis mehr.

Arena Wars [PC , Justgamers]

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